Abkürzungen Blutwerte und ihre Bedeutungen

Eine Blutuntersuchung dient der frühzeitigen Erkennung von Krankheiten. Ein Arzt führt je nach Situation ein großes oder kleines Blutbild durch. Während ein kleines Blutbild die Konzentration unterschiedlicher Blutzellen innerhalb des menschlichen Körpers darstellt, verfügt ein großes Blutbild zusätzlich über ein Differenzialblutbild. Liegen die Ergebnisse der Untersuchung deutlich über oder unter den Normalwerten, ist eine Erkrankung wahrscheinlich.

Blutbild

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Für eine genaue und richtige Deutung der Blutuntersuchung ist es als Patient vorteilhaft, die wichtigsten Blutwerte Abkürzungen zu kennen.

Bestandteile eines Blutbildes LDL + HDL + CRP

Ein Arzt untersucht im Zuge einer Blutwerte-Untersuchung den LDL-Wert seines Patienten. Die Abkürzung steht für „Low Density Lipoprotein“ und bezeichnet die Fett-Eiweiß-Verbindungen des Körpers. LDL trägt aufgrund seiner schädlichen Wirkung die Bezeichnung „böses Cholesterin“. Hohe LDL-Werte gelten als Risiko für das menschliche Herz-Kreislauf-System.

Weitere Blutwerte Abkürzungen sind HDL, CRP und Hk. HDL gilt im Gegensatz zu LDL als das „gute Cholesterin“. Grund dafür ist seine Transportfunktion, die überschüssiges Cholesterin zurück zur Leber bringt. Die Abkürzung des Wertes steht für „High Density Lipoprotein“. Bei einem niedrigen HDL-Wert stehen derzeit keine Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Der Wert besitzt eine hohe Aussagekraft bezüglich des Risikos auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Abkürzung „CRP“ bedeutet „C-reaktives Protein“. CRP ist ein körpereigenes Eiweiß, das ein Teil des Abwehrsystems darstellt. Liegen Infektionen, Gewebsschäden oder Entzündungen vor, steigt der CRP-Wert des Blutes. Aus diesem Grund deutet ein erhöhter CRP-Wert nicht auf eine bestimmte Krankheit hin. Er dient der Verlaufskontrolle während einer medikamentösen Behandlung. Ein Blutbild beinhaltet darüber hinaus den Hämatokrit-Wert.

Dieser trägt die Abkürzung „Hk“. Ist der Hämatokrit-Wert erhöht, erhält der menschliche Körper zu wenig Flüssigkeit. Ein niedriger Wert deutet auf eine Überwässerung oder eine Blutarmut hin. Da die Hämatokrit-Werte zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten schwanken, betrachtet ein Arzt die Ergebnisse im Zusammenhang mit den übrigen Blutwerten

 

Wert
Frau Mann Einheiten
Natrium 135 – 155 135 – 155 mval/l
Kalium 3,6-5,0 3,6-5,0 mval/l
Calcium 4,1-5,2 4,1-5,2 mval/l
Chlorid 95-110 95-110 mval/l
Kupfer 13,4-24,4 11,0-22,0 mval/l
Magnesium 1,4-2,0 1,4-2,0 mval/l
Glucose 70-110 70-110 mg/dl
Harnstoff-N 6-20 6-20 mg/dl
Kreatinin 0,8-1,2 0,9-1,4 mg/dl
Kreatinin-Clearance 98 – 156 95-160 ml/min
Harnsäure 2,5-5,7 3,5-7,0 mg/dl
Gesamteiweiß 6,6-8,3 6,6-8,3 g/dl
Triglyceride <200 <200 mg/dl
Cholesterin 140-200 140-200 mg/dl
Eisen 60-160 80-180 mikrog/dl
Ferritin 23-110 35-217 mikrog/l
GOT <15 <19 U/l
GPT <19 <23 U/l
CK-NAC 10-70 10-80 U/l
Myoglobin 19 – 56 21 – 98 ng/ ml
Troponin 0,01 – 0,08 0,01 – 0,08 ng/ml
LDH 266 – 500 266 – 500 U/l
alkalische Phosphatase 60-170 70-175 U/l
Gamma-GT <36 <64 U/l
GLDH <3 <4 U/l
CHE 3500-8500 3500-8500 U/l
Bilirubin gesamt < 1,1 < 1,1 mg/dl
Pankreasamylase 17-115 17-115 U/l
Fructosamin 2,0-2,8 2,0-2,8 mmol/dl
Bilirubin direkt <0,3 <0,3 mg/dl
Osmolalität 280-300 280-300 mosm/kg
HDL >35 >42 mg/dl
LDL <155 <155 mg/dl
Ammoniak 20-65 28-80 mikrog/dl
Lactat <16 <16 mg/dl
Phosphor 2,5-4,6 2,5-4,6 mg/dl
Gerinnung
Wert Frau Mann Einheiten
Quick 70-100 70-100 %
PTT 26-36 26-36 sec
PTZ 14-21 14-21 sec
Fibrinogen 180-350 180-350 mg/dl
AT3 70-120 70-120 %
PFA-Verschlußzeit, Collagen/Epinephrin 85-165 85-165 sec
PFA-Verschlußzeit, Collagen/ADP 71-118 71-118 sec
kleines Blutbild
Wert Frau Mann Einheiten
Leukozyten 4,4-11,3 4,4-11,3 Tsd./mikrol
Lymphozyten 20 – 40 20 – 40 %
Mixed 3-13 3-13 %
Neutrophile 45 – 85 45 – 85 %
Erythrozyten 4,1-5,4 4,5-6,0 Mill./mikrol
Hämoglobin 11,5-16,4 13,5-18,0 g/dl
Hämatokrit 35-45 36-48 %
MCV 76-88 76-88 fl
Hbe 28-32 28-32 pg
Thrombozyten 150-300 150-300 Tsd./mikrol
Retikulozyten 7-15 7-15 0/00
Differenzial- Blutbild
Wert Frau Mann Einheiten
Segmentkernige 45-80 45-80 %
Lymphozyten 20-40 20-40 %
Eosinophile 1-4 1-4 %
Monozyten 2-8 2-8 %
Anisozytose negativ negativ
Polychromasie negativ negativ
Retikulozyten 7-15 7-15 0/00
Rheuma Faktoren
Werte Frau Mann Einheiten
ASL < 200 < 200
RF < 40 < 40
CRP < 0,5 < 0,5 mg/dl
Blutsenkung < 25 < 15 mm/h
Medikamente
Werte Frau Mann Einheiten
Digoxin 0,8-2,0 0,8-2,0 mikrog/l
Digitoxin 10-30 10-30 mikrog/l
Theophyllin 8-30 8-30 mg/l
Hormone und Diabetes
Werte Frau Mann Einheiten
FT3 1,64 – 3,45 1,64 – 3,45 pg/ml
FT4 0,71 – 1,85 0,71 – 1,85 ng/dl
TSH basal 0,3 – 4,0 0,3 – 4,0 mI.E./l
TRH-Test 2-25 2-25 mI.E./l
Beta HCG < 10 < 10 I.U./l
Insulin 1,6 – 10,8 1,6 – 10,8 mU/l
Fructosamin 2,0 – 2,8 2,0 – 2,8 mmol/dl
HbA1c 4,2 – 6,2 4,2 – 6,2 %
Leberserologie
Wert Frau Mann Einheiten
Anti-HAV ( IgG / IgM) negativ negativ
Anti Hbs negativ negativ
Anti HBc ( IgG / IgM) negativ negativ
HBs-Antigen negativ negativ
Anti-HCV negativ negativ
Tumormarker
Werte Frau Mann Einheiten
PSA < 4,0 ng/ml
CEA < 5,0 < 5,0 ng/ml
Blut Gasanalyse
Wert Frau Mann Einheiten
pH 7,37-7,45 7,37-7,45
pCO2 32-43 35-46 mmHg
pO2 71-104 71-104 mmHg
BE -2 bis +3 -2 bis +3 mmol/l
Bikarbonat 21-26 21-26 mmol/l
O2-Sättigung 94-98 94-98 %
Proteine
Werte Frau Mann Einheiten
IgE <100 <100 IU/ml
IgG 700-1600 700-1600 mg/dl
IgA 70-400 70-400 mg/dl
IgM 40-230 40-230 mg/dl
Transferrin 200 – 360 200 – 360 mg/dl
Elektrophorese
Werte Frau Mann Einheiten
Albumin 55,3-68,9 55,3-68,9 %
Alpha1-Globulin 1,6 – 5,8 1,6 – 5,8 %
Alpha2-Globulin 5,9 – 11,1 5,9 – 11,1 %
Beta-Globulin 7,9 – 13,9 7,9 – 13,9 %
Gamma-Globulin 11,4 – 18,2 11,4 – 18,2 %
Urinstatus
Leukos < 25 < 25 Leu/mikrol
Erys < 2 < 2 Erys/mikrol
Plattenepithelien keine keine
Rundepithelien keine keine
Bakterien keine keine
Nitrit 0 0 mg/dl
pH-wert 6-7 6-7
Eiweiß < 10 < 10 mg/dl
Glucose 0 0 mg/dl
Aceton 0 0 mg/dl
Medizinische Normalwerte
Werte Frau Mann Einheiten
Körpertemperatur 36,5-37,5 36,5-37,5 °C
Blutdruck < 140/90 < 140/90 mmHg
Ruhepuls 60-80 60-80 Schläge/min
Puls bei Leistung bis 180 bis 180 Schläge/min
Atemfrequenz 13 +- 6 13 +- 6 mal/min
Atemminutenvolumen 6-8 6-8 liter/min
Atemzugsvolumen 550+-200 550+-200 ml
BMI Normal 20-25 20-25 kg/m2
BMI Übergewicht 25,1-30,0 25,1-30,0 kg/m2
BMI Adipositas größer 30 größer 30 kg/m2
Enzymaktivität
Werte Frau Mann Einheiten
ALD Fructse-1,6-diphosphat-Aldolase 0,5-3,1 0,5-3,1 U/l
AP Alkalische Phosphatase 40-170 40-170 U/l
CHE Cholinesterase 4,5-7,9 4,5-7,9 U/l
GLDH Glutamat-Dehydrogenase bis 3 bis 4 U/l
GOT Glutamat-Oxalacetat-Transaminase bis 15 bis 17 U/l
GPT Glutamat-Pyrovat-Transaminase bis 19 bis 23 U/l
y-GT y-Glutamyl-Transpeptidase bis 18 bis 28 U/l
ICDH Isocitrat-Dehydrogenase bis 7 bis 7 U/l
LDH Lactat-Dehydrogenase 120-240 120-240 U/l
SDH Sorbit-Dehydrogenase bis 0,4 bis 0,4 U/l
Nierenfunktionenen
Werte Frau Mann Einheiten
Creatinin 0,5-0,9 0,6-1,1 mg/100ml
Harnstoff 10-50 10-50 mg/100ml
Harnsäure 2,4-5,7 3,4-7,0 mg/100ml
pH-Wert (Harn) 4,5-8,0 4,5-8,0

Abkürzungen verstehen – richtig deuten und angemessen reagieren

Ein Blutbild beinhaltet neben dem LDL-, HDL-, CRP- und Hk-Wert die Harnsäurewerte. Diese tragen die Abkürzung „HS“. Die Normalwerte der Harnsäure liegen bei Frauen zwischen 2,4 und 5,7 Milligramm pro Deziliter und bei Männern zwischen 3,7 und 7,0 Milligramm pro Deziliter.

Ein erhöhter Harnsäurewert deutet auf eine Fehlfunktion der Nieren hin. Die Ursache hierfür ist beispielsweise eine Ernährung mit purinreichen Mahlzeiten. Nicht zuletzt zählt der Gamma GT-Wert zu den wissenswerten Blutwerte Abkürzungen. Die Bezeichnung des Wertes steht für „Gamma-Glutamyl-Transferase“. Damit ist ein Enzym gemeint, das in verschiedenen Organen des menschlichen Körpers vorkommt. Die Gamma-GT-Werte, die ein Blutbild enthält, stammen aus der Leber des Patienten. Liegen Schäden der Leber oder Gallenwege vor, steigt der Gamma-GT-Wert an. Wer die wichtigsten Abkürzungen der Blutwerte beherrscht, erkennt die vorliegenden Fehlfunktionen des eigenen Körpers frühzeitig und reagiert darauf angemessen.

Informationen zu den Blutwerten im Gesundheitsratgeber der Netzathleten

Was muss mann wissen um Blutwerte zu verstehen

Alle Blutwerte im Überblick

 

Quellen:
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015