Alle Milzerkrankungen im Überblick

Die wichtigsten Milzerkrankungen

Obwohl die Milz kein lebensnotwendiges Organ des Menschen ist, erfüllt sie einige Funktionen. Eine Aufgabe ist die Immunabwehr. Ferner zählt auch die Reinigung des Blutes dazu. Milzerkrankungen gibt es eine ganze Reihe, wobei nicht alle Beschwerden verursachen und demzufolge unerkannt bleiben. Ein großer Teil der Milzerkrankungen heilt von selbst wieder aus. Teilweise jedoch ist ein chirurgischer Eingriff bei Erkrankungen der Milz unumgänglich.

Themen zu Milzerkrankungen

Die wichtigsten Milzerkrankungen

 

Milzerkrankungen - Milzabszess

Bei Milzerkrankungen kommt der Milzabszess sehr selten vor. Es handelt sich bei diesem Krankheitsbild um eine Eiteransammlung in der Gewebehöhle der Milz.

Therapie bei Milzabszess

Verursacht der Abszess keine Beschwerden, ist nicht zwingend eine Therapie angezeigt. Begonnen werden sollte eine Behandlung von diesem Abszess konservativ. Medikamentös kommen Antibiotika und Analgetika in Betracht. Des Weiteren können Maßnahmen ergriffen werden, wenn Vorerkrankungen bekannt sind. Stellt sich kein Erfolg ein, kann eine Drainage mit Wundspülung, die operativ in der Abszesshöhle verbracht wird, nötig werden. Sollte hiernach ebenfalls keine Besserung eintreten, bleibt nur noch die Entfernung oder eine Teilsplenektomie der Milz, als Alternative.

 

Milzerkrankungen - Milzinfarkt

Milzerkrankungen, wie der Milzinfarkt, ist meist auf Grunderkrankungen, wie Herzerkrankungen oder Leukämie, zurückzuführen. Es handelt sich um einen Verschluss der Gefäße, welche zur Milz (Arteria lienalis) führen. Durch den daraus resultierenden Sauerstoffmangel streben Milzzellen ab.

 

Therapie bei Milzinfarkt

Milzerkrankungen, wie der Milzinfarkt werden in den partiellen und den rezidivierenden Infarkt unterteilt. Während beim partiellen Milzinfarkt, bei dem nur Teile des Gewebes der Milz betroffen sind, meist keine ärztlichen Maßnahmen eingeleitet werden müssen, ist bei einem rezidivierenden Infarkt der Milz eine Therapie angesagt.

Die erste Form wird von dem Patienten, da sie oft keine Symptome verursacht, kaum bemerkt und heilt wieder aus. Eine Funktionseinschränkung kann die Folge durch das gebildete Narbengewebe sein. Bei der zweiten Form ist eine zunehmende Narbenbildung zu verzeichnen. Diese führt dazu, dass die Milz schrumpft. Die Therapie besteht zunächst darin, die Blutgerinnung, beispielsweise mit Heparin, zu hemmen. Ohne diese Maßnahme sind Folgen wie eine Milzruptur oder ein Versagen der Milz nicht auszuschließen.

Wird der Milzinfarkt häufiger diagnostiziert, sollte eine Entfernung der Milz (Splenektomie) in Erwägung gezogen werden.

 

Milzerkrankungen - Milzruptur

Milzerkrankungen, bei denen eine Ruptur festgestellt wurde, sagt aus, dass es sich um einen Riss der bindegewebigen Kapsel handelt. Dabei wird unterschieden, ob es sich um eine traumatische Verletzungsform handelt. Diese kommt häufiger vor als die nichttraumatische Form.

Traumatische Formen sind auf Verletzungen, wie beispielsweise einen Verkehrsunfall, zurückzuführen. Nichttraumatische Milzrupturen können Virusinfektionen, Malaria Tumore und dergleichen, als Ursache haben.

 

Therapie bei Milzruptur

Nicht in jedem Fall ist eine Behandlung von derartigen Milzerkrankungen notwendig. Daher nehmen die Mediziner Klassifizierungen, in diesem Fall in 5 Typen vor.


Verletzung
Typ I
Subkapsuläres Hämatom - Kapselriss
Typ II
Oberflächlicher Parenchymriss - Kapselriss
Typ III
Tiefer Parenchymriss
Typ IV
Organfragmentierung
Typ V
Abriss am Hilus / Milzberstung

 

Die Therapie beim Typ I ist konservativ und besteht hauptsächlich in der Überwachung. Milzerkrankungen mit der Diagnose Milzruptur Typ II sieht bei der Behandlung eine Operation vor. Hier wird der Chirurg nach Möglichkeit die Milz erhalten. Die gleiche Vorgehensweise bei der Therapie ist beim Typ III zu erwarten. Beim Typ IV dieser Erkrankung wird die Milz operativ entfernt. Auch hier ist der Arzt bestrebt, einen Teil der Milz zu erhalten. Wurde der Typ V diagnostiziert, bleibt nur noch die Splenektomie, was so viel wie die operative Entfernung der Milz bedeutet. 3)

 

Milzerkrankungen - Milztumor

Bei Milzerkrankungen werden die Tumore, wie bei den anderen Organen auch, in gutartige und bösartige differenziert. Grundsätzlich handelt es sich um eine Gewebewucherung an der Milz.

Therapie beim Milztumor

Es bieten sich dem Arzt, je nachdem um welche Arten von Tumoren es sich handelt und in welchem Stadium sie erkannt wurden zwei Therapiemöglichkeiten an. Es ist die medikamentöse Vorgehensweise oder die Operation.

Bei Medikamenten werden Analgetika verordnet. Bleibt nur die operative Möglichkeit, wird die Milz entfernt. Operationen bei diesen Milzerkrankungen werden unter Vollnarkose durchgeführt. Ein Bauchschnitt, meist im linken oberen Bereich ist nötig, um die Milz freizulegen. Ist die Splenektomie geplant, werden zunächst alle Verbindungen zu den anderen Organen gelöst und die Blutzufuhr unterbunden. Bei einer Resektion werden nur Teile der Milz entfernt. Es bleiben davon die Blutgefäße unberührt. An der offenen Stelle wird die Milz vernäht. Es gibt auch die Möglichkeit einen speziellen Gewebekleber zu verschließen einzusetzen oder auf die Koagulation zurückzugreifen. In diesem Fall führt Hitzeanwendung zu einer Verschorfung.

Individuell wird geprüft, ob der Eingriff auch während einer Laparoskopie, einer Bauchspiegelung, erfolgen kann. Liegt ein Morbus Hodgkin vor, genügt es nicht mehr nur die Milz zu entfernen. Einige der Lymphknoten müssen ebenfalls herausgenommen werden.

 

Milzerkrankungen - Milzzysten

In dem sackartigen Hohlraum befindet sich abgegrenzt von der Umgebung eine seriöse Flüssigkeit. Sie kann sich auch direkt in der Milz befinden. In der Regel ist eine Beeinträchtigung der Funktion nicht zu erwarten.

 

Therapie bei Milzzysten

Wie bei allen Milzerkrankungen ist die Diagnostik vor der Behandlung maßgeblich. Regelmäßige Screenings sind hilfreich, um den optimalen Termin für einen operativen Eingriff zu ermitteln. Während der Laparoskopie, der Bauchspiegelung kann in der Bauchhöhle auch die Milz betrachtet werden. Bei dieser Untersuchungsmethode können Instrumente eingeführt werden, sodass es möglich wird, die Zysten zu entfernen. Es ist beim Behandeln der Zysten eine vollständige Entfernung der Milz in Erwägung zu ziehen. Ferner kann auch die Zyste geöffnet und der Inhalt entnommen werden. Neben der eben beschriebenen Punktion ist auch eine Verödung der Milzzyste denkbar. Eine weitere Option ist, nur den betroffenen Teil der Zyste zu entfernen (Teilsplenektomie). 5)

 

Milzerkrankungen - Hypersplenismus

Milzerkrankungen, wie Hypersplenismus, sind von einem erhöhten Abbau der Erythrozyten und Thrombozyten geprägt. Bezeichnend hierbei ist, dass sich die Milz dabei vergrößert.

Therapie bei Hypersplenismus

Bei der Vielzahl der Therapiemöglichkeiten stehen regelmäßige Bluttransfusionen im Vordergrund. Kompensiert werden mit dieser Behandlung Folgen eine Anämie oder wenn im Blut zu wenige Blutplättchen vorhanden sind.

Fakt ist, dass es sich bei der Milz um ein Organ handelt, welches nicht zwingend lebensnotwendig ist. Viele Chirurgen entscheiden sich deshalb, wenn es zu Beschwerden kommt, eine Splenektomie (Entfernung der Milz) vorzunehmen. In der Naturheilkunde sind es Aderlass, Homöopathie und Schröpfen, was zu Anwendung kommt.