Veränderte Blutwerte bei Rheuma

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Die verschiedenen Blutwerte bei einer Rheuma-Erkrankung

Einen der wichtigsten Blutwerte bei Rheuma stellt der Rheuma-Faktor (RF) dar. Dabei handelt es sich um einen Antikörper, welcher bei einem erhöhten Auftreten der Rheuma-Diagnose dient.

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Die Normbereiche des Rheumafaktors


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Bei dem Antikörper gegen das Immunglobin G gibt es bei Männern und Frauen in der Regel keine Untergrenze. Ein zu niedriger Rheuma-Faktor besitzt demnach keine medizinische Bedeutung. Jedoch existieren Obergrenzen im Normbereich. Diese liegen bei beiden Geschlechtern bei zehn bis 20 „internationalen Einheiten“ pro Milliliter Blut. Minimale Abweichungen erklären sich aufgrund der angewendeten Messmethode.

Das Blutsystem und der Sauerstoff

 

Die Blutwerte bei Weichteilrheuma

Keine niedrigen oder erhöhten Blutwerte bei Weichteilrheuma

Leiden Sie an Weichteilrheumatismus, spüren Sie Schmerzen in den Muskeln oder dem Unterhautfettgewebe. Die Diagnose der Krankheit gestaltet sich schwierig. Es liegen in der Regel keine erhöhten oder niedrigen Blutwerte beim Weichteilrheuma vor. Dennoch dient das Blutbild dazu, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen.

Diagnose Weichteilrheumatismus: Laborwerte kein verlässlicher Indikator

Auffällige Befunde im Blutbild gelten als Indikator einer rheumatischen Erkrankung. Rheuma betrifft nicht zwangsläufig harte Strukturen wie Gelenke oder die Wirbelsäule. Beim Weichteilrheuma klagen die Patienten über Schmerzen an Muskeln, Sehnen, Bänder oder dem Unterhautfettgewebe. Die medizinische Herausforderung besteht in der Diagnose der Erkrankung. Bei Patienten mit Weichteilrheuma treten allgemeine Symptome wie Muskelschmerzen, Steifigkeit oder ein erschöpfter Zustand auf. Dagegen liegen oft keine erhöhten Blutwerte bei Weichteilrheuma vor. Typische, auffällige Signale im Blutbild bleiben aus. Vielmehr stellen die Labore beim Weichteilrheuma niedrige Blutwerte bei den relevanten Kennzahlen fest. Das erschwert für den Arzt die Diagnostik und die sich anschließende gezielte Therapie.

Typische Befunde im Blutbild bei Rheuma

Besteht der Verdacht auf Rheuma, nimmt der Arzt eine Blutuntersuchung vor. In diesem Kontext besitzen vor allem zwei s Relevanz:

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C-reaktives Protein,
Blutsenkung

Als schnell und zuverlässig ansteigender Entzündungswert gilt das C-reaktive Protein (CRP). Die Leber bildet das C-reaktive Protein vermehrt bei Entzündungen. Bei einer durch Autoimmunprozesse verursachten rheumatologischen Entzündung erhöht sich zudem die Blutsenkungsgeschwindigkeit. Allerdings gehen eine gestiegene Blutsenkung oder ein zu höher CRP-Wert nicht zwangsläufig auf Rheuma zurück. Darüber hinaus besitzt bei der rheumatischen Diagnostik der Rheumafaktor eine wichtige Bedeutung. Hierbei handelt es sich um einen Eiweißstoff, der auf eine Autoimmunerkrankung hindeutet.

 

Ausschlussprinzip: Keine erhöhten oder niedrigen Blutwerte bei Weichteilrheuma

Jedoch schlagen die genannten Werte normalerweise lediglich bei Gelenkrheuma aus. Im Falle von Weichteilrheuma liegen dagegen keine auffälligen Werte vor. Selbst Patienten mit Rheuma in harten Strukturen besitzen teilweise ein unauffälliges Blutbild. Angesichts fehlender erhöhter Blutwerte bei Weichteilrheuma gehen Mediziner bei der Diagnostik nach dem Ausschlussprinzip vor.

Begrenzt sich die Erkrankung auf eine bestimmte Körperstelle, liegt ein sogenanntes lokalisiertes Weichteilrheuma vor. Treten die Schmerzen in allen Körperregionen auf, sprechen Mediziner vom generalisierten Weichteilrheumatismus. Letzteres gehört zu den Krankheiten, die unter den Sammelbegriff der Fibromyalgie fallen. Darunter summiert die Medizin Beschwerden mit folgenden Hauptsymptomen über mindestens drei Monate:

• chronische Schmerzen in verschiedenen Körperregionen,
Müdigkeit,
• Schlafstörungen,
• Konzentrationsstörungen.

Hinzu kommen in einigen Fällen Schwellungsgefühle, Morgensteifigkeit, Kopfschmerzen oder Reizdarm.

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Dazu treten bei manchen Patienten vegetative Symptome auf. Letztere äußern sich beispielsweise in einer empfindlichen Haut, verstärkter Schweißneigung, Atembeschwerden, Infektanfälligkeit, Herzrhythmusstörungen oder leichtes Fieber. Vereinzelt stellen die Ärzte bei der Blutsenkung leicht niedrige Blutwerte der Weichteilrheuma-Patienten fest.

 

Ursache und Entstehungsprozess unbekannt

In der Medizin besteht Unklarheit hinsichtlich der Ursache und Entstehung einer Fibromyalgie. Oft entwickeln sich die Schmerzen langsam und weiten sich allmählich aus. Die Diagnostik gilt als schwierig, da weder Röntgen- noch Blutbilder einen eindeutigen Befund ermöglichen. Dennoch findet im Rahmen der Untersuchung eine Analyse des Blutes im Labor statt. Die entsprechenden Werte dienen zum Ausschluss anderer Krankheiten.

Wie bereits erwähnt, entstehen weder zu niedrige noch erhöhte Blutwerte bei Weichteilrheuma. Da die Beschwerden nicht auf entzündliche Reaktionen zurückgehen, bleiben typische Entzündungsindikatoren im Blutbild aus. Liegen bei Ihnen auffällige Laborwerte vor, die beispielsweise auf eine Entzündung hindeuten, kommt die Fibromyalgie als auslösende Erkrankung vermutlich nicht infrage. Anhand der Laborwerte schließen die Ärzte andere rheumatische Erkrankungen, Viren, bakterielle Infektionen oder Krankheiten mit ähnlichen Symptomen aus. Als wichtigstes Mittel zur Diagnose einer Fibromyalgie dienen 18 bekannte Schmerzpunkte (Tender Points). Betroffene Patienten reagieren bei mindestens elf der Punkte in besonderem Maße schmerzempfindlich.

 

Behandlung lindert Beschwerden – keine Folgeerkrankungen

Weichteilrheuma gilt nach aktuellem Wissensstand der Medizin nicht als heilbar. Es existieren jedoch diverse Ansätze für die Therapie einer Fibromyalgie. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walken erwiesen sich als wirkungsvolle Maßnahme. Um die Schmerzen zu lindern, bietet sich eine medikamentöse Behandlung an. Allerdings wirken herkömmliche Schmerzmittel nicht, weshalb Antidepressiva zum Einsatz kommen.

Eine rheumatische Erkrankung im Weichteilgewebe stellt keine lebensbedrohliche Situation dar. Folgeerkrankungen wie eine Versteifung oder Schädigung der Gelenke drohen nicht. Allerdings fällt es den betroffenen Personen schwer, angesichts der Einschränkungen und seelischer Auswirkungen ein normales Leben zu führen.

Schmerzen an Muskeln oder Weichteilen ernst nehmen

Es bleibt festzuhalten, dass Rheuma nicht zwangsläufig die Gelenke betrifft. Nehmen Sie andauernde, starke Schmerzen im Bereich der Muskeln oder anderer Weichteile ernst. Leiden Sie außerdem an Müdigkeit und Schlafstörungen, suchen Sie einen Arzt auf. Zwar handelt es sich nicht um eine lebensbedrohliche Erkrankung, dennoch besteht nach der Diagnose die Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern. Sprechen Sie Ihren Mediziner auf Ihren Verdacht einer Fibromyalgie beziehungsweise Weichteilrheuma an. Erhöhte Blutwerte oder zu niedrige Befunde widersprechen Ihrer Vermutung.

 

Die Messung des Rheuma-Faktors

Der Rheuma-Faktor besteht als Antikörper gegen das im Körper befindliche Immunglobulin G. Dabei zählt er zu den Immunglobulinen:

  • IgM,
  • IgG,
  • IgA
  • und IgE.

Als wichtiges Teilstück zur Rheuma-Diagnose erhält das positive oder negative Mess-Ergebnis des Rheuma-Faktors eine wichtige Rolle. Bei 50 Prozent der von rheumatoider Arthritis betroffenen Patienten erscheint der Faktor positiv. Zudem gibt es eine Erhöhung dieses Blutwerts bei Erkrankungen des Skelett- und Muskelsystems. Daher geben die Blutwerte bei Rheuma nicht allein Aufschluss über die Krankheit. Die Ärzte achten vorwiegend auf körperliche Symptome wie Knochen-Ablagerungen an den Gelenken.

Der erhöhte Rheuma-Faktor und seine Bedeutung

Ein gesteigerter Rheuma-Faktor deutet auf rheumatoide Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis, das Sicca-Syndrom und Sklerodermie hin. Ebenfalls zeigt sich der Antikörper bei Leberzirrhose und Entzündungen der Gefäße (Kryoglobulinämie) erhöht. Leidet der Patient nicht unter einer rheumatoiden Krankheit, sprechen die Mediziner von falschen positiven Werten. Diese treten bei verschiedenen Erkrankungen und Infektionen auf. Dazu gehören beispielsweise Tuberkulose, bösartige Tumore und Virus-Infektionen. Auch nach einer Chemotherapie besteht die Möglichkeit eines positiven Rheuma-Faktors.

Anzeichen, die auf eine rheumatoide Erkrankung hinweisen, bestehen im kleinen Blutbild in einem Ansteigen der roten und weißen Blutkörperchen. Zudem erhöht sich die Senkgeschwindigkeit der Hämozyten (BSG) und des C-reaktiven-Proteins (CRB).

Bei den Blutwerten bei Rheuma erhält der Rheuma-Faktor bei einer Blutuntersuchung eine hohe Priorität. Hierbei handelt es sich um den Antikörper gegen das Immunglobin G, der bei betroffenen Patienten in hoher Zahl vorkommt. Da der Rheuma-Faktor auch bei anderen Krankheiten ansteigt, untersuchen die Ärzte für eine genaue Diagnose die körperlichen Symptome des Patienten.

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Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de