Blutplasma

Das Blutplasma – wichtiger Bestandteil des Blutes

Das Blut besteht aus dem Blutplasma, einer klaren gelblichen Flüssigkeit sowie den Blutplättchen und den roten und weißen Blutkörperchen. Das Plasma ist der zellfreie Teil des Blutes und besteht zu 90 Prozent aus Wasser. Der Rest sind Gerinnungsfaktoren, Proteine und Antikörper. In Bezug auf das Blutvolumen liegt der Anteil an Blutplasma bei Männern zwischen 50 und 59 und bei Frauen zwischen 54 und 73 Prozent. Ein 70 Kilogramm schwerer Mensch enthält etwa 3,5 Liter Plasma.

blutplasma

 

Das Blut ist ein wichtiges Transportmedium in tierischen und menschlichen Lebewesen. Es versorgt sämtliche Organe des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen.

 Im Gegensatz zum Hämoglobin der roten Blutkörperchen transportiert das Blutplasma deutlich weniger Sauerstoff durch den Körper. Dafür dient es als Transportmittel für Stoffwechselprodukte, Hormone, Glukose, Lipide und Kohlendioxid. Die roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen schwimmen als feste Bestandteile im Plasma und gelangen somit zu den einzelnen Organen. Die im Blutplasma enthaltenen Gerinnungsfaktoren, vor allem das Fibrinogen, spielen bei inneren und äußeren Blutungen eine wichtige Rolle. Sie verschließen zusammen mit den Blutplättchen die Wunde und verhindern somit bei allen Arten von Verletzungen einen hohen Blutverlust.

 

Ebenso transportiert das Blutplasma die Abfallprodukte des Stoffwechsels aus dem Körper. Dazu gehört das Kohlendioxid, das der Organismus über die Lunge ausscheidet sowie verschiedene Harnstoffe. Darüber hinaus kann das Plasma wasserunlösliche Stoffe binden und zu den Organen transportieren, wo der Körper sie benötigt.

Die wichtigsten Bestandteile des Blutplasmas

Neben Wasser als Hauptbestandteil enthält das Blutplasma 120 verschiedene Eiweißstoffe, Globuline als Antikörper sowie das für die Blutgerinnung wichtige Fibrinogen. Die Albumine bilden mit 60 Prozent den größten Teil der im Blutplasma gelösten Proteine und halten den osmotischen Druck aufrecht.

Die Immunglobuline markieren und binden Mikroorganismen zur besseren Erkennung und Ausscheidung durch das körpereigene Abwehrsystem. Des Weiteren enthält das Plasma Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, darunter Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium.

Die einzelnen Bestandteile des Blutplasmas spielen bei der Diagnose bestimmter Krankheiten eine wesentliche Rolle. Anhand der Laborwerte zieht der Arzt Rückschlüsse auf mögliche Stoffwechselstörungen oder Fehlfunktionen von Organen. Das Bestimmen der Laborwerte erfolgt meist im Rahmen einer Routineuntersuchung oder bei Verdacht auf Krankheiten wie:

  1.         Herzinfarkt,
  2.         Bluthochdruck,
  3.         Vorhofflimmern,
  4.         Herzmuskelentzündung,
  5.         Bradykardie und Tachykardie sowie
  6.         der koronaren Herzkrankheit.

Neben den im Blutplasma enthaltenen Bestandteilen gibt das Fließverhalten dem Arzt wichtige Hinweise auf eine mögliche Erkrankung. Ein zu hoher Anteil an festen Bestandteilen macht das Blut dickflüssig und deutet auf eine Unterversorgung mit Flüssigkeit hin.

Gewinnung und Bedeutung: Blutplasma in der Medizin

In der Medizin und bei der Herstellung von Medikamenten spielt Blutplasma eine wichtige Rolle. Die Gewinnung erfolgt durch Zentrifugieren aus dem Vollblut, wobei ein Vermischen mit Natriumzitrat ein Gerinnen verhindert.

Nach dem Separieren sammeln sich die roten Blutkörperchen im unteren Teil des Reagenzglases und machen zwischen 30 und 40 Prozent des Gesamtvolumens aus. Darüber folgt eine dünne Schicht aus Blutplättchen und weißen Blutkörperchen. Den oberen Teil mit etwa 55 Prozent bildet das flüssige Plasma, das im Normalfall eine gelblich-klare Färbung aufweist. Eine milchig-weiße Trübung deutet auf einen zu hohen Fettgehalt als Folge eines gestörten Fettstoffwechsels hin. Dagegen verursachen geplatzte rote Blutkörperchen eine rötliche Färbung des Blutplasmas.

Die Eiweißstoffe im Blutplasma bilden die Grundlage bei der Herstellung hochwirksamer Medikamente gegen verschiedene Krankheiten. Dazu gehören Arzneimittel zum Vorbeugen und Behandeln von Masern, Hepatitis oder der Hämophilie. Blutplasma spielt außerdem bei der Therapie verschiedener Krebsarten wie der Leukämie eine bedeutende Rolle. Das im Plasma enthaltene Globulin stärkt das durch die Chemotherapie geschwächte Immunsystem des Patienten. Ebenso sind Patienten mit einer Autoimmunerkrankung auf die Gabe von Globulin aus dem Plasma angewiesen.

Eine weitere Zielgruppe für den Bedarf an Blutplasma sind Menschen mit der sogenannten Hämophilie, auch als Bluterkrankheit bekannt. Bereits kleine Verletzungen können zu einem lebensbedrohlichen Blutverlust führen. Mithilfe der aus dem Plasma gewonnenen Gerinnungsfaktoren können die Betroffenen ein weitgehend normales Leben führen.

Hilfe von Mensch zu Mensch – die Plasmaspende

Verschiedene Krankheiten, operative Eingriffe und immer häufiger Unfälle mit starkem Blutverlust erfordern eine Versorgung mit Blutplasma als lebensrettende Maßnahme. In allen größeren Städten gibt es Blutspendezentren, in denen jeder gesunde Mensch zwischen dem 18. und 55. Lebensjahr Blut spenden kann.

Bei der Plasmaspende erfolgt die Gewinnung des Blutplasmas unmittelbar nach der Abnahme aus dem Körper. Gerinnungshemmer und Konservierungsstoffe machen das Blutplasma über einen längeren Zeitraum haltbar.

Eine Plasmaspende hilft vielen anderen Menschen in Notfällen und trägt außerdem zur Erhaltung der eigenen Gesundheit bei. Vor jeder Plasmaspende untersucht ein Arzt den Spender gründlich auf gefährliche Krankheiten, insbesondere Herz- und Kreislauferkrankungen, HIV und andere Infektionserkrankungen. Die Untersuchung schließt ein Bestimmen der Laborwerte und Blutgruppe mit ein. Ein gesunder Körper gleicht das durch die Blutplasma-Spende verursachte Defizit in maximal zwei Tagen wieder aus.

 

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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