Kreatinin: Blutwerte

Funktionsstörungen bei erhöhten oder niedrigen Blutwert Kreatinin 

Bei dem Kreatinin-Blutwert handelt es sich um eine abgebaute Substanz, die von der Säure Kreatin stammt. Vorwiegend befindet sich das Kreatin in den Muskeln, wobei seine Aufgabe darin besteht, die Kontraktion des Muskelgewebes zu ermöglichen. Der Wert Kreatinin hängst von der Muskelmasse der Patienten ab. Zusätzlich spielt das Alter der Untersuchten eine wesentliche Rolle.

Labor Untersuchung Blut Kreatin

Blutwert Kreatinin © goodluz – Fotolia.com

Was ist Kreatinin?

Kreatinin entsteht als Abbauprodukt aus Kreatin, das sich in der Muskulatur des menschlichen Körpers befindet. Es spielt eine wichtige Rolle im Energie-Stoffwechsel. Der Körper gewinnt aus Kreatininphosphat Energie, setzt dabei Kreatinin frei und scheidet es über die Nieren und den Urin aus. Um die Funktion der Nieren zu überprüfen, bestimmen Mediziner bei Verdacht auf Funktions-Störungen der Nieren Kreatinin in den Blutwerten. Ein zu hoher oder ein zu niedriger Wert sind Anzeichen für verschiedene Erkrankungen.

Der Anteil des Kreatinins im Blut des Menschen hängt ab von dessen Muskelmasse und Lebensalter. Bei normaler Nierenfunktion scheidet der Körper das Kreatinin fast vollständig über die Nierenkörperchen und den Urin aus. Ist die Nierenfunktion gestört, verbleibt mehr Kreatinin im Blut. Mit der Nahrung ersetzt der Organismus Verluste. Der Kreislauf beginnt von Neuem. Der Blutwert Kreatinin dient dazu, die Funktion der Nieren zu überprüfen.

 

Der Kreatinin-Blutwert in der Zusammenfassung

Um die Funktion der Niere zu überwachen, messen die Mediziner den Kreatinin-Blutwert der Patienten. Dabei scheidet der Organismus das Kreatinin über die Nieren zusammen mit dem Harn aus. Zeigt sich das Organ beim Verrichten seiner Aufgabe intakt, filtert es das Kreatinin vollständig über die Nierenkörperchen, die sich auch Glomeruli nennen.

 

Wie aussagekräftig ist der Kreatinin-Wert bei Funktions-Störungen der Nieren?

Dr. med. Karlheinz Zeilberger, Facharzt für innere Medizin, gibt den Hinweis, dass eine normale Kreatinin-Konzentration nicht immer bedeutet, dass die Nieren gesund sind. Der Blutwert Kreatinin steigt erst an, wenn die Filterfunktion der Nieren um die Hälfte reduziert ist. Kleine Störungen der Nierenfunktion erfasst der Kreatininwert nicht. Dafür ist eine Kreatinin-Clearance notwendig.

Die Menge an Kreatinin im Blut hängt von der Muskelmasse des Patienten ab. Daher haben Männer höhere Werte als Frauen und athletische Personen höhere Werte als untrainierte Menschen. Eine weitere Rolle spielt die Ernährung. Wer viel Fleisch isst, nimmt mehr Kreatin auf, welches sich beim Kochen in Kreatinin umwandelt.

 

In den folgenden Fällen bestimmt der Arzt den Blutwert Kreatinin:

  • bei Stoffwechsel-Störungen, z. B. Diabetes,
  • bei Verdacht auf eine Nieren-Krankheit,
  • bei Erkrankungen des Bindegewebes,
  • bei einer Therapie mit Nieren schädigenden Medikamenten,
  • bei Menschen mit Bluthochdruck,
  • bei Nieren-Schäden durch giftige Substanzen,
  • bei Zerfall roter Blutkörperchen.

 

Warum erhält das Kreatinin Relevanz?

Vorwiegend bei Menschen mit einer schwachen Niere stellt das Kreatinin im Blut einen wichtigen Wert dar. Kommt es zu einer unvollständigen Filterung der Partikel, besteht der Verdacht auf eine Funktions-Störung des relevanten Organs. Für die Bildung des Kreatinins nutzt der Körper die Säure Kreatin, die als Energie-Lieferant für die Muskeln fungiert. Somit stellt das Kreatinin ein Abbauprodukt der körpereigenen Substanz dar.

An einem Tag scheidet der Organismus bei einem gesunden Menschen 1,5 bis zwei Prozent des Kreatins in Form des Kreatinins aus. Hierbei gelangt das abgebaute Element von den Bildungsstätten des Kreatins über die Gefäße in die Niere. Das Kreatin entsteht:

  • in der Leber,
  • in der Niere
  • und in der Bauchspeicheldrüse.

Dabei sorgen zwei Aminosäuren namens Glycin und Arginin für die Produktion der Substanz. Bereits während des Entstehens des Kreatins kommt es zur Bildung der Kreatinin-Bausteine. Wie viel des Stoffs sich innerhalb des Organismus befindet, hängt von der Muskelmasse der jeweiligen Person ab. Hierbei erregte die Studie „Normal reference values for creatine, creatinine, and carnitine are lower in vegetarians“ aus dem Jahr 1989 Aufsehen. Die Publikation belegt, dass Vegetarier in ihren Muskeln über 30 Prozent weniger Kreatinin verfügen als Menschen, die auch Fleisch zu sich nehmen.

 

Welche Kreatinin-Werte treten in der Regel auf?

Für die Konzentration des Kreatinins im Blut präsentiert sich gleichzeitig die Funktion der Niere verantwortlich. Liegt der Wert des Abbauprodukts innerhalb der Normgrenze, weisen die Untersuchten keine Auffälligkeiten auf. Bei Männern liegt der untere Kreatinin-Blutwert bei 0,5 Milligramm in einem Deziliter Blut. Als Obergrenze besteht eine Konzentration von 1,1 Milligramm innerhalb eines Deziliters. Frauen verfügen über einen geringeren Kreatinin-Spiegel. Bei ihnen beträgt die Untergrenze ebenfalls 0,5 Milligramm in einem Deziliter Blut, die obere Grenze liegt bei 0,9 Milligramm je Deziliter. Befindet sich weniger Kreatinin im Blut, ergibt dies bei beiden Geschlechtern keine medizinische Bedeutung. Ein zu hoher Wert weist auf eine Schwäche der Niere hin.

Zudem besteht bei einem Kreatinin-Wert, der oberhalb des Normbereichs liegt, der Verdacht auf eine Verletzung der Muskeln oder eine Entzündung. Hierbei sprechen die Ärzte von einer Muskeldystrophie. Zeigt sich die Konzentration des Kreatin-Abbauprodukts ausschließlich kurzzeitig erhöht, erklärt eine Impfung das Phänomen. Durch die Injektion in die Muskeln steigert sich die Produktion des Kreatins, woraus der hohe Kreatinin-Spiegel resultiert.

 

Kreatinin-Normalwerte

Den Blutwert Kreatinin bestimmt der Mediziner im Blutserum oder im Plasma. Die Normalwerte sind unterschiedlich bei den einzelnen Analyse-Geräten. Sie sind abhängig von der verwendeten Blutprobe und der verwendeten Analyse-Methode. Die Normalwerte liegen laut Dr. med. Zeilberger bei Männern durchschnittlich bei <1,1mg/dl und bei Frauen im Durschnitt bei <0,8mg/dl.

Bei Männern liegt die Untergrenze bei 0,5 Milligramm pro Deziliter (mg/dl), die Obergrenze bei 1,1 Milligramm pro Deziliter (mg/dl). Der Wert bei Frauen ist aufgrund der verminderten Muskelmasse gegenüber Männern geringer. Hier liegt die Untergrenze bei 0,5 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und die Obergrenze bei 0,9 Milligramm pro Deziliter (mg/dl).

 

Welche Ursachen hat ein zu hoher oder ein zu niedriger Kreatinin-Wert?

Ein zu niedriger Kreatinin-Wert liegt unter anderem bei verminderter Muskelmasse, bei einer Schwangerschaft oder Untergewicht vor. Kreatinin bildet der Körper aus Muskel-Kreatin. Bei Menschen mit geringer Muskelmasse ist der Kreatinin-Wert niedriger. Bestimmte Medikamente und einer schleichenden Diabetes mellitus senken ebenfalls die Werte.

Ein zu hoher Kreatinin-Wert weist auf eine akute Funktionsstörung der Nieren hin, wie bei einem Schock, bei starken Blutverlusten, Schäden durch Medikamente und Röntgen-Kontrastmittel oder dem Zerfall roter Blutkörperchen. Auch bei chronischen Funktionsstörungen der Nieren, wie bei einer Entzündung der Nierenkörperchen oder bei Nierenschäden durch Bluthochdruck oder Diabetes ist der Blutwert zu hoch.

Weitere Ursachen für einen zu hohen Blutwert Kreatinin sind nach Dr. med. Zeilberger Flüssigkeitsverluste, Nierenschäden durch Flüssigkeitsverluste (bei Durchfall, Erbrechen, Schock, Dursten), Akromegalie (Vergrößerung von Knochen mit der Folge erhöhter Muskelmasse) und schwere Herz-Insuffizienz. Wer viel Fleisch isst, erhöht damit ebenfalls die Werte. Verletzungen der Muskulatur, Muskeldystrophie oder eine Entzündung der Haut und Muskulatur sind ebenso denkbar. Auch nach dem Sport, nach Impfungen oder Krampfanfällen sind die Werte erhöht.

 

Welche Symptome treten bei Nieren-Erkrankungen auf?

Da der Kreatinin-Wert erst erhöht ist, wenn die Nierenfunktion bereits zu fünfzig Prozent eingeschränkt ist und Nieren-Erkrankungen oft keine Beschwerden verursachen, gilt es, Warnzeichen zu beachten. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, ständige Kopfschmerzen, unerklärliches Fieber, eine schwache Blase, eine Blasen-Erkältung oder Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen haben oftmals eine Nieren-Erkrankung als Ursache.

Wer anfällig für Blasen- oder Nieren-Erkrankungen ist, bittet seinen Arzt, die Kreatinin-Werte regelmäßig überprüfen. Die Studie „The Effects of Dietary Protein Restriction and Blood-Pressure Control on the Progression of Chronic Renal Disease“ von Saulo Klahr et al. (New England Journal of Medicine 1994; 330:877-884)

[http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM199403313301301] empfiehlt eine proteinarme Ernährung bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion.

Der Blutwert Kreatinin dient der Überprüfung der Nierenfunktion

Kreatin benötigt der Körper für Muskelkontraktionen. Kreatinin ist ein Abbauprodukt von Kreatin. Der Blutwert Kreatinin ist abhängig von der Muskelmasse des Menschen und dessen Lebensalter. Er ist bei Männern höher als bei Frauen. Der Körper scheidet Kreatinin bei normaler Nierenfunktion fast vollständig über die Nieren und den Urin aus. Der Blutwert Kreatinin dient dazu, die Funktion der Nieren zu überprüfen. Ist er erhöht, liegt eine Nieren-Funktionsstörung vor.

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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