PSA-Wert – Prostata Karzinom

Indikator PSA-Wert und Erkrankungen der Prostata

Der PSA-Wert gibt an, wie viele spezifische Antigene die Prostata enthält. Dabei deutet ein erhöhter PSA-Wert auf eine Entzündung oder auf Prostatakrebs hin. PSA bezeichnet ein von der Prostata gebildetes Eiweiß, das sich in einer gesunden wie kranken Prostata in unterschiedlichen Mengen befindet. Es verflüssigt das Sperma des Mannes. Daher kommt es im Blut und in Samenflüssigkeit vor.

prostata wert PSA

 

Der PSA-Wert und seine Aussage

Ein erhöhter PSA-Wert dient unter Umständen als Hinweis auf eine Erkrankung der Prostata.

Der Normwert des PSA hängt von verschiedenen Faktoren ab. Junge Männer verfügen über eine zehn bis 20 Gramm schwere Prostata, die mit dem Alter stetig wächst. Bei einem Gramm gesundem Prostata-Gewebe mehr steigt das PSA um 0,1 Nanogramm pro Milliliter. Bei einem Gramm Prostatakrebs erhöht sich das PSA um das Zehnfache.

Zeitpunkt für einen PSA-Test

Männern ab 40, spätestens ab 45 Jahren raten Mediziner zu einem jährlichen PSA-Test, um den PSA-Wert zu bestimmen. In manchen Fällen breitet sich der Prostatakrebs bereits in diesem Alter aus. Liegt das PSA unter 2,0, empfehlen die Leitlinien der „Europäischen Gesellschaft für Urologie“ alle zwei Jahre eine Kontrolle.

PSA Wert unter 1,0  = keine Beanstandung
PSA Wert unter 2,0  = keine Beanstandung, 2-jährige Kontrolle

Ein gesunder Mann bis 50 Jahre besitzt in der Regel ein PSA unter 1,0. Bei leicht oder stark abweichendem Wert empfiehlt sich der Gang zum Urologen, der die Ursache bestimmt. Eine harmlose Ursache stellt eine Prostata-Entzündung dar.

PSA-Schwellenwert für eine Biopsie

Aufgrund des steigenden Risikos für Prostatakrebs mit einem erhöhten PSA-Wert einigten sich Mediziner auf Basis zahlreicher Studien auf Schwellenwerte. Der Schwellenwert gibt an, wenn es sich als sinnvoll erweist, eine Biopsie durchzuführen. Nach der Weltgesundheitsorganisation WHO liegt der Schwellenwert bei 3,2 Nanogramm pro Milliliter. Mediziner diskutieren, den Wert auf drei Nanogramm abzusenken.

Mit dem Alter vergrößert sich die Prostata automatisch und der PSA-Wert steigt. Daher legten Urologen folgende altersabhängige Schwellenwerte für das PSA fest:

  • Im Alter von 40 bis 49 Jahren 2,5 Nanogramm pro Milliliter
  • Von 50 bis 59 3,5 Nanogramm pro Milliliter
  • Von 60 bis 69 4,5 Nanogramm pro Milliliter
  • Von 70 bis 79 6,5 Nanogramm pro Milliliter.

 

PSA-Wert und die Wahrscheinlichkeit für Prostatakrebs

Liegt ein PSA-Wert zwischen null und 0,5 Nanogramm vor, bestimmt die „Europäische Gesellschaft für Urologie“ das Prostatakrebs-Risiko mit 6,6 Prozent. Bei einem PSA zwischen 0,6 und einem Nanogramm pro Milliliter besitzen zehn von 100 Männern ein Karzinom in der Prostata.

Allerdings wirken sich diese außerordentlich kleinen Tumore nicht auf die Gesundheit aus, wenn die Werte nicht steigen. Nur in wenigen Fällen erweisen sich die Tumore als äußerst aggressiv und führen zum Tod der Patienten.

Blutwerte einfach erklärtMit einem PSA-Wert zwischen 1,1 und zwei Nanogramm pro Milliliter besteht ein Risiko von 17 Prozent.

Bei PSA-Werten von zwei bis vier Nanogramm pro Milliliter haben zwischen 23 und 27 aus 100 Männern Prostatakrebs. Mit Werten zwischen vier und zehn Nanogramm pro Milliliter rechnen vier von zehn Männern mit der Entdeckung von Tumorgewebe.

Über zehn Nanogramm pro Milliliter zeigen für sieben aus zehn Männern ein Prostatakarzinom an.

 

PSA-Wachstum als wichtiges Kriterium

Der PSA-Wert zählt zu den wichtigsten Faktoren für die Diagnostik von Prostatakrebs. Jedoch berücksichtigen Mediziner in erster Linie das PSA-Wachstum.

Unabhängig vom Alter bedeutet das Wachsen des PSA für den Patienten, dass sein Tumor sich vergrößert. Durch mindestens zwei PSA-Tests, die kurz nacheinander folgen, stellt der Arzt das Wachstum oder die Stagnation des PSA fest.

Die Verdopplungszeit des PSA dient als ungefähres Mittel, die Wahrscheinlichkeit für ein Karzinom zu bestimmen. Bei mehr als sechs Jahren liegt vermutlich kein Prostatakarzinom vor. Dauert die Verdopplung des PSA weniger als sechs Jahre, besteht Verdacht auf ein Karzinom. Wächst der PSA-Wert nicht oder bleibt er konstant, gibt es für den Patienten Anlass zur Freude.

 

Erhöhter PSA-Wert ohne Krebs

Neben Krebs verursachen verschiedene Dinge, dass sich der PSA-Wert erhöht. Bei einer Prostata-Massage steigt das PSA um das Dreifache, was drei bis vier Tage andauert. Radfahren erhöht den Wert um das 1,5-fache. Der Zustand dauert ein bis zwei Tage an. Eine Ejakulation steigert das PSA um das Zweifache, was ein bis zwei Tage anhält.

Nach einer Prostatabiopsie erhöht sich der PSA-Wert auf das bis zu 50-Fache. Das dauert vier Tage bis vier Wochen an. Durch einen Katheter steigt das PSA um das Vierfache, was fünf bis sieben Tage anhält. Eine Darmspiegelung verursacht eine Steigerung um das Dreifache. Das dauert drei bis fünf Tage an. Medikamente wie Dutasterid und Finasterid verringern den PSA-Wert bis auf die Hälfte.

Der PSA-Wert bestimmt das spezifische Eiweiß in der Prostata. Bei einem erhöhten Wert handelt es sich unter Umständen um Prostatakrebs.

veröffentlicht von Redaktion: Anna Nilsson

Verweise:

http://prostatakrebs-tipps.de/psa-diagnose/

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Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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