Bilirubin

Bilirubin – der gelbe Farbstoff der Galle

Bilirubin liegt als abgebautes Produkt aus dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin vor. Seine Farbe variiert zwischen gelb und gelb-braun, wobei es zu 90 Prozent als Serum existiert. Dabei nennt es sich albumin-gebundenes, primäres Bilirubin.

Bilirubin

 

Die Entstehung des Bilirubins

Vorwiegend kommt das Abbauprodukt im Häm-Teil des roten Blutfarbstoffs vor. Es fungiert als Farbstoff der Galle und liegt bei Tieren und Pflanzen gleichermaßen vor. Allgemein bezeichnen Experten das Bilirubin als Pigment. Das Produkt entsteht bei der Freisetzung des Hämoglobins. Dieses setzt sich frei beim Zersetzen älterer Erythrozyten. Auf diese Weise bilden sich am Tag 300 Milligramm Bilirubin im Körper des Menschen. Den Prozess in Leber und Milz leiten die Makrophagen ein.

Durch die Hämoxygenase bildet sich ein Zwischensekret namens Biliverdin. Nach der Biliverdin-Reduktase entsteht das Bilirubin. Dieses bindet sich im Blutplasma an das Albumin, ein Bluteiweiß. Dies geschieht, um den Transport der Substanz zu gewährleisten. Nimmt die Leberzelle den Stoff auf, koppelt er an die Glucuronsäure an, sodass sich konjugiertes Bilirubin entwickelt. In dieser Form scheidet es die Galle in den Darm aus. Den Hauptteil des Gallenfarbstoffs verliert der Körper durch den Stuhl. 20 Prozent nimmt er erneut auf. Diesen Anteil scheiden später die Nieren aus. Der gelbe Gallenfarbstoff gibt dem Urin seine typische Färbung.

 

Die exakte Einteilung des Farbstoffs der Galle

Das Bilirubin unterteilt sich durch die unterschiedlichen Stoffwechsel-Wege. Dabei entstehen zwei Formen. Sie nennen sich indirektes und direktes Bilirubin. Das indirekte Produkt, auch primärer Gallenfarbstoff genannt, bindet sich an körpereigene Eiweiße. Dagegen existiert das direkte, sekundäre Sekret allein. Die Messwerte in einem Labor beziehen sich ausschließlich auf das direkte Sekret oder den Gesamtwert des Stoffs. Die Zersetzung der Proben erfolgt durch Licht. Daher erhält der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung oberste Priorität.

 

Die Normalwerte des Sekrets

Testen Ärzte die Konzentration des Gallenfarbstoffs, erfolgt dies in der Regel am Morgen. Dies liegt an der Veränderung der Produktmenge im Tagesverlauf. Das Bilirubin beträgt als Gesamtwert Erwachsener im Serum 1,2 Milligramm je Deziliter. Der indirekte Farbstoff misst weniger als einen Milligramm. Unter 0,2 Milligramm pro Deziliter liegt der Wert des direkten Sekrets.

Die Werte im Blutbild verändern sich mit zunehmenden Alter. Unter Umständen zeigen sich bei Säuglingen über einen kurzen Zeitraum erhöhte Werte im Blutplasma. Der Zustand leitet die Neugeborenen-Gelbsucht ein. Diese behandeln Experten mit einer Licht-Therapie.

 

Krankheiten, die mit dem Gallenfarbstoff in Zusammenhang stehen

Liegt direktes oder indirektes Bilirubin in großer Menge im Blut vor, erfolgt eine Ablagerung in den Augen und in der Haut. Durch deren charakteristische Verfärbung erhält die Gelbsucht ihren Namen. Als Ursachen der Krankheit gelten Hepatitis-Viren oder Gallensteine. Eine starke Erhöhung – die Hyperbilirubinämie – führt zu einer Verdopplung des Normalwerts. Zuerst zeigt sich die weiße Augenhaut betroffen, ehe sich bei einer ausgeprägten Krankheit sämtliche Organe und Gewebe verfärben.

Um den genauen Auslöser zu bestimmen, misst der Arzt die Werte des Gallenfarbstoffs. Weitere Krankheiten, die in diesem Zusammenhang auftreten, zeigen sich in Form von

  • dem Gilbert-Syndrom,
  • dem Rotor-Syndrom,
  • dem Crigler-Najjar-Syndrom
  • sowie einem Mangel an Vitamin B12.

Das Rotor-Syndrom tritt als erbliche Störung auf. Diese beeinflusst vorwiegend den Bilirubin betreffenden Stoffwechsel. Auf eine Erkrankung weisen ausschließlich steigende Werte des Gallenfarbstoffs hin. Eine niedrige Konzentration des Serums wirkt auf den Körper nicht schädigend.

 

Der Anstieg der Gallenfarbstoff-Konzentration

Bei verschiedenen Krankheiten zeigt sich eine Über-Konzentration des Abbauprodukts im Blut. Nach einer Blutentnahme kontrollieren Ärzte die Blutwerte Betroffener. Baut der Organismus zu viele Blutkörperchen ab, kommt es zu einer Erhöhung des indirekten Gallenfarbstoffs. Dies liegt an der fehlenden Verarbeitung durch die Leber. Das primäre Bilirubin steigt durch Anämien, Erkrankungen der Gefäße und Vergiftungen durch Arzneien.

Betrifft die Störung den sekundären Gallenfarbstoff, sprechen Experten von einer posthepatischen Erkrankung. Diese entsteht hinter der Leber. Auf einen Stau in den Gallenwegen deutet das direkte Bilirubin hin. Liegt dieses in großen Mengen vor, weist es auf Gallensteine oder Tumore hin, die die Gallenwege verengen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit einer Erhöhung beider Werte. Dieses Phänomen entsteht bei einer hepatischen Störung, einem Leberschaden. Probleme behindern die Umwandlung des indirekten in den direkten Gallenfarbstoff durch die Leberzellen. Mögliche Krankheiten bestehen in einer Hepatitis oder einer Leberzirrhose. Symptome stellen ein heller Stuhlgang sowie ein bräunlich verfärbter Harn dar.

Das Bilirubin entsteht als Abbauprodukt und fungiert als Farbstoff der Galle. Als indirektes Sekret gelangt es mit körpereigenen Eiweißen in die Leber. Dort wandelt es sich in die direkte Substanz um, bevor der Körper es über Stuhl oder Urin ausscheidet.

 

redaktionelle Bearbeitung: Anna Nilsson

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