HDL-Cholesterin-Wert – Normalwerte und Abweichungen

Was sagen die HDL-Cholesterin-Werte aus?

 

Die HDL-Cholesterin-Werte und ihre Bedeutung

Der Begriff HDL-Cholesterin steht für spezielle Fette, die sich in der Fachsprache Lipide nennen. Um diese in bestimmte Bereiche des Organismus zu transportieren, verbinden sich die Fette mit Eiweißen. Mediziner bezeichnen diese als Proteine. Eine Verbindung aus Eiweißen und Lipiden heißen Lipoproteine. Zu den kleinsten Proteinen dieser Art gehört das HDL-Cholesterin. In ihm befindet sich 25 Prozent des gesamten Cholesterinanteils des Körpers.

Laborwert

Blutwerte © Christian Schwier – Fotolia.com

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Die Lipoproteine entnehmen das überschüssige Cholesterin aus den Körperzellen. Auf die Weise bewahren sie die Patienten vor verschiedenen Erkrankungen. Zeigt sich das HDL-Cholesterin zu hoch, diagnostizieren die Mediziner bei den Betroffenen beispielsweise die Arteriosklerose. Die Bestimmung des Wertes erhält Bedeutung, um das Risiko für einen Herzinfarkt zu untersuchen.

 

Informationen über das HDL-Cholesterin zusammengefasst

Ist das HDL-Cholesterin zu hoch, befindet sich übermäßig viel Fett im Bindegewebe. Bei dem besonderen Lipoprotein handelt es sich um den kleinsten Vertreter dieser Art. Ebenso wie Fett ist das HDL-Cholesterin nicht wasserlöslich. Im Regelfall binden die Lipoproteine das Cholesterin aus den Körperzellen. Dadurch sammeln sich in ihnen bis zu einem Viertel des Gesamtcholesterins aus dem Organismus.

Im Zuge einer fettsenkenden Therapie erhält die Messung des HDL-Cholesterin einen hohen Stellenwert. Der erhöhte Wert deutet auf eine Verkalkung der Gefäße hin. Zu den daraus resultierenden Erkrankungen gehört die Arteriosklerose. Bei der Krankheit lagert sich das Fett an der Gefäßwand ab. Das Blut fließt nicht länger ungehindert hindurch, sodass ein Infarkt droht.

Wann ist das HDL-Cholesterin zu hoch?

Die HDL-Cholesterin-Werte geben Auskunft über den Gesundheitszustand der Untersuchten. Den therapeutischen Wert des HDL-Cholesterins beschreibt N Forti in seiner Studie „High-density lipoproteins: metabolic, clinical, epidemiological and therapeutic intervention aspects. An update for clinicians“. Die Bestimmung der HDL-Cholesterin-Werte findet statt, um das Risiko für eine Arteriosklerose in Erfahrung zu bringen. Auf die Weise kontrollieren die Mediziner bei den Betroffenen die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden. Hierbei kommt es zu einer Gefäßverengung im Bereich des Herzmuskels. Im schlimmsten Fall führt die gesundheitliche Komplikation zum Tod des Patienten.

Des Weiteren besteht durch das Messen der HDL-Cholesterin-Werte die Option, eine fettsenkende Therapie zu überwachen. Erweist sich das HDL-Cholesterin als zu hoch, bringt die Behandlung nicht den gewünschten Erfolg. Um den Cholesterinspiegel zu senken, verschreiben die Ärzte fettsenkende Medikamente oder eine Änderung der Lebensweise. Letzteres ermöglicht beispielsweise eine Diät.

 

Wie erfolgt die Bestimmung der HDL-Cholesterin-Werte?

Die HDL-Cholesterin-Werte bestimmen die Mediziner aus dem Blutserum oder dem Blutplasma. Zwölf Stunden vor der Blutentnahme verzichten die Patienten auf den Konsum von Speisen, Kaffee und Milchprodukten. Eine körperliche Anstrengung vor dem Entnehmen des Blutes verfälscht die Werte. Aus dem Grund vermeiden die Untersuchten vor dem Eingriff Sport. Drei bis vier Tage vor der Blutentnahme bewährt es sich für die Betroffenen, auf den Genuss von Alkohol zu verzichten. Die Bewertung der HDL-Cholesterin-Werte unterteilt sich in drei Rubriken:

  • niedrig,
  • akzeptabel
  • und hoch.

Geringe HDL-Cholesterin-Werte liegen bei einer Menge von 40 Milligramm pro Deziliter Blut vor. Im Normbereich befinden sich die Werte, sofern sie zwischen 40 und 60 Milligramm je Deziliter Blut liegen. Ein HDL-Cholesterin-Spiegel oberhalb des Normwerts deutet auf eine Erkrankung hin.

 

Lipoproteine schützen vor einer Gefäßverkalkung

Liegen die HDL-Cholesterin-Werte im oberen Bereich des Normwerts, profitieren die Patienten von einem zuverlässigen Schutz vor der Arteriosklerose. Zudem schützt dieses Lipoprotein vor den aus der Gefäßverkalkung resultierenden Folgeerkrankungen. Aus dem Grund gilt das HDL-Cholesterin als „gutes“ Cholesterin. Die Abkürzung HDL steht für High-density Lipoprotein. Das heißt, dieses Protein weist eine hohe Dichte auf. Des Weiteren erhält das HDL-Cholesterin einen hohen Stellenwert innerhalb des Cholesterinstoffwechsels. Das belegt die Publikation „Drug Discovery Today: Disease Mechanisms“. Sie stammt von dem Forscher Eckardstein.

Das Cholesterin befindet sich in den Zellmembranen aller Zellen und nimmt eine bedeutende Rolle im menschlichen Körper ein. Jedoch führt ein hoher Cholesterinwert zu gesundheitlichen Schwierigkeiten. Das HDL-Cholesterin entnimmt das überschüssige Cholesterin aus dem peripheren Gewebe. Dieses transportiert es zurück in die Leber. Hier findet seine Umwandlung in Gallensäure statt. Der Organismus scheidet das Cholesterin über die Gallenflüssigkeit aus. Das Phänomen nennt sich in der Medizin reverser Cholesterintransport.

 

Wie entsteht das HDL-Cholesterin?

In den Darmepithelien der Leber bilden sich die fettfreien Vorläufermoleküle. Zu ihnen gehört das Apolipoprotein A1. Verbindet sich dieses mit Phospholipiden aus den Schaumzellen, kommt es zur Produktion der HDL-Vorläuferzellen. Das Enzym LCAT sorgt für die Verdichtung dieser Zellen. Bestimmte Erkrankungen führen zu einer fehlerhaften Fertigung der HDL-Cholesterin. Zu den gesundheitlichen Komplikationen gehört beispielsweise die Tangier-Krankheit. Bei einer geringen HDL-Cholesterin-Bildung reichert sich das Cholesterin im Gewebe an. Dadurch kommt es zur Verkalkung der Gefäße.

Der gestörte Blutfluss führt zu einer beginnenden Arteriosklerose. Bei einem vollständigen Verschluss der Gefäße droht ein Infarkt. Die Verdickungen an den Gefäßwänden gehen mit einer verringerten Elastizität einher. Dadurch leiden die Betroffenen an einer Verengung des Gefäßvolumens.

 

Die medizinische Bedeutung des HDL-Cholesterins

Als wichtiges Transportmolekül erhält das HDL-Cholesterin Bedeutung. Durch dieses Lipoprotein kommt es zur Förderung des Abtransports von Cholesterin. Dadurch verbessert sich die Funktion der Endothelzellen, die sich in den Wänden der Blutgefäße befinden. Das HDL-Cholesterin nimmt im gleichen Fall eine antiapoptotische Wirkung ein. In manchen Fällen besteht die Möglichkeit, den HDL-Cholesterin-Spiegel mithilfe von Medikamenten zu erhöhen. Dadurch senken die Patienten das Risiko, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu erleiden. Vorrangig Nikotinsäurepräparate besitzen einen positiven Einfluss auf den Anstieg des HDL-Cholesterin.

 

Welche Faktoren nehmen auf das HDL-Cholesterin Einfluss?

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Für einen niedrigen HDL-Cholesterin-Wert sorgt die Vererbung. Ebenso führen Erkrankungen und ein ungesunder Lebensstil zu einem geringen HDL-Cholesterin. Vorrangig Patienten mit Übergewicht leiden an einer niedrigen Konzentration dieses Lipoproteins. Weitere Einflussfaktoren stellen das Rauchen und der Genuss von Alkohol dar. Um das HDL-Cholesterin zu erhöhen, erweisen sich gesunde Lebensstilfaktoren als vorteilhaft. Beispielsweise achten die Betroffenen auf einen moderaten Alkoholkonsum.

Ebenso wie ein niedriger Spiegel des HDL-Cholesterins weist ein stetig erhöhter Wert auf die zunehmende Verkalkung der Gefäße hin. Der Grund besteht darin, dass das Gesamtcholesterin im Laufe des Lebens zunimmt. Das HDL-Cholesterin macht 25 Prozent des Gesamtwertes aus. Liegt es über dem Normwert, bedeutet dies, dass die Patienten an einem Cholesterinüberschuss leiden.

 

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Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinautorin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild"


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