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Aufgaben, Funktionen und Herstellung

Zentrifugiert man das Blut eines Patienten ab, erhält man zwei Phasen: unten die zellulären Bestandteile, die durch die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) rot erscheinen. Darüber ensteht eine gelblich-klare Flüssigkeit, das Blutplasma.

Die Blutgerinnung findet auch noch im Blutplasma statt. Entzieht man dem Blutplasma die Gerinnungsfaktoren dann verklumpen die Blutkörperchen, die sich am Boden des Röhrchens als absetzen und man erhält das Blutserum.

Blutserum

Definition: Von Blutserum spricht man wenn dem Blutplasma die Gerinnungsfaktoren entzogen worden sind. Bilirubin färbt das Serum gelblich ein.

Blutuntersuchungen

Zu den verschiedenen Blutuntersuchungen wird im Labor aus VollblutBlutplasma Blutserum hergestellt.

Bestandteile des Blutserum

Blutserum enthält zu 91 % Wasser und zu 7 % Proteine. 

und die verschiedenen Globuline wie:

  • 3 % α1-Globuline ( für den Lipidtransport)
  • 7 % α2-Globuline ( für den Eisentransport, Kupfertransport)
  • 9 % β-Globuline ( für den Eisentransport, Lipidtransport)
  • 17 % γ-Globuline ( für die Immunabwehr)

Die restlichen 2 % machen Elektrolyte, Nährstoffe, Abfallstoffe (wie zum Beispiel Harnstoff) und Hormone aus.

Was im Serum weiter enthalten ist, ist eine Mischung aus den verschiedensten Substanzen. Viele davon lassen sich im Blutbild bestimmen und geben dem Arzt wertvolle Hinweise auf möglicherweise vorliegende Erkrankungen.

Blutplasma

91% Wasser

Klingt trivial, macht aber über 90 Prozent des Blutserums aus und ist ungemein wichtig für alle Transportvorgänge. Wie wichtig merkt man, wenn ein Patient nicht genug Flüssigkeit zu sich nimmt und dehydriert, sei es in der Wüste oder im Altenheim.

Dann steigt nicht nur die Thromboseneigung, man leidet zudem an Verwirrungszuständen bis hin zu Krampfanfällen.

62% Eiweiße

Nochmal acht Prozent am Blutserum. Das wichtigste Bluteiweiß ist das Albumin, das den kolloidosmotischen Druck des Blutes kontrolliert und mit dem das Blut viele eigentlich wasserunlösliche Substanzen transportieren kann. Hinzu kommen alpha- und beta-Globuline, die Cholesterine transportieren, und gamma-Globuline, zu denen die Immunglobuline der Immunabwehr gehören. In geringen Mengen sind weitere Proteine zu finden, die man als Blutwerte bestimmen kann, etwa als Leberwerte, Nierenwerte oder Entzündungswerte.

Elektrolyte

Natrium, Kalium, Chlorid, Magnesium, Phosphat und Calcium sind die wichtigsten Ionen des Blutes. Hinzu kommt Kohlensäure, die als Karbonatpuffer den pH-Wert des Blutes in engen Grenzen konstant bei 7,4 hält.

Nährstoffe

Dabei handelt es sich um Fette und Kohlenhydrate, allen voran die Glukose, die beim Diabetes erhöht erscheint.

Abfallstoffe

Hierzu zählt alles, was der Körper über Leber und Niere entgiftet und ausscheidet. Das sind insbesondere Harnstoff aus dem Eiweißstoffwechsel, Harnsäure aus dem Nukleinsäurestoffwechsel oder Bilirubin und seine Abkömmlinge aus dem Abbau des roten Blutfarbstoffes.

Gase

Die beiden wichtigen Blutgase sind Sauerstoff und Kohlendioxid. Je nachdem wie hoch derern Partialdruck im Blut ist, verfärbt es sich kirschrot wie bei sauerstoffreichen arteriellen Blut oder leicht bläulich wie bei sauerstoffarmem venösem Blut.

weitere Stoffe

Hormone, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe bilden den verschwindend geringen, aber im Stoffwechsel hochaktiven Rest des Blutserums.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2018: G. Herold Verlag. ISBN-10: 3981466063.
  • Klaus Dörner: Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie. 8. Auflage. Stuttgart 2018: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131297182.
  • Serum oder Plasma, Definitionen mehr↑
  • Labor Enders, Parameter aus Blut, Serum, Plasma und Co mehr↑
Hinweis für die Leser

Diese Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.