Nierenwerte im Blutbild und Urin

Ursachen und Symptome: Wenn die Nierenwerte zu hoch oder niedrig sind:

Die Nierenwerte misst ein Mediziner, um die Nierenfunktion zu überwachen. Entsprechende Daten erhält er aus dem Blut und dem Urin eines Menschen. Bei eintretenden Krankheiten verändert sich die Eiweiß-Konzentration in beiden Flüssigkeiten.

Die Nierenwerte überprüfen Mediziner bei einer Verlaufskontrolle von Nierenerkrankungen. Bereits beim Verdacht auf eine Störung erfolgt eine eingehende Untersuchung. Krankheiten, die sich auf die Nieren auswirken, bestehen in Diabetes oder Bluthochdruck. Dabei wählen Ärzte ihre Proben aufgrund der Krankheitsgeschichte, Anamnese, des Patienten. Abhängig von der Art der Funktionsstörung eignen sich Harn oder Blut für genauere Messwerte.

Nierenwerte

 

Nierenfunktionen durch Blutwerte überprüfen:

Die Nierenwerte bestehen als im Blutplasma aufgelöste Stoffwechselprodukte. Abhängig von der Funktionsweise der Nieren verändern sich diese. Große Relevanz erhalten die Gruppen Kreatinin und der Harnstoff. Vorwiegend untersuchen Ärzte diese Stoffe für eine erste Nierendiagnostik. Innerhalb der Basisuntersuchung kommt es zur Überprüfung weiterer Nierenwerte. Im Blut werten Mediziner folgende Stoffe aus:

  • Kreatininwert-Clearance,
  • Elektrolyte (meist Kalium, Kalzium, Natrium und Chlorid),
  • Harnsäure,
  • Blutgase,
  • Phosphate
  • sowie Proteine in Form von Eiweißen.

Die im Urin befindlichen Nierenwerte gliedern sich in die Proteine im 24-Stunden-Urin und einem Urinteststreifen. Hier steht das Urinsediment im Vordergrund. Speziell bei Diabetikern achten Ärzte auf das Urin-Albumin. Entsteht durch die gemessenen Werte kein eindeutiges Blutbild, untersuchen Mediziner weitere Rubriken. Dazu gehören der Glukose-Anteil im Körper und die gegen Bakterien und Viren schützenden Antikörper. Ebenfalls bestimmt er die Nierenwerte mithilfe von Auto-Antikörpern und den Hormonen im Blutserum.

Besondere Stoffe in der Niere

Bei einer besonderen Krankheit, Glomerulonephritiden genannt, erfolgt eine Bestimmung der Nierenkörperchen. Diese als Filterkörperchen bezeichneten Partikel stellen eine Sonderform der Nierenwerte dar. Durch ihre Funktion reinigen sie das Organ und eliminieren Schadstoffe. Erhöht sich ihr Wert drastisch, weist dies auf einen Nierenschaden hin. Ursachen hierfür zeigen sich in Form von Infektionen oder einer Autoimmun-Erkrankung. In diesem Fall spielen diverse Antikörper eine tragende Rolle. Vorwiegend konzentrieren sich Messungen auf die Streptokokken-Antikörper und die Auto-Antikörper. Diese schließen die ANCA, die Anti-Neutrophilen-Zytoplasma-Antikörper, ein.

Als relevanter Parameter präsentiert sich das Cystatin C. Es fungiert als wichtiger Faktor beim Bestimmen der Nierentätigkeit. Dabei orientiert sich seine Konzentration im Blut an der Funktionalität des Organs. Das Cystatin C messen Ärzte an der glomerulären Filtrationsrate. Bei kleinsten Schäden steigt dieser Wert an und gilt daher als enorm empfindlich. Vorwiegend kommt er in Zellen des Körpers vor, die einen Zellkern enthalten. Diese Tubuluszellen baut die Niere im Normalfall ab. Befindet sich Cystatin C als einer der Nierenwerte im Urin, deutet dies auf eine Funktionsstörung im Körper hin.

 

Die Normalwerte der Niere

Arbeitet die Niere normal, entstehen Referenzwerte. Die normalen Nierenwerte dienen als Orientierungshilfe im Krankheitsfall für Mediziner. Im Bezug auf Harnstoff liegen diese Werte bei Erwachsenen bei zehn Milligramm pro Deziliter. Abhängig von der Ernährung des Patienten variiert der Wert. Der Kreatinin-Spiegel bei Männern beträgt im Normalfall 1,1 Milligramm je Deziliter. Bei Frauen erscheint er mit 0,8 Milligramm deutlich niedriger.

Ebenfalls fungiert das Kreatinin-Clearance als einer der Nierenwerte. Dieser hängt vom Alter und vom Geschlecht der Betroffenen ab. Junge Männer weisen einen höheren Wert als ihre älteren Geschlechtsgenossen auf. Ab einem Alter von 75 Jahren sinkt das Kreatinin-Clearance im männlichen Organismus stark. Ähnlich verhält es sich im weiblichen Körper. Während junge Frauen eine hohe Kreatinin-Clearance-Konzentration im Blut besitzen, verfügen Frauen mittleren Alters über einen halbierten Wert. Auch hier sinkt die Konzentration im hohen Alter deutlich.

 

 

Nierenwerte zu hoch – Erhöhte Nierenwerte – Ursachen, Symptome und Therapie

Sind die Nierenwerte zu hoch, deutet dies auf eine Funktionsstörung des Organs hin. Ein Arzt ermittelt die jeweiligen Ursachen und wendet eine angemessene Form der Therapie an.

Der Kreatinin-Wert gilt als aufschlussreichstes Element der Nierenwerte und gibt Auskunft über die Funktionsweise der Niere. Der Mensch nimmt Kreatin mit fleischhaltiger Nahrung auf. Es dient in den Muskeln als Energiespeicher. Im Anschluss scheiden die Nieren dessen Abbauprodukt, das Kreatinin, mithilfe des Urins aus dem Körper aus. Liegt eine Erkrankung oder Funktionsstörung vor, gelingt dies nur in begrenztem Maße. Als Folge steigt der Kreatinin-Wert im Blut an und verursacht verschiedene Symptome.

Der Körper eines gesunden Menschen scheidet pro Tag etwa ein Gramm Kreatinin aus. Der genaue Wert variiert je nach Geschlecht, Größe und Körperbau der Person. Bei einer beeinträchtigten Filtrationsleistung der Niere sinkt die Menge des ausgeschiedenen Kreatinins. Infolge dessen steigt die Konzentration des Abbauproduktes im Blut an. Ein Arzt erkennt dies, wenn die Nierenwerte zu hoch sind.

Sind die Nierenwerte zu hoch, deutet dies auf eine Funktionsstörung der Niere hin. Darüber hinaus gelten weitere Faktoren als Ursache für die Veränderung. Um die Funktionsfähigkeit des Organs zu überprüfen, ermittelt der behandelnde Arzt weitere Werte. Hierzu gehören der Harnstoff sowie die Elektrolyte. Darüber hinaus untersucht der Arzt den Patienten und stellt die Art und den Schweregrad der Erkrankung fest. Nach der Diagnose entscheidet er sich für eine angemessene Therapie.

 

Ursachen der erhöhten Nierenwerte

Die erhöhten Nierenwerte sind auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Dazu gehören folgende Faktoren:

  • Durchfall,
  • übermäßiger Fleischkonsum,
  • Erbrechen,
  • Flüssigkeitsmangel,
  • schwere Arbeit,
  • Medikamente,
  • Muskel-Erkrankungen,
  • Funktionsstörung der Niere.

Letztere gehört zu den schwerwiegendsten Ursachen der erhöhten Nierenwerte. In diesem Fall gilt es, schnellstmöglich eine medizinische Behandlung einzuleiten.

Eine Beeinträchtigung der Niere bedingt bei den Betroffenen eine Ausscheidungs-Störung. Demzufolge reichert sich das Kreatinin im Blut an. Im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung fallen schließlich die erhöhten Nierenwerte auf. Allerdings geben die Blutwerte keinen Aufschluss über den Schweregrad der Erkrankung. Um dies zu ermitteln, sind weitere Tests notwendig.

 

Akutes und chronisches Nierenversagen als Ursachen

Sind die Nierenwerte zu hoch, deutet dies auf ein akutes Nierenversagen hin. Dabei liegt eine verminderte Durchblutung des Organs vor, die eine Kreatinin-Ausscheidung verhindert. Verbrennungen, Medikamente sowie ein Schock und eine Blutvergiftung gelten als Gründe für akutes Nierenversagen.

Ebenso bedingt eine chronische Funktionsstörung des Organs erhöhte Nierenwerte. Ursachen hierfür sind eine Diabetes-Erkrankung, Bluthochdruck, die Einnahme von Schmerzmitteln sowie eine Nierenbecken-Entzündung. Je nach der Art der Krankheit variiert die Form, Dauer und Intensität der Behandlung.

 

Anzeichen für erhöhte Nierenwerte

Erhöhte Nierenwerte äußern sich unter anderem in folgenden Symptomen:

  • Müdigkeit,
  • Bluthochdruck,
  • Gewichtsverlust,
  • Appetitlosigkeit,
  • körperliche Schwäche,

Tritt eines oder mehrere der genannten Symptome auf, gilt es, einen Arzt aufzusuchen. Im Rahmen einer Blut-Untersuchung gelingt es, die Nierenstörung zu diagnostizieren.

 

Therapie einer Funktionsstörung der Niere

Sind die Nierenwerte zu hoch, erfordert dies eine angemessene Therapie. Diese richtet sich nach der Grund-Erkrankung. Eine Funktionsstörung der Nieren erfordert eine rasche Ernährungs-Umstellung. Wichtig ist, die Aufnahme von Eiweiß einzugrenzen. Damit produziert der menschliche Körper weniger Kreatinin und entlastet auf diese Weise die Nieren. Die Betroffenen achten im Gegenzug auf eine ausgewogene Ernährung.

Bei einer Funktionsstörung der Nieren sind regelmäßige ärztliche Begutachtungen unerlässlich. Der behandelnde Mediziner überwacht die Therapie mithilfe mehrerer Blut-Untersuchungen. Sofern keine Besserung eintritt, ergänzt er die Therapie mit diversen Medikamenten.

Ein gesteigerter Kreatinin-Wert weist auf eine eingeschränkte Nierentätigkeit hin. Daher deutet er auf eine akute oder chronische Schwäche des Organs. Diesen Zustand bezeichnen Experten als Niereninsuffizienz. Erhöht sich das Kreatinin-Clearance im Organismus, begründet sich dies durch den Eintritt einer Diabetes mellitus. Des Weiteren wirkt eine starke Konzentration des Proteins Albumin im Harn als Indikator einer Krankheit. Gestiegene Nierenwerte in der Schwangerschaft gelten dagegen als normal.

Kreatinin ist das Abbauprodukt des Kreatins. Seine Ausscheidung erfolgt über die Nieren mithilfe des Urins. Sind die Nierenwerte zu hoch, deutet dies auf eine Funktionsstörung des Organs oder sonstige Erkrankungen hin.

 

Die niedrigen Werte der Niere

Sinkende Nierenwerte deuten nicht ausschließlich auf eine Erkrankung. Speziell ältere Menschen sowie Personen mit einer geringen Muskelmasse besitzen einen niedrigen Kreatinin-Spiegel im Blut. Ebenso verhält es sich mit Patienten mit Untergewicht. Ebenso wie erhöhte Nierenwerte in der Schwangerschaft, gilt deren Erniedrigung als ungefährlich. Der gestiegene Kreatinin-Wert besteht bei einer Nierenschwäche. Aus dieser Krankheit resultiert im gleichen Fall ein niedriger Kreatinin-Clearance-Wert.

Die Nierenwerte messen Ärzte abhängig von der Krankheit im Blut oder im Harn. Eine Erhöhung deutet auf eine eingeschränkte Funktionsweise des Organs hin. Zu den relevantesten Werten gehören das Kreatinin, das Kreatinin-Clearance und der Harnstoff.

veröffentlicht von Redaktion: Anna Nilsson

Verweise: http://www.medproduction.de/cms/website.php?id=index/laborwerte-lexikon/nierenwerte.htm

© freshidea – Fotolia.com

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


Bewerten Sie jetzt den Artikel:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (37 rating, 9 votes)

Redaktions Tipp: