Kupfer im Körper – Was hat ein erhöhter Kupfer-Blutwert zu bedeuten?

Wenn der Kupfer-Blutwert bei einer Laboruntersuchung zu hoch ausfällt, liegt das meistens an der Einnahme der Pille, einer Schwangerschaft oder Diabetes. Allerdings können auch Leberschäden, Krebserkrankungen und chronische Infektionen dahinterstecken. Wir informieren Sie darüber, welche Bedeutung das Metall für den menschlichen Körper hat und wie es kommt, dass der Kupfer-Blutwert zu hoch ausfällt.

Erkennt Ihr Arzt bei einer Blutuntersuchung einen erhöhten Kupfer-Blutwert, leiden Sie als Beispiel unter einer akuten Entzündung.

Bei einer stark überhöhten Konzentration des Spurenelements sprechen die Mediziner von einer „Kupfervergiftung“.

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Worüber gibt der Kupferwert im Blut Auskunft?

Das Spurenelement Kupfer benötigt Ihr Organismus für den Zellstoffwechsel. Zusätzlich ermöglicht es die Eisenaufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt. Diagnostiziert Ihr Hausarzt bei einer Blutuntersuchung einen niedrigen oder erhöhten Kupfer-Blutwert, folgt eine Ursachenuntersuchung.

Kupfer Blutwert Normwerte

Kupfer Wert
µmol/l
11,6-19,2
12,4-20,6

 

Das Element nehmen Sie aus dem Dünndarm auf. Hier verwertet der Körper das Spurenelement aus Nahrungsmitteln wie:
• Fleisch,
• Nüssen,
• Bohnen und
• Getreideprodukten.

Am Tag nehmen erwachsene Menschen vier Milligramm Kupfer über die Nahrung auf. Der Normwert im Organismus liegt zwischen 50 und 150 Milligramm. Sobald sich das Spurenelement im Körper befindet, bindet es sich an das Transporteiweiß Albumin und gelangt auf diesem Weg zur Leber. Anschließend verbindet es sich mit Coeruloplasmin, das es zu seinem Zielgewebe bringt.

Kupfer Blutwert Tabelle

Alter

Kupfer-Normwert in Mikrogramm je Deziliter

zehn bis 13 Jahre

80 bis 121

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14 bis 19 Jahre

64 bis 117

erwachsene Frauen

74 bis 122

erwachsene Männer

79 bis 131

 

Bei einem erhöhten Kupfer-Blutwert entsorgt der Organismus überschüssiges Kupfer. Die Ausscheidung erfolgt über die Galle und anschließend über den Darm. In geringen Mengen scheiden Sie das Element über die Nieren in Form von Harn aus.

 

 

Kupfer-Blutwert: Welche Aufgaben hat Kupfer im Organismus?

Kupfer ist ein Metall, das im Körper in Form seines zweiwertigen Kations Cu2+ vorkommt. Es zählt zu den Spurenelementen und ist nur in geringen Mengen anzutreffen.

Nach Eisen und Zink ist das Kupfer das dritthäufigste Spurenelement. Man schätzt den Kupfergehalt eines Menschen auf 70 bis 150 Milligramm, die vor allem in Muskulatur (40 %) und Knochen (20 %) sowie Leber (15 %) und Gehirn (10 %) anzutreffen sind.

Da wir es nicht selbst herstellen können, müssen wir es mit der Nahrung zu uns nehmen. Das geschieht im Dünndarm, wo das Kupfer an das Transportprotein Albumin des Serums gebunden und zur Leber transportiert wird. Dort findet die Umwandlung in die Speicher- und Transportform Coeruloplasmin statt.

Die Ausscheidung vor allem über die Galle und den Darm, in geringerer Menge (1 – 3 Prozent) mit dem Harn über die Nieren und bei stillenden Müttern über die Muttermilch.

Der Kupfer-Blutwert wird vor allem durch die Leber reguliert. Das geschieht über die Synthese von Coeruloplasmin. An dieses Kohlenhydrat-Eiweiß-Konjugat (Glykoprotein) ist der Hauptanteil des Kupfers gebunden. Es stellt über 95 Prozent vom Kupfer-Blutwert und fungiert als Enzym und Kupferspeicher. Enzymatisch ist es vor allem für die Oxidation von zweiwertigem Eisen (Fe2+) des Eisenspeichers Ferritins in dreiwertiges Eisen (Fe3+) verantwortlich (Funktion als Ferrooxidase).

In dieser Form kann das Eisen an seine Transportform Transferrin binden und mit dem Blut transportiert werden. Damit ist es unerlässlich für die Synthese des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin mit seinem Eisen im Häm-Anteil. Außer in der Leber wird Coeruloplasmin in geringen Mengen im Gehirn gebildet. Wichtig sind Kupferionen vor allem als Cofaktor zahlreicher Enzyme, die es für ihre katalytische Funktion benötigen:

  • Cytochrom-Oxidase überträgt in der Atmungskette Elektronen und ermöglicht so die Energiegewinnung in Form der Energiewährung Adenosintriphosphat (ATP).
  • Dopamin-β-Hydroxylase bildet das als Stresshormon und Neurotransmitter Noradrenalin aus Dopamin.
  • Superoxid-Dismutase macht freie Radikale unschädlich und schützt so die Zellmembranen und die Haut vor Schäden.
  • Tyrosinase bildet das Hautpigment Melanin aus seinen Vorstufen und ist für die Hautfarbe verantwortlich.

Andererseits wirkt Kupfer stark oxidierend und kann im Überschuss zur Bildung freier Radikale beitragen.

Kupfer-Blutwert zu hoch – Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Kupfer ist ein Spurenelement, das der Mensch mit der Nahrung zu sich nehmen muss. Die Aufnahme erfolgt über den Darm, eine Speicherung in Form von Coeruleoplasmin in der Leber. Überschüssiges Kupfer wird in der Galle über den Darm ausgeschieden.
  2. Das Kupfer ist wichtiger Bestandteil zahlreicher Enzyme und wird für die Energiegewinnung, Bildung von Botenstoffen und Beseitigung von freien Radikalen benötigt.
  3. Ist der Kupfer-Blutwert zu hoch, spricht man von einer Hypercuprämie, im Extremfall von einer Kupfervergiftung.
  4. Die Bestimmung des Kupfer-Blutwertes ist vor allem bei der Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson wichtig. Sie führt zu einer Ansammlung von Kupfer in der Leber bei gleichzeitiger Abnahme des Serumwertes.
  5. Ein erhöhter Kupfer-Blutwert tritt bei der Einnahme der Pille, Hormonersatztherapie und im letzten Drittel der Schwangerschaft auf. Sonstige Ursachen sind Erkrankungen von Leber und Niere sowie chronische Entzündungen und Infektionen.

 

Kupfer-Blutwert: Normwerte und Referenzbereich

Nur etwa sechs Prozent des Gesamtkupfers eines Menschen ist im Blutserum anzutreffen. Den Kupfer-Blutwert bestimmt der Arzt vor allem bei Verdacht auf Kupfermangel infolge Morbus Wilson (einer Kupfer-Speicherkrankheit), Menkes-Syndrom (einer gestörten Kupfer-Resorption im Dünndarm), Nierenschäden oder bei parenteraler Ernähung. Dass der Kupfer-Blutwert zu hoch ist, tritt vergleichsweise selten auf.

Ein zu hoher Kupfer-Blutwert führt ebenso zu Gesundheitsschäden wie ein zu geringer. Der Normbereich für den Kupfer-Blutwert liegt bei Frauen bei 11,6 bis 19,2 Mikromol pro Liter, bei Männern bei 12,4 bis 20,6 Mikromol pro Liter. Zu niedrige Werte bezeichnet man medizinisch als Hypocuprämie (von griechich ὑπό hypó unterhalb, lateinisch cuprum Kupfer, griechisch αἷμα haima Blut), einen zu hohen Kupfer-Blutwert als Hypercuprämie (von griechisch ὑπέρ hyper über).

Bei hochgradigen Erhöhungen im Kupfer-Blutwert spricht man auch von einer Kupfervergiftung.

Dieser Wert gibt die Menge an Gesamt-Kupfer wieder (Kupfer im Serum i.S.). Meistens wird bei Störungen des Kupfer- und Eisenstoffwechsels neben dem Gesamt-Kupfer-Blutwert das an Eiweiße gebundene Kupfer in Form von Coeruloplasmin im Serum bestimmt. Die Differenz bezeichnet man als freies Kupfer im Serum (etwa 5 Prozent vom Gesamt-Kupfer-Blutwert). Zink oder Mangan agieren als Gegenspieler des Kupfers. Zink vermindert die Aufnahme von Kupfer über den Darm. Daher ist oft der Zink-Blutwert erniedrigt, wenn der Kupfer-Blutwert zu hoch ist.

Bei Frauen ist der Kupfer-Blutwert oftmals eher erhöht als bei Männern, da die weiblichen Geschlechtshormone Progesteron und Östrogen für eine vermehrte Ausschwemmung von Zink sorgen. Im Gegenzug steigt der Kupfer-Blutwert an. In einigen Fällen ist die Untersuchung des Kupfer-Urinwertes hilfreich.

Diese erfolgt nicht im Spontanurin, sondern im 24 h-Sammelurin. Dort sollte die Gesamtmenge an Kupferionen zwischen 0,16 und 0,94 Mikromol liegen. Eine solche Bestimmung nimmt der Arzt vor allem bei der bereits angesprochenen Kupfer-Speichererkrankung Morbus Wilson vor, bei der dieser Urinwert deutlich erhöht ist.

Wann wird der Kupfer-Blutwert bestimmt?

Der Kupfer-Blutwert gehört nicht zu den Standard-Blutuntersuchungen im kleinen Blutbild. Wichtig ist die Bestimmung vor allem bei niedrigen Kupfer-Blutwerten wie durch die Ansammlung von Kupfer in der Leber bei Morbus Wilson. Bei dieser Erkrankung wird in der Leber eine große Menge Kupfer gespeichert, wogegen der Kupfer-Blutwert absinkt. Nur bei einem akuten Verlauf, der Wilson-Krise, gehen Leberzellen zugrunde und geben schlagartig große Mengen des angesammelten Kupfers an die Blutbahn ab.

Kupfer-Blutwert: Wie viel Kupfer sollte man am Tag zu sich nehmen?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt bei Jugendlichen und Erwachsenen einen Tagesbedarf von 1,0 – 1,5 Milligramm Kupfer an. Bei jüngeren Kindern liegen die Schätzwerte darunter, wie nachfolgender Tabelle zu entnehmen.

Altersstufe Alter empfohlene Tagesdosis Kupfer
Säuglinge 0 – 4 Monate 0,2 – 0,6 Milligramm
  4 – 12 Monate 0,6 – 0,7 Milligramm
Kinder 1 – 7 Jahre 0,5 – 1,0 Milligramm
  7 – 15 Jahre 1,0 – 1,5 Milligramm
Jugendliche ab 15 Jahre 1,0 – 1,5 Milligramm
Erwachsene ab 18 Jahre 1,0 – 1,5 Milligramm

 

Besonders reich an Kupfer sind Rinderleber (55 Milligramm pro Kilo), Kakaopulver (41 Milligramm pro Kilo) sowie Sonnenblumenkerne (28 Milligramm pro Kilo) und Cashewkerne (20 Milligramm pro Kilo). Viel davon ist außerdem in anderen Innereien, Meeresfrüchten, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Hagebutten zu finden.

Von dem in der Nahrung vorhandenen Kupfer wird nur ein kleiner Teil im Dünndarm resorbiert. Ist der Bedarf gedeckt, sinkt die Aufnahme. Einen Überschuss an Kupfer scheidet die Leber über die Galle und zu einem geringen Teil die Niere wieder aus.

Kupfer-Blutwert zu hoch: Welche Symptome treten auf?

Geringfügige Abweichungen im Kupfer-Blutwert vom Normbereich führen nicht zu Symptomen. Beschwerden bei zu niedrigen Blutwerten stammen vor allem aus dem gleichzeitig betroffenen Eisenstoffwechsel. Ein zu hoher Kupfer-Blutwert normalisiert sich üblicherweise schnell, wenn die dahintersteckende Krankheit überwunden ist. Das gilt auch für die blutwerterhöhende Schwangerschaft oder akute Entzündungen wie eine Lungenentzündung. Ist der Kupfer-Blutwert derartig zu hoch, dass es zu einer Kupfervergiftung kommt, führt das zu Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit von Leber und Nieren. Die Folgen sind

  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • kolikartigen Darmkrämpfen
  • Durchfall, meist wässrig-blutig
  • Gelbsucht (Ikterus)
  • Muskelzittern
  • Lähmungserscheinungen
  • vermehrter Harnabgang
  • Hautausschläge.

Im Blutbild sind die Blutwerte für die IgG-Immunglobuline erhöht (Hypergammaglobulinämie) und die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) vermehrt (Leukozytose).

Kupfer-Blutwert zu hoch: Welche Erkrankungen stecken dahinter?

An einer geringfügigen Hypercuprämie ist oft keine echte Erkrankung schuld. Sie tritt auch bei der Einwirkung von weiblichen Geschlechtshormonen auf, die den Kupferspiegel im Blut mit regulieren. Das geschieht über die vermehrte Ausscheidung des Gegenspielers Zink. Dazu gehören die Auswirkungen von Östrogen und Progesteron bei

  • einer Hormonersatztherapie (Östrogensubstitution bei Wechseljahresbeschwerden)
  • der Einnahme oraler Kontrazeptiva (Antibabypille)
  • im letzten Schwangerschaftstrimenon – hier sind Steigerungen im Kupfer-Blutwert bis zum Dreifachen des Normalwertes völlig normal.

Als äußere Umstände als Ursache dafür, dass der Kupfer-Blutwert zu hoch ist, kommen infrage

  • Exposition in Kupferbergwerken und kupferverarbeitenden Betrieben (Kupfergießerfieber)
  • Verwendung von Kupfertöpfen und -geschirr
  • chronische Kupfervergiftung durch die Kupferrohre der Wasserleitungen. Wenn der Kupfer-Blutwert dauerhaft erhöht erscheint und keine andere Ursache offensichtlich ist, sollte man den Kupfergehalt des Trinkwassers überprüfen lassen.
  • Kupferspiralen als Verhütungsmittel
  • Übermäßige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kupferanteil
  • Zink- oder Manganmangel – beide fungieren als Gegenspieler des Kupfers
  • Pestizide und Fungizide, die hohe Mengen an Kupfer enthalten.

Als Grund dafür, dass der Kupfer-Blutwert zu hoch ausfällt, kommen an Krankheiten infrage:

  • Wilson-Krise – wenn der Morbus Wilson einen akuten Verlauf nimmt und Leberzellen gehäuft zugrunde gehen, geben sie schlagartig große Mengen des angesammelten Kupfers ans Blut ab. Es kommt zu einem akuten Leberversagen mit typischen Anzeichen in den Laborwerten:
    • deutliche Erniedrigung der Blutwerte von
      • Cholinesterase
      • Albumin
      • alkalische Phosphatase
      • Coeruloplasmin
    • Erhöhung der Blutwerte von
      • Kupfer
      • Hämoglobin – infolge einer Auflösung roter Blutkörperchen (Hämolyse)
      • Bilirubin – als Folge der vermehrten Hämoglobinfreisetzung
    • Erhöhung der Urinwerte für
      • Kupfer.
  • Diabetes mellitus
  • nach Herzinfarkt
  • Leberschäden wie Leberzirrhose und Verschlussikterus – führen zu einer verminderten Abgabe von Kupfer mit der Galle
  • Hämochromatose – einem Überschuss an Eisen im Körper
  • Blutarmut (aplastische Anämien) – mit Verminderung der Bildung aller Blutzellen durch nicht funktionierendes Knochenmark
  • Krebserkrankungen
  • Nekrosen – größeren Gewebsuntergängen, etwa beim
    • „offenen Bein“ Ulcus cruris oder bei
    • Druckgeschwüren (Dekubitus)
  • akute und chronische Entzündungen
    • rheumatoide Arthritis
    • Lungenentzündung
    • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
    • Lupus erythematodes
  • akute und chronische Infektionen
  • Thyreotoxikose – einer Stoffwechselentgleisung infolge einer akuten Überversorgung mit Schilddrüsenhormonen
  • Medikamente (Carbamazepin, Phenobarbital).

 

Wann bestimmen Ärzte den Kupfer-Wert?

Besteht der Verdacht, auf einen überhöhten oder niedrigen Kupfer-Blutwert, nehmen die Mediziner eine Blutprobe vor. Die Bestimmung erfolgt ebenfalls bei Patienten, die einer künstlichen Ernährung bedürfen. Durch fehlende Nährstoffe kommt es bei ihnen oft zu einer Mangelerscheinung.

Um den Kupferspiegel zu messen, kontrolliert Ihr Hausarzt das Blutserum. In der Regel erfolgt die Angabe in Mikrogramm pro Deziliter oder Mikromol je Liter. Bis zum vierten Lebensmonat weisen Kinder einen Normwert von vier bis 46 Mikrogramm je Deziliter Plasma auf. Dieser erhöht sich bis zu einem Alter von einem halben Jahre auf 25 bis 110 Mikrogramm in einem Deziliter. Die Werte für Jugendliche und Erwachsene zeigt die folgende Tabelle:

Seltener kommt es zur Kupferbestimmung im Urin. Hierbei sammeln Sie den 24-Stunden-Urin und schicken ihn an ein Labor. Die normale Kupferkonzentration beträgt zwischen zehn und 60 Mikrogramm in einer Urinprobe.

 

Kupfer Blutwert zu niedrig

Wann entsteht ein niedriger Kupfer-Blutwert?

Liegt der Kupferwert unterhalb der Normgrenze, leiden Sie beispielsweise an der Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson. Weitere Ursachen bilden das nephrotische Syndrom oder eine Mangelernährung. Einige Patienten weisen eine angeborene Störung der Kupferaufnahme im Darm auf. Hierbei handelt es sich um die Krankheit Menkes-Syndrom.

Einen niedrigen Kupfer-Blutwert begleiten oft charakteristische Symptome. Zu ihnen gehören Magenkrämpfe und Durchfall. Zusätzlich treten Anzeichen einer Eisenmangelanämie auf. Durch ein Defizit an dem Spurenelement kommt es zu einer beeinträchtigten Eisenaufnahme im Darm.

 

Kupfer Blutwertzu hoch

Wann drohen erhöhte Kupfer-Blutwerte im Körper?

Stellt Ihr Arzt bei einer Blutuntersuchung eine überhöhte Konzentration des Spurenelements fest, kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Neben einer akuten Entzündung oder Lebererkrankungen zählen dazu:

• akuter Blutkrebs,
• spezifische Formen der Blutarmut,
• Thyreotoxikose.

Bei einer starken Erhöhung des Werts handelt es sich um eine „Kupfervergiftung“. Bei einer überhöhten Zufuhr, lagert sich das Spurenelement in den Hirnkapillaren ab und schädigen die Blut-Hirn-Schranke [Quelle: Singh, I. et al.: Low levels of copper disrupt brain amyloid-β homeostasis by altering its production and clearance (September 2013); URL: http://www.pnas.org/content/110/36/14771 (letzter Zugriff: 06.02.2018)].

Zudem resultiert ein hoher Wert beispielsweise aus der Einnahme der Antibabypille. Hierbei leiden die Betroffenen nicht unter einer Erkrankung. Eine normale Erhöhung der Kupferkonzentration im Organismus betrifft Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel. Bei ihnen verdoppelt oder verdreifacht sich der Normwert.

 

Tipp: Wie reagieren Sie bei veränderten Kupferwerten?

Informiert Sie Ihr Hausarzt über einen erhöhten oder niedrigen Kupfer-Blutwert, beginnt er anschließend mit der Ursachenforschung. Weitere Laboruntersuchung, wie die Kontrolle des Coeruloplasmin-Werts, helfen bei der Untersuchung. Leiden Sie unter niedrigen Werten, unterstützen Sie die Kupferaufnahme durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

 

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Referenzwerte Kupfer, Mangan, Chrom, Molybdän. Webseite>>.
  2. Hans K. Biesalski, Peter Grimm, Susanne Nowitzki-Grimm: Taschenatlas der Ernährung. 3. Auflage. Stuttgart 2007: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131153539.
  3. Harris ED: Cellular copper transport and metabolism. Annu Rev Nutr. 2000;20:291-310. Review. PMID: 10940336.
  4. Nicole Schaenzler,‎ Wilfried P. Bieger: Laborwerte: Alles über Normbereiche, Befunde und Co. 6. Auflage. München 2016: Gräfe & Unzer-Verlag.
  5. Jürgen Hallbach: Klinische Chemie und Hämatologie: Biomedizinische Analytik für MTLA und Studium. 3. Auflage. Stuttgart 2011: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131063432.
  6. Marlies Michl: BASICS Hämatologie. 4. Auflage. München 2016: Elsevier/Urban & Fischer-Verlag. ISBN-10: 3437421697.
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