Thrombozyten Blutwerte – erhöhte und niedrige Werte

Welche Auskunft geben die Thrombozytenblutwerte?

Blutplättchen spielen vorrangig bei der Blutgerinnung eine bedeutende Rolle. Veränderte Thrombozytenblutwerte geben Auskunft über Verletzungen oder eine Autoimmunerkrankung. Leiden die Patienten an einer Unterproduktion der Blutplättchen, neigen sie zu spontanen Blutungen. Sie betreffen beispielsweise die Schleimhäute und das Zahnfleisch.

Die Ärzte bezeichnen das Phänomen als Thrombozytopenie. Produziert der Organismus vermehrt Blutplättchen, gerinnt das Blut schneller. In der Folge bilden sich Blutgerinnsel in den Arterien. Das Krankheitsbild heißt in der Medizin Thrombozytose.

Thrombozytenblutwerte

Thrombozyten Blutwerte Urheber: chassenet / 123RF

 

Der Thrombozytennormwert im Blut

Bei einer Blutuntersuchung kontrollieren die Ärzte die Thrombozytenblutwerte. Befinden sie sich außerhalb des Normbereichs, diagnostizieren die Mediziner bei den Patienten eine Erkrankung. Beispielsweise führen Infektionen des Rückenmarks zu einer fehlerhaften Bildung der Blutplättchen. Des Weiteren kommt es aufgrund schwerwiegender Verletzungen zu einer Thrombozytose.

Der Organismus produziert vermehrt Thrombozyten, um Blutungen zu stillen. Über einen langen Zeitraum hält der Körper der Überproduktion nicht stand. In der Folge entsteht ein Mangel an Blutplättchen. Ebenso führen spezielle Medikamente – beispielsweise Acetylsalicylsäure – zu einer verminderten Anzahl der Thrombozyten.

 

Die Konzentration der Thrombozyten im Blut

Die Thrombozyten stellen relevante Blutzellen im menschlichen Organismus dar. Ihr Synonym lautet Blutplättchen. Tritt bei den Betroffenen eine Verletzung auf, lagern sich die Thrombozyten am umliegenden Gewebe ab. Dadurch sorgen sie für den Wundverschluss. Kommt es zu einer Veränderung der Thrombozytenblutwerte, leiden die Patienten an speziellen Symptomen. Beispielsweise entstehen infolge von erhöhten Thrombozytenblutwerten Thromben. Der Begriff bezeichnet Blutgerinnsel, die den Blutfluss beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall führen die gesundheitlichen Komplikationen zu einem Infarkt.

 

Was stellen die Thrombozyten dar?

Die Blutplättchen zeigen sich als kleine Zellkörper, die in der Regel scheibenförmig aussehen. Ihr Durchmesser liegt zwischen zwei und vier Mikrometer. Die Blutzellen besitzen keinen Zellkern, jedoch eine Plasmamembran. In ihr befindet sich ein Protein, das sich Gewebefaktor nennt. Im Englischen heißt es tissue factor und ist wesentlich an der Blutgerinnung beteiligt. Das belegt N. Mackmann in der Studie „Role of tissue factor in hemostasis and thrombosis“, die aus dem Jahr 2006 stammt. Bei einer Verletzung lagern sich die Blutplättchen an die Gefäßwand. Den Prozess nennen die Ärzte Thrombozytenaggregation.

In der Regel leben die Blutplättchen fünf bis neun Tage. Danach erfolgt ihr Abbau in der Milz. Liegen die Thrombozytenblutwerte im Normbereich, profitieren die Patienten von einer schnellen und zuverlässigen Blutgerinnung. Die Normwerte unterscheiden sich bei Erwachsenen und Kindern voneinander. Bemerken Personen, dass spontanes Zahnfleisch- oder Nasenbluten auftritt, wenden sie sich an ihren Hausarzt. Dieser bestimmt den Thrombozytenblutwert, um eine Diagnose zu erstellen. Weiterhin erfolgt die Bestimmung der Blutplättchenanzahl bei:

  • außergewöhnlich starken Blutungen,
  • Vor- und Nachuntersuchungen bei einer Operation,
  • einer Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten,
  • einer Chemotherapie,
  • Patienten, die an einer Thrombose leiden,
  • bekannten Komplikationen der Blutgerinnung,
  • und bei dem Verdacht auf eine Funktionsstörung der Thrombozyten.

 

Normalwerte: Welche Thrombozytenwerte liegen im Normbereich?

Erwachsene Menschen verfügen im Regelfall über 150.000 bis 350.000 Blutplättchen in einem Mikroliter Blut. Bei Neugeborenen liegt der Normwert zwischen 100.000 und 250.000 Thrombozyten je Mikroliter Blut. Bis zu ihrem 17. Lebensjahr besitzen Jugendliche einen Thrombozytenwert von 200.000 bis 400.000 Blutzellen pro Mikroliter Blut.

Liegt die Anzahl der Blutplättchen bei Erwachsenen unter 150.000 Blutplättchen je Mikroliter, sprechen die Ärzte von einer Thrombozytopenie. Sie entsteht beispielsweise, wenn der Organismus aufgrund einer Knochenmarkerkrankung weniger Blutplättchen produziert.

 

Ebenso führen Autoimmunerkrankungen zu einer frühzeitigen Zerstörung der Thrombozyten. Weitere Ursachen für die Unterproduktion der Blutplättchen bestehen in Infektionskrankheiten. Dazu gehören als Beispiel Malaria und die Ringelröteln. Kommt es zu einer bakteriellen Infektion des Magens, leiden die Patienten am Virus Helicobacter pylori. In der Studie „Effects of eradication of Helicobacter pylori infection in patients with immune thrombocytopenic purpura“ untersuchen Stasi R et al. den Zusammenhang zwischen der Viruserkrankung und der thrombozytopenischen Purpura. Die Publikation erschien im Februar 2009.

Liegt der Thrombozytenwert über 500.000 Blutzellen pro Mikroliter Blut, handelt es sich um eine Thrombozytose. Die Mediziner unterscheiden zwischen der primären und der sekundären Form der Erkrankung. Speziell die erste Variante deutet auf eine gesundheitliche Komplikation des Knochenmarks hin. Die Thrombozytose entsteht beispielsweise bei einer Verletzung, die mit einem Blutverlust einhergeht.

 

Erhöhte Thrombozytenwerte im Körper

Stellen die Ärzte im Zuge einer Blutuntersuchung einen veränderten Thrombozytenwert bei den Patienten fest, suchen sie dessen Ursache. In vielen Fällen stellt die vermehrte oder verminderte Bildung der Blutplättchen eine Nebenerscheinung eines Infekts dar. Klingt dieser ab, normalisieren sich die Thrombozytenwerte. Eine chronische Störung der Thrombozytenbildung kommt selten vor. Die Krankheiten erkennen die Mediziner aufgrund weiterer Blutuntersuchungen sowie körperliche und bildgebende Untersuchungen.

Verändert eine Grunderkrankung die Anzahl der Blutplättchen, steht die Behandlung dieser Krankheit im Vordergrund. Im Regelfall reguliert sich die Thrombozytenzahl nach dem Überstehen einer Infektion. Zudem therapieren die Ärzte die Symptome, die mit einer fehlerhaften Produktion der Blutplättchen einhergehen. Leiden die Patienten an einer Thrombozytose, erhalten sie beispielsweise gerinnungshemmende Medikamente.

 

Im Fall einer Thrombozytopenie richtet sich die Behandlung nach er vorliegenden Grundkrankheit. Bei einer lebensbedrohlichen Unterversorgung mit den Blutplättchen, erhalten die Patienten Thrombozytenkonzentrate transfundiert. In der Fachsprache heißt der Prozess Thrombozytentransfusion.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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