Was sind Thrombozyten

Die Thrombozyten im Blut übernehmen eine Vielzahl komplexer Aufgaben in einem Organismus. Neben dem Transport von Sauerstoff, dem Abtransport von Kohlenstoffdioxid, der Versorgung des Körpers mit Nährstoffen, Wärme und Hormonen sowie der Bekämpfung von Krankheitserregern und Parasiten gehört der Verschluss von Verletzungen und Wunden zu diesen Aufgaben.

Blutplättchen, sogenannte Thrombozyten, sind für diese wichtige Aufgabe zuständig.

Sind im Blutbild die Thrombozyten erhöht oder erniedrigt, deutet das auf verschiedene Erkrankungen der Blutbildung im Knochenmark hin.

Inaktive und Aktive Thrombozyten

Thrombozyten sind die kleinsten Zellen des Blutes und werden im Knochenmark alle vier bis zehn Tage neu gebildet. Was unterscheidet Thrombozyten von anderen Blutzellen? Welche Aufgaben haben die Thrombozyten genau? Was ist ihre Funktion und welche Bluterkrankungen betreffen die Thrombozyten?

Wir erklären einfach und verständlich:

Was sind Thrombozyten

Die Thrombozyten im Blut  – Der Faktenblock:

  • Thrombozyten werden auch Blutplättchen genannt und sind die kleinsten Blutzellen des Blutes
  • Blutplättchen übernehmen eine wichtige Aufgabe der Blutgerinnung, welche für den Wundverschluss sorgt
  • Die Anzahl der Blutplättchen im Blutkreislauf variiert je nach Lebensalter und kann Aufschluss zum Gesundheitszustand des Probanden geben
  • Der normale Wert der Thrombozyten liegt bei einem Erwachsenen zwischen 150.000 und 400.000 pro Mikroliter Blut (Normwert)
  • Eine Abweichung von der normalen Zahl der Thrombozyten hat meist harmlose Ursachen und reguliert sich nach kurzer Zeit von selbst. Seltener sind Krankheiten die Ursache, die dann auch behandlungsbedürftig sind

Was genau sind Thrombozyten?

Thrombozyten sind ein Blutbestandteil und gehören zu den Blutzellen. Sie sind auch unter dem Namen Blutplättchen bekannt. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung welche für den Verschluss von Wunden nach Verletzungen oder Operationen verantwortlich ist.

Ohne die Blutgerinnung würde ein Mensch bereits an einer kleinen Verletzung verbluten. Blutplättchen können aber auch für die Bildung von gefürchteten Blutgerinnseln verantwortlich sein. Blutgerinnsel können Schlaganfälle und Lungenembolien auslösen.
Thrombozyten selbst besitzen keinen Zellkern und sind die kleinsten Blutzellen. Die Anzahl der Thrombozyten können mit Hilfe einer Blutprobe bestimmt werden. Dies wird notwendig wenn:

  • eine routinemäßige Blutuntersuchung ansteht
  • ein Betroffener stärker blutet und Wunden sich langsamer verschließen
  • vor und nach Operationen
  • bei Thrombosen
  • während der Behandlung mit Medikamenten zur Blutverdünnung und bei Chemotherapie
  • bei Blutgerinnungsstörungen

Wie viele Thrombozyten im Blutkreislauf vorhanden sind, hängt vom Lebensalter des Betroffenen ab. Je älter ein Mensch ist, umso höher ist der Normwert für Blutplättchen.

Welche Aufgabe haben Thrombozyten genau?

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Blutplättchen haben eine wichtige Aufgabe beim Verschluss von Verletzungen und Wunden. Sie sind für die Blutstillung, der sogenannten primären Hämostase, verantwortlich. Die primäre Hämostase ist der erste Schritt der Blutgerinnung. Die Aufgabe der Blutplättchen muss man sich in etwa so vorstellen:

  1. Eine Verletzung ensteht durch einen unachtsamen Schnitt mit dem Messer in den Finger
  2. Blutplättchen lagern sich an die verletzen Gefäßwände an
  3. Immer mehr Blutplättchen können sich so aneinander haften (Thrombozytenaggregation)
  4. Durch die Thrombozytenaggregation werden die verletzen Gefäße verschlossen. Die Blutung wird weniger und endet
  5. Weitere Prozesse (sekundäre Hämostase) sorgen für einen stabilen Verschluss der Wunde

Thrombozyten und die Blutgerinnung

Die Thrombozyten sind wichtige Bestandteile des Gerinnungssystems. Bei einer Verletzung eines Blutgefäßes heften sie sich an die Gefäßwände, stoppen die Blutung und verschließen die Wunde.

Diese Blutgerinnung findet ebenso im Körper statt und verursacht nach Operationen Thrombosen oder eine Lungenembolie. Der Mediziner ermittelt mit dem kleinen Blutbild die Thrombozyten-Anzahl. Vor Operationen testet der Arzt den Blutwert routinemäßig, um Blutungs-Komplikationen zu minimieren. Bei Bedarf therapiert er medikamentös. Bei gesunden Personen liegt der Normwert bei 150.000 bis 350.000 Thrombozyten pro Mikroliter Blut.

Blutzellen
Blutbestandteile © dpaelchen – Fotolia.com

 

Bildung von Thrombozyten?

Der Körper bildet Thrombozyten im Knochenmark. Sie enthalten keinen Zellkern. Thrombozyten spielen eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung. Verletzt der Patient ein Blutgefäß, lagern sich diese Zellen an der beschädigten Gefäßwand an. Sie vernetzen sich mithilfe bestimmter Gerinnungs-Faktoren und bilden einen Blutpfropf, der die Wunde verschließt. Diesen Prozess bezeichnet der Mediziner als Thrombozyten-Aggregation.

Im Durchschnitt überleben Blutplättchen fünf bis neun Tage. Danach mustern sie Milz, Leber und Lunge aus. Das Blutbild: Thrombozyten unterscheidet sich bezüglich der Normalwerte bei Neugeborenen, Jugendlichen und Erwachsenen.

 

Wann bestimmt der Arzt mittels Blutbild die Thrombozyten-Anzahl?

Mediziner bestimmen die Thrombozyten im Blut bei:

  • unnormal stark blutenden Patienten,
  • bekannten Störungen der Blutgerinnung,
  • häufigem Nasenbluten und Zahnfleischbluten,
  • Neigung zu blauen Flecken,
  • der Routine-Blut-Untersuchung,
  • Patienten mit Thrombose,
  • einer Therapie mit Blut verdünnenden Mitteln,
  • einem Verdacht auf Funktions-Störungen der Thrombozyten,
  • Einnahme von Chemotherapeutika sowie
  • vor und nach Operationen.

 

Normalwerte Thrombozyten

Die Normwerte unterscheiden sich stark bei Neugeborenen, Jugendlichen und Erwachsenen. Bei Neugeborenen liegt der Wert bei 100.000 – 250.000 Thrombozyten/µl Blut. Bei Jugendlichen bis zum siebzehnten Lebensjahr bei 200.000 – 400.000 Blutplättchen/µl Blut und bei Erwachsenen bei 150.000 – 350 000 Thrombozyten/µl Blut.

Normalwerte Thrombozyten

pro Mikroliter Blut

Neugeborene 100.000 – 150.000
Jugendliche bis 17. Lebensjahr 200.000 – 400.000
Erwachsene 150.000 – 350.000

Eine Thrombozytopenie äußert sich durch weniger als 150. 000 Thrombozyten/µl Blut eine Thrombozytose durch mehr als 500.000 Blutplättchen/µl Blut.

 

Zu wenig oder zu viele Blutplättchen: Ursachen und Auswirkungen

Die Anzahl der Blutplättchen kann die Körperfunktionen und die Funktionen des Blutes erheblich beeinflussen. Unterschiedliche Krankheiten können mit einem „Zuviel“ oder einem „Zuwenig“ an Blutplättchen einher gehen.

Thrombozytenwerte im Körper

Stellen die Ärzte im Zuge einer Blutuntersuchung einen veränderten Thrombozytenwert bei den Patienten fest, suchen sie dessen Ursache. In vielen Fällen stellt die vermehrte oder verminderte Bildung der Blutplättchen eine Nebenerscheinung eines Infekts dar. Klingt dieser ab, normalisieren sich die Thrombozytenwerte.

Eine chronische Störung der Thrombozytenbildung kommt selten vor. Die Krankheiten erkennen die Mediziner aufgrund weiterer Blutuntersuchungen sowie körperliche und bildgebende Untersuchungen.

Verändert eine Grunderkrankung die Anzahl der Blutplättchen, steht die Behandlung dieser Krankheit im Vordergrund. Im Regelfall reguliert sich die Thrombozytenzahl nach dem Überstehen einer Infektion. Zudem therapieren die Ärzte die Symptome, die mit einer fehlerhaften Produktion der Blutplättchen einhergehen. Leiden die Patienten an einer Thrombozytose, erhalten sie beispielsweise gerinnungshemmende Medikamente.

Im Fall einer Thrombozytopenie richtet sich die Behandlung nach er vorliegenden Grundkrankheit. Bei einer lebensbedrohlichen Unterversorgung mit den Blutplättchen, erhalten die Patienten Thrombozytenkonzentrate transfundiert. In der Fachsprache heißt der Prozess Thrombozytentransfusion.

Zu hohe Thrombozyten Werte im Blut

Eine erhöhte Zahl an Blutplättchen im Serum nennt der Mediziner Thrombozytose. Sie tritt bei verschiedenen Krankheiten auf. Zu hohe Werte weisen auf eine Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark (Polycythaemia vera) hin. Eine erhöhte Anzahl an Blutplättchen im Serum tritt auf in Verbindung mit Entzündungs-Reaktionen, nach der Entfernung der Milz, nach Operationen, nach großen Blutverlusten sowie bei Erkrankungen des Knochenmarks.

Diese krankhafte Veränderung der Blutzellen ist in der Regel zeitlich begrenzt und klingt von allein wieder ab. Die Ursachen können sein:

  • akute Blutungen
  • Operationen
  • Entfernung der Milz
  • die Geburt eines Kindes
  • spezielle Infekte

Blutungen in der Nase oder im Zahnfleisch treten meist dann auf, wenn die Blutplättchen in ihrer Funktion gestört sind. Dies kann der Fall sein, wenn die Thrombozytose länger oder dauerhaft besteht.

Die Blutzirkulation wird dann beeinträchtigt, was die Bildung von Blutgerinnseln begünstigt. Eine blutverdünnende Medikamentengabe mit beispielsweise Heparin wirkt in diesem Fall vorbeugend und unterstützend. Gleichzeitig muss jedoch die Ursache der anhaltenden oder dauerhaften Thrombozytose gefunden und behandelt werden.

Ursachen für eine dauerhafte Thrombozytose können sein:

  • rheumatische Atritis
  • chronische Darmkrankheiten
  • Tuberkulose
  • Lungenkrebs und andere Tumore

 

 

Thrombozyten Werte zu niedrig – Zu wenig Blutplättchen

Bei einer Blutuntersuchung kann herauskommen, dass die Anzahl der Blutplättchen zu gering ist. Unterschiedliche Ursachen sind für eine sogenannte Thrombozytopenie verantwortlich.

Allgemein gesprochen kann es sein, dass der Körper zu wenig Blutplättchen produziert oder die Blutzellen zu schnell kaputt gehen. Sind zu wenig Blutplättchen im Blut vorhanden, können bei Betroffenen vermehrt Blutungen auftreten. Diese können sich durch harmloses aber lästiges wiederkehrendes Nasenbluten bemerkbar machen oder bis hin zu einem lebensbedrohlichen Bluten der Organe reichen.

Mögliche Auslöser für eine Thrombozytopenie sind unter anderem:

  1. starke Blutungen bei schweren Verletzungen
  2. unterschiedliche Infektionen
  3. bösartige Erkrankungen des Blutes wie Blutkrebs oder andere Tumore
  4. Autoimmunerkrankungen
  5. rheumatische Erkrankungen
  6. Gabe von Medikamenten, die eine Blutverdünnung zur Folge haben (Beispiel: Heparin)
  7. Vitaminmangel
  8. Allergien
  9. Leberzirrhose
  10. Schwangerschaft

Je nach Ursache der Thrombozytopenie wird die Verminderung der Blutplättchen entsprechend behandelt. Besonders nach Infektionen und akuten Krankheiten regeneriert sich die Zahl der Blutplättchen schnell und meist ohne Unterstützung.

Auch nach Beendigung einer Schwangerschaft oder dem Absetzen von Blutverdünnern (Heparin) normalisiert sich die Zahl der Thrombozyten rasch.

Bei einer Anzahl von unter 10.000 Blutplättchen pro Mikroliter Blut spricht man von einer schweren Thrombozytopenie. Zur Behandlung des Betroffenen werden Thrombozyten-Konzentrate verabreicht. Darauf hin erfolgt eine umfangreiche Diagnostik, die die Ursachenbehandlung erleichtern soll. Ist die Milz v

Zu wenig Thrombozyten im Blut

Zu niedrige Thrombozyten Werte können auch auf eine gestörte Blutbildung (myelodysplastisches Syndrom) hinweisen, eine Erkrankung der Blutgefäße, Blutzellen und der Nieren (hämolytisch-urämisches Syndrom) sowie eine aplastische Anämie hin.

Thrombozyten

Weitere Ursachen sind:

  • Krebserkrankungen wie Leukämie, die das normale Knochenmark verdrängen,
  • ein Mangel an Vitamin-B12– oder Folsäure (B9),
  • die Einnahme bestimmter Medikamente wie Chemotherapeutika,
  • ein starker Verbrauch von Thrombozyten bei Infekten,
  • Morbus Werlhof, bei der der Körper Antikörper gegen Blutplättchen bildet.

In Einzelfällen gibt das Blutbild eine verminderte Thrombozyten-Zahl an, obwohl der Wert normal ist. Dies geschieht durch eine Verklumpung der Thrombozyten im Abnahme-Röhrchen, eine sogenannte Pseudo-Thrombozytopenie. Wie diese entsteht, ist nicht geklärt.

 

Was tun, bei einer veränderten Anzahl an Blutplättchen?

Stößt der Arzt beim Blutbild auf eine veränderte Thrombozyten-Anzahl, gilt es, dessen Ursache zu finden. Häufig begleiten Veränderungen der Blutplättchen einen Infekt. Bei dessen Abklingen normalisiert sich deren Anzahl wieder.

Selten steckt hinter der Veränderung eine Störung der Thrombozyten-Bildung oder eine schwere Erkrankung. Die Anzahl der Blutplättchen ist allein nicht aussagekräftig. Der Mediziner schließt weitere Blut-Untersuchungen sowie körperliche- und bildgebende Maßnahmen an. Mithilfe einer geeigneten Therapie der Grunderkrankung normalisiert sich das das Gleichgewicht der Zellen.

Welche Auskunft geben die Thrombozytenblutwerte?

Blutplättchen spielen vorrangig bei der Blutgerinnung eine bedeutende Rolle. Veränderte Thrombozytenblutwerte geben Auskunft über Verletzungen oder eine Autoimmunerkrankung. Leiden die Patienten an einer Unterproduktion der Blutplättchen, neigen sie zu spontanen Blutungen. Sie betreffen beispielsweise die Schleimhäute und das Zahnfleisch.

Die Ärzte bezeichnen das Phänomen als Thrombozytopenie. Produziert der Organismus vermehrt Blutplättchen, gerinnt das Blut schneller. In der Folge bilden sich Blutgerinnsel in den Arterien. Das Krankheitsbild heißt in der Medizin Thrombozytose.

Thrombozytenblutwerte
Thrombozyten Blutwerte Urheber: chassenet / 123RF

 

Der Thrombozytennormwert im Blut

Bei einer Blutuntersuchung kontrollieren die Ärzte die Thrombozytenblutwerte. Befinden sie sich außerhalb des Normbereichs, diagnostizieren die Mediziner bei den Patienten eine Erkrankung. Beispielsweise führen Infektionen des Rückenmarks zu einer fehlerhaften Bildung der Blutplättchen. Des Weiteren kommt es aufgrund schwerwiegender Verletzungen zu einer Thrombozytose.

Der Organismus produziert vermehrt Thrombozyten, um Blutungen zu stillen. Über einen langen Zeitraum hält der Körper der Überproduktion nicht stand. In der Folge entsteht ein Mangel an Blutplättchen. Ebenso führen spezielle Medikamente – beispielsweise Acetylsalicylsäure – zu einer verminderten Anzahl der Thrombozyten.

 

Die Konzentration der Thrombozyten im Blut

Die Thrombozyten stellen relevante Blutzellen im menschlichen Organismus dar. Ihr Synonym lautet Blutplättchen. Tritt bei den Betroffenen eine Verletzung auf, lagern sich die Thrombozyten am umliegenden Gewebe ab. Dadurch sorgen sie für den Wundverschluss. Kommt es zu einer Veränderung der Thrombozytenblutwerte, leiden die Patienten an speziellen Symptomen.

Beispielsweise entstehen infolge von erhöhten Thrombozytenblutwerten Thromben. Der Begriff bezeichnet Blutgerinnsel, die den Blutfluss beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall führen die gesundheitlichen Komplikationen zu einem Infarkt.

 

Was stellen die Thrombozyten dar?

Die Blutplättchen zeigen sich als kleine Zellkörper, die in der Regel scheibenförmig aussehen. Ihr Durchmesser liegt zwischen zwei und vier Mikrometer. Die Blutzellen besitzen keinen Zellkern, jedoch eine Plasmamembran. In ihr befindet sich ein Protein, das sich Gewebefaktor nennt.

Im Englischen heißt es tissue factor und ist wesentlich an der Blutgerinnung beteiligt. Das belegt N. Mackmann in der Studie „Role of tissue factor in hemostasis and thrombosis“, die aus dem Jahr 2006 stammt. Bei einer Verletzung lagern sich die Blutplättchen an die Gefäßwand. Den Prozess nennen die Ärzte Thrombozytenaggregation.

In der Regel leben die Blutplättchen fünf bis neun Tage. Danach erfolgt ihr Abbau in der Milz. Liegen die Thrombozytenblutwerte im Normbereich, profitieren die Patienten von einer schnellen und zuverlässigen Blutgerinnung.

Die Normwerte unterscheiden sich bei Erwachsenen und Kindern voneinander. Bemerken Personen, dass spontanes Zahnfleisch- oder Nasenbluten auftritt, wenden sie sich an ihren Hausarzt. Dieser bestimmt den Thrombozytenblutwert, um eine Diagnose zu erstellen. Weiterhin erfolgt die Bestimmung der Blutplättchenanzahl bei:

  • außergewöhnlich starken Blutungen,
  • Vor- und Nachuntersuchungen bei einer Operation,
  • einer Therapie mit blutverdünnenden Medikamenten,
  • einer Chemotherapie,
  • Patienten, die an einer Thrombose leiden,
  • bekannten Komplikationen der Blutgerinnung,
  • und bei dem Verdacht auf eine Funktionsstörung der Thrombozyten.

 

Normalwerte: Welche Thrombozytenwerte liegen im Normbereich?

Erwachsene Menschen verfügen im Regelfall über 150.000 bis 350.000 Blutplättchen in einem Mikroliter Blut. Bei Neugeborenen liegt der Normwert zwischen 100.000 und 250.000 Thrombozyten je Mikroliter Blut. Bis zu ihrem 17. Lebensjahr besitzen Jugendliche einen Thrombozytenwert von 200.000 bis 400.000 Blutzellen pro Mikroliter Blut.

Liegt die Anzahl der Blutplättchen bei Erwachsenen unter 150.000 Blutplättchen je Mikroliter, sprechen die Ärzte von einer Thrombozytopenie. Sie entsteht beispielsweise, wenn der Organismus aufgrund einer Knochenmarkerkrankung weniger Blutplättchen produziert.

Ebenso führen Autoimmunerkrankungen zu einer frühzeitigen Zerstörung der Thrombozyten. Weitere Ursachen für die Unterproduktion der Blutplättchen bestehen in Infektionskrankheiten. Dazu gehören als Beispiel Malaria und die Ringelröteln. Kommt es zu einer bakteriellen Infektion des Magens, leiden die Patienten am Virus Helicobacter pylori. In der Studie „Effects of eradication of Helicobacter pylori infection in patients with immune thrombocytopenic purpura“ untersuchen Stasi R et al. den Zusammenhang zwischen der Viruserkrankung und der thrombozytopenischen Purpura. Die Publikation erschien im Februar 2009.

Liegt der Thrombozytenwert über 500.000 Blutzellen pro Mikroliter Blut, handelt es sich um eine Thrombozytose. Die Mediziner unterscheiden zwischen der primären und der sekundären Form der Erkrankung.

Speziell die erste Variante deutet auf eine gesundheitliche Komplikation des Knochenmarks hin. Die Thrombozytose entsteht beispielsweise bei einer Verletzung, die mit einem Blutverlust einhergeht.

In den meisten Fällen ist eine Veränderung der Anzahl der Thrombozyten jedoch harmlos und unbedenklich sowie von kurzer Dauer. Häufig normalisiert sich diese Schwankung von allein wieder und ist daher erstmal kein Grund zur Sorge. In den allermeisten Fällen ist ein harmloser aber lästiger Infekt die Ursache und die Veränderung der Thrombozytenzahl eine Begleiterscheinung.

Sehr viel seltener sind bösartige oder ernsthafte Erkrankungen die Ursache von Schwankungen der Thrombozyten. Mit Hilfe von unterschiedlichen Untersuchungen können diese Ursachen jedoch rasch gefunden und entsprechend behandelt werden, sodass die Blutplättchen rasch ihre ursprüngliche Aufgabe aufnehmen können.

Eine routinemäßige Blutuntersuchung gibt Aufschluss über Anzahl der Blutplättchen. Bei Unsicherheiten oder Unklarheiten kann der Hausarzt hierzu kompetent Antworten geben. Fragen Sie nach ihren Thrombozytenwerten und lassen Sie sich erklären, was diese bedeuten.

 

Studie zur Bildung von Thrombozyten

Eine beachtenswerte Studie von Wissenschaftlern der Universität Greifswald um Professor Greinacher zum Thema „New gene functions in megakaryopoiesis and platelet formation“ widmet sich der Frage nach der Entstehung und Funktion der Blutplättchen in genetischer Hinsicht. Im Rahmen der Untersuchung ermittelten sie die verantwortlichen Gene zur Thrombozyten-Bildung.

 

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