Eisen im Blut

Die Bedeutung von Eisen im Blut

Die Menge an Eisen im Blut eines Menschen beträgt drei bis fünf Gramm. Es ist ein lebenswichtiges Spurenelement. Der überwiegende Anteil davon befindet sich im Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff. Zudem ist Eisen ein wichtiger Bestandteil für verschiedene Enzyme und Muskeleiweiß. Ferrum transportiert in den Blutzellen Sauerstoff. Es spielt eine Rolle bei der Energie-Gewinnung. Der Körper nutzt es für die Oxidations-Prozesse bei der Bildung von Energie in der Zelle und der Zellatmung. Es ist zuständig für die Sauerstoff-Speicherung im roten Muskelfarbstoff und in Kombination mit Hämoglobin für den Transport des Sauerstoffs zu den Zellen.

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Der komplexe Eisenstoffwechsel

Das Spurenelement Eisen (chemisches Zeichen: Fe, lateinisch: ferrum) nimmt der menschliche Körper durch die Nahrung schwer auf. Maximal 10 Prozent davon gelangt tatsächlich ins Blut. Das entspricht etwa 5 Milligramm. Dort angelangt bringt es ein spezielles Transportmittel zu den Speicherorten und zu den Organen, die Eisen verbrauchen.

Der Körper speichert nur sehr kleine Eisenmengen, sodass er ständig Nachschub benötigt. Darum gilt der Mangel an Eisen im Blut als häufigste Mangel-Erscheinung in armen und in reichen Ländern. Frauen betrifft dies häufiger als Männer.

 

Den Körper ausreichend mit Eisen versorgen

Der menschliche Organismus nimmt Ferrum am besten durch tierische Lebensmittel, wie Fleisch, auf. Die zusätzliche Gabe von Vitamin-C-haltigem Obst und Gemüse verbessert die Aufnahme des Eisens im Darm. Ein Glas Saft mit hohem Vitamin-C-Anteil ist zusätzlich zu empfehlen. Schwarztee und Kaffee sowie Phosphor und Kalzium behindern die Verwertung des Eisens im Blut. Eisen aus tierischen Lebensmitteln nimmt der Körper laut Dipl. oec. troph. Stefan Weigt besser auf als aus pflanzlichen.

Personen, die auf Fleisch verzichten, bieten Hülsenfrüchte, Schwarzwurzeln, Nüsse, Spinat, Karotten und andere Gemüsesorten eine Alternative. Die empfohlene Tagesdosis für Männer sind 10 mg und für Frauen 15 mg. Von einer Selbstmedikation ist abzusehen, so Dipl. oec. troph. Stefan Weigt. Ein Zuviel erhöht das Risiko für Herz-Krankheiten und die Tumorbildung. Sie haben unerwünschte Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung oder Bauchschmerzen. Das begünstigt eine Unterversorgung mit anderen Nährstoffen.

 

Was der Eisenspiegel im Blut über die Gesundheit aussagt

Der Eisenspiegel schwankt abhängig von der Tageszeit. Die höchsten Werte liegen am frühen Nachmittag vor, nachts ist der Anteil von Eisen im Blut am geringsten. Innerhalb von zwei Tagen schwankt der Wert um 20 Prozent. Eisenwerte ändern sich innerhalb von Minuten nach dem Essen. Der Mediziner nutzt den Eisenspiegel nicht mehr, um eine Unter- oder Überversorgung zu diagnostizieren. Er greift auf die Bestimmung des Serumferritins oder der Transferrin-Sättigung (TfS) zurück. In der Apotheke kauft der Patient einen Selbsttest, um das Serumferritin zu evaluieren und die Werte selbst zu überprüfen.

Die Normalwerte schwanken bei den verschiedenen Analysegeräten. Er liegt bei Männern durchschnittlich bei 55–156 µg/dl bzw. 10–28 µmol/l und bei Frauen deutlich geringer bei durchschnittlich 33–145 µg/dl bzw. 6–26 µmol/l. Der Arzt gibt Aufschluss über die Interpretation der Werte und die von ihm angesetzten Normalwerte.

 

Welche Bedeutung hat ein erhöhter Eisenwert?

Ein vorübergehend erhöhter Eisenwert bedeutet keinen Grund zur Besorgnis. Bei einem Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure steigt er ebenfalls an. Höhere Werte weisen auf Erkrankungen hin, wie die Eisenspeicher-Krankheit (Hämochromatose) oder von Viren verursachte Leber-Entzündungen. Neben Injektionen von Eisen-Präparaten, Massen-Transfusionen und die Zufuhr von Erythrozyten-Konzentraten überhöhen die Antibabypille, Östrogen, Cortison und Cisplatin den Eisenspiegel.

 

Welche Ursachen liegen für einen niedrigen Wert vor?

Eine eisenarme Ernährung ist ein Grund für einen niedrigen Eisenspiegel, andere Gründe können auch eine vegetarische Ernährung ohne ausreichend Eisenzufuhr oder Alkoholsucht sein.

Sportliche Belastung begünstigt den Verlust an Mineralstoffen und Spuren-Elementen über die Niere oder den Schweiß. In manchen Fällen stecken laut Dipl. oec. troph. Stefan Weigt Erkrankungen wie chronische Entzündungen und Infekte, Darm-Infektionen, Tumore, Verdauungs-Störungen, (innere) Blutungen oder eine eingeschränkte Nierenfunktion dahinter.

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Eine starke Menstruations-Blutung bei Frauen begünstigt die Mangel-Erscheinung, so Dipl. oec. troph. Stefan Weigt. Schwangeren und Stillenden rät der Arzt zu Supplementen. Das Eisen im Blut ist nach dem Blutspenden ebenfalls in geringeren Mengen vorrätig.

 

Symptome bei Eisenmangel

Zwar kann der Körper einen Mangel an dem Spurenelement zeitweise kompensieren, allerdings treten dabei bereits die ersten Symptome auf. Anzeichen für zu wenig Eisen im Blut sind brüchige Haare und Nägel, trockene Haut, Einrisse in den Mundwinkeln, Schleimhaut-Veränderungen im Mund und der Speiseröhre und ein Brennen auf der Zunge. Durch den Mangel verringern sich die Sauerstoff tragenden roten Blutkörperchen. Die O2-Versorgung der Zellen arbeitet auf Sparflamme. Bei einem langfristigen Defizit an Eisen im Blut kommt es zur Blutarmut (Anämie). Die Verbesserung der Zell-Aktivität durch die zusätzliche Gabe von Eisenpräparaten bestätigt Seshadri S et al. in seiner Studie „Haematologic response of anaemic preschool children to ascorbic acid supplementation“, Hum Nutr Appl Nutr. 1985 Apr;39(2):151-4 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/4019257). Typische Symptome sind Blässe, Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel.

Eisen ist ein wichtiges Spurenelement.

Ferrum dient der Energieversorgung im Blut. Der Körper nimmt Eisen lediglich in geringen Mengen über die Nahrung auf. Zehn Prozent des tatsächlich aufgenommenen Ferrums landen im Blut. Ein Mangel daran ist in armen und reichen Ländern weit verbreitet. Ärzte empfehlen eine Supplementierung bei geringem Eisenspiegel. Wichtigster Lieferant ist Fleisch. In Kombination mit Vitamin C nimmt es der Körper besser auf. Ein erhöhter Eisenwert stellt in der Regel kein Problem dar. Gefährlich ist eine dauerhafte Unterversorgung mit dem Spurenelement. Chronische Infekte, Tumore und Nieren-Erkrankungen sind ursächlich.

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Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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