LDL-Cholesterin-Werte – Normalwerte oder zu hoch?

Bedeutung der LDL-Cholesterin-Werte

LDL-Cholesterin-Werte zeigen an, wie viele Verbindungen aus Fetten und Proteinen sich im Blut befinden. LDL bedeutet „Low-density Lipoproteins“ und steht für das „böse“ Cholesterin der schlechten Fette. Der Grund, weshalb sich Lipoproteine bilden, besteht darin, dass diese sich nicht im Wasser oder in der Blutflüssigkeit auflösen. Um sie zu transportieren, bindet der Körper sie an spezielle Eiweißkörper.

Das LDL-Cholesterin beteiligt sich an der Entstehung von Arteriosklerose sowie der Verkalkung der Blutgefäße. In diesem Artikel finden sich alle relevanten Informationen zum Thema LDL-Cholesterin und die Wirkung auf den Körper. Der Leser erfährt die Auswirkungen eines zu hohen Wertes und wie es möglich ist, diesen Wert zu senken.

Laborwert

Blutwerte © Christian Schwier – Fotolia.com

 

LDL-Cholesterin zu hoch – mehrere Ursachen

Die LDL-Cholesterin-Werte sind unter bestimmten Voraussetzungen zu hoch. Eine schlechte Lebensweise, die eine falsche Ernährung und mangelnde Bewegung beinhaltet, ist der häufigste Grund eines schlechten Cholesterinspiegels. Zusätzlich bewirken verschiedene Erkrankungen als Nebeneffekt einen veränderten Cholesterin-Wert. Ist der LDL höher als 130 mg/dl oder 3,4 mmol/l liegt er über dem Idealbereich. Über 160 mg/dl oder 4,1 mmol/l ist eine Veränderung notwendig.

Mehr Bewegung und der Verzicht auf eine fettreiche Kost senken in erster Linie den Cholesterin-Wert. Frisches Gemüse, Obst, mageres Fleisch wie bei Fisch und Huhn empfehlen Ärzte bei der Ernährungsumstellung. Die Kombination aus Nikotin durchs Rauchen und ein erhöhter LDL wirken sich stark negativ auf das Herzinfarktrisiko aus. Das Rauchen aufzugeben, ist bei einem Cholesterinspiegel oberhalb des Normalwertes eine Notwendigkeit.

 

Auswirkung und Funktion des LDL-Cholesterins

Das LDL-Cholesterin gehört zur Gruppe der Lipoproteine. Diese transportieren wasserunlösliche Substanzen wie das Cholesterin, Triglyceride, Phosphatlipide, Cholesterinester, Fettsäuren und fettlösliche Vitamine. Der Körper produziert das LDL in der Leber, von wo es zu den verschiedenen Geweben wandert. Das überschüssige Cholesterin verbleibt einige Tage im Blutkreislauf und lagert sich in den Blutgefäßen ab. Misst der Arzt, dass das LDL-Cholesterin zu hoch ist, bedeutet es, dass viel Cholesterin im Kreislauf zirkuliert.

 

Cholesterinspiegel-Werte

Gewöhnlich ist den Menschen der eigene Cholesterinspiegel nicht bekannt. Um ihn eindeutig zu bestimmen, bedarf es einer Blutuntersuchung. Im Normalfall liegen die LDL-Cholesterin-Werte im Bereich von unter 160 mg/dl oder 4,1 mmol/l und das „gute“ Cholesterin HDL bei mehr als 40 mg/dl. Aus diesen Werten ergibt sich ein Gesamtcholesterinwert von circa 200 mg/dl als Grenzwert.

Bei verschiedenen Patienten, die an einer Grunderkrankung leiden oder einen hohen Risikofaktor für zu hohes Cholesterin aufweisen, ist es notwendig, das LDL weiter zu senken. In bestimmten Fällen liegt der Grenzwert bei weniger als 100 mg/dl. Bei der Bestimmung eines gesunden Wertes spielen weitere Faktoren wie das Alter und das Geschlecht eine Rolle. Zusätzlich gilt es, zu beachten, dass die Triglyceride gering ausfallen, weil sie das LDL-Cholesterin fördern.

ldl-cholesterin

50645109 – ldl-cholesterin wert – Urheber: jarun011 / 123RF.com

 

Messung des Gesamtcholesterinwertes

Ein erhöhter Cholesterinspiegel zeigt ohne weitere Erkrankung keine Symptome. Aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Für die Messung entnimmt der Arzt dem Patienten eine kleine Blutprobe ab. Für den Zeitraum von zwölf bis 14 Stunden vor der Untersuchung verzichtet der Patient auf die Nahrungsaufnahme. Zusätzlich ist körperliche Anstrengung zwei bis drei Stunden vorher nicht zu empfehlen.

Um sich selbst einen Überblick zu verschaffen, folgt eine Übersicht über die LDL-Cholesterin-Werte. Unter 70 mg/dl ist der Wert sehr niedrig. Zwischen 70 und 100 mg/dl liegt das LDL im niedrigen Bereich. Ein durchschnittlicher normaler Wert liegt zwischen 100 und 130 mg/dl oder im Bereich bei 3,4 mmol/l. Noch nicht bedrohlich ist ein Wert zwischen 130 und 160 mg/dl. Zwischen 160 bis 190 mg/dl oder zwischen 3,4 und 4,1 mmol/l weist der Cholesterin Wert eine hohe Menge auf. Über 190 mg/dl oder 4,1 mmol/l ist das LDL-Cholesterin zu hoch für alle Altersgruppen.

 

Falsche Lebensweise und Ernährung

Ergibt sich keine andere Erklärung für zu hohe LDL-Cholesterin-Werte, ist eine ungesunde Lebensweise ursächlich. Die Kombination aus einer fetthaltigen Ernährung und mangelnder Bewegung sind die besten Voraussetzungen dafür, dass der LDL-Cholesterin zu hoch ist. Als erste Maßnahme empfehlen Ärzte, die Ernährung umzustellen. Dazu gehört, fetthaltiges Fleisch zu vermeiden und häufiger zu fettarmen Fleischprodukten zu greifen.

Um den Cholesterinspiegel zu senken, ist reichlich Obst und Gemüse sowie eine mediterrane Kost ideal als cholesterinarme Diät geeignet. Zum Kochen und Braten eignet sich ein natürliches Pflanzenöl. Der Verzicht auf größere Mengen fettreichen Käses oder Milchprodukten sowie auf tierische Eiweiße wirkt sich positiv auf die Cholesterinwerte aus. Raucher verfügen über ein erhöhtes Risiko für zu hohe LDL-Cholesterin-Werte. Ärzte empfehlen in akuten Fällen, das Rauchen aufzugeben und auf Alkohol zu verzichten. Beides erhöht den LDL und schädigt die Arterien.

 

Um den zweiten Risikofaktor „mangelnde Bewegung“ entgegenzuwirken, ist mindestens drei Mal 30 Minuten pro Woche eine körperliche Betätigung notwendig. Für diesen Zweck bieten sich Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren, Joggen und Ähnliches am besten an. Um den Blutkreislauf zu fördern, ist es wichtig, den Stoffwechsel anzukurbeln.

 

Krankheiten, die zu hohem Cholesterin-Wert führen

Es existieren verschiedene Grunderkrankungen, welche einen erhöhten LDL-Wert bewirken. Zu diesen zählen die chronische Niereninsuffizienz, Gallenwegs- und Leberkrankheiten, Schilddrüsenunterfunktion und unzureichend eingestellte Diabetesmedikation. Zusätzlich ist es möglich, dass am Ende einer Schwangerschaft der LDL-Cholesterin zu hoch ist.

In bestimmten Fällen ist der Cholesterinwert höher, ohne eine richtige Ursache zu finden. Eine familiär bedingte Hypercholesterinämie verursacht ein Fehlen von LDL-Rezeptoren auf der Oberfläche der Leberzellen. Dies bewirkt, dass der Körper weniger LDL aufnimmt. Im Gegenzug dazu bedingen bestimmte Fettstoffwechselstörungen, Krebserkrankungen, Operationen, Schilddrüsenüberfunktionen, chronische Infektionen und eine Leberschwäche zu niedrige LDL-Cholesterin-Werte.

 

Behandlung zu hoher LDL-Cholesterin-Werte

Bewirkt eine Ernährungsumstellung oder mehr Bewegung über einen angemessenen Zeitraum keine Senkung, erwägen Ärzte eine medikamentöse Behandlung. Den gewünschten Zweck bewirken Statine, Anionenaustauscherharze, Fibrate, Nikotinsäure und Cholesterin-Resorptionshemmer.

Fibrate bauen Fett gezielt im Körper ab, wobei Statine das überschüssige Cholesterin im Blut entfernen. Anionenaustauscherharze binden Gallensäure im Darm des Patienten, was zu einem höheren Cholesterinverbrauch führt. Nikotinsäure wirkt ähnlich wie Fibrate und senken den Fettgehalt. Cholesterin-Resorptionshemmer reduzieren die Aufnahme des Cholesterins.

 

Tipps bei erhöhtem LDL-Cholesterin

Zusätzlich zur fettarmen Ernährung durch Früchte, Gemüse, Fisch und Huhn und einer ausgedehnten körperlichen Bewegung empfehlen Ärzte Rotwein. Ein bis zwei Gläser Rotwein pro Tag verringern das schädliche LDL-Cholesterin und erhöhen den Anteil des „guten“ HDL-Cholesterins.

Einige Kilogramm zu viel am Bauch bieten guten Nährboden für das LDL. Abnehmen senkt den Cholesterinspiegel und verhilft zu einer besseren Lebensqualität. Die Kombination aus Nikotin und Cholesterin erhöht das Risiko eines Herzinfarktes um ein Vielfaches. Besteht ein zu hoher Cholesterin-Wert, ist es wichtig, mit dem Rauchen aufzuhören.

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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