LDL-Cholesterin Blutwert – Normalwerte oder zu hoch?

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Was sagt der Blutwert Cholesterin über Ihre Gesundheit aus?

Bei dem Blutwert Cholesterin handelt es sich um eine Art Blutfett, aus der Gruppe der Sterine. Dieses fungiert als lebensnotwendiger Bestandteil in der menschlichen Zellmembran.


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Des Weiteren dient Cholesterin zur Produktion von Sexualhormonen, Gallensäuren und dem Vitamin D. Routinemäßig bestimmen die Ärzte Ihren Cholesterinspiegel im großen Blutbild und bei der jährlichen Vorsorgeuntersuchung.

Zu dem Zweck kontrollieren die Mediziner den Cholesterinwert im Blutserum.

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50645109 – ldl-cholesterin wert – Urheber: jarun011 / 123RF.com

Cholesterinwert im Blutserum

LDL-Cholesterin-Werte zeigen an, wie viele Verbindungen aus Fetten und Proteinen sich im Blut befinden. LDL bedeutet „Low-density Lipoproteins“ und steht für das „böse“ Cholesterin der schlechten Fette. Der Grund, weshalb sich Lipoproteine bilden, besteht darin, dass diese sich nicht im Wasser oder in der Blutflüssigkeit auflösen. Um sie zu transportieren, bindet der Körper sie an spezielle Eiweißkörper.

Das LDL-Cholesterin beteiligt sich an der Entstehung von Arteriosklerose sowie der Verkalkung der Blutgefäße. In diesem Artikel finden sich alle relevanten Informationen zum Thema LDL-Cholesterin und die Wirkung auf den Körper. Der Leser erfährt die Auswirkungen eines zu hohen Wertes und wie es möglich ist, diesen Wert zu senken.

 

Der Blutwert Cholesterin: das Wichtigste im Überblick

  • Der Mensch nimmt Cholesterin über die Nahrung auf.
  • Die Hälfte des täglichen Cholesterinbedarfs deckt die Leber über die Eigensynthese ab.
  • Cholesterin stellt die Basis für die Synthese von Steroidhormonen dar.
  • Bei Männern und Frauen sollte der Cholesterin-Blutwert unter 200 Milligramm pro Deziliter liegen.
  • Ein hoher Cholesterinspiegel resultiert aus einer übermäßig fettigen Ernährung. Unterernährung führt zu einem niedrigen Blutwert.

Das Cholesterin übernimmt im Körper zahlreiche Aufgaben

Im menschlichen Körper fallen dem Blutwert Cholesterin verschiedene Aufgaben und Funktionen zu. Der Blutfettwert existiert als notwendiger Bestandteil der Körperzellen. Des Weiteren dient er als wesentliches Reparaturmolekül in beschädigten Zellwänden. Ihr Organismus braucht den Blutwert, um Gallensäuren herzustellen.

Gleichzeitig unterstützt die Produktion der Hormone Östrogen und Testosteron. In einer Routineuntersuchung kontrollieren die Ärzte den Cholesterinwert im großen Blutbild. Zusätzlich erfolgt eine regelmäßige Kontrolle, sofern die Patienten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Gleiches gilt für Menschen mit Adipositas (Fettsucht).

Cholesterin Blutwert gesamt
mg/dl (mmol/l)
≤200 (≤5,17)
≤200 (≤7,17)

Cholesterin Blutwert zu hoch
Cholesterin Blutwert zu niedrig

 

HDL Blutwert (HDL-Cholesterin)
mg/dl (mmol/l
45-65 (1,16-1,68)
33-45 (0,85-1,6)

 

LDL Blutwert (LDL-Cholesterin)
mg/dl (mmol/l)
≤150 (≤3,88)
≤150 (≤3,88)

 

Was sagen zu hohe oder zu niedrige Cholesterinwerte aus?

Unter einem niedrigen Cholesterinspiegel leiden Personen, sofern der Cholesterinwert unterhalb der Normgrenze liegt. Von einem hohen Blutwert sprechen die Mediziner, wenn die im Blutserum gemessenen Werte den Normbereich überschreiten. Bei Männern und Frauen liegt dieser beim Gesamtcholesterin bei:

Welche Ursachen führen zu niedrigen oder hohen Cholesterinwerten?

Wann kommt es zu einem niedrigen Cholesterin-Blutwert?
Liegt der Cholesterinspiegel bei 110 bis 160 Milligramm je Deziliter, leiden die Betroffenen unter einem niedrigen Cholesterinwert, der Hypocholesterinämie.

Das geschieht bei:

  1. einer Unterernährung,
  2. einer seltenen, genetisch bedingten Fettstoffwechselkrankheit,
  3. der Leberzirrhose,
  4. einem Manganmangel
  5. einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose).

Warum entsteht ein hoher Cholesterinwert?

Ein erhöhter Cholesterinwert, die Hypercholesterinämie, entsteht durch das Ansteigen des LDL-Cholesterins im Blut. Das geschieht bei:

  1. dem erblich bedingten Fehlen der LDL-Rezeptoren,
  2. dem häufigen Verzehr von rotem Fleisch, Transfettsäuren sowie gesättigten Fettsäuren,
  3. der Adipositas (Fettsucht),
  4. einer Unterfunktion der Schilddrüse,
  5. dem nephrotischen Syndrom (Kombination aus erhöhtem Eiweiß im Harn, hohen Blutfettwerten sowie peripheren Ödemen),
  6. einem Gallenstau,
  7. der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus),
  8. einer Schwangerschaft
  9. und der Einnahme spezieller Medikamente, beispielsweise Gestagenen oder Kortisonpräparaten.

Welche Symptome zieht ein hoher oder niedriger Cholesterinwert nach sich?
In der Regel gehen erhöhte oder erniedrigte Cholesterinwerte mit keinen typischen Anzeichen einher. Daher gibt ausschließlich eine Blutuntersuchung Aufschluss über das Phänomen.

Gelegentlich treten bei einem Cholesterinspiegel unterhalb der Normgrenze Stimmungsschwankungen auf. Diese resultieren nicht direkt aus dem Fehlen des Lipids, des Blutfettwerts. Vielmehr kann der niedrige Cholesterinwert durch seinen Einfluss auf den Hormonhaushalt Depressionen auslösen.

Zu welchen Erkrankungen führt ein niedriger Cholesterinspiegel?

Ein niedriger Cholesterinwert steht unter dem Verdacht, Depressionen auszulösen sowie deren Entstehung zu begünstigen. Bei Männern steigt die Depressionsgefahr, sofern ihr LDL-Cholesterin unter den Normwert sinkt. Frauen leiden unter Verstimmung, wenn sich der HDL-Blutwert erniedrigt. Eine Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Cholesterinwert und Selbstmordversuchen.

 

Welche Folgen zieht ein überhöhter Cholesterinwert nach sich?

Ein auf die Dauer erhöhter Cholesterinspiegel führt zur Arteriosklerose genannten Arterienverkalkung. Dadurch verringert sich der Innendurchmesser der Gefäßwände. Diese erweisen sich als zunehmend rau und brüchig, was den Blutfluss erschwert.

Bilden sich Gerinnsel, können sie die Blutgefäße verschließen. Dementsprechend erhöht der hohe Cholesterinspiegel das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Tipps für einen Cholesterinspiegel im Normbereich

Für einen ausgeglichenen Blutwert des Cholesterins sollten Sie auf ein Gesamtcholesterin unter 200 Milligramm pro Deziliter Blut achten. Dabei empfehlen Ärzte ein hohes HDL-und ein niedriges LDL-Cholesterin.

Um Letzteres zu senken, kommt eine Gewichtsreduktion infrage. Des Weiteren achten Sie auf eine vitaminreiche und fettarme Ernährung. Speziell Zucker und gesättigte Fettsäuren gilt es, zu vermeiden. Neben bestimmten Medikamenten existieren Lebensmittel mit einem positiven Einfluss auf das Lipid. Dazu gehört beispielsweise das Olivenöl. Dieses besteht größtenteils aus ungesättigten Fettsäuren.

 

Laborwert
Blutwerte © Christian Schwier – Fotolia.com

 

LDL-Cholesterin Ursachen

Die LDL-Cholesterin-Blutwerte sind zu hoch.

Eine schlechte Lebensweise, die eine falsche Ernährung und mangelnde Bewegung beinhaltet, ist der häufigste Grund eines schlechten Cholesterinspiegels. Zusätzlich bewirken verschiedene Erkrankungen als Nebeneffekt einen veränderten Cholesterin-Wert. Ist der LDL höher als 130 mg/dl oder 3,4 mmol/l liegt er über dem Idealbereich. Über 160 mg/dl oder 4,1 mmol/l ist eine Veränderung notwendig.

Mehr Bewegung und der Verzicht auf eine fettreiche Kost senken in erster Linie den Cholesterin-Wert. Frisches Gemüse, Obst, mageres Fleisch wie bei Fisch und Huhn empfehlen Ärzte bei der Ernährungsumstellung. Die Kombination aus Nikotin durchs Rauchen und ein erhöhter LDL wirken sich stark negativ auf das Herzinfarktrisiko aus. Das Rauchen aufzugeben, ist bei einem Cholesterinspiegel oberhalb des Normalwertes eine Notwendigkeit.

 

Auswirkung und Funktion des LDL-Cholesterins

Das LDL-Cholesterin gehört zur Gruppe der Lipoproteine. Diese transportieren wasserunlösliche Substanzen wie das Cholesterin, Triglyceride, Phosphatlipide, Cholesterinester, Fettsäuren und fettlösliche Vitamine.

Der Körper produziert das LDL in der Leber, von wo es zu den verschiedenen Geweben wandert. Das überschüssige Cholesterin verbleibt einige Tage im Blutkreislauf und lagert sich in den Blutgefäßen ab. Misst der Arzt, dass das LDL-Cholesterin zu hoch ist, bedeutet es, dass viel Cholesterin im Kreislauf zirkuliert.

 

Cholesterinspiegel-Werte

Gewöhnlich ist den Menschen der eigene Cholesterinspiegel nicht bekannt. Um ihn eindeutig zu bestimmen, bedarf es einer Blutuntersuchung.

Im Normalfall liegen die LDL-Cholesterin-Werte im Bereich von unter 160 mg/dl oder 4,1 mmol/l und das „gute“ Cholesterin HDL bei mehr als 40 mg/dl. Aus diesen Werten ergibt sich ein Gesamtcholesterinwert von circa 200 mg/dl als Grenzwert.

Bei verschiedenen Patienten, die an einer Grunderkrankung leiden oder einen hohen Risikofaktor für zu hohes Cholesterin aufweisen, ist es notwendig, das LDL weiter zu senken. In bestimmten Fällen liegt der Grenzwert bei weniger als 100 mg/dl. Bei der Bestimmung eines gesunden Wertes spielen weitere Faktoren wie das Alter und das Geschlecht eine Rolle. Zusätzlich gilt es, zu beachten, dass die Triglyceride gering ausfallen, weil sie das LDL-Cholesterin fördern.

 

Messung des Gesamtcholesterinwertes

Ein erhöhter Cholesterinspiegel zeigt ohne weitere Erkrankung keine Symptome. Aus diesem Grund ist es wichtig, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Für die Messung entnimmt der Arzt dem Patienten eine kleine Blutprobe ab.

Für den Zeitraum von zwölf bis 14 Stunden vor der Untersuchung verzichtet der Patient auf die Nahrungsaufnahme. Zusätzlich ist körperliche Anstrengung zwei bis drei Stunden vorher nicht zu empfehlen.

Um sich selbst einen Überblick zu verschaffen, folgt eine Übersicht über die LDL-Cholesterin-Werte. Unter 70 mg/dl ist der Wert sehr niedrig. Zwischen 70 und 100 mg/dl liegt das LDL im niedrigen Bereich.

Ein durchschnittlicher normaler Wert liegt zwischen 100 und 130 mg/dl oder im Bereich bei 3,4 mmol/l. Noch nicht bedrohlich ist ein Wert zwischen 130 und 160 mg/dl. Zwischen 160 bis 190 mg/dl oder zwischen 3,4 und 4,1 mmol/l weist der Cholesterin Wert eine hohe Menge auf. Über 190 mg/dl oder 4,1 mmol/l ist das LDL-Cholesterin zu hoch für alle Altersgruppen.

 

Falsche Lebensweise und Ernährung

Ergibt sich keine andere Erklärung für zu hohe LDL-Cholesterin-Werte, ist eine ungesunde Lebensweise ursächlich. Die Kombination aus einer fetthaltigen Ernährung und mangelnder Bewegung sind die besten Voraussetzungen dafür, dass der LDL-Cholesterin zu hoch ist. Als erste Maßnahme empfehlen Ärzte, die Ernährung umzustellen. Dazu gehört, fetthaltiges Fleisch zu vermeiden und häufiger zu fettarmen Fleischprodukten zu greifen.

Um den Cholesterinspiegel zu senken, ist reichlich Obst und Gemüse sowie eine mediterrane Kost ideal als cholesterinarme Diät geeignet. Zum Kochen und Braten eignet sich ein natürliches Pflanzenöl. Der Verzicht auf größere Mengen fettreichen Käses oder Milchprodukten sowie auf tierische Eiweiße wirkt sich positiv auf die Cholesterinwerte aus. Raucher verfügen über ein erhöhtes Risiko für zu hohe LDL-Cholesterin-Werte. Ärzte empfehlen in akuten Fällen, das Rauchen aufzugeben und auf Alkohol zu verzichten. Beides erhöht den LDL und schädigt die Arterien.

 

Um den zweiten Risikofaktor „mangelnde Bewegung“ entgegenzuwirken, ist mindestens drei Mal 30 Minuten pro Woche eine körperliche Betätigung notwendig. Für diesen Zweck bieten sich Ausdauersportarten wie Wandern, Radfahren, Joggen und Ähnliches am besten an. Um den Blutkreislauf zu fördern, ist es wichtig, den Stoffwechsel anzukurbeln.

 

Krankheiten, die zu hohem Cholesterin-Wert führen

Es existieren verschiedene Grunderkrankungen, welche einen erhöhten LDL-Wert bewirken. Zu diesen zählen die chronische Niereninsuffizienz, Gallenwegs- und Leberkrankheiten, Schilddrüsenunterfunktion und unzureichend eingestellte Diabetesmedikation. Zusätzlich ist es möglich, dass am Ende einer Schwangerschaft der LDL-Cholesterin zu hoch ist.

In bestimmten Fällen ist der Cholesterinwert höher, ohne eine richtige Ursache zu finden. Eine familiär bedingte Hypercholesterinämie verursacht ein Fehlen von LDL-Rezeptoren auf der Oberfläche der Leberzellen. Dies bewirkt, dass der Körper weniger LDL aufnimmt. Im Gegenzug dazu bedingen bestimmte Fettstoffwechselstörungen, Krebserkrankungen, Operationen, Schilddrüsenüberfunktionen, chronische Infektionen und eine Leberschwäche zu niedrige LDL-Cholesterin-Werte.

 

Behandlung zu hoher LDL-Cholesterin-Werte

Bewirkt eine Ernährungsumstellung oder mehr Bewegung über einen angemessenen Zeitraum keine Senkung, erwägen Ärzte eine medikamentöse Behandlung. Den gewünschten Zweck bewirken Statine, Anionenaustauscherharze, Fibrate, Nikotinsäure und Cholesterin-Resorptionshemmer.

Fibrate bauen Fett gezielt im Körper ab, wobei Statine das überschüssige Cholesterin im Blut entfernen. Anionenaustauscherharze binden Gallensäure im Darm des Patienten, was zu einem höheren Cholesterinverbrauch führt. Nikotinsäure wirkt ähnlich wie Fibrate und senken den Fettgehalt. Cholesterin-Resorptionshemmer reduzieren die Aufnahme des Cholesterins.

 

Tipps bei erhöhtem LDL-Cholesterin

Zusätzlich zur fettarmen Ernährung durch Früchte, Gemüse, Fisch und Huhn und einer ausgedehnten körperlichen Bewegung empfehlen Ärzte Rotwein. Ein bis zwei Gläser Rotwein pro Tag verringern das schädliche LDL-Cholesterin und erhöhen den Anteil des „guten“ HDL-Cholesterins.

Einige Kilogramm zu viel am Bauch bieten guten Nährboden für das LDL. Abnehmen senkt den Cholesterinspiegel und verhilft zu einer besseren Lebensqualität. Die Kombination aus Nikotin und Cholesterin erhöht das Risiko eines Herzinfarktes um ein Vielfaches. Besteht ein zu hoher Cholesterin-Wert, ist es wichtig, mit dem Rauchen aufzuhören.

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