Was bedeuten erhöhte oder niedrige Gesamteiweiß-Blutwerte?

Die im Blut befindlichen Eiweißstoffe existieren nicht als einheitliche Gruppe, vielmehr fungieren sie in unterschiedlichen Bereichen.

Beispielsweise sorgen die Eiweiße für eine Stabilisierung der physikalischen Bluteigenschaften. Einen erhöhten Gesamteiweiß-Blutwert stellen Mediziner bei Patienten mit Flüssigkeitsverlust fest.

Geraten Sie nach dem Sport ins Schwitzen, steigt die Konzentration der Proteine im Blutplasma über die Normgrenze.

Copyright: Vitleo bigstockphoto Blutwerte

Was sagt das Gesamteiweiß im Blut aus?

Die Bluterweiße dienen im Organismus in spezifischen Funktionen. Beispielsweise stabilisieren sie das Blut und seine Struktur.

Misst Ihr Hausarzt bei einer Blutuntersuchung hohe oder niedrige Gesamteiweiß-Blutwerte, leiden Sie beispielsweise an einer Synthesestörung. Weitere Gründe für veränderte Werte bilden bösartige Tumoren, ein gestörter Wasserhaushalt oder ein starker Eiweißverlust.

Die Proteine erfüllen in Ihrem Körper verschiedene Aufgaben. Sie liefern wichtige Baustoffe für die Haut, das Bindegewebe und die Muskulatur. Zum Gesamteiweiß, auch Serumprotein genannt, gehören:

  • Gamma-Globuline,
  • Beta-Globuline,
  • Albumin,
  • Alpha-1-Globuline,
  • Alpha-2-Globuline.

Albumin zählt im Organismus zu den relevanten Transportproteinen, die beispielsweise medikamentöse Wirkstoffe im Körper verteilen. Die Immunglobuline bewahren ihn vor unterschiedlichen Krankheitserregern. Die Plasmaproteine bilden zusammen das Serumeiweiß. Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften festigt dieses den pH-Wert und die Konzentration des Bluts.

Wann erfolgt die Messung des Gesamteiweißes?

Liegt der Verdacht einer Synthesestörung nahe, kontrolliert der Arzt Ihren Bluteiweißspiegel. Dafür entnimmt er eine Blutprobe, um das Blutserum zu untersuchen. Den Prozess führt er ebenfalls bei einer vermuteten Malabsorptionsstörung oder bei Patienten mit Mangelernährung durch. Niedrige oder erhöhte Gesamteiweiß-Blutwerte deuten oft auf eine gesundheitliche Komplikation hin.

Die Normgrenze bei Kindern hängt von ihrem Alter und dem Geschlecht ab. Im ersten Lebensmonat beträgt der Referenzbereich bei Mädchen 4,2 bis 6,2 Gramm pro Deziliter. Jungen weisen mit bis zu 6,3 Gramm in einem Deziliter einen höheren Normwert auf. Weitere Blutwerte für Ihren Nachwuchs fasst die folgende Tabelle zusammen:

Gesamteiweiß Werte Tabelle

Alter

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Normwert für Mädchen (in Gramm je Deziliter)

Normwert für Jungen (in Gramm je Deziliter)

bis sechs Monate

4,4 bis 6,6

4,7 bis 6,7

bis zum ersten Lebensjahr

5,6 bis 7,9

5,5 bis 7,0

bis zum 18. Lebensjahr

5,7 bis 8,0

5,7 bis 8,0

 

Der Normwert bei erwachsenen Patienten beträgt geschlechterunabhängig 6,1 bis 8,1 Gramm in einem Deziliter Blut.

niedriger Gesamteiweiß-Werte

Wann entsteht ein niedriger Gesamteiweiß-Blutwert?

Stören körperliche Ursachen die Eiweißsynthese, sinkt die Konzentration des Serumproteins im Blut. Das geschieht beispielsweise bei Krebs sowie bei einer schweren Leberentzündung. Zudem liegt dem niedrigen Gesamteiweiß-Blutwert ein Proteinverlust, beispielsweise aufgrund einer Nierenstörung, zugrunde. Weitere Ursachen bilden Darmerkrankungen oder Verbrennungen.

Betroffene weisen häufig eine Albuminminderung auf. Ein sinkender Serumproteinwert entsteht zusätzlich durch Analbuminämie. Bei einigen Patienten kommt sie familiär bedingt vor. Bei einem Antikörpermangelsyndrom droht eine Synthesestörung im Organismus. Dadurch senkt sich das Gesamteiweiß. Gleiches geschieht bei einer Proteinmangelernährung, verursacht von:

  • Hungerzuständen,
  • gastrointestinalen Tumoren,
  • Magersucht
  • oder die bei Kindern vorkommende Mangeldystrophie.

Niedrige Proteinwerte kommen zudem durch eine Pseudohypoproteinämie zustande. Hierbei verschieben sich die Eiweißwerte durch eine Infusionstherapie oder während der Schwangerschaft. Übermäßige Flüssigkeitszufuhr, als Polydipsie bezeichnet, verursacht einen ähnlichen Effekt. Eine sinkende Konzentration des Gesamteiweißes im Blut deutet zudem auf Bauchwassersucht, Aszites, hin. Leiden Sie unter einem Erguss im Rippen- und Lungenfell, zeigen sich die veränderten Blutwerte.

 

erhöhte Gesamteiweiß-Werte

Wann treten erhöhte Gesamteiweiß-Blutwerte auf?

Serumprotein unterstützt den Körper beispielsweise bei der Bekämpfung immunbedingter Erkrankungen und ihrer Folgen.

Beispielsweise hilft zugeführtes Bluteiweiß dabei, die Symptome von Arthritis auf natürlichem Weg zu behandeln [Quelle: Universitätsklinik Düsseldorf: „Körpereigenes Protein bessert Symptome deutlich“ (2005); URL: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-2923-2005-06-01.html (letzter Zugriff: 08.02.2018)].

Dennoch ruft ein erhöhter Gesamteiweiß-Blutwert negative Konsequenzen hervor. Beispielsweise führt er zu einem niedrigen Serumnatrium, einer Mangelerscheinung mit zunächst allgemeinen Krankheitssymptomen.

Zu ihnen gehören Übelkeit und Muskelschmerzen und Verwirrtheit. Später drohen verstärkte Wasserverschiebungen, die schlimmstenfalls eine Hirnschwellung auslösen. Der Anstieg des Serumproteins resultiert aus einer Krebserkrankung oder chronischen Infektionen.

Zudem steigt das Gesamteiweiß im Körper, sofern Patienten an einer Leberzirrhose leiden. Gleiches geschieht bei der Krankheit Morbus Waldenström, einer bösartigen Lymphomerkrankung.

 

Tipp: Heben Sie Ihr Gesamteiweiß durch gesunde Ernährung an

Leiden Sie an einem niedrigen Gesamteiweiß-Blutwert, schafft eine abwechslungsreiche Ernährung Abhilfe. Achten Sie auf kalorienreduzierte Kost und nehmen Sie vorrangig proteinhaltige Produkte zu sich. Hierzu zählen mageres Fleisch, Hüttenkäse sowie Magerquark.

Die eiweißhaltige Nahrung eignet sich ebenfalls für Menschen, die nach einem Muskelaufbau streben.

 

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