Eiweißwerte im Blut

Was bedeuten die Eiweißwerte im Blut?

Unter dem Begriff „Eiweißwerte im Blut“ verstehen die Mediziner das im Körper befindliche Gesamteiweiß. Dieses umfasst sämtliche Proteine innerhalb des Blutplasmas, die insgesamt keine einheitliche Gruppe bilden. Stattdessen übernehmen die Eiweißwerte unterschiedliche Aufgaben und Funktionen im Organismus. Kommt es bei den untersuchten Patienten zu einem Verlust von Flüssigkeit, erhöhen sich die Eiweiße innerhalb des Bluts. Das geschieht beispielsweise, wenn die Betroffenen schwitzen.

Blutproben

Blutproben zur Diagnose von Erkrankungen © Henrik Dolle – Fotolia.com

Demnach besteht die Fähigkeit der Proteine in der Stabilisation der physikalischen Eigenschaften des Blutes. Existierende Eiweißwerte außerhalb des Normalbereichs, weist das Phänomen auf eine Synthese-Störung hin. Des Weiteren besteht der Verdacht auf einen Eiweißverlust sowie auf einen fehlerhaften Wasserhaushalt. In sämtlichen Fällen kommt es unter Umständen zu schwerwiegenden Komplikationen für die Patienten.

 

Die verschiedenen Plasmaproteine zusammengefasst

Um die Eiweißwerte im Blut zu bestimmen, nutzen die Mediziner eine Blutprobe, wobei sie speziell auf die Konzentration der Plasmaproteine achten. Unter dem Begriff verstehen die Ärzte eine Sammelbezeichnung für die häufigsten Blutproteine. Insgesamt befinden sich innerhalb eines Liters Blut 60 bis 80 Gramm Eiweiß.

Um die einzelnen Plasmaproteine zu analysieren, eignet sich die Elektrophorese, um die einzelnen Eiweiße zu spalten. Diese unterteilen sich in die Albumine und die Globuline. Zusätzlich existieren mehrere Unterklassen, die verschiedene Funktionen innerhalb des Körpers erfüllen. Befinden sich zu viele Proteine im Blut, besteht der Verdacht auf eine Unterversorgung mit Wasser.

 

Eiweißwerte im Blut erhalten Relevanz

Das Blut enthält Plasmaproteine, die als Stabilisatoren für die physikalischen Eigenschaften des Blutes fungieren. Hierbei bestehen die Eiweiße nicht als einheitliche Gruppe, sondern spalten sich in verschiedene Unterklassen. Abhängig von dem Ort ihrer Existenz besitzen die Eiweißwerte im Blut diverse Funktionen und Aufgaben. Ihre gesamte Konzentration beträgt 60 bis 80 Gramm der Proteine in einem Liter Blut.

Nach dem Spalten der Eiweiße durch die Elektrophorese entstehen innerhalb des Körpers Albumine und Globuline. Dabei nehmen Erstere 60 Prozent der Eiweißproteine ein. Die restlichen 40 Prozent bestehen aus den verschiedenen Arten der Globuline. Sie unterteilen sich in:

  • Alpha-1-Globuline,
  • Alpha-2-Globuline,
  • Beta-Globuline
  • und Epsilon-Globuline.

In einem Liter Blut weisen die Mediziner in einer Untersuchung in der Regel bis zu vier Prozent Alpha-1-Globuline nach. Zu diesen gehören beispielsweise das Transcortin, das Prothrombin sowie das zum Transport von Blutfetten benötigte HDL. Die Alpha-2-Globuline umfassen das Haptoglobin oder das Alpha-2-Makroglobulin. Hierbei machen die Alpha-2-Globuline acht Prozent der Gesamteiweiße aus.

Weiterhin zählt das Beta-Globulin zu den Eiweißwerten im Blut. Diese bilden bis zu zwölf Prozent der im Blut befindlichen Eiweiße. Als Beispiele präsentieren sich das Transferrin und das Fibrinogen. Beide fungieren innerhalb des Organismus als Transportstoffe für das Eisen und einzelne Blutzellen. Des Weiteren dient die lösliche Vorstufe des Fibrins als Faktor für die Blutgerinnung. Ebenso zu den Proteinen zählt das Epsilon-Globulin. Hierbei spielen die Antikörper bezeichneten Immunglobuline eine tragende Rolle. Sie unterteilen sich beispielsweise in igA, igD, igE und igG.

In der Regel handelt es sich bei den Eiweißen um die Glykoproteine, die Lipoproteine und die Metalloproteine. Bei den Albuminen beträgt die Molekülmasse 67 atomare Masse-Einheit. Bei den Globulinen liegt der Wert zwischen 67 und 1,3 atomare Masse-Einheit. Die Eiweißwerte im Blut erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben, sodass die Experten keine spezifische Funktion bestimmen. Stattdessen zeigen sich ihre Fähigkeiten unterschiedlich und hängen von dem jeweiligen Entstehen der Plasmaproteine ab.

 

Welche Funktionen besitzen die Eiweiße?

Der Normwert der Plasmaproteine liegt in der Regel zwischen 64 und 83 Gramm der Eiweiße in einem Liter Blut. Beispielsweise sorgen die Eiweißwerte im Blut für das Aufrechterhalten des kolloidosmotischen Drucks. Zudem verfügen die Proteine über eine Puffer-Funktion bei dem pH-Wert des Blutes. Um wasserunlösliche Stoffe innerhalb des Organismus zu transportieren, eignen sich die Plasmaproteine im gleichen Fall. Des Weiteren lagern sich Hormone und Enzyme an den Eiweißen an. Auf diese Weise gelangen sie in die verschiedenen Organe und Gefäße.

Zudem erhalten die Eiweiße einen hohen Stellenwert im Bezug auf die Homöostase und bei der Gerinnung des Blutes. Hierbei spielen die Akute-Phase-Proteine eine bedeutende Rolle. Vorwiegend die Immunglobuline bekommen bei dem Immunsystem eine bedeutende Relevanz. Im Verlauf einer Entzündung sind die Eiweiße ebenfalls wichtig. Zusätzlich belegt die Studie „Körpereigenes Protein bessert Symptome deutlich“, dass das Bluteiweiß gegen die Arthrose hilft. Zu dem Ergebnis kamen die Forscher der Universitätsklinik Düsseldorf.

Des Weiteren besteht durch das Bestimmen der Eiweiße die Möglichkeit, einen Flüssigkeitsverlust im Körper zu identifizieren. Schwitzen die untersuchten Personen beispielsweise nach dem Sport, erhöht sich die Konzentration der verschiedenen Plasmaproteine. Zudem eignen sich die Stoffe, um die physikalischen Eigenschaften des Blutes zu stabilisieren. Liegt die Menge der gemessenen Proteine über dem Normbereich, belegt der Umstand eine vorliegende Synthesestörung. Weiterhin deutet die Überproduktion der Eiweiße auf eine Störung des Wasserhaushalts hin.

Bei einem Plasmaprotein-Wert unterhalb der Normgrenze besteht der Verdacht auf einen Eiweißverlust. Ebenso diagnostizieren die Mediziner unter Umständen eine bösartige Neubildung. Durch eine Unterversorgung mit den verschiedenen Proteinen verändert sich beispielsweise der pH-Wert des Blutes. Auf lange Sicht führt das Phänomen zu gesundheitlichen Schwierigkeiten der Betroffenen.

 

Wann verändern sich die Eiweißwerte?

Eine Erkrankung, die sich negativ auf die Eiweißsynthese auswirkt, führt zu einer Verminderung des Gesamteiweißes im Organismus. Bei einer schweren Leberentzündung oder bei Krebs sinkt die Menge der Plasmaproteine. Zudem präsentieren sich bei einem chronischen Hungerzustand erniedrigte Eiweißwerte. Im gleichen Fall kommt es im Zuge einer Nierenstörung zu einem sinkenden Gesamteiweiß. Weitere Gründe für die geringen Plasmaproteine bilden verschiedene Erkrankungen des Darms sowie Verbrennungen.

Zu einer krankhaften Erhöhung des Gesamteiweißes kommt es bei chronischen Infektionen oder einer Krebs-Erkrankung, die mit Lymphomen einhergeht. Hierbei erhöht sich vorwiegend die Anzahl der Immunglobuline. Zudem steigt die Menge der Eiweißwerte bei einer starken Austrocknung des Patienten.

Die Elektrophorese spielt eine tragende Rolle

Bei der Untersuchung der unterschiedlichen Eiweißwerte erhält die Elektrophorese einen hohen Stellenwert. Mithilfe dieser Methode gelingt das Analysieren des Gesamteiweißes, sodass die Ärzte die diversen Unterklassen identifizieren. Bei chronischen Erkrankungen nutzen die Mediziner die Elektrophorese, um die einzelnen Bestandteile der Plasmaproteine zu erkennen. Auf diese Weise gelingt es den Experten, eine aussagekräftige Diagnose zu stellen.

 

 

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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