Unter den Eiweißwerten im Blut verstehen Mediziner das im Körper befindliche Gesamteiweiß. Dieses umfasst sämtliche Proteine innerhalb des Blutplasmas, die insgesamt keine einheitliche Gruppe bilden. Stattdessen übernehmen die Eiweißwerte unterschiedliche Aufgaben und Funktionen im Organismus. Kommt es bei den untersuchten Patienten zu einem Verlust von Flüssigkeit, erhöhen sich die Eiweiße innerhalb des Bluts. Das geschieht beispielsweise, wenn die Betroffenen schwitzen.

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Demnach besteht die Fähigkeit der Proteine in der Stabilisation der physikalischen Eigenschaften des Blutes. Existierende Eiweißwerte außerhalb des Normalbereichs, weist das Phänomen auf eine Synthese-Störung hin. Des Weiteren besteht der Verdacht auf einen Eiweißverlust sowie auf einen fehlerhaften Wasserhaushalt. In sämtlichen Fällen kommt es unter Umständen zu schwerwiegenden Komplikationen für die Patienten.

Was sagt das Gesamteiweiß im Blut aus?

Die Bluterweiße dienen im Organismus in spezifischen Funktionen. Beispielsweise stabilisieren sie das Blut und seine Struktur.

Misst Ihr Hausarzt bei einer Blutuntersuchung hohe oder niedrige Gesamteiweiß-Blutwerte, leiden Sie beispielsweise an einer Synthesestörung. Weitere Gründe für veränderte Werte bilden bösartige Tumoren, ein gestörter Wasserhaushalt oder ein starker Eiweißverlust.

Die Proteine erfüllen in Ihrem Körper verschiedene Aufgaben. Sie liefern wichtige Baustoffe für die Haut, das Bindegewebe und die Muskulatur. Zum Gesamteiweiß, auch Serumprotein genannt, gehören:

  • Gamma-Globuline,
  • Beta-Globuline,
  • Albumin,
  • Alpha-1-Globuline,
  • Alpha-2-Globuline.

Albumin zählt im Organismus zu den relevanten Transportproteinen, die beispielsweise medikamentöse Wirkstoffe im Körper verteilen. Die Immunglobuline bewahren ihn vor unterschiedlichen Krankheitserregern. Die Plasmaproteine bilden zusammen das Serumeiweiß. Aufgrund seiner chemischen Eigenschaften festigt dieses den pH-Wert und die Konzentration des Bluts.

Blutproben
Blutproben zur Diagnose von Erkrankungen © Henrik Dolle – Fotolia.com

Wann erfolgt die Messung des Gesamteiweißes?

Liegt der Verdacht einer Synthesestörung nahe, kontrolliert der Arzt Ihren Bluteiweißspiegel. Dafür entnimmt er eine Blutprobe, um das Blutserum zu untersuchen. Den Prozess führt er ebenfalls bei einer vermuteten Malabsorptionsstörung oder bei Patienten mit Mangelernährung durch. Niedrige oder erhöhte Gesamteiweiß-Blutwerte deuten oft auf eine gesundheitliche Komplikation hin.

Die Normgrenze bei Kindern hängt von ihrem Alter und dem Geschlecht ab. Im ersten Lebensmonat beträgt der Referenzbereich bei Mädchen 4,2 bis 6,2 Gramm pro Deziliter. Jungen weisen mit bis zu 6,3 Gramm in einem Deziliter einen höheren Normwert auf. Weitere Blutwerte für Ihren Nachwuchs fasst die folgende Tabelle zusammen:

Gesamteiweiß Werte Tabelle

Alter

Normwert für Mädchen (in Gramm je Deziliter)

Normwert für Jungen (in Gramm je Deziliter)

bis sechs Monate

4,4 bis 6,6

4,7 bis 6,7

bis zum ersten Lebensjahr

5,6 bis 7,9

5,5 bis 7,0

bis zum 18. Lebensjahr

5,7 bis 8,0

5,7 bis 8,0

Der Normwert bei erwachsenen Patienten beträgt geschlechterunabhängig 6,1 bis 8,1 Gramm in einem Deziliter Blut.

Die verschiedenen Plasmaproteine zusammengefasst

Um die Eiweißwerte im Blut zu bestimmen, nutzen die Mediziner eine Blutprobe, wobei sie speziell auf die Konzentration der Plasmaproteine achten. Unter dem Begriff verstehen die Ärzte eine Sammelbezeichnung für die häufigsten Blutproteine. Insgesamt befinden sich innerhalb eines Liters Blut 60 bis 80 Gramm Eiweiß.

Um die einzelnen Plasmaproteine zu analysieren, eignet sich die Elektrophorese, um die einzelnen Eiweiße zu spalten. Diese unterteilen sich in die Albumine und die Globuline. Zusätzlich existieren mehrere Unterklassen, die verschiedene Funktionen innerhalb des Körpers erfüllen. Befinden sich zu viele Proteine im Blut, besteht der Verdacht auf eine Unterversorgung mit Wasser.

Eiweißwerte im Blut erhalten Relevanz

Das Blut enthält Plasmaproteine, die als Stabilisatoren für die physikalischen Eigenschaften des Blutes fungieren. Hierbei bestehen die Eiweiße nicht als einheitliche Gruppe, sondern spalten sich in verschiedene Unterklassen. Abhängig von dem Ort ihrer Existenz besitzen die Eiweißwerte im Blut diverse Funktionen und Aufgaben. Ihre gesamte Konzentration beträgt 60 bis 80 Gramm der Proteine in einem Liter Blut.

Nach dem Spalten der Eiweiße durch die Elektrophorese entstehen innerhalb des Körpers Albumine und Globuline. Dabei nehmen Erstere 60 Prozent der Eiweißproteine ein. Die restlichen 40 Prozent bestehen aus den verschiedenen Arten der Globuline. Sie unterteilen sich in:

  • Alpha-1-Globuline,
  • Alpha-2-Globuline,
  • Beta-Globuline
  • und Epsilon-Globuline.

In einem Liter Blut weisen die Mediziner in einer Untersuchung in der Regel bis zu vier Prozent Alpha-1-Globuline nach. Zu diesen gehören beispielsweise das Transcortin, das Prothrombin sowie das zum Transport von Blutfetten benötigte HDL. Die Alpha-2-Globuline umfassen das Haptoglobin oder das Alpha-2-Makroglobulin. Hierbei machen die Alpha-2-Globuline acht Prozent der Gesamteiweiße aus.

Weiterhin zählt das Beta-Globulin zu den Eiweißwerten im Blut. Diese bilden bis zu zwölf Prozent der im Blut befindlichen Eiweiße. Als Beispiele präsentieren sich das Transferrin und das Fibrinogen. Beide fungieren innerhalb des Organismus als Transportstoffe für das Eisen und einzelne Blutzellen. Des Weiteren dient die lösliche Vorstufe des Fibrins als Faktor für die Blutgerinnung. Ebenso zu den Proteinen zählt das Epsilon-Globulin. Hierbei spielen die Antikörper bezeichneten Immunglobuline eine tragende Rolle. Sie unterteilen sich beispielsweise in igA, igD, igE und igG.

In der Regel handelt es sich bei den Eiweißen um die Glykoproteine, die Lipoproteine und die Metalloproteine. Bei den Albuminen beträgt die Molekülmasse 67 atomare Masse-Einheit. Bei den Globulinen liegt der Wert zwischen 67 und 1,3 atomare Masse-Einheit. Die Eiweißwerte im Blut erfüllen eine Vielzahl von Aufgaben, sodass die Experten keine spezifische Funktion bestimmen. Stattdessen zeigen sich ihre Fähigkeiten unterschiedlich und hängen von dem jeweiligen Entstehen der Plasmaproteine ab.

Welche Funktionen besitzen die Eiweiße?

Der Normwert der Plasmaproteine liegt in der Regel zwischen 64 und 83 Gramm der Eiweiße in einem Liter Blut. Beispielsweise sorgen die Eiweißwerte im Blut für das Aufrechterhalten des kolloidosmotischen Drucks. Zudem verfügen die Proteine über eine Puffer-Funktion bei dem pH-Wert des Blutes. Um wasserunlösliche Stoffe innerhalb des Organismus zu transportieren, eignen sich die Plasmaproteine im gleichen Fall. Des Weiteren lagern sich Hormone und Enzyme an den Eiweißen an. Auf diese Weise gelangen sie in die verschiedenen Organe und Gefäße.

Zudem erhalten die Eiweiße einen hohen Stellenwert im Bezug auf die Homöostase und bei der Gerinnung des Blutes. Hierbei spielen die Akute-Phase-Proteine eine bedeutende Rolle. Vorwiegend die Immunglobuline bekommen bei dem Immunsystem eine bedeutende Relevanz. Im Verlauf einer Entzündung sind die Eiweiße ebenfalls wichtig. Zusätzlich belegt die Studie „Körpereigenes Protein bessert Symptome deutlich“, dass das Bluteiweiß gegen die Arthrose hilft. Zu dem Ergebnis kamen die Forscher der Universitätsklinik Düsseldorf.

Des Weiteren besteht durch das Bestimmen der Eiweiße die Möglichkeit, einen Flüssigkeitsverlust im Körper zu identifizieren. Schwitzen die untersuchten Personen beispielsweise nach dem Sport, erhöht sich die Konzentration der verschiedenen Plasmaproteine. Zudem eignen sich die Stoffe, um die physikalischen Eigenschaften des Blutes zu stabilisieren. Liegt die Menge der gemessenen Proteine über dem Normbereich, belegt der Umstand eine vorliegende Synthesestörung. Weiterhin deutet die Überproduktion der Eiweiße auf eine Störung des Wasserhaushalts hin.

Bei einem Plasmaprotein-Wert unterhalb der Normgrenze besteht der Verdacht auf einen Eiweißverlust. Ebenso diagnostizieren die Mediziner unter Umständen eine bösartige Neubildung. Durch eine Unterversorgung mit den verschiedenen Proteinen verändert sich beispielsweise der pH-Wert des Blutes. Auf lange Sicht führt das Phänomen zu gesundheitlichen Schwierigkeiten der Betroffenen.

Wann verändern sich die Eiweißwerte?

Eine Erkrankung, die sich negativ auf die Eiweißsynthese auswirkt, führt zu einer Verminderung des Gesamteiweißes im Organismus. Bei einer schweren Leberentzündung oder bei Krebs sinkt die Menge der Plasmaproteine. Zudem präsentieren sich bei einem chronischen Hungerzustand erniedrigte Eiweißwerte. Im gleichen Fall kommt es im Zuge einer Nierenstörung zu einem sinkenden Gesamteiweiß. Weitere Gründe für die geringen Plasmaproteine bilden verschiedene Erkrankungen des Darms sowie Verbrennungen.

Zu einer krankhaften Erhöhung des Gesamteiweißes kommt es bei chronischen Infektionen oder einer Krebs-Erkrankung, die mit Lymphomen einhergeht. Hierbei erhöht sich vorwiegend die Anzahl der Immunglobuline. Zudem steigt die Menge der Eiweißwerte bei einer starken Austrocknung des Patienten.

Wann entsteht ein niedriger Gesamteiweiß-Blutwert?

Stören körperliche Ursachen die Eiweißsynthese, sinkt die Konzentration des Serumproteins im Blut. Das geschieht beispielsweise bei Krebs sowie bei einer schweren Leberentzündung. Zudem liegt dem niedrigen Gesamteiweiß-Blutwert ein Proteinverlust, beispielsweise aufgrund einer Nierenstörung, zugrunde. Weitere Ursachen bilden Darmerkrankungen oder Verbrennungen.

Betroffene weisen häufig eine Albuminminderung auf. Ein sinkender Serumproteinwert entsteht zusätzlich durch Analbuminämie. Bei einigen Patienten kommt sie familiär bedingt vor. Bei einem Antikörpermangelsyndrom droht eine Synthesestörung im Organismus. Dadurch senkt sich das Gesamteiweiß. Gleiches geschieht bei einer Proteinmangelernährung, verursacht von:

  • Hungerzuständen,
  • gastrointestinalen Tumoren,
  • Magersucht
  • oder die bei Kindern vorkommende Mangeldystrophie.

Niedrige Proteinwerte kommen zudem durch eine Pseudohypoproteinämie zustande. Hierbei verschieben sich die Eiweißwerte durch eine Infusionstherapie oder während der Schwangerschaft. Übermäßige Flüssigkeitszufuhr, als Polydipsie bezeichnet, verursacht einen ähnlichen Effekt. Eine sinkende Konzentration des Gesamteiweißes im Blut deutet zudem auf Bauchwassersucht, Aszites, hin. Leiden Sie unter einem Erguss im Rippen- und Lungenfell, zeigen sich die veränderten Blutwerte.

Wann treten erhöhte Gesamteiweiß-Blutwerte auf?

Serumprotein unterstützt den Körper beispielsweise bei der Bekämpfung immunbedingter Erkrankungen und ihrer Folgen.

Beispielsweise hilft zugeführtes Bluteiweiß dabei, die Symptome von Arthritis auf natürlichem Weg zu behandeln [Quelle: Universitätsklinik Düsseldorf: „Körpereigenes Protein bessert Symptome deutlich“ (2005); URL: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-2923-2005-06-01.html (letzter Zugriff: 08.02.2018)].

Dennoch ruft ein erhöhter Gesamteiweiß-Blutwert negative Konsequenzen hervor. Beispielsweise führt er zu einem niedrigen Serumnatrium, einer Mangelerscheinung mit zunächst allgemeinen Krankheitssymptomen.

Zu ihnen gehören Übelkeit und Muskelschmerzen und Verwirrtheit. Später drohen verstärkte Wasserverschiebungen, die schlimmstenfalls eine Hirnschwellung auslösen. Der Anstieg des Serumproteins resultiert aus einer Krebserkrankung oder chronischen Infektionen.

Zudem steigt das Gesamteiweiß im Körper, sofern Patienten an einer Leberzirrhose leiden. Gleiches geschieht bei der Krankheit Morbus Waldenström, einer bösartigen Lymphomerkrankung.

Tipp: Heben Sie Ihr Gesamteiweiß durch gesunde Ernährung an

Leiden Sie an einem niedrigen Gesamteiweiß-Blutwert, schafft eine abwechslungsreiche Ernährung Abhilfe. Achten Sie auf kalorienreduzierte Kost und nehmen Sie vorrangig proteinhaltige Produkte zu sich. Hierzu zählen mageres Fleisch, Hüttenkäse sowie Magerquark.

Die eiweißhaltige Nahrung eignet sich ebenfalls für Menschen, die nach einem Muskelaufbau streben.

Die Elektrophorese spielt eine tragende Rolle

Bei der Untersuchung der unterschiedlichen Eiweißwerte erhält die Elektrophorese einen hohen Stellenwert. Mithilfe dieser Methode gelingt das Analysieren des Gesamteiweißes, sodass die Ärzte die diversen Unterklassen identifizieren. Bei chronischen Erkrankungen nutzen die Mediziner die Elektrophorese, um die einzelnen Bestandteile der Plasmaproteine zu erkennen. Auf diese Weise gelingt es den Experten, eine aussagekräftige Diagnose zu stellen.

 

Quellen und weiterführende Ressourcen

  • Rolf Mahlberg, Annette Gilles, Anita Läsch:Hämatologie: Theorie und Praxis für medizinische Assistenzberufe. 3. Auflage. Hoboeken 2018: Wiley-Blackwell Verlag. ISBN-10: 3527334688.

  • Klaus Dörner: Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie. 8. Auflage.Stuttgart 2018: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131297182.

⏲ Letzte Aktualisierung am von Dr. rer. medic. Harald Stephan

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