Vitalstoffmangel: Blutwerte bei Erschöpfung und Mangelerkrankungen

Diese Blutwerte deuten auf Vitalstoffmangel hin:

Man ist ständig müde, erschöpft und möchte am liebsten nur noch schlafen. Kann der Arzt keine organische Ursache finden, lohnt sich in den meisten Fällen eine Kontrolle der Blutwerte auf einen möglichen Vitalstoffmangel. Denn solche Erschöpfungszustände sind oft die Folge eines Mangels an Mineralien, Spurenelementen oder Vitaminen. Unbehandelt führt ein solcher Vitalstoffmangel zu weiteren schweren Erkrankungen und sollte daher rechtzeitig behandelt werden.

Vitalstoffmangel

Vitalstoffmangel im Blut bestimmen- Copyright: YakobchukOlena, Bigstockphoto

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Ursachen für Vitalstoffmangel und körperliche Erschöpfung

Bedeutung der Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente bei Erschöpfung

Kann der menschliche Körper Substanzen nicht selber bilden, muss er sie über die Nahrung aufnehmen. Dazu gehören Mineralstoffe, die wichtig für viele Körperfunktionen sind, und Spurenelemente, die für enzymatische Tätigkeiten benötigt werden.

Vitamine kann der Mensch nicht selbst oder nicht in ausreichender Menge produzieren. Man unterscheidet wasserlösliche oder hydrophile (B-Vitamine, Vitamin C) und fettlösliche oder lipophile Vitamine (Vitamine A, D, E, K). Ein Überschuss an ersteren wird über die Nieren ausgeschieden, wohingegen fettlösliche Vitamine im körpereigenen Fettgewebe gespeichert werden. Bei nicht ausreichender Zufuhr von wasserlöslichen Vitaminen treten daher schnell Mangelerscheinungen (Hypovitaminosen) auf, eine Überdosierung der fettlöslichen Vitamine führt zu einer Anreicherung (Hypervitaminose).

Auch das Fehlen bestimmter Mineralstoffe und Spurenelemente führt zu einem Vitalstoffmangel und verschiedenen Mangelerscheinungen. Sehr häufig sind Müdigkeit und Erschöpfungssymptome.

Mangelzustände äußern sich oft in unklaren Symptomen, die alle möglichen Ursachen haben können. Bei einem solchen Befund sollte eine Blutuntersuchung durchgeführt werden.

 

Auf Vitalstoffmangel hindeutende Blutwerte

In der Liste der für einen Vitalstoffmangel ursächlichen Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente finden Sie folgende Informationen:

  •  Referenzbereiche sind die normalen Sollwerte der jeweiligen Substanzen im Blutserum. Die entsprechenden Werte im Vollblut können davon abweichen.
  •  Bedeutung zeigt, welche Rolle die Substanz im Stoffwechsel spielt.
  •  Weitere Mangelerscheinungen sind jene, die zusätzlich zu Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Erschöpfung und Leistungsminderung auftreten. Sie sind hilfreich bei der Klärung der Frage, um welchen Mangel es sich konkret handelt.

 

Bedeutung von Mineralstoffe und Spurenelemente bei Vitalstoffmangel

 

Kalium.
Referenzbereich: 3,6-5,6 mmol/l (14,1-21,5 mg/dl).
Bedeutung: Kalium ist an der Regulation von Blutdruck, Nervenleitung und Muskelaktivität beteiligt. Zusammen mit Natrium steuert es den Wasserhaushalt.
Weitere Mangelerscheinungen: Hypotonie, Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen, Sensibilitätsstörungen, Verdauungsprobleme, verstärkte Urinausscheidung.

 

Kalzium.
Referenzbereich: 2,2-2,65 mmol/l (1,1-1,3 mg/dl).
Bedeutung: Die Knochen können den Körper bis zu einem gewissen Grad mit Kalziumionen versorgen. Kalzium hat vielfältige Funktionen bei der Blutgerinnung oder der Regulation des Säure-Basen-Haushalts.
Weitere Mangelerscheinungen: Osteoporose, Muskelkrämpfe, Spasmen, Kopfschmerzen, Depressionen, Angstzustände.

 

Magnesium.
Referenzbereich: 0,8-1,2 mmol/l (2-3 mg/dl).
Bedeutung: Magnesium ist wichtig für Durchblutung, Nervenleitung und viele weitere physiologische Prozesse.
Weitere Mangelerscheinungen: Wadenkrämpfe, Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, gestörte Nervenleitung, Schlafstörungen, Depressionen.

 

Selen.
Referenzbereich: 101-139 µg/l.
Bedeutung: Selen ist vor allem in der Schilddrüse zu finden. Eine Reihe Selen-abhängiger antioxidativer Enzyme schützt vor freien Radikalen. Selen ist notwendig für die Umwandlung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) in Triiodthyronin (T3).
Weitere Mangelerscheinungen: Infektanfälligkeit, Schilddrüsenprobleme, Herzrhythmusstörungen, Myopathien, Anämien.

 

Bedeutung der Vitamine bei Vitalstoffmangel

 

Vitamin A (Retinol, Retinsäure).
Referenzbereich: 0,7-3,4 µmol/l (20-100 µg/dl).
Bedeutung: Vitamin A ist bedeutsam für Sehen, Immunsystem und Wundheilung. Außerdem fungiert es als Radikalfänger.
Weitere Mangelerscheinungen: brüchige Nägel, trockene Haut und Schleimhäute, Infektanfälligkeit, gestörte Wundheilung, verringerte Sehschärfe, Nachtblindheit.

 

Vitamin B1 (Thiamin).
Referenzbereich: 15-60 µg/l.
Bedeutung: Vitamin B1 ist relevant für Neurotransmitter und die Erregungsübertragung von Nerven auf die Muskulatur. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle im Kohlenhydratstoffwechsel.
Weitere Mangelerscheinungen:» Gewichtsverlust, Depressionen, Kopfschmerzen, Verwirrungszustände.

 

Vitamin B2 (Riboflavin).
Referenzbereich: 35-60 pmol/l.
Bedeutung: Vitamin B2 sorgt für die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten.
Weitere Mangelerscheinungen: Lähmungserscheinungen, gestörte Nervenleitung, Lähmungserscheinungen.

 

Vitamin B7 (Vitamin H, Biotin).
Referenzbereich: 0,2-1,2 µg/l.
Bedeutung: Biotin ist essentiell für Haut, Haare und Nägel und darüber hinaus an der Regulation des Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsels beteiligt.
Weitere Mangelerscheinungen: Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, gestörtes Immunsystem, brüchige Nägel, Haarausfall, Muskelschmerzen.

 

Vitamin B12 (Cobalamin).
Referenzbereich: 200-600 pg/ml (145-440 pmol/l).
Bedeutung: Vitamin B12 ist in Energie- und Lipidstoffwechsel sowie in die Synthese von Hormonen und Neurotransmittern involviert.
Weitere Mangelerscheinungen: Depressionen, Stimmungsschwankungen, Koordinationsstörungen.

 

Vitamin C (Ascorbinsäure).
Referenzbereich: 22-56 µmol/l (0,4-1,0 mg/dl).
Bedeutung: Vitamin C ist ein wichtiger Radikalfänger und unterstützt das Immunsystem.
Weitere Mangelerscheinungen: verstärkte Infektanfälligkeit, erhöhter Blutdruck, Wundheilungsstörungen, Parodontitis.

 

Vitamin D.
Referenzbereich 1,25-Dihydroxy-Cholecalciferol: 25-70 ng/l; Kinder 400-100 ng/l
Referenzbereich 25-Hydroxy-Cholecalciferol: 10-570 mmol/l (5-230 µg/l)
Bedeutung: Vitamin D ist zusammen mit Kalzium essentiell für die Knochen und an der Bildung roter Blutkörperchen, der Myelinscheiden der Nervenzellen und der DNA-Synthese beteiligt.
Weitere Mangelerscheinungen: erhöhtes Osteoporoserisiko, Blässe, Blutarmut, Muskelkrämpfe, Nervenschädigungen.

 

Vitamin K(K1: Phyllochinon; K2: Menachinon; K3: Menadion).
Referenzbereich: 50-580 ng/l.
Bedeutung: Vitamin K ist unabdingbar für Blutgerinnung, Wundheilung und Knochenwachstum.
Weitere Mangelerscheinungen: Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, gestörte Immunabwehr, Nasen- und Zahnfleischbluten, Atherosklerose, Osteoporose, Arthritis.

 

Coenzym Q10 (Ubichinon-10).
Referenzbereich: 0,5-1,1 mg/l.
Bedeutung: Coenzym Q10 ist Bestandteil der Atmungskette in den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien. Damit ist es an der Energiegewinnung beteiligt. Es ist bedeutsam für Immunsystem, Herztätigkeit und Nervenleitung. Außerdem wirkt es als Antioxidans.
Weitere Mangelerscheinungen: Myopathien, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Atherosklerose, Selenmangel.

 

Laborwerte mit Bedeutung für einen Vitalstoffmangel: Ferritin, Homocystein, TSH

 

Ferritin.
Referenzbereiche:
– Männer: 4-665 µg/l
– Frauen: 13-651 µg/l
Bedeutung: Eisen wird vor allem für den roten Blutfarbstoff benötigt. Rund Dreiviertel des Eisens sind an Hämoglobin gebunden, der Rest an den Eisenspeicher Ferritin. Dadurch gibt der Blutwert des Ferritins Auskunft über einen möglichen «Eisenmangel». Eisen ist essentiell für Dopaminproduktion und korrekte Funktion der „Kraftwerke der Zelle“, der Mitochondrien. Frauen leiden während der Menstruation oft an Eisenmangel, ebenso Jugendliche im Wachstum.
Weitere Mangelerscheinungen: Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, eingerissene Mundwinkel, Infektanfälligkeit.

 

Homocystein.
Referenzbereich: 5-16 µg/l
Bedeutung: Homocystein stellt eine Besonderheit dar, da dieser Laborwert bei Müdigkeitserscheinungen erhöht ist. In vielen Fällen ist das ein Hinweis auf einen Mangel an Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12. Nähere Informationen zu Homocystein finden Sie in diesem Beitrag: www.grossesblutbild.de/homocystein-werte.html

 

TSH (Thyroidea-stimulierendes Hormon).
Referenzbereich: 0,3-3,5 mU/l
Bedeutung: Die Schilddrüse ist Steuerorgan des Stoffwechsels. Das TSH des Hypophysenvorderlappens kontrolliert ihre Hormonproduktion. Zu niedrige TSH-Werte sorgen für eine Schilddrüsenunterfunktion, die sich in einer Verlangsamung des gesamten Stoffwechsels und damit auch verminderter Leistungsfähigkeit und Erschöpfung äußert

 

 

Literatur:
Birgid Neumeister (Hrsg.), Bernhard O. Böhm (Hrsg.): Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier Urban & Fischer Verlag 2015. ISBN-10: 3437222341.

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Einige Vitalstoff- Vitamin-Mangelerkrankungen:

Vitamin-K-Mangel Symptome
Biotinmangel Symptome
Kaliummangel Symptome
Kaliummangel Blutwerte
Zinkmangel Symptome
Serotoninmangel Symptome

 

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Autorenprofil

Dr. Harald Stephan, Wissenschaft-/ Fachautor

Dr. rer. medic. Harald Stephan, Wissenschaft-/ Fachautor, Er ist Naturwissenschaftler mit medizinischer Promotion. Autor medizinischer Themen im Blutbild & Diagnostik Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild".


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