Niedriger Blutdruck hoher Puls – Risiko und Ursachen der Hypotonie

Herzrasen & Risiken bei niedrigem Blutdruck und hohem Puls

Bei einem niedrigen Blutdruck stellt der hohe Puls eine maßgebliche Begleiterscheinung dar. Hierbei versucht das Herz, sämtliche Organe und Körperteile trotz des unterdurchschnittlichen Blutdrucks zu versorgen. Dadurch entsteht eine deutliche Erhöhung der Herzfrequenz. Demnach geht der niedrige Blutdruck mit einem hohen Puls einher, um eine Unterversorgung zu vermeiden. Aus dem Grund erweist sich der erhöhte Puls nicht als gesundheitsgefährdend. Bewegen sich die Patienten schnell, führt das Phänomen zum Schwindel.

 

Bluthochdruck

Arzt misst den blutdruck © Picture-Factory – Fotolia.com

 

Beispielsweise geschieht das, wenn sich die betroffenen Personen aus einer liegenden Position aufrichten. Hierbei deutet das benommene Gefühl darauf hin, dass die Blutversorgung des Gehirns kurzzeitig nicht ausreicht. Durch eine schnellere Herzfrequenz gleicht der Körper die „Fehlleistung“ aus. Demnach verhindert der hohe Puls die durch Hypotonie drohenden Durchblutungsstörungen.

 

Der Zusammenhang zwischen niedrigem Blutdruck und hohem Puls

Ein niedriger Blutdruck heißt in der Fachsprache Hypotonie und führt zu zahlreichen Nebenerscheinungen. Dazu gehören beispielsweise eine anhaltende Müdigkeit sowie kalte Hände und Füße. Der Grund besteht darin, dass die Leistung des Herzens nicht ausreicht, um den Körper optimal mit Blut zu versorgen. Damit das Gehirn und die lebenswichtigen Organe von einer ausreichenden Durchblutung profitieren, herrscht in diesen Bereichen eine bessere Durchblutung. Zu einer abgeschwächten Blutzufuhr kommt es in den Extremitäten, wodurch sich diese kühl anfühlen.

Oftmals geht der niedrige Blutdruck mit einem hohen Puls einher. Hierbei führt die Hypotonie in der Regel nicht zu gesundheitlichen Gefährdungen. Der Grund besteht darin, dass die Herzfrequenz den geringen Blutdruck auszugleichen versucht. Dadurch kommt es zu einem schnelleren Blutfluss, sodass die lebenswichtige Flüssigkeit innerhalb kurzer Zeit sämtliche Organe und Körperteile passiert. Den erhöhten Puls bemerken die Betroffenen beispielsweise an einem „Tuckern“ im Bereich der Aorta. Legen sie den Zeigefinger leicht unterhalb des Ohrs, spüren sie den Pulsschlag deutlich.

 

Wann entsteht der niedrige Blutdruck?

Eine Hypotonie diagnostizieren die Ärzte, sobald der Blutdruck unter einen festgelegten Messwert sinkt. Hierbei spielt vorwiegend der systolische Wert eine wesentliche Rolle. Liegt er unter 100, leiden die Patienten an einem niedrigen Blutdruck. Der systolische Blutdruck entsteht beim Zusammenziehen des Herzmuskels. Dadurch pumpt dieser das Blut in die Arterien. Das bedeutet, dass die Durchblutung der Organe vom systolischen Druck abhängt. Tritt ein niedriger Wert auf, bemerken die Patienten die Nebenwirkungen innerhalb von Sekunden.

Vorrangig bei einer mangelnden Durchblutung des Gehirns drohen Schwindel und eine kurzzeitige Orientierungslosigkeit. Damit keine bleibenden Schäden entstehen, erhöht sich der Puls. Dabei kommt es bei den Betroffenen zum charakteristischen „Ohrenrauschen“. Aufgrund der hohen Herzfrequenz nehmen die Verbraucher den Blutfluss unterbewusst wahr. Die Hypotonie führt in der Regel nicht zu bleibenden Beeinträchtigungen. Das heißt, dass keine Beschädigungen der Blutgefäße entstehen. Demnach gilt der niedrige Blutdruck unter Medizinern nicht als eigenständige Erkrankung.

 

Anders verhält es sich beispielsweise mit dem hohen Blutdruck, der sich in der Fachsprache Hypertonie nennt. Im schlimmsten Fall resultieren aus der gesundheitlichen Komplikation bleibende Gefäßschäden, die das Risiko koronarer Herzkrankheiten erhöhen. Dagegen vermuten die Ärzte, dass ein dauerhaft niedriger Blutdruck einen positiven Effekt auf die Lebenserwartung ausübt.

 

Welche Ursachen der Hypotonie gibt es?

Die Medizin teilt die Hypotonie in drei unterschiedliche Kategorien:

  • den primären,
  • sekundären
  • und orthostatischen niedrigen Blutdruck.

 

Im ersten Fall zeigt sich der Blutdruck chronisch unterhalb des Normwerts. Im Regelfall tritt das Phänomen erblich bedingt auf und zieht keine schweren Komplikationen nach sich. Sinkt der Blutdruck jedoch zu schnell ab, droht den betroffenen Personen ein Kollaps. Die sekundäre Hypotonie entsteht in Verbindung mit unterschiedlichen Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems. Des Weiteren führt eine Unterfunktion der Schilddrüse unter Umständen zu dieser Form des niedrigen Blutdrucks.

 

Als weitere Gründe für den verringerten Blutdruck kommen Medikamente, ein starker Flüssigkeitsverlust und Blutungen infrage. Die orthostatische Hypotonie stellt eine gesonderte Art der Erscheinung dar. Sie resultiert aus einer gestörten Blutdruckregulation. Hierbei senkt sich der Blutdruck drastisch, sobald der Verbraucher sich in eine stehende Position begibt. Richtet er sich aus der Hocke oder einer liegenden Stellung auf, bleibt das Hirn für wenige Millisekunden mit Blut unterversorgt. Daher tritt augenblicklich ein schwindeliges Gefühl auf. An dem Effekt leiden die Patienten ebenfalls, wenn sie unter Stress stehen oder sich in aufgeheizten Räumen befinden.

Des Weiteren existieren mehrere Erkrankungen, die mit einem hohen Puls und niedrigem Blutdruck einhergehen. Neben einer Kreislaufschwäche stehen hier dauerhafter Stress und eine Medikamentenunverträglichkeit im Vordergrund. Auch das Herzrasen bei niedrigem Blutdruck und hohem Puls steht in Zusammenhang mit einer Art der Hypotonie.

 

Wie erstellt der Arzt die Diagnose?

Den niedrigen Blutdruck erkennt der Hausarzt anhand einer Blutdruckmessung. Um eine mögliche Grunderkrankung zu ermitteln, informiert er sich über bestehende Krankheiten innerhalb der Familie. Des Weiteren bringt er in Erfahrung, ob und welche Medikamente die Betroffenen einnahmen. Weiterhin spielt die Lebensweise der Verbraucher eine maßgebliche Rolle. Durch die Klärung der Fragen erkennt der Mediziner, ob es sich um eine primäre oder eine sekundäre Hypotonie handelt. In einigen Fällen stellt der niedrige Blutdruck ein kurzzeitiges Phänomen dar. Das bedeutet, dass keine gesundheitliche Komplikation vorliegt.

Um das zu kontrollieren, misst der Hausarzt regelmäßig den Blutdruck der Patienten. Mit einem entsprechenden Gerät für den Hausgebrauch führen diese ebenfalls wiederholte Messungen durch. Leiden die Personen an einer chronischen Hypotonie, kommt es im schlimmsten Fall zu einer Ohnmacht. Hierbei besteht die Gefahr, dass die Verbraucher zu Boden fallen und Verletzungen davontragen.

 

Wie erfolgt die Behandlung der Hypotonie?

Die Hypotonie sorgt in Verbindung mit dem hohen Puls nicht zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Aus dem Grund verzichten die Mediziner in der Regel auf eine Therapie. Eine Ausnahme existiert, sofern die Patienten an schweren Schwindelanfällen leiden. In dem Fall versuchen die Ärzte, den Blutdruck beispielsweise durch die Gabe bestimmter Medikamente zu erhöhen. Unter Umständen stellt der orthostatische Blutdruck jedoch einen Risikofaktor für Schlaganfälle dar. Das belegt die im Jahr 2000 veröffentlichte Studie „The Artherosclerosis Risk in Communities“ von Eigenbrodt J et al. Bei einem beschwerdefreien Verlauf raten sie jedoch von einer medikamentösen Behandlung ab.

 

Hilfreiche Empfehlungen für die Hypotoniker

Interessieren Sie sich für eine natürliche Methode, um Ihren Blutdruck zu steigern, kommen Wechselduschen zum Einsatz. Hierbei stellen Sie sich unter die Dusche und drehen abwechselnd das kalte und das heiße Wasser auf. Am Ende des Duschvorgangs übergießen Sie sich mit kühlem Wasser, um die Durchblutung anzuregen. Weitere Maßnahmen stellen Bürstenmassagen und sportliche Aktivitäten dar. Hierbei stellen Spaziergänge eine gute Variante dar.

 

Leiden Sie an „kalten Füßen“, stehen Stützstrümpfe im Mittelpunkt. Durch diese gelingt es, die Blutzufuhr in den Unterschenkeln und den Füßen zu verbessern. Reduzieren Sie den Alltagsstress – beispielsweise durch Yoga – erhöht sich der Blutdruck auf die Dauer.

Quellen:

Ambrosius WT, et al.: The design and rationale of a multicenter clinical trial comparing two strategies fort control of systolic blood pressure: SPRINT Systolic Blood Pressure Intervention Trial. Clin Trials 2014; 11: 532–46.

weiterführend:

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Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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