Hämatokrit – Bedeutung des Hkt-Blutwert

Hkt-Blutwert – Anteil des Hämatokrits im Serum

Der Hämatokrit fungiert als Wert, der das Verhältnis vom Volumen der Blutzellen zu dem der Blutflüssigkeit (Serum) beschreibt. Diese Blutzellen befinden sich im Serum. Wenig Hämatokrit weist auf Blutzellenmangel hin, ein hoher Wert zeugt von Blutzellenüberschuss. Hkt, Hct und Hk – diese Abkürzungen stehen für Hämatokrit. Der Hkt-Blutwert beschreibt den Anteil der Blutzellen im Gesamtblut und somit die Fließfähigkeit des Blutes. Der größte Anteil an zellulären Elementen in Blut geht mit 96 Prozent zulasten der Erythrozyten. Laboranten geben den Hämatokrit-Wert in Prozent an. Der Hkt-Wert ist Teil des kleinen Blutbildes.

Blutuntersuchung

Der Wert des Hkt im Blut gibt Aufschluss über den Wasserhaushalt und mögliche Erkrankungen

Der Hkt-Blutwert beschreibt den Anteil der Blutzellen im Gesamtblut und die Fließfähigkeit des Blutes. Er ist Teil des kleinen Blutbildes. Der Hkt-Blutwert steigt bei sinkendem Flüssigkeitsanteil. Das Blut wird in dessen Folge zähflüssiger und fließt somit langsamer. Dadurch erhöht sich das Risiko für einen Schlaganfall oder für eine Thrombose. Ist das Blut zu dünnflüssig, ist der Hämatokrit-Wert erniedrigt, ein Anzeichen für Blutarmut, Niereninsuffizienz oder Hyperhydration (Überwässerung).

 

Was ist der Hämatokrit?

Laut Dr. med. Andrea Reiter beschreibt Hämatokrit den Anteil der festen Blutzellen im Gesamtblut sowie die Fließfähigkeit des Blutes. Zu den festen Blutbestandteilen gehören rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen. Laboratorien geben den Wert in Prozent an. Der Hkt-Blutwert steigt bei sinkendem Flüssigkeitsanteil. Durchfall, Schwitzen und eine mangelnde Flüssigkeits-Aufnahme verursachen diesen Zustand. Das Blut wird in dessen Folge zähflüssiger und fließt somit langsamer. Dadurch erhöht sich das Risiko für einen Schlaganfall oder für eine Thrombose. Das Herz bringt mehr Kraft auf, um das Blut durch den Körper zu pumpen. Ist das Blut zu dünnflüssig, ist der Hämatokrit-Wert erniedrigt.

Die Abkürzung des Hämatokrit-Wertes lautet Hct oder Hkt. Ebenfalls symbolisiert der Wert den Teil der Erythrozyten am Blutvolumen. Die Erythrozyten, im gleichen Fall rote Blutkörperchen genannt, gelten als häufigste Zellen im Blut von Wirbeltieren. Physiologisch gesehen nehmen rote Blutkörperchen 99 Prozent des Gesamtvolumens der Blutzellen an. Daher liegt der Hämatokrit bei diesem Teil des Zellvolumens am Blutvolumen. Des Weiteren gibt der Wert Auskunft über den Wasserhaushalt eines Menschen.

Wie ermittelt der Arzt den Wert des Hkt im Blut?

Zur Bestimmung der Werte gibt der Laborant eine Vollblutprobe in einen schmalen Behälter, die Hämatokrit-Kapillare. Durch Zentrifugation setzen sich die roten Blutkörperchen am Grunde des Zentrifugen-Röhrchens ab. Der Laborant legt anschließend das Röhrchen an eine Skala an und misst den Anteil des Sediments an zellulären Bestandteilen am Gesamtvolumen. Neue Hämatologie-Geräte errechnen den Hämatokrit-Blutwert durch Multiplikation des mittleren korpuskulären Volumens (MCV) mit der Erythrozyten-Zahl. Darüber hinaus bestimmen Laboranten den Hkt im Blut durch eine Leitfähigkeits-Messung der Vollblutprobe. Blutgas-Analyse-Geräte arbeiten mit derselben Methode.

Durch das Zentrifugieren gerinnungsfreier Blutproben im Röhrchen bestimmt sich der Hämatokrit-Wert. Das Gerinnen des Blutes verhindert die Zusteuerung von EDTA (Ethylendiamin-Tetraacetat) oder Heparin. Dabei setzen sich die gewichtigen Erythrozyten vom Plasma ab. Die Höhe der roten Blutkörperchen in Säulenform misst sich im Verhältnis der Blutsäule. Zwischen roten und weißen Blutkörperchen, Thrombozyten und Blutplasma sind die Grenzen mit bloßem Auge erkennbar.

Wann bestimmt der Arzt den HKT-Blutwert?

Der Mediziner veranlasst die Ermittlung des Hkt-Blutwertes bei Verdacht auf Blutverlust, hämatologische Erkrankungen wie Anämie oder Polyglobulie, bei Dehydratation oder Hyperhydratation sowie bei Operationen oder Tumoren. Die Messung erfolgt im Rahmen einer Routine-Blut-Untersuchung im kleinen Blutbild. Der Wert liefert Informationen über den Wasserhaushalt des Patienten und die Beschaffenheit des Blutes.

Ein zu hoher oder zu niedriger Hkt-Blutwert geht laut der Studie „Preoperative hematocrit levels and postoperative outcomes in older patients undergoing noncardiac surgery“ von Wu WC et al „Preoperative hematocrit levels and postoperative outcomes in older patients undergoing noncardiac surgery“ von Wu WC et al. bei älteren Patienten mit einer erhöhten postoperativen Sterblichkeit einher.

 

Der normale Hämatokrit-Wert im Organismus

Ein normaler Hämatokrit-Wert liegt bei einem Mann zwischen 42 und 50 Prozent. Bei Frauen variiert dieser Wert zwischen 37 und 45 Prozent. Im gleichen Fall liegt der Hämatokrit nach einer starken Blutung im normalen Bereich. Das liegt am gleichzeitigen Verlust von Zellen und Flüssigkeit. Der Hämatokrit anderer Wirbeltiere liegt zwischen 20 und 65 Prozent. Einen Normalwert stellen 40 Prozent dar. Diese orientieren sich an Modell-Berechnungen aus strömungs-physikalischer Sicht.

Dabei steht die Viskosität einer Flüssigkeit im Verhältnis zur Viskosität des Lösungsmittels und dem Volumenanteil fester Bestandteile. Als Viskosität bezeichnet sich das Maß der Zähflüssigkeit eines Fluids. Laut diesem Normalwert gilt der Hämatokrit des Menschen und diverser Tierarten als optimal. Weicht der Hämatokrit-Wert vom Normalwert ab, beeinflusst dies den Messwert der Blutzucker-Messung.

Je nach Quelle ergeben sich für den Hämatokrit unterschiedliche Referenzbereiche. Bei Männern liegt der Norm-Wert bei 43 bis 49 Prozent, bei Frauen bei 37 bis 45 Prozent. Je nach Labor schwanken die angegebenen Referenzbereiche.

 

Zu hoher oder zu niedriger Hämatokrit-Wert

 

Erhöhter Hämatokritwert

Der zu hohe Hämatokritwert stellt einen erhöhten Anteil roter Blutkörperchen dar. Dies nennt sich in der Medizin Polyglobulie. Des Weiteren besteht die Möglichkeit eines Flüssigkeitsmangels (Dehydratation). Diese Maximalwerte erreichen Menschen beispielsweise bei längeren Aufenthalten in großen Höhen.

Das Höhenbergsteigen präsentiert sich als möglicher Grund. Dabei liegt der Wert bei bis zu 70 Prozent. Die gerinnungshemmenden Enzyme im Blut, welche die Viskosität des Blutes auf einem erträglichen Level halten, nehmen zu. Jedoch bringt das dickflüssige Blut beim Blutdoping große gesundheitliche Risiken mit sich. Sportverbände wie der UCI begrenzen den höchstzulässigen Wert an Hämatokrit bei Männern auf 50 Prozent. Bei Frauen liegt der Grenzwert bei 47 Prozent fest. Im Skisport variiert der Wert bei Männern zwischen 50 und 51,5 Prozent. Dies entspricht dem eigentlichen Grenzwert des Hämatokrits. Besitzen Patienten ohne erkennbare Ursache erhöhte Werte, untersuchen Ärzte diese auf Polycythaemia vera.

Ursachen für einen erhöhten Hkt-Blutwert

Ein hoher Hkt-Wert entsteht durch einen erhöhten Anteil an Erythrozyten im Blut. Ursächlich dafür sind Lungen-Erkrankungen, Nieren- und Herzerkrankungen, Höhenanpassung, Doping, starkes Rauchen, eine Schwangerschaft oder eine Dehydration des Patienten.

 

Niedriger Hämatokritwert

Verringert sich der Hämatokrit, liegt eine Überwässerung des Betroffenen vor. Ein Grund liegt beispielsweise darin, dass bei einem Blutverlust, die Ärzte dieses durch reine Flüssigkeit ersetzten. Die niedrige Bildung von roten Blutkörperchen stellt einen Hinweis auf Blutarmut (Anämie) dar. Der Hämatokrit senkt sich durch Ausdauertraining. Dies liegt an dem starken Anstieg des Blutvolumens gegenüber den roten Blutzellen. Die Zähflüssigkeit des Blutes verringert sich. Daher reibt das Blut weniger an den Wänden der Blutgefäße. Das Herz übernimmt in diesem Fall eine verminderte Leistung. Die Reserve an Flüssigkeit, die den Körper kühlt, erhöht sich. Dies macht der größere Anteil an Blutplasma möglich.

Gründe für einen zu niedrigen Hämatokrit

Ein niedriger Hämotokrit-Wert entsteht durch chronische Niereninsuffizienz, eine Störung der Erythropoese oder durch eine Volumen-Therapie. Weitere Gründe sind Blutarmut, Überwässerung oder ein vorangegangener Blutverlust.

 

Hintergrund der HKT- Messung

In der Intensivmedizin sowie im angelsächsischen Raum ist der Hämatokrit-Wert anstatt der Hämoglobin-Konzentration das Maß für eine Anämie. Es handelt sich dabei um zwei verschiedene Messmethoden, die dieselbe Aussage treffen. Zu beachten ist, dass es bei einem hyperakuten Blutverlust nicht zur Änderung des Hämatokrit-Wertes kommt. Auch wenn der Patient gerade verblutet, hat der Körper keine Zeit das fehlende Volumen durch neue Flüssigkeit zu ersetzen.

redaktionelle Bearbeitung: Anna Nilsson

Bildlizenz: © luchshen – Fotolia.com

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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