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Was bedeutet ein zu hoher ChE-Blutwert?

Der Cholinesterase-Werte ist ein Marker für Schäden der Leber. Ihr Arzt kontrolliert den Wert, um die Funktion des Organes zu überprüfen. Grundsätzlich ist ein geringer Fakt ein Indiz für eine Lebererkrankung.

Ist der ChE-Blutwert zu hoch, liegen Ursachen wie Diabetes mellitus, Nierenfunktionsstörungen oder eine Herzerkrankung vor. Auch eine Fettleber äußert sich mit erhöhten Cholinesterase-Werten.

Um diese zu messen, entnimmt der Arzt Ihnen Blutserum und ermittelt darin den Anteil der Pseudocholinesterase (ChE II).

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Die wichtigsten Fakten: ChE-Blutwert zu hoch

  • Ein erhöhter Cholinesterase-Wert zeigt einen Diabetes mellitus oder eine Herzschädigung, wie die koronare Herzkrankheit an.
  • Ebenso deutet er auf Nierenfunktionsstörungen, Darmerkrankungen, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Fettleber hin.
  • Überschreiten Männer und Frauen den Maximalwert von 11,5 kU/l, ist der ChE-Blutwert zu hoch.
  • Genetische Veranlagungen verändern ebenfalls den Wert.
  • Unbehandelte Herzkrankheiten und Diabetes führen zu schweren Schädigungen des Organismus bis hin zum Tod.

Welche Bedeutung weist der erhöhte Cholinesterase-Wert auf?

Ist der ChE-Blutwert zu hoch, gilt das als Anzeichen für eine Herzerkrankung oder die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Letztere bestimmt der Arzt durch mehrere Tests der Glukosekonzentration im Blut, einen oralen Glukose-Toleranz-Test oder mittels des diagnostischen Markers HbA1c.

Für Diabetes Typ 1 gibt es zudem typische Antikörper. Liegt eine koronare Herzkrankheit vor, verhärten sich die Herzkranzgefäße im Zuge einer Atherosklerose. Sie äußert sich durch Brustschmerzen und Herzrhythmusstörungen. Folgen sind eine Herzmuskelschwäche oder der plötzliche Herztod. Daher ist es wichtig, bei zu hohen Blutwerten die Ursache schnell zu identifizieren.

Wann gelten die Cholinesterasen als zu hoch?

Um eine Erhöhung der Werte im Blutserum zu bestimmen, zieht ihr Arzt bestimmte Normwerte heran, die je nach Labor schwanken. Der Normalwert für Frauen ist abhängig von deren Alter. So gilt für jüngere Frauen zwischen 16 und 39 Jahren ein geringerer Wert von 10,3 kU/l als Obergrenze. Bei allen anderen Frauen liegt der Wert zwischen 3,9 und 11,5 kU/l. Für Männer gelten Regelwerte von 4,6-11,5 kU/l als normal.

Der ChE-Blutwert ist zu hoch, wenn der Anteil im Serum größer ist, als 11,5 kU/l. Bei der Messung unterliegen die gemessenen Ergebnisse einer zehnprozentigen Schwankung, daher wiederholt Ihr Arzt den Test, um ein genaues Ergebnis zu ermitteln. Die nachfolgende Tabelle fasst die geltenden Normwerte zusammen:

CHE Blutwert

kU/l

3,9-11,5

4,6-11,5

 

Geschlecht

Männer

Frauen ab 40 Jahren

Frauen zwischen 16 – 39 Jahren

minimalster Cholinesterase-Wert in Kilounits pro Liter

4,6

3,9

3,9

maximaler Cholinesterase-Wert in Kilounits pro Liter

11,5

11,5

10,3

Welche Ursachen für einen zu hohen ChE-Blutwert gibt es?

Verantwortlich für die Erhöhung der Cholinesterase-Werte sind:

  • koronare Herzkrankheit,
  • Diabetes mellitus,
  • Hyperlipoproteinämie (Fettstoffwechsel-Störungen),
  • Adipositas (Fettleibigkeit),
  • Darmerkrankungen (Morbus Crohn, exsudative Enteropathie, Colitis ulcerosa),
  • Nierenfunktionsstörungen,
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose),
  • alkoholische Fettleber (Steatosis hepatis) und
  • erhöhte Triglyceride (Hypertriglyceridämie),
  • Hämolyse (Zerfall der Erythrozyten) und
  • genetische Veranlagung.

Symptome bei Schädigungen, die mit einem erhöhten Cholinesterase-Spiegel einhergehen
Liegt ein Diabetes mellitus vom Typ 1 vor, zeigen sich starker Durst sowie ständiges Wasserlassen. Diese Erkrankung tritt bei Personen unter 25 Jahren am häufigsten auf. Beim Typ 2 handelt es sich um den Altersdiabetes, der keine spezifischen Symptome aufweist. Die Fettleber verursacht anfänglich keine Symptome.

Später zeigen sich Übelkeit, Erbrechen, Gelbsucht und Beschwerden im Bereich des Oberbauchs. Die koronare Herzkrankheit erkennen Sie an den typischen Brustschmerzen. Der Begriff Angina Pectoris beschreibt dabei das Engegefühl im Brustkorb.

Der Schmerz äußert sich zudem im linken Arm und kehrt in häufigen Abständen wieder. Hinzu kommen unspezifische Symptome, wie Atemnot, Übelkeit, Hypotonie, Schweißausbrüche, Tachykardie, Hautblässe und Oberbauchschmerzen.

Folgen eines zu hohen ChE-Blutwertes

Treten bei der Untersuchung des Arztes zu hohe Werte für die Cholinesterase auf, geht er der Ursache der Störung auf den Grund. Dazu schließt er weitere Untersuchungen von Niere, Herz und Leber an.

Er fordert weitere Bluttests an, die beispielsweise auf die Diagnose eines Diabetes mellitus abzielen. Ist diese die Ursache für die erhöhten Werte, behandelt der Arzt diese entsprechend. Diese Erkrankung schädigt die Arterien langfristig und führt zu Makro- und Mikroangiopathien. Erstere ähneln der Arteriosklerose, die zu einer Arterienverkalkung führt. Betrifft sie die Herzkranzgefäße, führt das zu einem Herzinfarkt.

Mikroangiopathie führen zu Schäden an den Nieren (diabetische Nephropathie), den Augen (diabetische Retinopathie) sowie zu einer diabetischen Neuropathie, bei der die Schäden das Nervensystem betreffen.

Einer Studie zufolge führt auch eine Fettleibigkeit zu Herzschäden bis hin zum Herzinfarkt [Euer Heart, J.: „Improved outcome of cardiogenic shock at the acute stage of myocardial infarction: a report from the USIK 1995, USIC 2000, and FAST-MI French nationwide registries“ (Oktober 2012)]. Eine unbehandelte Fettleber ufert in Entzündungen und einer Leberzirrhose, die ein Leberversagen hervorruft.

Tipps zum Absenken der Cholinesterase

Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Sport verhindern, dass der ChE-Blutwert zu hoch ansteigt. Durch den Verzicht auf Alkohol und zu viele Medikamente vermeiden Sie eine Fettleber.

Achten Sie auf ein normales Gewicht und verzichten Sie auf das Rauchen, um eine Fettleibigkeit und Herzerkrankung auszuschließen.

Hinweis für die Leser

Diese Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Verantwortliche Autorin: Ilona Klavon ist Medizinredakteurin. Sie arbeitet als medizinische Angestellte im Gesundheitswesen. In Ihrer redaktionellen Arbeit für unserem Gesundheitsportal kann Sie medizinische Sachverhalte allgemeinverständlich darstellen.