Polyglobulie

Erkrankung und Anomalie des Blutes

Im Rahmen einer Polyglobulie steigt die Blutneubildung an. Die Erythrozytenzahl und der Hämoglobinwert erhöhen sich. Das Krankheitsbild untergliedert sich in verschiedene Ausformungen.

Blutbildungsstörung

 

Unterschiede der Polyglobulie

Dabei unterscheiden sich die Ursachen und der Krankheitsverlauf. Die Blutwerte divergieren in ihrer Höhe und Zusammensetzung.

Optisch wirkt sich die Erkrankung dahingehend aus, dass das Blut eine dickere Konsistenz aufweist. Der Zellenanteil im Blut steigt gegenüber anderen Bestandteilen. In der Folge fließt es langsamer und Bedarf der Überwachung und Medikation.

Von den Ursachen zum Krankheitsverlauf

In verschiedenen Situationen erfährt der Körper eine Unterversorgung mit Sauerstoff. Verbrennungen simulieren einen örtlichen Mangel.

Bergsteigen und ähnliche Aufenthalte in Höhen erzeugen einen langfristigen Mangel an Sauerstoff. Langjährige Raucher weisen regelmäßig einen Mangel auf. Daneben bringen verschiedene Krankheiten der Organe einen Sauerstoffmangel mit sich. Lungenkrankheiten, wie COPD oder Asthma führen dazu. Emphyseme und Herzerkrankungen weisen ähnliche Merkmale auf.

Eine lokale Polyglobulie entsteht durch Tumore in den betroffenen Gebieten. Insbesondere Raumforderungen in der Niere und an der Milz erzeugen die Problematik. Weiterhin fördert ein hoher Cortisolspiegel eine Polyglobulie. Morbus Cushing bietet eine klassische Grundlage für das Entstehen des Krankheitsbildes. Ursachen finden sich weiterhin in seltenen Erkrankungen des Knochenmarks. Es kommt annähernd jeder Körperteil infrage. Eine gründliche Klärung des Verlaufs obliegt dem behandelnden Arzt.

Kausal erzeugt der Sauerstoffmangel die Polyglobulie. Aus diesem Grund bezeichnen Ärzte die Erkrankung als sekundäre Polyglobulie. Im Blut regt die Unterversorgung mit Sauerstoff die Zunahme eines Wachstumsfaktors an. Das sogenannte Erythropoetin bildet sich in der Niere. Im Knochenmark, dem zentralen Nervensystem, regt es die Bildung neuer Blutzellen an. Tumore, die Erythropoetin bilden, führen ebenfalls zu einer sekundären Form der Erkrankung.

Mediziner unterscheiden die sekundäre Variante von der absoluten Polyglobulie. Sie entsteht durch das bösartige Vermehren bestimmter Stammzellen im Blut. Alle drei Zellarten im Blut vermehren sich explosionsartig. Das Volumen nimmt dennoch ab. Bei einer relativen Polyglobulie zeigen sich die gleichen Symptome, wie bei einer absoluten. Jedoch geht dem Krankheitsbild eine Dehydration voraus, die sich gleichförmig ausdrückt. Das Zell-Plasma-Verhältnis verändert sich.

Auswirkungen und Symptome des Krankheitsbildes

Zunächst steigt der Hämatokritwert im Blut. Optisch äußert sich dieser Umstand, indem sich Schleimhäute rot färben. Das Blut fließt langsam und verstopft Arterien und Venen. Insbesondere das Herz leidet unter der Mehrbelastung durch das dicke Blut. Der Blutdruck steigt. Infarkte sind eine mögliche Folge. Engegefühl in der Brust und Beklemmungen, bis hin zu psychischen Symptomen bilden die Palette potenzieller Folgen einer Polyglobulie.

In anderen Bereichen des Körpers entstehen Unterversorgungen mit Blut und Schwäche tritt zutage. Patienten mit einer Polyglobulie leiden unter häufigen Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen. In den Ohren empfindet der Patient das klassische Sausen. Der Hämatokritwert steigt exponentiell an. In der Folgezeit erfährt der Patient ein hohes Risiko für Thrombosen. Arterielle Verschlüsse und vermehrte Krampfadern treten auf.

Diagnostik und Klinik der Erkrankung

Unterschiedliche Diagnostiken kommen bei dem Krankheitsbild infrage. Regelmäßig bestimmen Mediziner den Hämatokritwert im Blut des Patienten. Beide Parameter zeigen erhöhte Anzahl der Konzentration. Ebenso verhält sich die Anzahl der Erythrozyten. Die Anzahl kennt im Rahmen einer Polyglobulie keine Grenzen. Der Sauerstoff-Partialdruck weist im gesamten Körper niedrige Werte auf. Mit weiteren Untersuchungen klären die Ärzte den Werdegang des Krankheits-Bildes ab. Im Herzbereich nehmen die behandelnden Mediziner folgende Untersuchungen vor:

  • Echokardiografie
  • Venendurchlasskontrolle
  • Röntgenaufnahmen vom Thorax

Weiterhin eignen sich jegliche bildgebende Verfahren. Dazu zählen MRT-Aufnahmen und Sonografien. Die Tumorsuche anhand der Marker kommt bei einem entsprechenden Verdacht infrage.

Behandlung und präventive Maßnahmen

Die Art des Behandelns richtet sich nach der konkreten Form der Erkrankung. Im Rahmen einer Pseudopolyglobulie verliert der Patient aufgrund häufigen Erbrechens oder starker Verbrennungen einen Volumenverlust im Blut. Zellen lösen sich auf und erzeugen aufgrund der schnellen Steigerung das Krankheitsbild. Bei einer relativen Variante gilt es, den Volumenverlust auszugleichen. Nach dem Aderlass erhält der Patient Elektrolyte für den Blutaufbau und plasmastärkende Mittel. Bei einer absoluten Polyglobulie liegt eine schwere Grunderkrankung vor. Das Primärziel beinhaltet, diese zu bekämpfen. Unterstützend erhält der Patient über einen langen Zeitraum Sauerstoff.

Ausblick und Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte

Im Rahmen einer Polyglobulie weist das Blut eine dickere Konsistenz auf. Das Zellverhältnis verändert sich. Aufgrund dessen erhalten die Patienten mit der Diagnose Polyglobulie regelmäßig einen Aderlass. Weiterhin gilt es, die Grunderkrankung adäquat zu behandeln. Die Krankheit tritt im Zusammenhang mit diversen Symptomen und Verläufen auf.

weitere Informationen:

http://www.medizinfo.de/haematologie/polyglobulie/start.shtml


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