Was ist ein Blutbild?

94

Erklärungen zum Blutbild (Hämogramm)

Ein Blutbild (Hämogramm) ist eine genormte Aufstellung aller Kennzahlen einer Blutprobe, nach der labortechnischen Auswertung und Analyse des Blutes (Blutuntersuchung). Das Blutbild gibt dabei einen Überblick über das Vorhandensein und die Häufigkeit der im Blut enthaltenen Zellbestandteile. 

Werbung

Werbung

Was genau sagen die ermittelten Blutwerte über den Gesundheitszustand aus? Wann steht die Untersuchung des Blutes an? Das einzige, was man als Betroffener dazu weiß, ist, dass Blut abgenommen wird. Standardmäßig muss man nüchtern zur Blutabnahme erscheinen.

Wir erklären alle Fakten zum Blutbild und was die Begriffe Differentialblutbild, kleines Blutbild oder großes Blutbild bedeuten.

Blutbild automatisierte Hämatologie

Blutbild – Faktenblock:

  • Die Erstellung eines Blutbildes ist eine Routineuntersuchung
  • Um Blutwerte zu bestimmen, nimmt der behandelnde Arzt Blut ab und leitet die Probe an ein Labor weiter
  • Man unterscheidet das kleine und das große Blutbild
  • Vor einer Operation ist es wichtig, bestimmte Blutwerte bestimmen zu lassen
  • Sogenannte Entzündungswerte im Blut können Aufschluss über mögliche Erkrankungen geben.

Wann wird ein Blutbild erstellt?

Ein Blutbild ist eine Routineuntersuchung, die von einem Hausarzt oder einem anderen, behandelnden Arzt durchgeführt wird. Besteht der Verdacht einer Infektion oder steht eine Operation an, macht die Erstellung eines Blutbildes Sinn.

Auch bei dauerhafter Einnahme bestimmter Medikamente, einigen chronischen Erkrankungen oder bei Symptomen, die nicht direkt auf eine bestimmte Erkrankung hinweisen, ist es sinnvoll, ein Blutbild zu erstellen.

Je nach Ausgangslage wird ein sogenanntes großes oder kleines Blutbild erstellt. Für die Erstellung eines kleinen Blutbildes reicht bereits eine kleine Menge, wenige Milliliter, abgenommenes Blut aus.

Werbung

Die Laborwerte des Blutes liefern oft aufschlussreiche Erkenntnisse und haben daher einen hohen Stellenwert in der humanmedizinischen Diagnostik.

kostenloser Download: Kleines Blutbild Tabelle (PDF, 18kb),

Wie wird ein Blutbild erstellt?

Um ein Blutbild zu erstellen, ganz gleich ob kleines oder großes Blutbild, wird dem Betroffenen die benötigte Menge Blut abgenommen. Zur weiterführenden Untersuchung wird diese Blutprobe dann in ein Labor geschickt.

Die allgemeine Labordiagnostik bestimmt dann die Ionen unterschiedlicher Eiweißwerte, Zucker und Mineralstoffen. Dies ist deshalb so wichtig, weil diese Stoffe bei fast allen Stoffwechselvorgängen im menschlichen Körper eine wichtige Rolle spielen. Bereits kleine Abweichungen oder Mangelerscheinungen können für den Betroffenen spürbare Auswirkungen haben.

 

Wie sieht ein Blutbild aus?

So sieht ein Blutbild aus

Wie sind die Werte des Blutbild?

Grosses Blutbild alle Werte

Werbung

Was sagt ein Blutbild aus?

Zu hohe oder zu niedrige Werte einzelner Parameter im Blut können Aufschluss auf einen Erkrankung und den Erkrankungsgrad geben.

Allerdings ist ein Mensch nicht automatisch krank, nur weil ein oder mehrere Blutwerte nicht im Normbereich liegen. Es kann sein, dass der Mineralhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist, oder ein bestimmtes Vitamin fehlt. Nach eingehender Beratung kann dieser Mangel dann mit einer speziellen, ausgewogenen Ernährung oder mit Hilfe von Nahrungsergänzungsmitteln ausgeglichen werden.

Liegen in Deinem Blutbild Abweichungen vor, wird Dein Arzt Dich dazu eingehend beraten. Hier bekommst Du kompetente Auskunft, was der abweichende Wert bedeuten kann und was zu tun ist.

Warum ist ein Blutbild für eine bevorstehende Operation so wichtig?

Unterschiedliche Krankheiten oder nicht offensichtliche Symptome und Mangelerscheinigungen können das Risiko für eine Operation erheblich erhöhen. Kommen Komplikationen auf, auf die die Ärzte während der Operation nicht vorbereitet sind, erhöht sich das Risiko ebenfalls.

Daher sind im Vorfeld eine Vielzahl von sogenannten OP-Vorbereitungen zu treffen. Daher werden im Vorfeld wichtige Blutwerte beim Betroffenen bestimmt, um möglichen Komplikationen vorzubeugen oder diese im besten Fall vorzubeugen.

Für eine Operation werden mit Hilfe allgemeiner Labordiagnostik und einer Blutprobe des Betroffenen Leber- und Nierenwerte, Elektrolyte und Blutzucker sowie die Blutgerinnung bestimmt. Treten Abweichungen von der Norm im Blutbild auf, muss das noch nicht heißen, dass die Operation nicht durchgeführt werden kann.

Die behandelnden Ärzte sind dann aber auf eventuell auftretende Komplikationen vorbereitet. Steht ein größerer Eingriff bevor, kann mit Hilfe der Blutprobe die Blutgruppe bestimmt werden, sollte diese nicht bekannt sein. So können bei einem größeren (zum Teil erwarteten) Blutverlust bereits passende Blutkonserven bereit liegen.

Gerade nach größeren operativen Eingriffen werden in der Nachsorge regelmäßig weitere Blutbilder des Betroffenen erstellt, um Infektionen auszuschließen und zu beobachten, wie der Körper mit dem operationsbedingten Blutverlust zurecht kommt.

 

Warum wird ein Blutbild bei einer Infektion erstellt?

Hat Dein behandelnder Arzt den Verdacht, dass bei Dir eine Infektion vorliegt, gehört die Erstellung eines Blutbildes oft zu den ersten Schritten, um die Diagnosestellung zu sichern beziehungsweise anzugehen. Hierbei werden mit Hilfe der Blutprobe sogenannte Entzündungswerte erstellt.

Diese spezifischen Werte steigen an, wenn im Körper eine Entzündung vorliegt. Die ermittelten Werte geben jedoch erstmal keinen Aufschluss darauf, wo sich die Entzündung befindet.

Mit Hilfe der Entzündungswerte wird also erstmal grundsätzlich und unspezifisch nach einer möglichen Infektion gesucht.

Zum Beispiel spielen die weißen Blutkörperchen, sogenannte Leukozyten, eine wichtige Rolle in der Immunabwehr. Ist ihre Anzahl in Deiner Blutprobe erhöht, spricht das erstmal für eine (meist harmlose) Infektion mit Viren, Bakterien, Pilzen oder Parasiten. Ist Dein Leukozytenwert zu hoch, sprechen Mediziner von einer Leukozytose.

Um diesen Wert zu bestimmen, reicht erstmal die Erstellung eines kleinen Blutbildes. Sind die Werte stark erhöht, kann es sein, dass Dein Arzt ein großes Blutbild erstellen will, um weitere Parameter zu Diagnosezwecken hinzuzuziehen.

Weitere Entzündungswerte, die Aufschluss über eine mögliche Infektion geben können, sind unter anderem:

– die Blutsenkungsgeschwindigkeit (kurz: BSG Wert): Die BSG gibt an, wie lange einzelne Blutkörperchen brauchen, um in einem senkrecht aufgestellten Röhrchen nach unten zu sinken.
– C-reaktives Protein (kurz: CRP Wert): Dieser Wert ist ähnlich wie die Leukozyten wichtig für eine funktionierende Abwehrfunktion des menschlichen Organismus. Bereits wenige Stunden nach einer Infektion mit Bakterien, steigt dieser Wert an.

Blutbild – Fazit

Ein Blutbild ist in der Diagnosestellung und Behandlung von Krankheiten ein wichtiges Instrument, das eine hohe Aussagekraft über den Gesundheitszustand des Betroffenen gibt. Abweichungen von Normwerten ziehen in der Regel jedoch weitere Untersuchungen nach sich, weshalb erstmal kein Grund zur Sorge besteht.

Quellen:
Philippe Furger: Labor quick: Laborwerte und Laborbefunde von A-Z, Differenzialdiagnose, Labormedizin. 2. Auflage.Stuttgart 2013: Georg Thieme-Verlag

Werbung

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild"