Was ist der Coronavirus – Symptome und Verlauf von COVID-19

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Coronavirus ist aktuell das Gesundheitsthema Nummer Eins in Deutschland. Was die Weltgesundheitsorganisation WHO kürzlich zur Pandemie erklärte, sorgt für leere Straßen, Hamsterkäufe und Gerüchte in sozialen Medien. Wir haben die wichtigsten Informationen zu COVID-19 und SARS-CoV-2 für Sie zusammengestellt.

Was sind Coronaviren
Was sind Coronaviren – Was ist COVID-19 und SARS-CoV-2

Was sind Coronaviren?

Coronaviren (CoV) sind eine große Familie von Viren, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden. In der Regel leiden die tierischen Wirte nicht an Beschwerden, wohingegen es beim Menschen zu Erkrankungen von einfachen Erkältungen bis zu schweren Lungenentzündungen kommt. In den vergangenen Jahren sorgten MERS (Middle East Respiratory Syndrome, MERS-CoV – übertragen durch Dromedare) und SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome, SARS-CoV – übertragen durch Tibetkatzen) für Schlagzeilen.

Was ist COVID-19 und SARS-CoV-2?

SARS-CoV-2 ist ein neuer, nahe mit SARS und MERS verwandter Stamm von Coronaviren, deren natürliche Wirte Fledermäuse sind.

Diese Viren lösen eine Atemwegserkrankung aus, die Covid-19 genannt wird und die erstmals 2019 gehäuft in der chinesischen Provinz Wuhan auftrat. Man bezeichnet sie als COronaVIrus Disease-2019.

Was sind Coronaviren
Was sind Coronaviren – Was ist COVID-19 und SARS-CoV-2

Was bedeutet Coronavirus, Covid-19 und Sars-CoV-2:

Coronavirus: Coronaviren sind eine weitläufige Virusfamilie, dazu gehören auch der derzeitige Sars-CoV-2 Virus, dieser verursacht die weltweite Pandemie und wird auch Neuartiger Coronavirus“ genannt. 

Sars-CoV-2: Der neuartige Coronavirus bekam durch die WHO den Namen „Sars-CoV-2“ (‚Severe Acute Respiratory Syndrome‘-Coronavirus-2). Dieser Virus verursacht bei gesunden Menschen leichte oder keine Symptome.

Covid-19: Benennt die ausgelöste Atemwegskrankheit Covid-19 auch Coronavirus-Disease-2019 bekommen Menschen die das Virus Coronavirus Sars-CoV-2 in sich tragen und an Symptome leiden.

Wie wird SARS-CoV-2 übertragen?

SARS-CoV-2 wird vor allem durch Tröpfcheninfektion weitergegeben. Eine Übertragung erfolgt zudem direkt über die Schleimhäute oder indirekt über die Hände, die mit den Schleimhäuten von Mund, Nase oder Auge in Kontakt kommen. Eine Infektion ist auch über Patienten möglich, die nur an leichten oder unspezifischen Symptomen leiden. Die Verbreitung ausgehend von beschwerdefreien Infizierten spielt keine wesentliche Rolle.

Wie lange dauert es bis zur Erkrankung, wenn man sich infiziert hat?

Nach Angaben der WHO liegt die durchschnittliche Inkubationszeit mit SARS-CoV-2 bei fünf bis sechs Tagen. Sie kann vermutlich bis zu vierzehn Tagen dauern.

Welche Symptome treten bei Coronavirus auf?

Die Erkrankung mit COVID-19 beginnt meistens mit den folgenden Symptomen, die einzeln oder in Kombination auftreten:

  • Fieber
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • meist trockener Husten
  • mehrtägigen Geruchs- und Geschmacksverlust 1
  • gegebenenfalls Atemnot (Dyspnoe).

Gelegentlich kommt es auch zu

  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schnupfen
  • Durchfällen.

Eher seltene Begleiterscheinungen sind

  • Schüttelfrost und
  • Halsschmerzen.

Ein Merkmal von COVID-19 ist, dass sich das Fieber durch fiebersenkende Medikamente (Antipyretika) kaum beeinflussen lässt.

1Quelle: Professor Hendrik Streeck, Institut für Virologie am Universitätsklinikum Bonn

Wie schwer verläuft die Erkrankung mit Coronavirus?

Klinisch unterscheidet man verschiedene Schweregrade:

  • Leicht – gekennzeichnet durch leichte Beschwerden und einen unkomplizierten Verlauf.
  • Moderat – in Verbindung mit einer leichten Lungenentzündung (Pneumonie).
  • Schwer – mit schwerer Pneumonie, definiert durch
    • Fieber oder vermutete Atemwegsinfektion und
    • entweder
      • Atemfrequenz > 30/min,
      • schwerer Luftnot oder
      • kapillarer Sauerstoffsättigung (SpO2) <90% bei Raumluft.
  • Kritisch – mit akutem Lungenversagen (ARDS), Nierenversagen und Blutvergiftung (Sepsis/septischer Schock).

Wie gefährlich ist das neue Coronavirus?

Jeder dieser Ausprägungen ist möglich. In China verlief die Erkrankung in vier von fünf Fällen mild. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist die Krankheit mit meist nur geringen Beschwerden verbunden. In der Schwangerschaft besteht kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf. Riskant ist SARS-CoV-2 für ältere Patienten, bei schweren Lungenerkrankungen und verminderter Immunabwehr.

Wer ist besonders gefährdet?

Bei Personen mit folgenden Merkmalen kommt es gehäuft zu schweren Verläufen:

  • Alter über 50 Jahren
  • männlich
  • bestehende Atemnot durch Lungenerkrankungen wie COPD
  • andauerndes Fieber
  • ausgeprägte Lymphopenie
  • erhöhte Werte von LDH und Troponin im Blut.

Wer entscheidet, ob ein Test auf Coronavirus gemacht wird?

Kliniken und Hausärzte entscheiden über einen Corona-Test. Kriterien sind der Kontakt mit infizierten Personen oder der Aufenthalt in einer Region mit zahlreichen Infektionen – Erkältungssymptome oder Fieber allein reichen nicht aus. In allen medizinisch begründeten Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Einen Schnelltest auf Coronaviren zur Durchführung zu Hause ähnlich einem Schwangerschaftstest gibt es derzeit nicht.

Wie kann man sich vor COVID-19 schützen?

Zum Schutz vor Coronaviren gelten die gleichen Verhaltensregeln wie bei Grippeviren:

  • Abstand halten von Menschen mit Husten, Schnupfen oder Fieber.
    • Mindestens ein oder zwei Meter Distanz einhalten.
    • Händeschütteln vermeiden – schenken Sie Ihrem Gegenüber lieber ein Lächeln.
  • Regelmäßiges und ausreichend langes Händewaschen mit Seife.
    • Dabei auch Handgelenke und zwischen den Fingern mindestens 20 Sekunden lang reinigen und mit fließendem Wasser abspülen.
    • Desinfektionsmittel oder eine spezielle desinfizierende Seife sind nicht unbedingt notwendig.
    • Benutzt man eine alkoholische Händedesinfektion, so gilt die Regel: Desinfizieren statt waschen. Zusammen mit Wasser wird das alkoholische Desinfektionsmittel verdünnt und dadurch unwirksam.
  • Husten- und Niesetikette beachten.
    • Eine der schlimmsten und zugleich am leichtesten vermeidbaren Infektionsquellen ist das Niesen oder Husten eines infizierten Patienten, der dabei nicht Mund und Nase bedeckt.
    • Nicht in die Hand niesen oder husten, da man dadurch die Viren auf Oberflächen wie Türklinken oder Haltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln verteilt und weitergibt.
    • Stattdessen die Armbeuge vorhalten.
    • Einwegtaschentücher nach einmaligem Gebrauch sofort entsorgen.
  • Finger vom Gesicht fernhalten.
    • Besonders wenn man in der Öffentlichkeit unterwegs ist, sollte man diese Berührungen vermeiden.
    • Häufig neigt man dazu, unbewusst an Mund, Nase oder Augen zu fassen. Für Viren sind diese Schleimhäute prädestinierte Stellen, an denen sie leicht in den Körper eindringen können.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Infektion mit Coronavirus?

Eine spezifische, gegen das Coronavirus selbst gerichtete Therapie ist derzeit nicht möglich. Daher steht die Behandlung der mit der Infektion verbundenen Beschwerden im Vordergrund. Dazu gehört die Versorgung einer bestehenden Grunderkrankung und Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes wie Sauerstoffgabe, Ausgleich des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushaltes und gegebenenfalls die Gabe von Antibiotika, sofern eine bakterielle Begleitinfektion hinzukommt.

Gibt es einen Impfstoff gegen Coronavirus?

An der Entwicklung eines Impfstoffes arbeitet man derzeit mit Hochdruck. Trotzdem wird eine Impfung gegen Coronaviren voraussichtlich erst in einigen Monaten zur Verfügung stehen.

Was muss ich tun, wenn ich mich möglicherweise mit Coronavirus angesteckt habe?

Leiden Sie an grippeähnlichen Symptomen und waren Sie zuvor in einem Risikogebiet oder hatten Sie Kontakt mit einem Infizierten, haben Sie sich möglicherweise mit Coronaviren angesteckt. In einem solchen Fall sollten Sie die Öffentlichkeit meiden und von einem Arztbesuch absehen, um nicht noch mehr Menschen anzustecken.

Rufen Sie stattdessen Ihren Hausarzt, den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) oder das örtliche Gesundheitsamt (Rufnummer anhand der Postleitzahl zu erfragen unter https://tools.rki.de/plztool) an und lassen Sie sich beraten, was zu tun ist. Seit dem 9. März 2020 gilt vorerst befristet für vier Wochen die Regelung, dass man nach telefonischer Rücksprache mit einem Arzt eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) für maximal sieben Tage bekommt.

Quellen, Links und weiterführende Literatur

Die verfügbaren Informationen zu Coronavirus ändern sich schnell, daher empfiehlt sich ein regelmäßiger Blick auf die folgenden Informationsseiten:

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