Blutwerte Eisen bei Eisenmangel

Ist der Eisenspiegel im Blut zu hoch oder zu niedrig?

Eisenmangel ist eine der häufigsten Mangel-Erscheinungen. Rund zwei Milliarden Menschen sind weltweit davon betroffen. Über eine Untersuchung der Blutwerte auf Eisen hin ist ein Arzt schnell in der Lage, den gefährlichen Mangel festzustellen. Vier unterschiedliche Labor-Werte dienen dabei in der Hauptsache dem Verifizieren des Defizits: Hämoglobin, Serum-Ferritin sowie Transferrin und das C-reaktive Protein.

Blutbild

Eisenspiegel im Blut zu hoch © groisboeck Fotolia.com

 

 

Dafür benötigt der Körper Eisen

Eisen ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der Mensch in der Regel über die Nahrung aufnimmt. Es ist in erster Linie nötig zur Bildung von Hämoglobin und Myoglobin. Hämoglobin färbt das Blut rot und sorgt für den Sauerstoff-Transport in demselben. Myoglobin ist ein wichtiger Bestandteil des Herzmuskels.

Die Einnahme von zehn bis zwölf Milligramm Eisen täglich ist für einen gesunden erwachsenen Menschen ausreichend. Die Blutwerte bei Schwangerschaft erhöhen sich, der tägliche Bedarf steigt auf dreißig Milligramm und während des Stillens auf zwanzig Milligramm.

 

Ein kleines Blutbild reicht zur Diagnose aus

Bei Verdacht auf Eisenmangel und Eisenwerte im Blut die zu niedrig sind,  reicht es aus, dass ein Allgemein-Mediziner oder ein Internist ein kleines Blutbild anfertigt. Hierfür nimmt er dem Patienten lediglich wenige Milliliter Blut ab. Der Mediziner misst folgende Parameter:

  • Konzentration des Hämoglobins, des Blutfarbstoffs,
  • der Erythrozyten, der roten Blutkörperchen,
  • der Leukozyten, der weißen Blutkörperchen,
  • und der Thrombozyten, der Blutplättchen.

Ein Großes Blutbild auch Differenzialblutbild genannt, ist zum Feststellen der Blutwerte für Eisen nicht nötig. Bei diesem kommt eine genaue Untersuchung der drei Untergruppen von Leukozyten hinzu. Dazu zählen die Monozyten, die Granulozyten und die Lymphozyten. Sie geben Aufschluss über mögliche Infektionen, Autoimmun- oder Krebs-Erkrankungen.

 

Ein zu niedriger Wert für Hämoglobin ist ein sicherer Indikator für einen Mangel an Eisen. Für Männer ist ein Wert von vierzehn bis achtzehn Gramm Hämoglobin pro Deziliter Blut normal. Für Frauen ist es eine Konzentration von zwölf bis sechzehn Gramm. Als Abkürzung für die Menge an Hämoglobin im Blut dient im kleinen Blutbild das Kürzel HB.

Ein weiterer wichtiger Wert zum Bestimmen des Eisengehaltes im Blut ist Serum-Ferritin. Dabei handelt es sich um den Eisenspeicher des Körpers. Normal ist eine Menge von vierzig bis 160 Mikrogramm Serum-Ferritin pro Liter Blut. Der dritte Blutwert für Eisen ist die Sättigung des Blutes mit Transferrin. Die Transferrin-Sättigung beträgt bei einem gesunden Menschen zwanzig bis fünfzig Prozent.

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Interpretiert der Mediziner die Ferritinwerte, berücksichtigt er, dass sie bei entzündlichen sowie malignen Krankheiten, bei Lebererkrankungen und in der Schwangerschaft falsch normal ausfallen oder erhöht sind. Die Gefahr besteht, dass der Arzt einen bestehenden Mangel durch die ihm vorliegenden Werte nicht erkennt. Um falsche Diagnosen auszuschließen, misst er bei Verdacht auf einen Eisenmangel das C-reaktive Protein (CRP) mit, welches, sofern erhöht, auf eine Krankheit hinweist, die unter Umständen einen Eisenmangel verschleiert.

Weitere Anhaltspunkte liefern auch der MCH- und der MCHC-Wert. Dabei handelt es sich um die durchschnittliche Menge an Hämoglobin im Verhältnis zu den roten Blutkörperchen sowie um die Konzentration an Hämoglobin innerhalb der Erythrozyten.

 

Diese Blut-Werte verweisen auf Eisenmangel

Generell unterscheiden Ärzte bei der Diagnose zwischen einfachem Eisenmangel und akutem Mangel, der Eisenmangel-Anämie. Beim einfachen Mangel sind die Eisenspeicher des Körpers noch nicht erschöpft. Dieser versucht, den Mangel selbst auszugleichen.

Von Eisenmangel sprechen Mediziner, wenn die Eisenwerte im Blut zu niedrig sind und der Ferritin-Wert unter fünfzehn Mikrogramm und die Transferrin-Sättigung unter zwanzig Prozent fällt. Der HB-Wert bleibt in diesem Fall im Bereich des Normalen. Die Eisenmangel-Anämie tritt ein, wenn die Menge an Serum-Ferritin zehn Mikrogramm pro Liter Blut unterschreitet. Die Sättigung an Transferrin sinkt hierbei unter zehn Prozent und der HB-Wert ist mit unter zwölf Gramm pro Deziliter Blut zu niedrig.

 

Vom Mangel an Eisen zu unterscheiden ist die Blutarmut, bei der die Konzentration an Hämoglobin gering ist. Bei Männern unterschreitet der HB-Wert dreizehn Gramm und bei Frauen zwölf Gramm. Die Blutwerte für Serum-Ferritin und Transferrin bleiben im Norm-Bereich.

Prinzipiell ist es möglich, dass die Blutwerte für Eisen im Körper zu hoch sind. Ein starker Eisenmangel verweist auf heftige Blutungen, Geschwüre oder Entzündungen des Magen-Darm-Trakts. Zu hohe Eisenwerte sind ein Indiz für Schäden oder Entzündungen an der Leber.

 

So stellen Mediziner einen Mangel an Eisen fest

Ein kleines Blutbild und das Bestimmen der Werte für Hämoglobin, Serum-Ferritin und Transferrin sowie das C-reaktive Protein reichen aus, um einen Mangel an Eisen sicher zu diagnostizieren. Dies geschieht in der Praxis eines Allgemein-Arztes oder eines Internisten. Die genauen Eisenwerte im Blut bzw. die Blutwerte für Eisen entscheiden dabei, ob ein einfacher Mangel oder eine gefährliche Anämie vorliegt.

 

Eisenmangel zu unterschätzen, ist gefährlich

Eisenmangel im Körper führt zu zahlreichen Symptomen und in manchen Fällen zu schwerwiegenden Folge-Erkrankungen. Dazu zählt das Plummer-Vinson-Syndrom, das unter Umständen zu Speiseröhren-Krebs und Herz-Insuffizienz führt. Daher ist es gefährlich, einen solchen Mangel dauerhaft zu ignorieren. Im Anschluss an das Feststellen des Mangels erfolgt das Beheben, je nach Schwere, über ein Umstellen der Ernährung oder die Einnahme von Eisen-Präparaten.

 

weiterführende Verweise zum Eisenmangel:

www.eisen-netzwerk.de/eisenmangel/diagnose.aspx

www.sparmedo.de/ratgeber/eisen-563/

www.eisenmangelnet.de/

 

 

 

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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