evb-Wert (Erythrozytenverteilungsbreite)

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EVB-Wert des Blutbildes: Indikator einer vorliegenden Blutarmut

Ärzte nutzen die Ergebnisse des Blutbildes, um anhand unterschiedlicher Werte Krankheiten zu erkennen und zu diagnostizieren. Hinsichtlich der Blutarmut spielt der sogenannte EVB-Wert eine wichtige Rolle.

blutwerte einzelwert

 

Der zum Blutbild gehörende EVB-Wert beschreibt die Verteilung und das Volumen der roten Blutkörperchen im Blut.

Der Fachbegriff für die roten Blutkörperchen lautet Erythrozyten. Davon leitet sich das Kürzel „EVB“ ab: Es steht für Erythrozytenverteilungsbreite. Die englische Fachsprache verwendet die Abkürzung „RDW“ für „Red Blood Cell Distribution Width“. Deshalb verwenden Ärzte und den Labors die Begriffe EVB- und RDW-Wert synonym.

EVB-Werte geben Aufschluss über die Größenverteilung der Erythrozyten

Labors geben im Rahmen einer Blutuntersuchung den vorgestellten Wert in Prozent an. Er berechnet sich aus dem Quotienten der Standardabweichung des Volumens und dem durchschnittlichen Volumen der roten Blutkörperchen. Das Ergebnis beschreibt die Größenverteilung der Erythrozyten im Blut. Es gibt Aufschluss über die Abweichung von der normalen Größe. Die roten Blutkörperchen verändern während ihrer Lebensdauer ihre Größe nicht. Deshalb gelten Abweichungen der Volumenwerte als Indizien für vorliegende Krankheiten.

Die Bewertung der Laborwerte erfolgt durch einen Vergleich mit Referenzwerten. Der Durchmesser der roten Blutkörperchen eines gesunden Erwachsenen beträgt zwischen sechs und neun Mikrometer. Die Dicke bewegt sich im Bereich von einem bis zwei Mikrometern. Der EVB-Wert hängt insbesondere vom Durchmesser der Erythrozyten ab. Der Vergleichswert für die EVB-Werte liegt zwischen 11,5 und 14,5 Prozent.

 

Potenzielle Ursachen eines erhöhten Wertes

Die Ergebnisse des Blutbildes übernehmen eine wichtige Rolle bei der Diagnose von Krankheiten. Liegt der Wert unterhalb des genannten Referenzbereichs, besteht kein Anlass zur Sorge. Erniedrigte Werte stuft die klinische Diagnostik als wenig relevant ein.

Erhöhte EVB-Werte gelten dagegen als Indikatoren unterschiedlicher Ursachen. Häufig hängt ein Anstieg mit einer Form der Blutarmut (Anämie) zusammen. Hinsichtlich einer Abweichung der EVB-Werte kommen verschiedene Ausprägungen der Anämie infrage. Dazu gehören:

  • Anämie infolge von Eisenmangel,
  • Hämolytische Anämie,
  • Kugelzellanämie,
  • Perniziöse Anämie,

Die Eisenmangelanämie gilt als die häufigste Form der Blutarmut. Ausgelöst durch einen Mangel an Eisen produziert der Körper zu wenig Hämoglobin. Die Patienten klagen über Müdigkeit und Schlappheit. Häufig zeigt sich im Gesicht ein blasser Farbton. Bei der hämolytischen Anämie erreichen die Erythrozyten ihre als normal eingestufte Lebenszeit nicht. Dadurch fällt die Zahl der roten Blutkörperchen im Blut ab.

Im Fall der Kugelzellenanämie verlieren die Erythrozyten ihre eigentliche Form und nehmen die Gestalt einer Kugel an. Die perniziöse Blutarmut geht auf einen Mangel an Vitamin B12 zurück. Unbehandelt verläuft die Form der Anämie tödlich. Zu den Symptomen gehören Blässe, Müdigkeit, reduzierte Leistungsfähigkeit, eine gerötete Zunge, Neigung zum Kollaps und eine gelbe Färbung der Haut.

Neben der Blutarmut deutet eine deutliche Erhöhung des EVB-Wertes auf eine Knochenmarkfibrose hin. Hierbei handelt es sich um eine seltene Krankheit, die bevorzugt zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auftritt. Die Erkrankung zeigt sich nach einer langen Zeit ohne Symptome durch Leukozytose, Thromboseneigung und Blutungen. Außerdem treten erneut die allgemeinen Symptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Durchfall, Sehstörungen und Gelenkschmerzen auf.

 

Diagnose mit weiteren Befunden des Labors

Der EVB-Wert dient nicht als alleinige Basis einer Diagnose. Der Arzt betrachtet einen möglichen Anstieg der Werte im Zusammenhang mit anderen Befunden des Labors. Eine Anämie geht mit Veränderungen anderer Blutwerte einher. In dieser Hinsicht sind beispielsweise die MCH-, MCV- und die MCHC-Ergebnisse anzuführen.

Zusammengefasst besitzt der EVB-Wert bei der Diagnose unterschiedlicher Ausprägungen der Blutarmut eine wichtige Bedeutung. Anstiege im Blutbild deuten auf eine Anämie oder eine Knochenmarkfibrose hin. Erniedrigte Werte gelten in der Medizin als unbedenklich.

 

redaktionelle Bearbeitung: Anna Nilsson


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