GFR-Wert (Glomeruläre Filtrationsrate)

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Der GFR-Wert als Bestandteil der Nierendiagnostik

Der GFR-Wert bildet die Grundlage der Nierendiagnostik. Er trifft Aussagen über die Funktionen und Störungen von Nieren und Harnwegen. Die Abkürzung GFR steht für die Glomeruläre Filtrationsrate. Dabei handelt es sich um den Wert, der die Fähigkeit der Nieren zur Filtration angibt. Kleine Gefäße, die sogenannten Glomeruli, übernehmen die Filterfunktion auf zellulärer Ebene in der Niere.

blutwerte einzelwert 

Im Gegensatz zu anderen nephrologischen Diagnoseverfahren verändert sich der Wert bereits bei geringen Funktionsstörungen. Die Funktionsfähigkeit der Nieren lässt auf angeborene und erworbene Erkrankungen verschiedener Art schließen. Vorwiegend bei Personen mit einer Nierenschwäche bestimmen die Ärzte den Blutwert GFR. Dabei bezeichnet die glomeruläre Filtrationsrate das gesamte Volumen des Primärharns. Letzteren filtern sämtliche Glomeruli in beiden Nieren. Bei Menschen mit einem normalen Blutdruckwert liegt die durchschnittliche Rate bei 120 Milliliter in einer Minute. Abhängig von dem Alter der Patienten sinkt oder erhöht sich die gemessene Zeitspanne.

 

Wie bestimmen Mediziner den Wert?

Um den Wert zu bestimmen, sammelt der Patient den gesamten Harn beider Nieren über einen festen Zeitraum. Regelmäßig beträgt dieser 24 Stunden. Der GFR-Wert gibt die Menge des Harns an, der innerhalb des Zeitraums die Nieren durchläuft und eine Filterung erhält. Die Faustformel sieht pro Tag für einen durchschnittlichen Menschen eine Menge von 170 Litern als Normwert an. Die Menge verändert sich mit zunehmendem Alter und bei Nierenerkrankungen.

Das Verfahren des Ermittelns heißt Kreatinin-Clearance. Im gesammelten Urin bestimmen die Mediziner die Kreatinin-Konzentration. Weiterhin bestimmen sie die Konzentration des Plasmas in einer Blutprobe. Die beiden Werte entsprechen einander.

Mit der Zeit entwickelten sich verschiedene Näherungsansätze, um den GFR-Wert näher zu bestimmen. Forscher verwenden Korrektor-Werte, wie die Körperoberfläche oder die Hautfarbe. Fehler bei der Ermittlung des Wertes kommen durch Vorerkrankungen oder das altersbedingte, natürliche Schwanken vor. Diesen Fehlern beugen Laboranten mit Mittelwerten vor.

 

Welche Werte sind bei dem Blutwert GFR normal?

GFR als Blutwert erhält für die Abschätzung der Nierenfunktion eine wesentliche Relevanz. Innerhalb einer Minute filtern die Nieren bei einem gesunden Erwachsenen 120 Milliliter Primärharn. Auf einen ganzen Tag gerechnet entspricht das 170 Liter der Flüssigkeit. Um eine durchschnittliche glomeruläre Filtrationsrate zu erreichen, spielt ein geregelter Blutdruck eine wichtige Rolle. Vorwiegend bei einer Hypertonie kommt es zu einer Fehlfunktion der Nieren. Dadurch verändert sich der Blutwert GFR. Des Weiteren sinkt die Filtrationsrate physiologisch zu einem zunehmenden Lebensalter. Bei einer Erkrankung der Nieren bemerken die Ärzte eine pathologische Absenkung des GFR-Blutwerts. Um den relevanten Wert zu bestimmen, ermitteln die Mediziner die Kreatinin-Clearance. Dadurch entsteht eine näherungsweise Erstellung der glomerulären Filtrationsrate.

 

Die Bedeutung der Werte

Das Bestimmen des Wertes gehört zu den grundsätzlichen Nierenuntersuchungen. Zu Beginn einer Nierenerkrankung tritt regelmäßig eine kurzfristige Erhöhung des Wertes von über 120 Milliliter pro Minute auf.

Der GFR-Wert bezeichnet das Stadium, in dem die Niere mehr als die gewöhnliche Menge versucht, auszuscheiden. Bei Diabetikern tritt dieses Symptom zu Beginn der Erkrankung ebenfalls auf. Im späteren Stadium beeinflusst ein höheres Eiweiß-Ausscheiden den Wert.

Bei niedrigen GFR-Werten schreitet die Nierenerkrankung fort. Ein Nachlass um zehn Milliliter pro Minute ist die Regel. Mediziner versuchen, das Risiko der weiteren Verschlechterung zu minimieren und die Krankheit selbst zu behandeln. Mittelstark negativ abweichende Ergebnisse indizieren Blutbilder mit Augenmerk auf Anämien verschiedener Art. Bei GFR-Werten unter 29 Milliliter pro Sekunde veranlassen Ärzte eine Dialyse. Beim Totalversagen, der sogenannten Urämie, liegt der Wert unter 15 Milliliter pro Sekunde. In diesem Fall substituieren Medikamente respektive Maschinen die gesamte Filtration der Niere.

 

Gegenmaßnahmen und weitere Verwendungsmöglichkeiten des Wertes

Um ein Fortschreiten des Verschlechterns des Wertes zu verhindern, senken Ärzte den Blutdruck des Patienten medikamentös. Auf diese Weise gelangen das Blut und der Harn langsamer in die Niere.

Die verschiedenen Stadien der Niereninsuffizienz bestimmen sich zu Beginn ausschließlich über den GFR. Erst in fortgeschrittenen Stadien lassen sich Wertveränderungen in anderen Bereichen feststellen. Der GFR-Wert trägt zur Gesamtdiagnostik bei und lässt das Bestimmen des genauen Stadiums einer Insuffizienz oder anderer Erkrankungen zu.

Anhand des Wertes treffen Ärzte weitere Untersuchungen, um genaue Ursachen sowie Nebenfolgen festzustellen. Trotz der genauen Diagnostik beachten Ärzte natürliche Umstände, die den Wert verändern. Dazu zählen insbesondere Schwangerschaften. Daneben verändert sich der Wert in einer aufrechten Körperhaltung und mit einem niedrigen Blutdruck. Bei aufrechter Haltung steigt das Filtrationsvermögen. Der niedrige Blutdruck verlangsamt den Fluss der Körperflüssigkeiten, wie Blut und Harn.

Der GFR ist ein maßgeblicher Teil der Nephrologie. Mediziner ziehen ihn sowohl zur Diagnostik als auch zur Kontrolle während therapeutischer Maßnahmen heran.

Bei dem Blutwert GFR handelt es sich um die glomeruläre Filtrationsrate, die in der Medizin eine wichtige Bedeutung erhält. Hierbei stellt die Rate ein spezielles Volumen an Glomeruli, den Gefäßknäueln innerhalb des Nierengewebes, dar. Dabei bestimmt die glomeruläre Filtration das Verhältnis des filtrierten Volumens zu einer ausgewählten Zeiteinheit. Vorwiegend nutzen die Forscher die Einheit Milliliter pro Minute.

 

Der glomeruläre Filter spielt eine Rolle

Inulin zählt ebenfalls zu den Stoffen, die sich für das Bestimmen des GFR-Blutwerts eignen. Dabei benötigen die Experten Plasma-Inulin-Konzentration sowie eine bestimmte Menge an ausgeschiedenem Urin. Vorrangig besteht bei der glomerulären Filtrationsrate eine Abhängigkeit von:

  • dem effektiven Filtrationsdruck,
  • der Gesamtfläche
  • und der Leitfähigkeit des glomerulären Filters.

Im Gegensatz zu anderen Blutwerten existiert bei der Filtrationsrate kein fester Wert. Stattdessen verändert sich die durchschnittlich gemessene Zeitspanne mehrmals an einem Tag. Innerhalb von 24 Stunden schwankt der GFR Blutwert um bis zu einem Drittel. Die höchste glomeruläre Filtrationsrate besitzen Männer und Frauen, die sich in ihrem 20. Lebensjahr befinden. Bereits ab einem Alter von 35 Jahren sinkt der Wert deutlich ab. Um einen erhöhten Retentionswert zu erstellen, sinkt die GFR um mindestens die Hälfte.

Unterschiedliche Körpergrößen sowie das Gewicht nehmen Einfluss auf die Filtrationsrate des Primärharns. Jedoch deutet ein dauerhaft niedriger GFR-Blutwert auf eine Niereninsuffizienz hin. Um die glomeruläre Filtrationsrate zu berechnen, entwickelte ein Forscherteam im Jahr 1989 die MDRD-Studie. Auf der Grundlage dieser „Modification of Diet in Renal Disease Study“ entstand die wichtige MDRD-Formel.

 

Die Filtrationsrate diagnostiziert die Nierenfunktion

Eine wichtige Bedeutung erlangt die glomeruläre Filtrationsrate bei der Klassifizierung der Nierenfunktion. Laut der Kidney Disease Outcomes Quality Initiative, kurz KDOQI, ergeben sich dabei fünf unterschiedliche Stadien. Diese Stufen geben den Grad einer Nierenschädigung an. Bei dem ersten und dem zweiten Stadium besteht ausschließlich ein geringfügiger Funktionsverlust des Organs. Die mittlere Stufe bezeichnet einen mittelgradigen Funktionsverlust, während Stadium Vier eine schwere Komplikation diagnostiziert. Weisen die Untersuchten das fünfte Stadium auf, leiden sie unter einem Nierenversagen.

redaktionelle Bearbeitung: Anna Nilsson

 

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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