Warum zeigt sich der Blutwert IgM zu hoch?

Hier erfahren Sie alles zu erhöhten IgM Blutwerten. Die Immunglobuline kommen als Glykoproteine im menschlichen Körper vor. Sie besitzen einen Eiweiß- und einen Zuckeranteil.

Zu diesen Substanzen gehört das Immunglobulin M, kurz IgM. Es zählt zu den wesentlichen Antigen-Markern in Ihrem Organismus.

Zeigt sich der Blutwert IgM hoch, leiden Sie beispielsweise an einer Infektion.

Blutwerte
Blutwerte Copyright: Vitleo bigstockphoto

Wichtige Fakten über das Immunglobulin M in der Zusammenfassung:

  1. Verbindet sich das Immunglobulin M mit einem Antigen, kommt es zu mehreren Immunreaktionen.
  2. Zeigt sich der Blutwert IgM hoch, liegt der Verdacht einer Erstinfektion oder dem Fortbestehen einer Krankheit nahe.
  3. Niedrige IgM-Werte können aus einem angeborenen Immunglobulin-Mangel resultieren.
  4. Der alleinige Anstieg des IgM deutet auf eine monoklonale Gammopathie hin.
  5. Steigt die Konzentration mehrerer Immunglobuline im Blut, nennt sich das Phänomen Hypergammaglobulinämie.

Was ist der IgM Blutwert?

Speziell beim Befall durch Bakterien, Viren und andere Fremdstoffe erhöht sich die Konzentration dieses Antikörpers. Sobald sich IgM mit einem Fremdkörper verbindet, lockt es die Makrophagen – Fresszellen – an. Diese phagozytieren den Schadstoff.

Welche Aufgaben übernimmt IgM im Körper?

Das Immunglobulin M lagert sich an vier weitere Immunglobuline dieser Klasse an und bildet ein Pentamer.

Es gehört zu den wenigen Antikörpern, die diese großen Strukturen bilden. Zeigt sich der Blutwert IgM hoch, liegt im Körper eine virale oder bakterielle Infektion vor. Gleichzeitig führt beispielsweise ein Pilzbefall zu entsprechenden Werten. Die Aufgabe des Immunglobulins besteht in der Identifizierung des jeweiligen Erregers.

Damit ähnelt seine Funktion dem IgG. Erkennt es charakteristische Oberflächenstrukturen von Krankheitserregern, markiert es diese. Dadurch lockt es Makrophagen, die die Keime abtöten, an.

Wann ist der Blutwert IgM hoch?

Bei einer Blutuntersuchung kontrollieren die Ärzte mehrere Antikörper. Zu ihnen gehören IgG, IgA und IgM. Stellen sie eine Vermehrung aller Immunglobuline fest, diagnostizieren sie eine Hypergammaglobulinämie.

Diese tritt in zwei Formen auf. Bei der polyklonalen Gammopathie steigt die Konzentration mehrerer Antikörper im Blut. Oft resultiert der Prozess aus einem reaktiven Geschehen im Organismus. Dazu zählen beispielsweise:

• eine Autoimmunerkrankung,
• eine chronische Entzündung
• eine schwere Erkrankung der Leber.

Alternativ steigt IgM im Zuge einer monoklonalen Gammopathie. Hierbei vermehrt sich ausschließlich eine Klasse der Immunglobuline im Blut. Oft stellt dies einen Hinweis auf eine bösartige Komplikation, beispielsweise ein Lymphom, dar. Um den IgM-Spiegel zu untersuchen, entnehmen Ihnen die Mediziner eine Blutprobe. Die individuellen Messergebnisse vergleichen sie mit den Normwerten:

 

Geschlecht

IgM in Milligramm je Deziliter

Männer

40 bis 230

Frauen

40 bis 230

 

Welche Ursache führt zum Anstieg des IgM?

IgM zählt zu den Antikörpern, die Ihr Organismus bei einer Erstinfektion bildet. Ebenso treten bei chronischen Krankheiten im akuten Schub erhöhte Werte des Immunglobulin M auf. Weitere Ursachen für eine hohe Konzentration sind:

  • virale Erkrankungen (beispielsweise Mumps, Windpocken oder Röteln),
  • bakterielle Infektionen (beispielsweise Chlamydien),
  • eine Kälteagglutininkrankheit,
  • eine Autoimmunerkrankung (beispielsweise Lupus erythematodes oder Sjögren-Syndrom),
  • einer Lebererkrankung (beispielsweise Leberzirrhose),
  • akute Hepatitis,
  • Krebs
  • die Erbkrankheit Hyper-IgM-Syndrom.

Leiden Sie an einer monoklonalen Gammopathie, können Verwechslungen mit der Krankheit Morbus Waldenström auftreten. Um diese zu vermeiden, sollte eine Immunfixation die Diagnose der alleinigen IgM-Vermehrung sichern (Grunenberg, A., Buske, C.: Monoclonal IgM Gammopathy and Waldenström’s Macroglobulinemia (2018).

Welche Symptome weisen auf den IgM-Anstieg hin?

Ist der Blutwert IgM hoch, treten selten direkte Symptome auf. Der Anstieg des Werts hängt mit einer Infektion durch Viren oder Bakterien zusammen. Demzufolge spüren Sie allgemeine Krankheitssymptome. Zu diesen gehören:
• Schwäche,
• Kopfschmerzen,
Müdigkeit,
• Abgeschlagenheit.

Leiden Sie unter „IgM-assoziierten Erkrankungenl, manifestiert sich die monoklonale Gammopathie. Sie geht mit typischen Anzeichen, beispielsweise Polyneuropathie und Kryoglobulinämie, einher.

Drohen bei hohen IgM-Werten Komplikationen?

Bei einer starken Überproduktion des Immunglobulin M hält der Organismus dem Bedarf auf lange Sicht nicht stand. Dementsprechend folgt ein Mangel an Immunglobulin M. Fehlt dem Organismus der wichtige Antikörper, dringen Erreger ungehindert in den Körper ein und vermehren sich. In der Folge leiden Sie unter einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Infektionen.

Wissenswerte Informationen über den Blutwert IgM

Das Immunglobulin M existiert als stärkster Aktivator für das Komplementsystem. Hierbei handelt es sich um das kaskadenartige Aktivieren unterschiedlicher Eiweiße.

Sie zählen zur körpereigenen Immunabwehr und beseitigen unspezifische Fremdstoffe aus Ihrem Organismus. Entdeckt das IgM im Körper einen Krankheitserreger, lagert es sich an diesen an. Durch die Bindung neutralisiert es den Fremdkörper. Gleichzeitig dient das Anlagern als Signal für die Leukozyten. Bestimmte weiße Blutkörperchen, die Makrophagen, nehmen den Erreger auf und vernichten ihn.

Tipp: Wie normalisieren Sie Ihren IgM-Wert?

Bleibt der IgM-Blutwert hoch, droht auf die Dauer eine Überbelastung der Immunabwehr. Um das Immunglobulin M zu normalisieren, sollten Sie Ihren Körper schonen. Achten Sie auf ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung. Beides hält das Immunsystem in Schwung.

⏲ Letzte Aktualisierung am von Dr. rer. medic. Harald Stephan

Hinweis für unsere Leser

Dieser Artikel ist nach hohen medizinischen Standards verfasst und wurde von einem Medizinredakteur oder Mediziner unserer Reaktion vor Veröffentlichung geprüft.
Unsere Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne Sie dürfen als erster diesen Artikel bewerten