Das Blutbild bei Kindern

Normwerte und Abweichungen beim Blutbild von Kindern

Für eine erste Untersuchung fertigen die Ärzte ein kleines Blutbild der Kinder an. Das geschieht vor operativen Eingriffen oder bei Verdacht auf einen Infekt, Tumor oder eine Blutkrankheit. Zu einer Standard-Untersuchung bei Kindern gehören die Anfertigung eines kleinen Blutbilds und dessen Abgleich mit den Normwerten.

Besteht eine Abweichung, erstellen die Mediziner ein großes Blutbild, um die Art der Erkrankung zu identifizieren. Vorwiegend in den ersten Lebenswochen der Säuglinge ist eine Schwankung der einzelnen Blutwerte normal.

 Blutbild Kinder


 

Welche Werte hält das kleine Blutbild bei Kindern fest?

Das kleine Blutbild hilft Medizinern dabei, bei bestimmten Abweichungen der Werte eine Diagnose zu stellen. Leiden die Kinder unter einer Krankheit, führen die behandelnden Ärzte mithilfe des Blutbilds eine Verlaufskontrolle durch. Zudem gibt das kleine Blutbild der Kinder Auskunft über eine Blutarmut, in der Fachsprache Anämie genannt. Für die Anfertigung desselben spielen folgende Werte eine wichtige Rolle:

  • die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten),
  • die Anzahl der Blutplättchen (Thrombozyten),
  • die Anzahl der weißen Blutzellen (Leukozyten),
  • die Konzentration des Hämoglobins,
  • der Hämatokritwert,
  • die Blutmenge in einer roten Blutzelle (MCH),
  • die durchschnittliche Konzentration des Hämoglobins (MCHC)
  • und das Volumen der roten Blutzellen (MCV).
Kind

© AlexOakenman – Fotolia.com

Die Normwerte bei Kindern

Die normalen Grenzwerte bei Kindern weichen in der Regel von den Normwerten erwachsener Menschen ab. Ab dem ersten Lebenstag befinden sich in einem Nanoliter Blut bis zu 34 Leukozyten und 100 bis 250 Thrombozyten. Die Menge der roten Blutzellen liegt bei fünf bis sieben Millionen pro Milliliter Blut. Im Blutbild der Kinder zeigt sich bis zum siebten Lebenstag eine Hämatokrit-Konzentration von bis zu 62 Prozent.

Ab dem ersten Lebensmonat senkt sich die Menge der Leukozyten auf fünf bis 19 pro Nanoliter. Die Anzahl der roten Blutzellen und der Blutplättchen verändert sich nicht. Jedoch senkt sich der Hämatokrit auf 41 bis 48 Prozent. Nach weiteren vier Wochen beträgt der Prozentsatz nur noch 34 bis 39 Prozent. Einen deutlichen Anstieg der Thrombozyten gibt es ab dem ersten Lebensjahr der Kinder. Weichen die Werte stark von den Normwerten ab, liegt der Verdacht auf eine Krankheit nahe. Auskunft über die genaue Art der Erkrankung gibt ein großes Blutbild der Kinder.

 

Zu niedrige Blutwerte bei Kindern und ihre Bedeutung

Vorwiegend bei Säuglingen sind kleine Schwankungen der Blutwerte normal. Doch zeigen sich in dem kleinen Blutbild der Kinder deutlich zu niedrige Erythrozyten-Werte, leiden die Betroffenen unter einer Anämie. Hierbei handelt es sich um eine Überwässerung des Blutes. Bei einer geringen Leukozyten-Konzentration vermuten die Ärzte beispielsweise einen Virusinfekt oder eine Autoimmun-Krankheit. Ebenso deuten zu wenige weiße Blutzellen auf eine Krebserkrankung oder eine Krankheit des Knochenmarks hin.

Zeigen sich im Blutbild der Kinder zu wenige Blutplättchen, leiden die kleinen Patienten unter Umständen an einer Erkrankung der Blutgefäße, der Nieren oder der Blutzellen. Blutarmut und eine Störung bei der Blutbildung zählen im gleichen Fall zu den möglichen Diagnosen. Um eine Anämie handelt es sich ebenfalls, wenn ein zu geringer Hämoglobin-Wert besteht.

 

Zu hohe Blutwerte bei Kindern und ihre Bedeutung

Bei einigen Krankheiten erhöhen sich die Werte im Blutbild der Kinder. Eine hohe Konzentration an roten Blutzellen weist auf eine Störung bei den blutbildenden Zellen hin. Bei kleinen Kindern deutet eine Erhöhung dieses Werts auf eine Austrocknung, in der Fachsprache Dehydrierung genannt. Bei einer gesteigerten Anzahl weißer Blutkörperchen leiden die betroffenen Kinder beispielsweise unter einer Infektionskrankheit. Im schlimmsten Fall diagnostizieren die Ärzte eine Leukämie.

Befinden sich im Blut der kleinen Patienten zu viele Blutplättchen, existiert eine Störung der blutbildenden Zellen im Knochenmark. Vermehren sich diese Blutzellen zu stark, steigt auch die Konzentration des Hämoglobins im Blut an. Diese Polyglobulie erscheint im Zusammenhang mit schweren Lungen- und Herzkrankheiten.

 

Abweichungen bei den Werten MCH, MCHC und MCV

Deutet das kleine Blutbild der Kinder auf einen MCH-Mangel hin, fehlen dem Organismus Eisen oder Vitamin B. Bei einem zu hohen MCH-Wert leiden die betroffenen Kinder unter Umständen an einem Folsäure-Mangel. Ein gesteigerter MCHC-Wert weist darauf hin, dass den Patienten das Vitamin B12 fehlt. In einem solchen Fall senkt sich der MCV-Wert.

 

Das große Blutbild bei Kindern

Stellen die Ärzte auf dem kleinen Blutbild deutliche Abweichungen fest, fertigen sie ein großes Blutbild. Dieses konzentriert sich auf die einzelnen Untergruppen der Blutzellen. Dazu gehören bei den Leukozyten beispielsweise die Granulozyten, die Lymphozyten und die Monozyten. Zu viele Monozyten im Blut der kleinen Patienten geben Auskunft über eine mögliche Windpocken-Erkrankung. Speziell bei Kindern erhält das schnelle Erkennen der Krankheiten oder Störungen eine hohe Priorität. Das liegt an dem Umstand, dass sie in der Regel über ein schwächeres Immunsystem als erwachsene Menschen verfügen.

 

Die normalen Blutwerte bei Kindern

Die Werte bei Kindern weichen teilweise deutlich von den Normwerten von erwachsenen Männern und Frauen ab. Zeigen sich die Werte in einem kleinen Blutbild stark erhöht oder erniedrigt, vermuten die Ärzte bei den betroffenen Kindern eine Erkrankung.

Die Normwerte bei Kindern bis zum siebten Lebenstag

Bei einer Untersuchung konzentrieren sich die Mediziner auf die im kleinen Blutbild erkennbaren Werte. Dazu gehören:

  • die Anzahl der Leukozyten,
  • das Hämoglobin,
  • der Hämatokritwert,
  • die Anzahl der Erythrozyten,
  • die Menge der Thrombozyten
  • und die Werte MCH, MCV sowie MCHC.

Bereits am ersten Lebenstag messen die Mediziner die Blutwerte der Kinder. Die Menge der Leukozyten beträgt 9,4 bis 34 pro Nanoliter. Bei den Thrombozyten liegt der Normbereich bei 100 bis 250 Stück pro Nanoliter Blut. Vier bis sechs Millionen rote Blutkörperchen, auch Erythrozyten genannt, befinden sich in einem Milliliter Blut. Am siebten Lebenstag der Säuglinge senkt sich die Anzahl der Leukozyten auf fünf bis 21 pro Nanoliter.

Das Hämoglobin liegt bei zwölf Gramm pro Deziliter. Die Menge der roten Blutzellen und der Thrombozyten verändert sich in der Regel nicht. In der ersten Lebenswoche der Kinder sind die Blutwerte von MCH und MCV stabil. Bei den Werten handelt es sich um das Volumen und die Hämoglobin-Menge bei den roten Blutkörperchen. Nach vier Wochen sinkt der Hämatokrit im Blut von 58 auf 41 Prozent.

Die Konzentration der weißen Blutzellen und der Blutplättchen, der Thrombozyten, unterliegt keinen Schwankungen. Jedoch reduziert sich die Zahl der roten Blutkörperchen auf drei bis vier Millionen Stück pro Milliliter. Ab dem ersten Lebensjahr der Kinder verändert sich auch die Menge der Thrombozyten. In einem Nanoliter Blut befinden sich dann 150 bis 350 Blutplättchen.

Dagegen zeigen sich bei den roten und weißen Blutzellen geringere Konzentrationen. Bei dem Hämatokrit beträgt der Wert 33 bis 40 Prozent. Bis zum achtzehnten Lebensjahr der Kinder pegelt sich dieser bei 39 Prozent ein. Kinder verfügen über Blutwerte, die sich deutlich von denen erwachsener Menschen unterscheiden. Während ihrer Entwicklung schwanken die Mengen an roten und weißen Blutzellen im Organismus. Speziell in der ersten Lebenswoche verändern sich die Blutwerte der Säuglinge täglich.


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