Arterien (Pulsadern) – Blutgefäße des Blutsystem

Die Rolle der Aterien im Blutkreislauf

Die Arterie ist ein Blutgefäß, das Blut vom Herzen wegtransportiert. Die sogenannte Puls- oder Schlagader hat ihren Namen aufgrund der an den großen Arterien spürbaren Pulse des Herzschlags.

Die Vene im Körper

 

Die Arterien und ihre lebenswichtige Aufgabe

Mit dem Herzschlag pumpt das Herz Blut mittels Gefäße durch den Körper. In diesem Körperkreislauf transportieren die Arterien sauerstoffreiches Blut, auch arterielles Blut genannt, vom Herzen weg. Im Anschluss fließt es in kleine Gefäße, den Arteriolen, welche die Verbindung zu den Kapillaren (Haargefäßen) darstellen.

Eine Ausnahme bilden die Arterien des Lungenkreislaufs, die sauerstoffarmes Blut enthalten. Etwa zwanzig Prozent des gesamten Blutvolumens eines Menschen enthalten die Arterien. Zu unterscheiden sind sie von den Venen, die das Blut zum Herzen hin transportieren, anstatt vom Herzen weg. In jeder Körperpartie befinden sich große Arterien wie Hauptschlagader, Halsschlagader, Nieren- oder Wirbelarterie und siebzehn weitere über den Körper verteilte. Sie beziehen Sauerstoff und Nährstoffe durch Diffusion (das Vermischen der Stoffe) des Blutstroms. Ausschließlich die äußeren Lagen von Adventitia und Media versorgen sich durch eigene, kleine Gefäße.

Unterschiedliche Arterien-Typen

Die Arterien unterscheiden sich in ihrem Aufbau, da sie je nach Zuordnung im Körper verschiedene Funktionen aufweisen. Zudem gibt es große und kleine Arterien. Die größte ist die Aorta, die Hauptschlagader oder Körperschlagader, mit einem Durchmesser von drei Zentimetern. Grundsätzlich ergeben sich vier Typen:

  • Der muskuläre Typ, Arteriae myotypicae: Zu dem muskulären Typ gehören kleinere und herzferne (periphere) Blutgefäße. Sie bilden Widerstands-Gefäße, da sie an der Aufrechterhaltung des Blutdrucks beteiligt sind. Durch die Verengung ihres Gefäßdurchmessers stellen sie den richtigen Blutdruck her und regulieren diesen. Regulieren die Arterien des muskulären Typs den Blutdruck nicht, ist dieser zu niedrig und verursacht Schwäche- und Schwindelanfälle.
  • Der elastische Typ, Arteriae elastotypicae: Zu dem elastischen Typ gehören große und herznahe Gefäße. Sie wandeln den Blutfluss, verursacht durch den ruckartigen Herzschlag, in eine kontinuierliche Strömung. Dies geschieht durch die elastische Schwingungsfähigkeit des Typs. Diese kontinuierlich hergestellte Strömung nennt sich Windkesselfunktion und schützt Gewebe und Organe vor Blutdruckspitzen. Ist diese Eigenschaft der Schwingungsfähigkeit verhindert, entsteht dauerhafter und ungesunder Bluthochdruck.
  • Der gemischte Typ, Arteriae mixtotypicae: Dieser Typ besteht aus einer Mischung, oder Übergangsform, zwischen dem muskulären und elastischen Typ.
  • Die Sperrarterien, Arteriae convolutae: Diese Blutgefäße besitzen die Fähigkeit sich so zu verengen, dass kein Blutfluss stattfindet. Der spezielle Wandaufbau der Sperrarterien, der längs zur Fließrichtung eine glatte Muskulatur aufweist, ermöglicht das.

 

Wandaufbau

Der Wandaufbau von Arterien erweist sich als muskelreicher, dehnbarer und mit stärker ausgeprägter Schichtung, als der von Venen. Die arterielle Wand besteht aus drei verschiedenen Schichten:

  • Tunica intima, kurz Intima: Die Intima beschreibt die einzelne Lage von flachen Zellen (Endothelzellen), nach der Längsachse des Gefäßes ausgerichtet. Sie ist zuständig für den Gas-, Flüssigkeits-, und Stoffaustausch zwischen dem Blut und umliegendem Gewebe. Die Intima besteht aus einer Schicht von Basalmembran (Bindegewebs-Zellen), einer lichtmikroskopisch erkennbaren Schicht. Durch die Membrana elastica interna, die innere elastische Schicht, ist die Intima von der Media getrennt.
  • Tunica media, kurz Media: Die Media besteht aus einer Muskelschicht, die eine glatte Muskulatur und meist elastisches Bindegewebe aufweist. Je nach Größe und Funktion des Blutgefäßes ist diese Muskelschicht mehr oder weniger kräftig ausgeprägt. Eine Begrenzung erhält diese Schicht der Muskeln beiderseits von einer Faserlamelle, bestehend aus elastischem Bindegewebe. Die weiter entfernten (distalen) Arterien gehören zum muskulären Typus, während jene, die nah am Herzen liegen, dem elastischen Typus entsprechen. Die Membrana elastica externa ist die äußere elastische Schicht. Diese liegt über der Media und trennt sie von der Adventitia.
  • Tunica externa, kurz Adventitia: Lockeres Gewebe ist durch die Adventitia beschrieben, welches ein Gefäß äußerlich umgibt. Dieses lockere Gewebe ermöglicht die Einbettung und Verankerung der Gefäße. Bei größeren Gefäßen enthält dieses Gewebe kleine Blutgefäße (Vasa vasorum) wie Venen und Arterien, die der Versorgung dieser Gefäßwand dienen.

 

Gesunde Arterien

Für den funktionierenden Körperkreislauf ist die Gesundheit der Blutgefäße wichtig. Risiken zeigen sich durch:

  • Bluthochdruck und Arterosklerose-Risiko: Die Arterienschicht, das Herz und Gefäß-Elastizität zeigen sich auf Dauer geschädigt.
  • Diabetes mellitus: Durch zu hohe Blutzuckerwerte besteht Gefahr für die Gefäße.
  • Rauchen: Verändert Sauerstoffmoleküle im Blut und greift Gefäßwände an.
  • Cholesterin (zu hohe Blutfette): Bei einem zu hohen Cholesterinwert ist dieser schädlich für die Gefäße.

Durch ärztliche Untersuchung und Blutabnahme zeigt sich die Gesundheit der Arterien.

Lizenzen und weiterführende Literatur:

veröffentlicht von Redaktion: Anna Nilsson

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Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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