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Blutbild, Blutwerte & Herz-Kreislauf

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Bei Blutuntersuchungen und Labordiagnostik-Verfahren wie dem Großen Blutbild sind Blutwerte, notwendig um vielfältige Krankheiten zu erkennen. Für den Nachweis eines Erstverdachtes eignen sich unter Umständen auch Urin– und Blutuntersuchungen, die es hier als Schnelltests für Zuhause gibt. In jedem Fall sollte ein Krankheitsverdacht ernst genommen und mit medizinischen Untersuchungen von Ihrem Hausarzt diagnostiziert werden.

Blutwerte einfach erklärtSie möchten mehr über Ihre Blutwerte wissen, oder haben zu hohe oder zu niedrige Werte und möchten diese einschätzen: Die Analyse der Blutwerte besitzt in der Medizin einen hohen Stellenwert.

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Dr. rer. medic. Harald Stephan, Doktor der Gesundheitswissenschaften

Das große Blutbild

Was ist ein Großes Blutbild

Ordnet Ihr Arzt bei Ihnen eine Blutuntersuchung an, spricht er vielleicht von einem großen oder kleinen Blutbild. Was ist ein großes Blutbild? Ein großes Blutbild umfasst ein kleines Blutbild plus ein Differenzialblutbild.

Während ein kleines Blutbild nur Blutplättchen, rote Blutkörperchen und weiße Blutkörperchen insgesamt erfasst, unterscheidet ein großes Blutbild zusätzlich die verschiedenen Typen, die es bei den weißen Blutkörperchen gibt.

Da diese unterschiedliche Funktionen haben, gibt ihre relative Anzahl noch mehr Informationen über Krankheiten, als es ein kleines Blutbild kann.

Wann wird nicht nur ein kleines Blutbild, sondern zusätzlich ein großes Blutbild gemacht?

Schon ein kleines Blutbild gibt zahlreiche Hinweise über möglicherweise vorliegende Erkrankungen. Erweisen sich dabei die Blutwerte der weißen Blutkörperchen als auffällig, ordnet der Arzt zusätzlich ein großes Blutbild an, um noch mehr Informationen zu erhalten.

In einigen Fällen reicht es dabei aus, wenn jemand von der Praxis aus das Labor anruft und Bescheid gibt, dass mit Ihrer Blutprobe zusätzlich noch ein Differenzialblutbild angefertigt werden soll. Labore heben die Proben in der Regel ein paar Tage lang auf, um für solche Fälle gerüstet zu sein. Das hat den Vorteil, dass Sie nicht noch einmal zur Blutentnahme in der Praxis erscheinen müssen.

Hat der Arzt bereits bei Ihrer Untersuchung einen hinreichend begründeten Verdacht auf eine Erkrankung, über die nur ein großes Blutbild Auskunft geben kann, ordnet er ein großes Blutbild schon von vornherein an.

Großes Blutbild – Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Ein kleines Blutbild umfasst neben Hämatokrit, Hämoglobin und den Erythrozytenparametern MCH, MCV und MCHC die Blutplättchen und roten Blutkörperchen, unterscheidet aber nicht zwischen den verschiedenen Typen der weißen Blutkörperchen.
  2. Eine solche Unterscheidung trifft ein Differenzialblutbild, das man zusammen mit dem kleinen Blutbild als großes Blutbild bezeichnet.
  3. Ein großes Blutbild unterscheidet die verschiedenen Arten weißer Blutkörperchen anhand ihrer Größe und Kernstruktur.
  4. Diese werden in einem Differenzialblutbild mittels automatischer Geräte bestimmt.
  5. Da die verschiedenen weißen Blutkörperchen unterschiedliche Funktionen haben, gibt ihre Anzahl weiterführende Auskunft über eine möglicherweise vorliegende Erkrankung.

Kleines Blutbild Tabelle

Großes Blutbild: Was war noch einmal ein kleines Blutbild?

Was ist ein kleines Blutbild –  In Kürze zusammengefasst besteht es aus

  • der Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten – ERY, RBC))
    • Normwerte Erythrozyten: Frauen: 3,9-5,3 Millionen/µl; Männer 4,2-5,7 Millionen/µl
  • der Menge der Erythrozytenvorläufer (Retikulozyten – RET)
    • Normwerte Retikulozyten: Frauen 0,8-4,1 %; Männer 0,8-2,2%
  • der Zahl an weißen Blutkörperchen insgesamt (Leukozyten – LEU, WBC)
    • Normwerte Leukozyten: Frauen und Männer 3.800-10.500/µl
  • der Menge an Blutplättchen (Thrombozyten – THRO, PLT)
    • Normwerte Thrombozyten: Frauen und Männer 150-400/nl
  • dem Blutwert Hämatokrit (Hkt), dem Anteil des Volumens roter Blutkörperchen am gesamten Blutvolumen
    • Normwerte Hämatokrit (Hkt): Frauen 37-47 %; Männer 40-54 %
  • dem Blutwert Hämoglobin (Hb), der Menge an rotem Blutfarbstoff
    • Normwerte Hämoglobinkonzentration (Hb): Frauen 12,0-16,0 g/dl; Männer 14,0-18,0 g/dl
  • dem Blutwert mittleres korpuskuläres Volumen (MCV), dem durchschnittlichen Volumen eines roten Blutkörperchens
    • Normwerte MCV: Frauen und Männer 83-95 fl (Femtoliter)
  • dem Blutwert mittlere Hämoglobinkonzentration (MCH), der Konzentration des roten Blutfarbstoffes
    • Normwerte MCH: Frauen und Männer 27-34 pg
  • dem Blutwert mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration (MCHC), der durchschnittlichen Konzentration des roten Blutfarbstoffes in einem roten Blutkörperchen
    • Normwerte MCHC: Frauen und Männer 33-35 g/dl

Ein großes Blutbild umfasst zusätzlich hierzu das Differenzialblutbild.

Wie unterscheidet man die verschiedenen weißen Blutkörperchen voneinander?

Blutkörperchen sind rot, aber nicht „weiß“. Zentrifugiert man Blut ab, etwa bei der Bestimmung des Hämatokrit, setzen sich die Zellen je nach ihrer Dichte unterschiedlich schnell im Röhrchen ab.

Daher findet man nach der Zentrifugation unten den Großteil der Blutzellen in Form der roten Erythrozyten und darüber nur eine millimeterdünne, milchig-weiße Schicht aus weißen Blutkörperchen. Was die Farbe angeht, so sind die „weißen“ Blutkörperchen natürlich nicht wirklich weiß.

Eigentlich haben sie die gleiche Farbe wie alle nicht besonders gefärbten Zellen des Körpers, sind also milchig-trüb und transparent, wenn man sie sich unter dem Mikroskop anschaut. Der Begriff dient der Unterscheidung von den durch den roten Blutfarbstoff Hämoglobin prägnant rot gefärbten Erythrozyten.

Blut wird klassisch mit Blutausstrichen untersucht. Die klassische Untersuchung von Zellen wie der Blutzellen erfolgt mit einem Mikroskop.

Für die Untersuchungen des Blutes gibt es den speziellen Blutausstrich, bei dem mit viel Geschick und Erfahrung ein Bluttropfen so auf einem Glasstreifen (Objektträger) ausgestrichen wird, dass die Zellen einzeln liegen. Diesen lässt man an der Luft trocknen und kann ihn für eine mikroskopische Untersuchung verwenden.

Warum man die Zellen färben muss. Unter dem Mikroskop sieht man von einem solchen Ausstrich allerdings nur schwach die roten Blutkörperchen. Die weißen Blutkörperchen sind so durchsichtig, dass sie als einzelne Zellen mit dem Auge nicht auszumachen sind.

Daher verwendet man in der Histologie spezielle Farbstoffe, die an bestimmte Strukturen von Zellen binden. Benutzt man verschiedene Farbstoffe, die jeweils an bestimmte Strukturen binden, erhält man unterschiedlich gefärbte Zellen.

Wie werden die Blutzellen bunt? Wenn Sie in Büchern oder im Internet Bilder von Blutkörperchen sehen, sind diese schön farbig: rot, blau, violett in allen Schattierungen.

Mit ihrer normalen Farbe hat das nichts zu tun, sondern mit dem Aussehen mit der gängigen Standardfärbung in der Hämatologie. Es handelt sich dabei um die sogenannte panoptische Färbung nach Pappenheim.

Panoptisch bedeutet im Griechischen sinngemäß alles sehend. Das trifft die Sache recht gut, denn die panoptische Färbung färbt alle Blutzellen so, dass man sie leicht voneinander unterscheiden kann. Der Histologe Pappenheim hat zu diesem Zweck zwei bereits bekannte Färbemethoden zusammen angewendet, die nach May-Grünwald und die nach Giemsa.

Die May-Grünwald-Färbelösung besteht aus den Farbstoffen Eosin und Methylenblau, Giemsa aus Azur, Eosin und Methylenblau. Sie sind allerdings unterschiedlich gelöst, sodass die übereinstimmenden Farbstoffe der beiden Lösungen unterschiedliche Strukturen anfärben.

Großes Blutbild – Die Erklärung von eosinophil, basophil, neutrophil.

Diese Farbstoffe stecken auch hinter den kryptischen Bezeichnung der weißen Blutkörperchen mit eosinophil, basophil und neutrophil. Eosinophil heißt sinngemäß Eosin liebend.

Das heißt, eosinophile Strukturen färben sich mit dem rötlichen Eosin an. Ein anderer Ausdruck ist acidophil, säureliebend, da Eosin zu den „sauren“ Farbstoffen gerechnet wird. Dem steht basophil gegenüber, basenliebend, was auf die bläulichen „basischen“ Farbstoffe Azur und Methylenblau zutrifft. Neutrophil bedeutet nicht, dass sich die Zellen neutral verhalten, sondern dass sie sich mit basischen und sauren Farbstoffen gleichermaßen anfärben.

Werden die Blutzellen für ein großes Blutbild immer noch mit dem Mikroskop gezählt?

Die klassische Methode mit der Anfärbung und dem Mikroskop macht man heute für ein großes Blutbild nicht mehr. Früher zählte man tatsächlich die einzelnen Zellen per Auge aus, was auch mit viel Erfahrung eine viertel bis halbe Stunde Zeit pro Ausstrich in Anspruch nahm.

Für ein großes Blutbild macht man das inzwischen nicht mehr, sondern nur noch für spezielle Anwendungen, etwa wenn man eine Malaria anhand der Trypanosomen nachweisen will, eine Sichelzellanämie oder wenn man nach typischen Tumorzellen im Blut sucht.

Heute färbt man noch nicht einmal mehr die Zellen an. Moderne Durchflusszytometer arbeiten mit Laserlicht, das durch die in einem Flüssigkeitsstrom vereinzelten Zellen fällt. Hochempfindliche Detektoren erfassen das Laserlicht, das durch die Zellen hindurchgeht und das, was von den Zellen gebrochen wird.

Wie viel das jeweils ist, hängt von der Größe der Zelle und von der Struktur des Zellkernes ab. Man könnte sagen, eine große Zelle wirft auch einen großen Schatten und je fragmentierter ein Zellkern ist, desto mehr Licht wird in verschiedene Richtungen abgestrahlt.

Diese Informationen setzt ein Computer zu einem zweidimensionalen Diagramm zusammen, anhand dessen man die Zellen nach Größe und „Granularität“ gruppieren kann.

Diese Gruppen sind die verschiedenen Arten der weißen Blutkörperchen. Bei der Zählung kann man gezielt die überwiegenden roten Blutkörperchen leicht hinauswerfen, da sie keinen Zellkern aufweisen.

Moderne Hämatologie-Analysatoren zählen in jeder Sekunde tausende Zellen und errechnen binnen kürzester Zeit ein großes Blutbild. Eine solche Bestimmung dauert inzwischen noch nicht einmal mehr eine Minute.

Großes Blutbild: Die verschiedenen Arten von weißen Blutkörperchen

Großes Blutbild: Neutrophile Granulozyten

  • Normwerte segmentkernige Granulozyten: Frauen und Männer 54-62 %
  • Normwerte stabkernige Granulozyten: Frauen und Männer 3-5 %

Die neutrophilen Granulozyten sind die weißen Blutkörperchen, die im Blut am häufigsten vorkommen. Noch viel mehr davon finden sich in den Organen, wo sie vornehmlich in der Milz und der Lunge zu finden sind.

Dort setzen sie sich fest, nachdem sie im Knochenmark gebildet und in die Blutbahn abgegeben wurden. Die vollständig ausgereifen neutrophilen Granulozyten sind segmentkernig und gehen aus den unreifen stabkernigen neutrophilen Granulozyten hervor.

Das Blut verwenden sie lediglich als Transportmedium, sodass man dort nur wenige davon antrifft. Dass es sich trotzdem um die häufigsten weißen Blutkörperchen handelt, zeigt, in welchen Mengen sie im Körper vorhanden sind. Sie werden auf Abruf bereit gehalten, bei Bedarf sehr schnell freigesetzt und mit dem Blut zu ihren Einsatzorten transportiert. Daher deuten erhöhte Werte im großen Blutbild darauf hin, dass eine solche Freisetzung erfolgt.

Diese geschieht durch die Wirkung der Stresshormone Adrenalin und Nordadrenalin oder von Cortison.

Die im Blut vermehrt schwimmenden Zellen werden von Botenstoffen (Zytokinen) angelockt, die andere weiße Blutkörperchen bei Infektionen und Entzündungen freisetzen. Sie folgen diesen Signalen, dringen durch die Gefäßwände und wandern durchs Gewebe zum Einsatzort.

Dort fressen sie Bakterien und Zelltrümmer durch Phagozytose auf und machen Erreger durch freie Radikale aus speziellen Zellorganellen, den Lysosomen, unschädlich. Große Ansammlungen von neutrophilen Granulozyten, toten Zellen und Lymphe bezeichnet man als Eiter.

Großes Blutbild: Eosinophile Granulozyten

  • Normwerte eosinophile Granulozyten: Frauen und Männer 1-4 %

Eosinophile Granulozyten sind besonder wichtig für die Beseitigung von Parasiten. Dazu gehören Einzeller wie Malaria-Erreger (Trypanosomen) und Würmer wie Bandwürmer und Fadenwürmer. Eine besondere Rolle spielen sie auch bei allergischen Reaktionen wie Heuschnupfen und Hausstaubmilben-Allergie.

Großes Blutbild: Basophile Granulozyten

  • Normwerte basophile Granulozyten: Frauen und Männer 0-1 %

Auch die basophilen Granulozyten sind wie die Eosinophilen an der Abwehr von Parasiten beteiligt und spielen bei allergischen Reaktionen mit. Im Blut erscheinen davon normalerweise so gut wie keine, da sie fast alle im Gewebe anzutreffen sind. Ein großes Blutbild findet daher von ihnen bei einem gesunden Menschen weniger als ein Prozent.

Großes Blutbild: Lymphozyten

  • Normwerte Lymphozyten: Frauen und Männer 25-45 % (1.500-3.000/µl)

Nur wenige Lymphozyten zirkulieren im Blut und ergeben den Lymphozyten-Blutwert. Die meisten davon finden sich in lymphatischen Organen wie der Milz, den Lymphknoten, Rachenmandeln und Peyer-Plaques des Darms. Bei den Lymphozyten unterscheidet man zwei Untergruppen, die ein großes Blutbild allerdings nicht gesondert erfaßt.

T-Lymphozyten (T-Zellen) erkennen Antigene auf Zelloberflächen und töten diese bei Bedarf ab. Diese Zellen bezeichnet man auch als zytotoxische T-Lymphozyten oder Killerzellen. Andere sind als Gedächtniszellen für das immunologische Gedächtnis zuständig und speichern die Informationen über bereits vorgefundene Antigene ab. Bei erneuten Kontakt mit diesen Antigenen sorgen sie dafür, dass binnen kürzester Zeit dagegen gerichtete Zellen und Antikörper produziert werden.

B-Lymphozyten (B-Zellen) bilden als Plasmazellen Antikörper, die mit Antigenen unlösliche Komplexe (Komplement) bilden, sodass damit Viren und Bakterien eingeschlossen und unschädlich gemacht werden. Fresszellen wie Makrophagen beseitigen diese.

Großes Blutbild: Monozyten

  • Normwerte Monozyten: Frauen und Männer 3-8%

Die Monozyten sind die Riesen unter den weißen Blutkörperchen. Im Knochenmark gebildet transportiert sie das Blut zu den Geweben des Körpers, in die sie durch die Gefäßwände einwandern. Dort sind sie als Makrophagen die wichtigsten Fresszellen, die tote Zellen, Bakterien und Antigen-Antikörper-Komplexe (Komplement) beseitigen. Ein großes Blutbild zeigt nur die wenigen Monozyten, die im Blut zirkulieren, um zu ihrem Einsatzort zu gelangen.

Großes Blutbild Tabelle

Normwerte Erklärung Frauen Männer
Erythrozyten Erythrozyten Anzahl von 3,9 bis 5,3 Mio./ µl von 4,3 – 5,7 Mio./ µl
Was sind Erythrozyten?

Erythrozyten Wert zu hoch    
  Erythrozyten Wert zu niedrig    
Leukozyten Leukozyten Anzahl von 3800 bis 10500 µl von 3800 bis 10500 µl
veränderte Leuko Werte: Leuko-Blutwert zu hoch/ zu niedrig    
  Granulozyten    
  stabkernige Neutrophile 3 bis 5% 3 bis 5%
  segmentkernige Neutrophile 54 bis 62% 54 bis 62%
  Eosinophile 1 bis 4% 1 bis 4%
  Monozyten 3 bis 8% 3 bis 8%
  Lymphozyten 25 bis 45% 25 bis 45%
Thrombozyten Thrombozyten Anzahl von 140.000 bis 345.000 µl von 140.000 bis 345.000 µl
veränderte Thrombo Werte:      
Hkt Hämatokrit von 37 bis 48 % von 40 bis 52 %
veränderte Hkt Werte: Hkt-Blutwert zu hoch/ zu niedrig    
Hb Konzentration an Hämoglobin 12 – 16 g/dl 13,5 – 17 g/dl
veränderte Hb Werte: Hämoglobin zu niedrig

Hämoglobin zu hoch

   
MCH Hämoglobinmenge von 28 bis 34 pg von 28 bis 34 pg
veränderte MCH Werte:      
MCHC durchschnitt Hämoglobinkonzentration von 33 – 35 g/dl von 33 bis 36 g/dl
veränderte MCHC Werte:      
MCV durchschnitt Erythrozyten Volumen von 85 – 95 fl von 85 – 95 fl
veränderte MCV Werte:      
       
g = Gramm | µl = Mikroliter = 10-6 = 1 Millionstel Liter | dl = Deziliter (100 milliliter) www.grossesblutbild.de/kleines-blutbild.html

Werte medizinisch geprüft / Stand 25.03.2018

Um ein Großes Blutbild zu erhalten, bieten sich dem Mediziner zwei verschiedene Möglichkeiten an. Der Arzt wählt zwischen einem automatisch erstellten und einem sogenannten analogen Blutbild. Bei letzterer Variante erstellt die mit der Analyse betraute Fachkraft das Ergebnis mittels ihrer Beobachtungen unter dem Mikroskop.

Unter dem großen Blutbild sind die Werte eines kleinen Blutbildes zusammen mit der Differenzialdiagnose zu verstehen. In einem kleinen Bild erhält der Arzt Auskunft über die Zusammensetzung des Blutes. Verschiedene Blutzellenarten, wie Erythrozyten und Leukozyten, bilden die Grundlage. Bei Leukozyten handelt es sich um die umgangssprachlich weißen Blutkörperchen. Erythrozyten sind rote Blutkörperchen.

Unter Retikulozyten ist die Anzahl der neuen, noch nicht voll ausgebildeten Erythrozyten zu verstehen. Der Wert Hämatokrit bezeichnet die gesamte Anzahl der Blutzellen im Blut. Weiterhin bildet der Hämoglobin-Wert die Menge an Blutfarbstoff ab. Bei der Differenzialdiagnose durch ein großes Blutbild erhält der Arzt eine höhere Anzahl von Werten und spezielle Ergebnisse. Diese geben die Anzahl der Untergruppierungen von Leukozyten wieder. Deren Zahl indiziert verschiedene Erkrankungen sowie Krebs in einigen Varianten. Weiterhin ist deren Anzahl ein Indikator für Infekte, die das Blut betreffen.

Die wichtigsten Werte der Erythrozyten, des Hämoglobin, des Hämatokrit, der Leukozyten, der Granulozyten und der Thrombozyten werden nach definierten Normwerten eingeschätzt und als Indikatoren ausgewertet.

 

Leukozyten und ihre Eigenschaften

Leukozyten liegen in drei Arten vor. Diese heiße

Granulozyten

Großes Blutbild: Ist der Wert der Granulozyten im Großen Blutbild erhöht, deutet dies auf eine erhöhte Immunabwehr hin. Bei einem geringen Wert ist die Bildung verringert oder sie werden im Körper verstärkt gebraucht. Bei den Granulozyten gibt es 3 weitere Unterteilungen, nämlich in die neutrophilen, die basophilen und die eosinophilen Granulozyten, die jeweils unterschiedliche Aufgaben in der Immunabwehr wahrnehmen.
weiterlesen: Granulozyten

Neutrophilen Granulozyten

Sind die Werte der neutrophilen Granulozyten Differenzialblutbild beim Großen Blutbild zu niedrig kann dies auf verschiedene Krankheiten wie Infektionen, Tumorbildung oder Vitaminmangelerscheinungen, besonders des B 12 hinweisen. Zu hoch sind die neutrophilen Granulozyten im Großen Blutbild dann wenn der Körper beispielsweise chronisch entzündet, vergiftet oder verbrannt ist. Es kann sich auf diese Weise auch eine Krebserkrankung anzeigen. Der Normalwert der segmentkernigen neutrophilen Granulozyten 3.000- 5.800 pro µl Blut. Das sind ca. 50-70 %.

Basophilen Granulozyten

Sind die Werte der basophilen Granulozyten niedrig lässt dies auf heftige Infektionskrankheiten schließen. Erhöhte Werte zeigen sich beispielsweise bei Allergien oder Leukämie. Der Normalwert der basophilen Granulozyten beträgt 15- 50 pro µl Blut. Das sind ca. 0- 1 %

Eosinophilen Granulozyten

Die eosinophilen Granulozyten sind oft beim sogenannten burn out Syndrom, körperlicher Überbelastung und übermäßigem Stress sehr niedrig. Sind die Werte dagegen erhöht kann dies beispielsweise auf allergene Reaktionen hinweisen. Der Normalwert der eosinophilen Granulozyten betrrägt 50-250 pro µl Blut. Das sind ca. 1-4 %.

Monozyten

Die Aufgabe der Monozyten ist ebenfalls der Schutz des Immunsystems, indem sie Krankheit verursachende Teilchen aufnehmen und weitere Zellen zur Abwehr aktivieren. Der Normalwert der Monozyten beträgt 285- 500 pro µl Blut. Das sind ca. 3-7 %.

Lymphozyten

Großes Blutbild: Die Anzahl der Lymphozyten im Großen Blutbild gibt ebenfalls Auskunft darüber, ob der Körper mit Infektionen zu kämpfen hat. Die Lymphozyten haben sehr vielfältige Funktionen. Dabei kommt den

T- Lymphozyten eine andere umfassende Stellung zu, als den B-Lymphozyten. Der Normalwert der Lymphozyten beträgt 1.500-3.000 pro µl Blut. Das sind ca. 25-45 %

Wie entsteht Blut Was sind Blutkörperchen

Bestandteile des Blut

Granulozyten dienen der Immunabwehr des Menschen. Monozyten haben den größten Umfang. Sie sind unverzichtbar für die Gesamtkonstruktion des Blutes. Lymphozyten wehren Bakterien und Fremdstoffe ab. Darüber hinaus verändern sie sich, wenn im Körper Tumore heranwachsen.

Niedrige Leukozyten typisieren einen abgeklungenen Infekt oder eine Anämie. Neben den Leukozyten bewertet der Laborbefund die Erythrozyten. Neben ihrer Anzahl spielt die Form und Stabilität für mehrere Funktionen des Körpers eine wichtige Rolle. Verformte oder abnorm große Erythrozyten weisen auf Mangelerscheinungen infolge von zu wenig Folsäure oder bestimmten Vitaminen hin.

weitere Werte des Großen Blutbild

Neben dem Aufbau des Blutes sowie der Differenzialdiagnose gewinnt der Arzt aus dem Blutbild weitere Hinweise auf den Gesamtzustand. Im Blut weist er gefährliche Erreger, wie Malaria oder das HI-Virus nach.

Darüber hinaus gibt es Auskunft über das ausreichende Vorhandensein von Elektrolyten. Darunter sind verschiedene Mineralien und Salze zu verstehen, die für biochemische Abläufe im Körper wichtig sind. Darüber hinaus signalisieren hohe Entzündungswerte im Blut Infekte und Auto-Immunerkrankungen wie Hashimoto.

Die Werte verschiedener Organe, wie der Leber, entstehen ebenfalls aus dem Blutbild. Frauen sehen sich bei regelmäßigen Untersuchungen durch einen Gynäkologen einer weiteren Untersuchung gegenübergestellt. Hormonelle Schwankungen und Ungleichgewichte stellt der Arzt mit einem hormonellen Blutbild fest. Weitere Blutuntersuchungen indizieren Vorfälle. Toxikologische Blutbilder erstellt der Notallarzt bei Vergiftungen. In fast jedem medizinischen Bereich gibt es Blutbilder, die fachabhängige Werte widerspiegeln.

MCV Wert, er wird beim kleinen Blutbilde erhoben und benennt das Erythrozyteneinzelvolumen, das MCV hilft bei der Ursachensuche nach einer Blutarmut.. weiter: MCV Wert

Gamma GT Wert, der wichtige Indikator: dieser Wert zeigt uns nicht nur den Gesundheitszustand unserer Leber sondern weist auch zuvelässig auf andere Erkrankungen hin. weiter: Gamma GT Wert

Granulozyten, Bestandteile des Immunsystems: Sie gehören zum Abwehrsystem des Körpers und bekämpfen Infektion und Entzündung. weiter: Granulozyten

Hämoglobin, Gibt unserem Blut die rote Farbe: der eisenhaltige rote Blutfarbstoff Hämoglobin zählt zu den Sauerstofftransportproteinen und ist lebenswichtig.

weiter: Hämoglobin

Quellen, Links und weiterführende Literatur

  1. Maria Mulisch, Ulrich Welsch: Romeis – Mikroskopische Technik. 19. Auflage. Stuttgart 2015: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642551890.
  2. Herbert Harms: Handbuch der Farbstoffe für die Mikroskopie in drei Bänden. Kamp-Lintfort 1957: Staufen-Verlag.
  3. Nicole Schaenzler,‎ Wilfried P. Bieger: Laborwerte: Alles über Normbereiche, Befunde und Co. 6. Auflage. München 2016: Gräfe & Unzer-Verlag.
    Jürgen Hallbach: Klinische Chemie und Hämatologie: Biomedizinische Analytik für MTLA und Studium. 3. Auflage. Stuttgart 2011: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131063432.
    Gabi Hoffbauer: Blut- und Laborwerte: Der Patientenratgeber. 4. Auflage. München 2004: Südwest-Verlag. ISBN-10: 3517067504.
    Klaus Dörner: Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie. 8. Auflage. Stuttgart 2013: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131297182.
    Marlies Michl: BASICS Hämatologie. 4. Auflage. München 2016: Elsevier/Urban & Fischer-Verlag. ISBN-10: 3437421697.

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