Hämotoxine

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Hämotoxine – das Gift im Blut

Blutgift oder Hämotoxin nennen Mediziner eine Substanz, die das Blut, die Blutbildung oder Gerinnung negativ beeinflussen. Hämotoxine behindern die Stoffwechsel- oder Transportfunktion.

blutgifte

Wie wirken verschiedene Hämotoxine auf das Blut?

Hämotoxine schädigen in erster Linie die roten Blutkörperchen und das Knochenmark. Das wiederum wirkt sich auf den gesamten Blutkreislauf bis zum Kreislaufzusammenbruch aus. Zu den Blutgiften zählen:

  • Schlangengifte,
  • Saponine,
  • hämolysierende Bakterien,
  • Atemgifte,
  • Benzol,
  • Cyanide,
  • Kohlenmonoxid,
  • Schwefelwasserstoff,
  • Sulfonamide,
  • Bleiverbindungen.

Die Gruppe der hämolysierenden Bakterien, Schlangengifte und Saponine führen zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, zur sogenannten Hämolyse. Atemgifte, wie Senfgas oder Stickstofflost und Benzol, behindern die Bildung der roten Blutkörperchen. Cyanide, Sulfonamide, Schwefelwasserstoff, Bleiverbindungen und Kohlenmonoxid bewirken eine Störung des Atemgastransports von Hämoglobin.

Letztgenannte entfalten ihre Wirkung auf das Hämoglobin in unterschiedlicher Weise. Manches Blutgift blockiert die Stelle für die Anbindung des Sauerstoffs.

Andere wandeln das zweiwertige Eisen der Hämgruppe in dreiwertiges Eisen um. Sie spalten das Eisen vom Häm ab oder brechen die Hämgruppe auf. In bestimmten Fällen zählen auch Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung, sogenannte Antikoagulantien zu den Hämotoxinen.

 

Wie treten Blutgifte auf?

Saponine kommen in Lilien- und Yams-Gewächsen, in Fingerhut und Bockshornklee sowie bei den wirbellosen Meerestieren Holothurien und Seesternen vor. Das Blutgift wirkt in erster Linie auf Kiemenatmer tödlich. F

ür Warmblüter wie den Menschen stellen sie hingegen nur in eingeschränkter Weise eine Gefahr dar. Saponine finden im Fischfang als Gift Verwendung und kommen bei der Herstellung von Feinwaschmitteln zum Einsatz. Schlangengifte dienen den Reptilien zur Verteidigung und Jagd.

Jede Schlangenart verfügt über eine spezifische Giftzusammenstellung. Außerdem hängt die Wirkung eines Schlangenbisses von der Stelle ab, die die Schlange trifft. Handelt es sich um Blutgefäße, kommen die Blutgiftbestandteile zum Einsatz. Hämolysierende Bakterien stellen beispielsweise viele Streptokokken-Arten dar.

Benzol findet sich in erster Linie in Motorentreibstoffen und Lösungsmitteln. Bei Benzol, den Atemgiften, Kohlenmonoxid, Cyaniden und Schwefelwasserstoff handelt es sich um Gase, die der Mensch über die Atmung aufnimmt. Sulfonamide kamen früher häufig zur Bekämpfung von Infektionen zum Einsatz. Die Hämolyse zählt zu deren Nebenwirkungen.

Schutz vor Hämotoxinen möglich?

Eine Impfung oder dergleichen besteht zum Schutz vor Blutgiften nicht. Einzig bei Schlangengiften nimmt der betroffene Patient unter Umständen die Möglichkeit wahr, ein Serum zu bekommen. Ein solches Serum gewinnt der Fachmann aus dem Blut von Pferden, die er über einen längeren Zeitraum mit geringen Dosen des Giftes immunisierte. Zur effektiven Wirksamkeit des Serums ermittelt der Mediziner in Absprache mit dem Patienten die Schlangenart.

Blutgift tritt in Form von Gasen und Flüssigkeiten bei Tieren, Pflanzen oder künstlichen Substanzen auf. Es schädigt das Blut, insbesondere die roten Blutkörperchen oder die Sauerstoffaufnahme im Blut.

 

redaktionelle Bearbeitung: Anna Nilsson

© fotoliaxrender – Fotolia.com

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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