Warum kommt es zu einem niedrigen Blutwert IgM?

Hier erfahren Sie alles zu niedrigen IgM Blutwerten .IgM zählen zu den Antikörpern. In den Plasmazellen gebildet, gelangen sie bei Kontakt mit Krankheitserregern oder Fremdstoffen ins Blut.

Dort verbinden sie sich mit den Erregern, sodass Abwehrreaktionen des Körpers folgen. IgM besteht als eine von mehreren Immunglobulinklassen. Vorwiegend nach Infektionen steigt der Wert.

Kommt es zu einem niedrigen IgM-Blutwert, scheiden Darm und Niere beispielsweise übermäßig viel Eiweiß aus. Ebenso folgt einer vorherigen Überproduktion das Absinken des IgM-Spiegels.

Blutwerte
Blutwerte Copyright: Vitleo bigstockphoto

Übersicht über wichtige Fakten über IgM:

  • Verbindet sich das Immunglobulin M mit einem Erreger, lockt dies Fresszellen, Makrophagen genannt, an.
  • Ein Anstieg des IgM-Werts folgt bei einer akuten oder chronischen Infektion.
  • Ein niedriger Blutwert IgM resultiert beispielsweise aus einem vererbbaren Mangel sämtlicher Immunglobuline.
  • Tritt ein angeborener Immunglobulinmangel auf, nennt sich dieser in der Medizin Agammaglobulinämie.
  • Die Verbindung von IgM und einem Antigen löst mehrere Immunreaktionen aus.

Welche Aufgabe übernimmt IgM im Körper?

Das Immunglobulin M bildet einen wesentlichen Bestandteil des körpereigenen Immunsystems. Zusammen mit anderen Immunglobulinen ermöglicht es die Identifizierung und Vernichtung von Erregern. In seiner Form erinnert das Eiweiß an ein „Y“.

Es ergreift ein Antigen, beispielsweise Viren oder Bakterien, und macht es unschädlich. Das IgM fungiert als einziges Immunglobulin, das sich zu einem Pentamer verbinden kann. Dafür bindet es sich an vier andere IgM-Moleküle. Erhöhte oder niedrige Blutwerte IgM deuten auf eine Infektion hin.

Wann entsteht ein niedriger IgM-Blutwert?

Von einem Absinken des IgM sprechen die Mediziner, wenn die Konzentration des Blutwerts unter die Normgrenze fällt. Bei einer Infektion steigt das Immunglobulin M als erster Marker an.

Speziell bei einem schweren Krankheitsverlauf kann der Überproduktion ein Mangel folgen. Aus dem Grund sinkt der IgM-Spiegel. Anhand einer Blutprobe kontrollieren die Ärzte den Blutwert. Dafür orientieren sie sich an folgenden Richtwerten:

Geschlecht

IgM in Milligramm je Deziliter

Männer

40 bis 230

Frauen

40 bis 230

 

Warum sinkt die Konzentration des Immunglobulins M?

Leiden Sie unter einem angeborenen Immunglobinmangel, diagnostizieren die Ärzte die Agammaglobulinämie. Hierbei fehlen neben dem IgM weitere Immunglobuline wie A, D, E und G. Neben der Erbkrankheit führen weitere Faktoren zum Mangel vom Immunglobulin M:

  •  spezielle Tumore,
  •  maligne Lymphknotenerkrankungen, beispielsweise Morbus Hodgkin,
  •  erhöhte Ausscheidung von Eiweiß durch Darm und Niere,
  •  nephrotisches Syndrom,
  •  exsudative Enteropathie.

Gleichzeitig steht das IgM in Zusammenhang mit dem metabolischen Syndrom (Kun Song, et al.: Serum Immunoglobulin M Concentration Is Positively Related to Metabolic Syndrome in an Adult Population: Tianjin Chronic Low-Grade Systemic Inflammation and Health (TCLSIH) Cohort Study (Februar 2018).

Welche Anzeichen zieht ein niedriger IgM-Spiegel nach sich?

Eine Erniedrigung des Immunglobulins M besteht bei erwachsenen Patienten ab Werten unter 40 Milligramm je Deziliter. Bei Kindern gilt altersabhängig ein niedrigerer Normgrenzwert.

Der Mangel an IgM tritt angeboren auf oder er begleitet eine Grunderkrankung. Regulär existieren keine direkten Symptome. Anhand einer Blutuntersuchung identifizieren die Mediziner einen sinkenden Blutwert IgM.

Welche negativen Folgen bringt ein niedriger Blutwert IgM?

Leiden Sie unter einem IgM-Mangel, entsteht eine Schwäche in der körpereigenen Immunabwehr. Das Immunglobulin M identifiziert Erreger und dockt an diese an. Dadurch lockt es Makrophagen ins Zielgewebe und ermöglicht das Phagozytieren der jeweiligen Fremdkörper.

Fehlt der Blutwert im Organismus, bleiben unter Umständen Bakterien, Viren und Pilze unentdeckt. Sie vermehren sich und lösen eine Infektion aus. Da IgM mehrere Immunreaktionen beeinflusst, führt ein Fehlen zu Unregelmäßigkeiten bei der gesamten Abwehrreaktion des Körpers.

Wann messen Ärzte die Immunglobuline?

Die Immunglobuline kommen im Blut, im Speichel sowie in der Lymphe vor. Ebenfalls befinden sie sich in der Tränenflüssigkeit und im Schleim von Magen und Darm. Labordiagnostisch messen die Mediziner das IgM anhand einer Blutprobe.

Um den Wert nicht zu verfälschen, erscheinen Sie nüchtern zur Blutabnahme. Die Blutwerte stellen keine Standard-Parameter für eine Diagnose dar. Allerdings verrät ihre Konzentration viel über den Zustand der körpereigenen Immunabwehr.

Beispielsweise bestimmt der Arzt die Immunglobulin-Werte, wenn:

  • Sie eine verstärkte Neigung zu Infektionen aufweisen,
  • der Verdacht auf eine Autoimmunkrankheit besteht,
  • Sie Verbrennungen erlitten,
  • die Diagnose einer Infektionskrankheit, beispielsweise HIV, bevorsteht,
  • eine Überprüfung der Immunität gegenüber bestimmten Erregern sinnvoll ist,
  • Allergien vorliegen,
  • ein Kontakt mit speziellen Krankheitserregern stattfindet,
  • er den Fortschritt einer Antikörpertherapie kontrolliert.

Tipps, um den IgM-Wert zu steigern

Leiden Sie unter einem niedrigen Blutwert IgM, schafft eine Immun- oder Antikörpertherapie Abhilfe. Zu dem Zweck spritzt Ihnen der Mediziner künstlich hergestellte Immunglobuline.

Die Therapie kommt beispielsweise bei bestimmten Krebsarten, Autoimmunkrankheiten und einem entzündlichen Darmleiden zum Einsatz. Eine spezifische Immuntherapie oder einer Hyposensibilisierung zielen darauf ab, das Immunsystem zu trainieren. Dadurch reagiert es unempfindlich auf bestimmte Allergene.

Hinweis für unsere Leser

Dieser Artikel ist nach hohen medizinischen Standards verfasst und wurde von einem Medizinredakteur oder Mediziner unserer Reaktion vor Veröffentlichung geprüft.
Unsere Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.
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