Blutwerte der Leukozyten

Was sagen die Blutwerte der Leukozyten aus?

Die Leukozyten bilden die körpereigenen Abwehrzellen im Organismus. Innerhalb der Normgrenze befinden sich die weißen Blutzellen, wenn der Körper unter keiner Infektion oder einer anderen gesundheitlichen Komplikation leidet. Treten virale oder bakterielle Erreger in die Blutbahn ein, produziert der Organismus vermehrt Leukozyten. Dadurch steigt deren Anzahl über den normalen Bereich. Die Überproduktion hält der Körper nur eine bestimmte Zeit lang durch. Danach sinkt die Konzentration der weißen Blutkörperchen unterhalb der Normgrenze.

Blutbahn mit Zellen

Blutzellen © adimas – Fotolia.com

 

 

Die Blutwerte der Leukozyten geben demnach Aufschluss über den Gesundheitszustand der Patienten. Anhand eines Blutbilds erkennen die Mediziner, ob eine Entzündung oder eine Infektion im Körper vorliegt. Zeigt sich eine erhöhte Leukozytenzahl, sprechen die Ärzte von einer Leukozytose. Liegt die Anzahl der weißen Blutkörperchen unter dem normalen Wert, handelt es sich um eine Leukozytopenie.

 

Die medizinische Relevanz der Blutwerte der Leukozyten

Die Leukozyten, zu denen mehrere Untergruppen gehören, erhalten Bedeutung bei der Infektionsabwehr. Die weißen Blutkörperchen gliedern sich in:

  • Granulozyten,
  • Monozyten
  • und Lymphozyten.

 

Vornehmlich übernehmen die Zellen die Aufgabe, Erreger innerhalb des Körpers zu identifizieren und zu eliminieren. Daher tragen beispielsweise die T-Lymphozyten den Beinamen „Killerzellen“. Aus zahlreichen Gründen sinkt die Anzahl der weißen Blutzellen unter die Normgrenze. Eine Studie Irwin M. et al. belegt, dass Schlafmangel zu einer verminderten Aktivität der natürlichen Killerzellen führt. Die Publikation stammt vom November 1999 und trägt den Titel: „Partial sleep deprivation reduces natural killer cell activity in humans“.

 

Ihren Namen tragen die weißen Blutkörperchen, da sie keinen roten Blutfarbstoff besitzen. Um den Gesundheitszustand des Patienten in Erfahrung zu bringen, entnimmt der Arzt ihm eine Blutprobe. Die Blutwerte der Leukozyten geben über Erkrankungen und Entzündungen Auskunft. Zunächst besteht die Notwendigkeit, die Aufgabe der weißen Blutzellen zu verstehen. Die Leukozyten finden sich im Blut, im Gewebe und am Blutgefäßrand. Zudem existieren sie in den Schleimhäuten und innerhalb der Lymphknoten.

Die Mehrzahl dieser Zellen besitzt die Fähigkeit der aktiven Fortbewegung. Das bedeutet, sie wandern aus den Blutgefäßen in das Gewebe. Die weißen Blutkörperchen stammen von einer Vorläuferzelle ab. Diese liegt im Knochenmark und nennt sich in der Fachsprache pluripotente Stammzelle. Bestimmte Wachstumsfaktoren tragen dafür Sorge, dass sich aus dieser Zelle verschiedene Leukozytenarten entwickeln. Innerhalb des Immunsystems übernehmen sie diverse Aufgaben.

 

Die Blutwerte der unterschiedlichen Leukozyten

Die Blutwerte der Leukozyten hängen von deren verschiedenen Arten ab. Die körnerartigen Granulozyten unterscheiden sich in drei Variationen: basiphil, neutrophil und eosinophil. Bei der Erregerabwehr gehen die jeweiligen Zellen auf eine unterschiedliche Weise vor. Vorwiegend befinden sich die Granulozyten im zirkulierenden Blut und an den Gefäßinnenwänden. Die normalen Blutwerte dieser Leukozyten liegen durchschnittlich zwischen 3.000 und 6.000 Stück pro Mikroliter Blut.

 

In derselben Menge Blut befinden sich im Normalfall zwischen 280 und 500 Monozyten. Diese weißen Blutkörperchen nehmen die Antigene in sich auf, wobei sich der Prozess in der Fachsprache Phagozytieren nennt. Durch das Vertilgen eliminieren sie die Fremdkörper. Daher tragen die Zellen, die sich vorrangig in der Milz und im Blutkreislauf befinden, den Beinamen Fresszellen.

Des Weiteren existieren die Lymphozyten, welche die Fremdstoffe im Organismus identifizieren. Zudem merken sich die Gedächtniszellen einzelne Antigene, um eine frühzeitige Abwehr einzuleiten. Ihr Normwert beträgt 1.500 bis 3.000 Zellen je Mikroliter Blut. Das bedeutet, sie machen ein Drittel der gesamten Leukozyten aus. Bei einem gesunden Menschen liegen die Blutwerte der Leukozyten zwischen 4.000 und 10.000 Stück pro Mikroliter Blut. Unter Umständen schwankt der Wert bei Kindern.

 

Wann messen Ärzte die Blutwerte der Leukozyten?

Die Mediziner bestimmen den Leukozytenwert aus verschiedenen Gründen. Bei einer routinemäßigen Blutkontrolle ergibt sich die Anzahl der Zellen aus dem großen Blutbild. Anhand eines Differenzialblutbilds erkennen die Ärzte, welche Art der weißen Blutzellen außerhalb des Normwerts liegt. Beim Verdacht auf eine Entzündung innerhalb des Organismus steht das Messen der weißen Blutzellen im Vordergrund. Weitere Ursachen sind:

  • die Anämie genannte Blutarmut,
  • der Verdacht auf eine Leukämie,
  • Anzeichen einer myeloproliferativen Neoplasie,
  • Kontrollen vor und nach einer Chemo- oder Strahlentherapie,
  • spezielle medikamentöse Behandlungen,
  • Infarkte,
  • Verbrennungen,
  • Vergiftungen
  • sowie zur Kontrolle eines Krankheitsverlaufs.

 

In der Regel reicht es aus, die Blutwerte der Leukozyten in Erfahrung zu bringen. Gibt deren Gesamtwert keinen Aufschluss über die Erkrankung, untersuchen die Mediziner die einzelnen Formen der weißen Blutzellen. Bei einer schweren Infektion, Blutkrebs oder chronischem Fieber legen die Ärzte das Differenzialblutbild an.

 

Neben einer Blutprobe besteht die Möglichkeit, die weißen Blutkörperchen im Harn zu bestimmen. Das geschieht beispielsweise, um eine Infektion der Harnwege zu diagnostizieren. Zu dem Zweck zählen die Mediziner die Anzahl der Leukozyten unter dem Mikroskop. In der Fachsprache kontrollieren sie die Zellanzahl pro Gesichtsfeld. Hier liegt der Normwert der gesamten weißen Blutzellen bei fünf Zellen je Gesichtsfeld.

Vorwiegend Kinder und schwangere Frauen verfügen über höhere Leukozytenwerte. Beispielsweise liegt die durchschnittliche Konzentration der Zellen bei Säuglingen bei bis zu 30.000 Stück pro Mikroliter Blut. Befinden sich im Blut eines erwachsenen Menschen wenige oder übermäßig viele Leukozyten, liegt der Verdacht einer gesundheitlichen Komplikation nahe.

 

Wann sind die Blutwerte der Leukozyten niedrig?

Präsentiert sich im Blut eine geringe Leukozytenzahl, bezeichnen die Ärzte das Phänomen als Leukopenie. Ein weiteres Synonym lautet Leukozytopenie. In vielen Fällen kommt es zu einer Verringerung der Granulozyten, die mehr als 60 Prozent der Leukozytengesamtzahl darstellen. Bei dieser Granulozytopenie befinden sich die restlichen Arten der Leukozyten im Normbereich.

 

Wann vermehren sich die weißen Blutzellen?

Steigt die Anzahl der Leukozyten über den Normwert, sprechen die Mediziner von der Leukozytose. Sie tritt vorrangig bei Infektionen und bösartigen Erkrankungen des Blutes auf. Dringen Erreger in den Organismus ein, erhöht dieser die Produktion der Leukozyten im Knochenmark. Das Ziel besteht darin, die eindringenden Antigene zeitnah auszuschalten. Leiden die Patienten an der Leukämie, produziert das Knochenmark mutierte oder unreife weiße Blutzellen, die Blasten.

 

Was tun Patienten bei einem veränderten Leukozytenwert?

Stellt Ihr Hausarzt im Zuge einer Routineuntersuchung eine veränderte Leukozytenzahl fest, können Sie beispielsweise auf ein Differenzialblutbild bestehen. Durch dieses erkennt der Mediziner oftmals, warum eine Leukozytose oder eine Leukopenie besteht. Zusätzlich bewährt es sich, das Blut und das Knochenmark zu untersuchen. Resultiert die erhöhte Leukozytenzahl aus einer Infektion, warten Sie deren Abklingen ab. Durch die Verwendung von Hausmitteln – beispielsweise Kräutertee – unterstützen Sie Ihren Organismus beim Bewältigen der Erkrankung. In der Regel pegelt sich der Wert der Leukozyten danach selbstständig ein. Findet sich kein Grund für die gesteigerte Konzentration der weißen Blutkörperchen, liegt die idiopathische Leukozytose vor.

 

weiterführend:

www.leukozyten-info.de/leukozyten-zu-hoch

Leukozyten zu niedrig > wenig weiße Blutkörperchen im Blut

 

 


Bewerten Sie jetzt den Artikel:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 rating, 1 votes)
Loading...

Redaktions Tipp:

Blutplasma

Das Blutplasma – wichtiger Bestandteil des Blutes Das Blut besteht aus dem Blutplasma, einer klaren gelblichen Flüssigkeit sowie den Blutplättchen […]