Wo wird Blut untersucht? Was Sie zu Laboruntersuchungen wissen müssen:

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Blutuntersuchungen im Labor

Nachdem der Mediziner Ihnen in der Praxis oder in der Klinik Blut entnimmt, schickt er die Probe zur Untersuchung. Er untersucht Ihr Blut nicht selbst, sondern beauftragt dafür ein medizinisches Labor. Dort zerlegen analytische Geräte das Serum in seine Bestandteile und führen automatische Tests durch um bestimmter angeforderte Blutwerte zu bestimmen. Ausschlaggebend dafür ist die konkrete Bestellung des behandelnden Arztes. Am häufigsten ordern Ärzte das kleine Blutbild sowie das Differenzialblutbild.

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Vitalstoffmangel
Vitalstoffmangel im Blut bestimmen- Copyright: YakobchukOlena, Bigstockphoto

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Was sind die Aufgaben eines Laboratoriums?

In einem Labor arbeiten Fachärzte, die anhand von Stuhl, Gewebeproben und Blut Untersuchungen vornehmen. Sie messen bestimmte Werte und vergleichen diese mit üblichen Kennzahlen, sogenannten Normwerten. Die Blutabnahme erfolgt beim Arzt. In der Klinik oder Praxis veranlasst er beispielsweise die Kontrolle von Blutzuckerspiegel oder Blutfetten. Ebenso testet das Fachpersonal auf bestimmte Erreger, falls ein Verdacht vorliegt.

Für Gesundheitsämter prüfen Labore auf Geschlechtskrankheiten und Tuberkulose oder weitere nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtige Erkrankungen. Der HIV-Test gehört zu den bekanntesten Bluttests. Die eingesendeten Materialien untersuchen die Fachärzte im Labor in vitro, außerhalb Ihres Körpers.

Zur Untersuchung von Blut wendet das medizinische Personal hochinnovative Verfahren an. Neben der Bestimmung der Werte beurteilen sie die Ergebnisse. In der Klinik oder Praxis bewertet der behandelnde Arzt die Marker und Kennzahlen ebenfalls. Dabei eruieren sie, ob ein veränderter Wert oder auffälliger Marker auf eine Erkrankung hindeutet. Teilweise identifizieren Laborärzte mit der Methode Erbkrankheiten.

Niedrige Werte der alkalischen Phosphatase sind bei Säuglingen beispielsweise ein Hinweis auf das Rathbun-Syndrom. Laut einer Studie verringert eine Enzym-Ersatz-Therapie die Sterblichkeit. Grundlage dafür ist die frühzeitige Entdeckung der Erkrankung [Quelle: Whyte MP: Enzyme-replacement therapy in life-threatening hypophosphatasia (08.05.2012), URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22397652 (Letzter Zugriff: 06.02.2018)].

Zelluntersuchung
Zelluntersuchung unter dem Mikroskop im Labor Copyright: trans961, Bigstockphoto

 

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Wie erfolgt die Untersuchung Ihres Blutes?

Die Ärzte im Labor agieren ausschließlich auf Geheiß des behandelnden Arztes und untersuchen die angeforderten Werte. Häufig erstellen sie ein kleines oder großes Blutbild. Zur Einsendung der Proben verwenden Ärzte speziell behandelte Reagenzbehälter, die sie sicher und sauber verschließen. In ihnen befinden sich Gerinnungshemmer. Darauf kleben sie einen Strichcode, mit dessen Hilfe Arzt und Laborant den Patienten eindeutig identifizieren. Ein Vertauschen der Probe ist nicht möglich.

Bei der Analyse durch einen Laborautomaten erkennt der Scanner den Code vollautomatisch. In speziellen Fällen untersuchen Laborärzte das Blut persönlich, wenn eine Auffälligkeit bei der Analyse vorlag oder die Diagnose aufwendig ist. Zur Anwendung kommen neben der Zentrifuge, die das Blut in die Einzelteile zersetzt, Schnelltests in Form von Teststreifen sowie das Mikroskop.

Was geschieht, nachdem der Laborarzt das Blut untersuchte?

Nach der Analyse führt der Computer im Labor die Ergebnisse elektronisch zusammen. Der Arzt in Labor bewertet sie und übersendet den Bericht zur Untersuchung Ihres Blutes an den Auftraggeber. Die Laborwerte dienen der weiterführenden Anamnese und sichern die passende Behandlung. Auf der Grundlage der Untersuchung entwickelt er eine Therapie. Zusätzlich nutzen Ärzte weitere Blutproben im Verlauf der Behandlung, um deren Erfolg zu bewerten und zu erkennen. Laborarzt und behandelnder Mediziner agieren nach dem Vieraugenprinzip und sichern so die Behandlung und die eindeutige Diagnose ab.

Ihre Blutprobe im Labor

In der Regel wenden Labormediziner vorrangig zwei Methoden an. Zunächst nutzen sie einen Schnelltest für einen zügigen und allgemeinen Überblick. In der Zentrifuge nehmen sie die vollständige Untersuchung Ihres Blutes vor. Das Mikroskop setzen sie zur Nachkontrolle ein, um ein unklares Ergebnis zu überprüfen. Generell nutzen Ärzte ein nahes Labor, um lange Transportwege auszuschließen.

  

Quellen:

Whyte MP: Enzyme-replacement therapy in life-threatening hypophosphatasia (8. 05. 2012), URL: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22397652

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Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de