Anti-HCV-Blutwert – Hepatitis C erkennen

Was sagt der Anti-HCV-Blutwert aus?

Eine Infektion mit Hepatitis C bleibt meist zunächst unentdeckt. Sie überträgt sich durch das Hepatitis-C-Virus. Die Infektion geht in der Regel mit unspezifischen Beschwerden einher, die Betroffene häufig als grippale Infektion wahrnehmen. Mit dem Anti-HCV-Blutwert lassen sich Antikörper gegen das Virus feststellen und somit eine Hepatitis-C-Infektion nachweisen.

Laborwert

Blutwerte © Christian Schwier – Fotolia.com

Nachweis von Hepatitis C durch den Anti-HCV-Blutwert

Die Infektion mit dem Virus Hepatitis-C ist auf verschiedenen Wegen möglich. Häufig sind es verunreinigte, nicht sterile Nadeln von Drogenabhängigen, bei Tätowierungen oder auch im medizinischen Kontext.

Das menschliche Immunsystem bildet Antikörper gegen das Virus. Mit dem Anti-HCV-Blutwert weisen Laborärzte die Immunglobuline frühestens sechs Wochen nach der Infektion nach. Hepatitis stellt eine Entzündung der Leber dar, die sich meist erst nach einiger Zeit beispielsweise durch eine Gelbsucht oder Leberkrebs bemerkbar macht. Finden Ärzte die Antikörper im Blut eines Patienten, deutet das auf eine akute, eine durchlaufene oder eine chronische Hepatitis-C-Erkrankung hin.

 

Entstehung von Hepatitis C und entsprechenden Antikörpern

Hepatitis C ist eine Infektions-Erkrankung, die sich über das Blut überträgt. Die Wege, auf denen das HCV in den Blutkreislauf gelangt, sind unterschiedlich. Die häufigsten Ursachen einer Ansteckung sind kontaminierte, also verunreinigte Injektionsnadeln. Etwa die Hälfte der Erkrankten sind Drogenabhängige, die sich durch gebrauchte Nadeln infizieren. Auch in Tattoo-Studios, die mit nicht sterilen Tätowier-Nadeln arbeiten, ist eine Infektion möglich. Seltener kommt es vor, dass eine Ansteckung über gemeinsam benutzte Rasierklingen und Zahnbürsten oder durch ungeschützten Geschlechtsverkehr stattfindet.

Während einer akuten Infektion mit Hepatitis C zeigen sich meist keine oder wenige unspezifische Symptome. Selten tritt bereits in der akuten Phase eine in Fachkreisen Ikterus genannte Gelbsucht ein. In 70 bis 80 Prozent der Fälle verläuft die Erkrankung an Hepatitis C chronisch. Mögliche Folgen sind Leberzirrhosen und Leberkrebs, die mit einer erheblichen Einschränkung der Leberfunktion einhergehen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind daher von Vorteil.

 

Nachweis des Anti-HCV-Wertes im Blut

Bei einem Verdacht auf eine Erkrankung an Hepatitis C bestimmen Ärzte den Anti-HCV-Blutwert des Patienten. Er gibt Aufschluss darüber, ob Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus im Körper vorhanden sind. Die Antikörper lassen sich frühestens sechs Wochen nach der Infektion mit dem Virus nachweisen, in vielen Fällen liegt der Zeitraum sogar zwischen zwei und sechs Monaten.

Die Untersuchungs-Methode zum Nachweis der HCV-Antikörper ist der sogenannte ELISA-Test im Blutserum. Bei einem positiven Testergebnis folgt ein zweiter Test zur Kontrolle. Dieser dient dazu, mögliche verfälschte Ergebnisse zu überprüfen. Ist auch dieses Ergebnis positiv, weiß der Arzt, dass entweder eine akute, eine chronische oder eine bereits durchlebte Hepatitis-C- Infektion vorliegt.

Um den genauen Status der Infektion zu ermitteln, geschieht ein direkter Nachweis des Hepatitis-C-Virus. Dieser erfolgt beispielsweise mit der molekularbiologischen Methode einer Polymerase-Kettenreaktion. Es findet eine Vervielfältigung des Erbmaterials des Virus statt, die es besser erkennbar macht.

Anschließend behandelt der Arzt die Erkrankung. In regelmäßigen Abständen kontrolliert er das Vorhandensein des Virus mithilfe einer Blut-Untersuchung. Als geheilt gilt eine Hepatitis-C-Infektion, wenn das Virus in drei aufeinanderfolgenden Untersuchungen im Abstand von jeweils drei Monaten nicht mehr nachzuweisen ist.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin "Großes Blutbild"


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