Blutfette und Erhöhte Blutfettwerte – Überblick, Ursachen und Risiko

Was sagen Blutfette und hohe Blutfettwerte aus:

Unter den“Blutfetten“ verstehen die Mediziner unterschiedliche Lipide im Blut. Dazu zählen das Cholesterin, fettlösliche Vitamine und die Triglyzeride. Bei einer schlanken Person nehmen die Lipide 18 bis 25 Prozent des Körpervolumens ein. Durch eine ungesunde Lebensweise und eine falsche Ernährung kommt es zu einer Erhöhung der Substanzen. Dadurch entstehen unter Umständen gesundheitliche Komplikationen, welche die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Laborwert

Blutwerte © Christian Schwier – Fotolia.com

 

 

Erhöhte Blutfettwerte

Leiden die Patienten an hohen Blutfettwerten, droht eine Fettstoffwechselstörung. Abhängig von der Art des vermehrten Lipids handelt es sich um eine Hypercholesterinämie oder eine Hypertriglyceridämie. Im schlimmsten Fall gehen mit den erhöhten Blutfettwerten koronare Herzkrankheiten einher. Dazu gehört als Beispiel der Herzinfarkt.

 

Blutfette – Definition und Wissen

Im Normalfall stellen die Blutfette ein Viertel der Körpermasse des Menschen dar. 90 Prozent dieser Nahrungsfette bilden die Neutralfette, die in der Fachsprache Triglyzeride heißen. Des Weiteren spielt das Cholesterin, das bei Laien bekannteste Lipid, eine wesentliche Rolle. Sämtliche Fette im Organismus präsentieren sich hydrophob.

Blutfette

gesunde Blutzellen Urheber: mackoflower / 123RF

Das bedeutet, dass sie sich in Wasser kaum bis gar nicht auflösen. Im Blutkreislauf besteht ausschließlich für kleine Lipide die Möglichkeit, sich zu spalten. Die größeren Fettmoleküle gehen eine Bindung mit verschiedenen Eiweißen ein.

 

Diese transportieren sie zu ihren Zielorganen. Die Kombination aus dem Blutfett und dem Eiweiß bezeichnen die Mediziner als Lipoprotein. Bei den Elementen liegt der Fettanteil im Inneren des Komplexes, darum formt sich der Proteinanteil. Dieser erweist sich in der Regel als wasserlöslich. Die Ärzte unterscheiden mehrere Arten von Lipoproteinen. Speziell fungieren sie als Transportmöglichkeit für die Triglyzeride, die Phospholipide und die fettlöslichen Vitamine.

Die Chylomikronen übernehmen den Transport der Lipide aus den Nahrungsmitteln in das Fettgewebe. Hier kommt es zur Speicherung der Zellen. Des Weiteren existieren die Very low density Lipoproteine, kurz VLDL. Sie bilden sich in den Leberzellen und enthalten die körpereigenen Blutfette. Beispielsweise bringen die Lipoproteine die Triglyzeride zu den Fettzellen, damit dort neue LDL produziert werden können. Die Abkürzung steht für die Low density Lipidproteine. Sie übernehmen das Transportieren von 75 Prozent des Cholesterins. Dieses gelangt über das Blut in die Körperzellen.

In ihnen unterstützt es beispielsweise die Erneuerung der Zellwände sowie die Fertigung von Steroidhormonen. Eine weitere Form der Lipidproteine stellen die HDL dar. Sie erweisen sich als „high density“ und beseitigen das überzählige Cholesterin aus den Zellen und dem Blut. Danach kommt es zur Leber, wo der Abbau des Blutfetts erfolgt.

 

Cholesterin als wichtiger Blutfettwert

Befinden sich im Organismus übermäßig viele Low density Lipidproteine, lagern sie das Cholesterin nicht ausschließlich in die Körperzellen. Es befindet sich in dem Fall auch in der Muskelschicht der Schlagadern, die den Fachnamen Arterien tragen. Aufgrund der Ablagerung der Blutfette entsteht eine Verkalkung dieser Gefäße. Das Phänomen kennen die Mediziner unter der Bezeichnung Arteriosklerose. Sie stellt einen Risikofaktor für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall dar. Aus dem Grund erweist sich das LDL als „schlechtes Cholesterin“.

Anders verhält es sich mit dem HDL, das für den Abbau des Cholesterins sorgt. Dadurch vermeiden die High density Lipidproteine, dass sich übermäßig viel des Blutfetts im Blut sammelt. Aus dem Grund gehören sie zu dem „guten“ Cholesterin. Nehmen die Patienten fetthaltige Nahrung zu sich, produzieren die Leberzellen vermehrt VLDL. Daraus resultiert ein Anstieg der LDL. Um das Risiko für eine koronare Herzerkrankung zu ermitteln, misst der Hausarzt die Lipidproteine einzeln.

 

Hohe Blutfettwerte und Gesundheitsrisiken

Eine verstärkte Aufnahme der Blutfette sorgt auf die Dauer für eine Hyperlipidämie. Unter dem Begriff verstehen die Mediziner zu hohe Blutfettwerte. Oftmals ziehen diese eine Störung des Fettstoffwechsels nach sich. Bei ihnen unterscheiden sich drei grundlegende Formen:

  • die Hypercholesterinämie,
  • die Hypertriglyceridämie
  • und die kombinierte Hyperlipidämie.

 

Bei der ersten Form liegt der Cholesterinanteil des Bluts über dem normalen Wert. Dagegen betrifft die Hypertriglyceridämie nur die Neutralfette. Bei der letzten Unterart der Fettstoffwechselstörungen handelt es sich um eine Mischung aus beiden vorangegangenen Varianten. Ob die Patienten an zu hohen Blutfettwerten leiden, erkennen sie anhand einer Blutuntersuchung beim Arzt. Beim Gesamtcholesterin liegt der Normwert bei unter 200 Milligramm in 100 Millilitern Blut. Bei 250 Milligramm sprechen die Ärzte von einem grenzwertigen Resultat. Bedenkliche Blutfettwerte weisen Personen mit einem Gesamtcholesterin von mehr als 250 Milligramm pro Milliliter Blut auf.

 

Im Blut befinden sich im Normalfall unter 150 Milligramm LDL-Cholesterin. Grenzwertige Ergebnisse betragen 150 bis 190 Milligramm in einem Milliliter Blut. Werte, die darüber hinausgehen, gelten als gesundheitsgefährdend. Das HDL-Cholesterin sollte über 40 Milligramm betragen. Existiert zu wenig HDL im Blut, kommt es nicht zum Abbau des Cholesterins. Zu den wesentlichen Blutfetten zählen weiterhin die Triglyzeride. In 100 Millilitern Blut befinden sich bei gesunden Personen unter 150 Milligramm der Elemente. Ab 200 Milligramm sprechen die Ärzte von bedenklichen Werten.

 

Blutfettwerte und die Gründe für eine Fettstoffwechselstörung

Die gesundheitliche Komplikation resultiert aus unterschiedlichen Ursachen. Handelt es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung, sprechen die Mediziner von einer Hyperlipoproteinämie. Häufig entstehen die hohen Blutfettwerte aufgrund einer ungesunden Lebensweise. Die betroffenen nehmen viel fetthaltige Nahrung zu sich und bewegen sich nicht ausreichend. Zu den Grundkrankheiten, welche die Störung des Fettstoffwechsels nach sich ziehen, gehören eine Unterfunktion der Schilddrüse sowie eine Niereninsuffizienz.

Weitere Auslöser präsentieren sich in Form von Stress, unterdurchschnittlicher Zufuhr von Ballaststoffen und Übergewicht. Auch Medikamente – beispielsweise Cortison – haben die Hyperlipoproteinämie zur Folge. Zu den negativen Konsequenzen des Phänomens zählen verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei einer kurzzeitigen Erhöhung der Blutfettwerte, bemerken die Betroffenen keine Beeinträchtigungen. Erst ihr dauerhafter Anstieg führt zu gravierenden Schäden an den Blutgefäßen. Durch das Cholesterin entstehen Ablagerungen, die für eine Verengung der Gefäße sorgen.

 

Des Weiteren zeigen sich die Gefäßwände zunehmend starr und porös. Sie gelten daher als arteriosklerotisch veränderte Blutgefäße, durch die das Blut nicht ungehindert durchfließt. Stattdessen stockt es, sodass im schlimmsten Fall Durchblutungsstörungen drohen. Ein weiteres Gesundheitsrisiko, das eine Fettstoffwechselstörung nach sich zieht, besteht in der Angina pectoris.

 

Wie beugen Sie hohen Blutfettwerten vor?

Um eine gesundheitliche Gefährdung zu verhindern, achten Sie besser auf eine gesunde Lebensweise. Zudem lohnt es sich, die Blutfettwerte beim Hausarzt zu analysieren. Hierbei kontrolliert dieser die Nüchtern-Blutfett- und Cholesterinwerte. Neben dem Gesamtcholesterin stehen dabei LDL und HDL im Mittelpunkt. Sofern eine Erhöhung des LDL existiert, erfragt der Arzt mögliche Ursachen für das Phänomen.

 

Um Herzerkrankungen und weitere Störungen wie die Angina pectoris auszuschließen, nimmt der Mediziner weitere Untersuchungen vor. Die Krankheit nennt sich im Volksmund auch „Enge der Brust“. Zu den Maßnahmen, die Ihr Hausarzt ergreift, gehören neben einer Blutzuckermessung das EKG und das Messen des Blutdrucks. Beide Werte geben über ein bereits bestehendes Gesundheitsrisiko Auskunft.


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