Helicobacter-pylori-Test – Blut und Stuhltest für zuhause

Helicobacter-pylori-Test – Nachweis Helicobacter

Wir zeigen Ihnen alle Infos zum Helicobacter-pylori-Test und wie Sie zuhause das stäbchenförmige Bakterium nachweisen. Das Helicobacter infiziert die Schleimhautzellen des Magens und löst dort verschiedene Magen-Darm-Erkrankungen aus. Es überträgt sich oral oder über den Stuhl. Letzteres geschieht vorrangig bei schlechten Hygienebedingungen und seltener in Industrieländern wie Deutschland. In den meisten Fällen gelangt das Bakterium über die Mutter zum Kind. Als Erwachsene mit voll funktionstüchtigem Immunsystem infizieren sich Menschen selten mit Helicobacter pylori.

Beim Helicobacter-Schnelltest handelt es sich um einen Nachweis der Helicobacter-Bakterien im Blut, welche die Betroffenen problemlos zu Hause durchführen. Dadurch profitieren sie von einem geringen Zeit- und Kostenaufwand. Hierbei ermittelt das Verfahren die Antikörper, die der menschliche Organismus gegen den Helicobacter pylori bildet. Um den Test zu starten, benötigen die Patienten neben dem Set eine Blutprobe.

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Wann ist ein Helicobacter-pylori-Test zu empfehlen?

Das Helicobacter-pylori-Bakterium überlebt dank seiner speziellen Beschaffenheit das saure Milieu im Magen. Gegen die aggressive Magensäure und die für den Schutz vor Erregern verantwortlichen Zellen des Immunsystems im Magen kommt das Bakterium an. So gelingt es ihm, in die Magenschleimhaut einzudringen und sich an den darin befindlichen Schleimhautzellen festzusetzen. Dort verbleibt er oft mehrere Jahrzehnte, wenn die Betroffenen ihn nicht durch den Ausbruch einer der von ihm verursachten Erkrankungen bemerken. Da die Symptome für die Infektion eines Menschen mit diesem Bakterium eher unspezifisch sind, lässt es sich als der Verursacher schwer ermitteln. Ein Helicobacter-pylori-Test schafft Abhilfe.

Erste Beschwerden, die auch bei vielen anderen Magen-Darm-Erkrankungen auftreten, sind beispielsweise:

  • Blähungen,
  • Völlegefühl,
  • Sodbrennen,
  • Durchfall,
  • Übelkeit und Erbrechen und
  • Oberbauchschmerzen

 

Anhand dieser Symptome lässt sich kaum eine eindeutige Aussage darüber treffen, um welche Erkrankung und welchen Auslöser es sich handelt. Spezifischer für eine Infektion mit dem Helicobacter-pylori-Bakterium sind folgende Beschwerden:

  • Schmerzen bei nüchternem Magen, die bei Nahrungsaufnahme nachlassen,
  • Schmerzen nach dem Essen,
  • starke Schmerzen bei Nacht, von denen die Betroffenen aufwachen,
  • Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhlgang

 

Diese Symptome weisen auf durch Helicobacter pylori ausgelöste Erkrankungen wie eine chronische Magenschleimhautentzündung, Magengeschwüre, Zwölffingerdarmgeschwüre sowie schlimmstenfalls bösartige Tumore hin. Bei Verdacht auf eine dieser Krankheiten ist es ratsam, einen Helicobacter-Test zu Hause zu machen oder beim Arzt durchführen zu lassen.

 

Verschiedene Arten des Helicobacter-pylori-Tests

Um einen Helicobacter-pylori-Test durchzuführen, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Der Arzt entscheidet je nach Zustand des Betreffenden, welche Variante er anwendet. Eine häufige Methode, die auch bei Kindern problemlos möglich ist, stellt der 13-C-Harnstoff-Atemtest dar. Dabei nimmt der Patient ein spezielles Harnstoff-Präparat ein. Dies geschieht oft zusammen mit einem Getränk, das die Entleerung des Magens verzögert, wie beispielsweise Orangensaft. Nach 30 bis 45 Minuten erfolgt die Entnahme einer Atemprobe und die Messung des Kohlenstoffdioxidgehalts. Bei mit Helicobacter pylori infizierten Menschen spaltet sich der Harnstoff in Ammoniak und Kohlenstoffdioxid auf. Letzteres lässt sich in der Atemluft nachweisen.

 

Für eine sichere Überprüfung des Vorhandenseins von Helicobacter-pylori-Bakterien entnimmt der Arzt bei einer Magenspiegelung eine Gewebeprobe aus dem unteren Drittel des Magens. Diese unterzieht er einer Reihe von unterschiedlichen Tests. Im Labor erfolgt eine Züchtung des Erregers zum Nachweis des Bakteriums. Ein Urease-Test zeigt, ob sich das von den Helicobacter-pylori-Bakterien produzierte harnstoffspaltende Enzym in der Gewebeprobe befindet. Veränderungen der Magenschleimhaut, die beispielsweise bei Gastritis auftreten, lassen sich unter dem Mikroskop erkennen. Durch eine spezielle Färbetechnik ist es möglich, den Erreger sichtbar zu machen und damit nachzuweisen.

Eine weitere unkompliziertere Möglichkeit für jene, die sich nicht einer Magenspiegelung unterziehen können oder wollen, ist der Nachweis mithilfe eines Stuhltests. Dazu erfolgt die Entnahme einer mindestens erbsengroßen Stuhlprobe, die der Arzt ins Labor schickt. Dort findet eine Untersuchung des Stuhls auf das Helicobacter-pylori-Antigen statt. Ist dieses vorhanden, liegt eine akute Infektion mit dem Bakterium vor.

 

Durch einen Bluttest lassen sich die Antikörper gegen das Helicobacter-pylori-Bakterium nachweisen. Diese bieten keinen Rückschluss darauf, ob eine akute Erkrankung vorliegt, sondern beweisen lediglich das Vorhandensein des Bakteriums im Körper. Für eine sichere Erstdiagnose empfiehlt sich die Variante mit der Gewebeprobe. Der Stuhl-Test liefert zu 98 bis 99 Prozent genaue Ergebnisse. Er und der 13-C-Harnstoff-Atemtest eignen sich zur Nachkontrolle von Patientinnen und Patienten, die bereits erkrankt sind, um den Therapieerfolg zu überprüfen.

 

Helicobacter-Test für zu Hause

Um einen ersten Hinweis darauf zu erhalten, ob eine Infektion mit dem stäbchenförmigen Bakterium vorliegt, besteht die Möglichkeit, einen Helicobacter-Test für zu Hause durchführen. Solche Schnelltests zur Selbstanwendung liefern effiziente Ergebnisse. Sie erhalten diese kostengünstig und die Anwendung ist unkompliziert und sicher.

Um ein Infektionsrisiko zu minimieren, waschen sie sich vor Gebrauch der Stechhilfe gründlich die Hände. Danach desinfizieren sie die Fingerkuppe des Zeigefingers mit einem Alkoholtupfer.

Alternativ verwenden sie einen Wattetupfer, den sie im Vorfeld mit Alkohol präparieren. Nach der Gewinnung der Blutprobe kommt das Kassettentestverfahren zum Einsatz. Dieses weist die Helicobacter-pylori-Antikörper zeitnah und zuverlässig nach. Bemerken die Kunden, dass der Helicobacter-Schnelltest ein positives Ergebnis aufweist, suchen sie einen Mediziner auf. Dieser verschreibt den Patienten in einer Triple-Therapie Antibiotika. Die Arzneien nehmen die erkrankten Personen sieben Tage ein.

 

Die Betreffenden entnehmen mit einer Pipette Blut aus einer Fingerbeere ihrer Hand. Dieses tropfen sie gemeinsam mit einer Testlösung in den beiliegenden Behälter. Nach ungefähr zehn Minuten ist das Ergebnis sichtbar. Später als 15 Minuten nach dem Test ist kein genaues Ablesen mehr möglich und eine Wiederholung notwendig.

 

Helicobacter Test

Helicobacter Pylori Schnelltest Bild: NanoRepro AG

 

Der Helicobacter-Test für zu Hause weist Antikörper gegen das Bakterium im Blutserum nach. Er liefert mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent die richtigen Ergebnisse. Er trifft jedoch keine Aussage darüber, ob es sich um eine akute Infektion oder um eine in der Vergangenheit liegende Erkrankung handelt.

Deshalb ist der Selbsttest nur für eine erste Prüfung der Frage, ob ein Helicobacter-pylori-Bakterium vorhanden ist, zu empfehlen. Die genaue Diagnose stellt der Arzt oder die Ärztin mithilfe von weiteren Untersuchungen.

Seit dem Jahr 2013 existiert zudem ein Impfstoff gegen das Bakterium Helicobacter pylori. Dieser bewirkt eine lokale und humolare Immunität gegen den Erreger. Zu dem Ergebnis kommt die Studie: „Oral immunization with recombinant Lactobacillus acidophilus expressing the adhesin hp0410 of Helicobacter pylori induces mucosal and systemic immune responses“. Die Verfasser Hongying W et al. publizierten sie im November 2013.

 

Befürchten Sie, an einem Helicobacter-Befall zu leiden, führen Sie den Schnelltest ohne Schwierigkeiten in den eigenen vier Wänden durch. Dabei träufeln Sie die Blutprobe auf die Probentafel. Befinden sich die entsprechenden Antikörper in der Körperflüssigkeit, kommt es zu einer Verfärbung des Felds. In dem Fall lohnt es sich, den Hausarzt über das Testergebnis zu informieren. Entsteht keine Farbveränderung, versichern Sie sich, dass die Testdurchführung korrekt ablief. Leiden Sie an Symptomen, die einen Befall nahelegen, wiederholen Sie das Verfahren zur Sicherheit. Zudem besteht die Möglichkeit, den Arzt nach einer Blutuntersuchung zu fragen.

 

Was ist der Helicobacter?

Unter der Bezeichnung Helicobacter verstehen die Mediziner eine Bakteriengattung aus der Familie der Helicobacteraceae. Einen bekannten Vertreter stellt das Stabbakterium Helicobacter pylori dar. Der Erreger befällt vorrangig den menschlichen Magen. Aufgrund der Häufigkeit seines Auftretens zählt der Befall zu den chronischen bakteriellen Infektionen, die weltweit am meisten vorkommen. Leiden die Patienten unter der Krankheit, drohen Folgeerscheinungen. Der Grund besteht darin, dass die Bakterien eine unkontrollierte Absonderung der Magensäure hervorrufen. Dadurch kommt es bei den Betroffenen beispielsweise zu Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Die ersten Anzeichen eines Befalls gleichen allgemeinen Krankheitsmerkmalen. Als Beispiel fühlen sich die Verbraucher abgeschlagen und bemerken ein unangenehmes Völlegefühl. In dem Fall bewährt es sich, den Helicobacter-Schnelltest zu kaufen. Mit diesem gelingt es den Kunden, das Bakterium nachzuweisen und mit einer sofortigen Therapie zu beginnen. Die Erreger erweisen sich als spiralförmig, wobei sie eine Größe von unter fünf Mikrometern besitzen. Des Weiteren verfügen sie über büschelartig angeordnete Flagellen.

Die Bakterien zählen zu den mikroaeroben Lebewesen. Das bedeutet, sie brauchen eine Umgebung, die einen geringen Sauerstoffgehalt aufweist. Der Helicobacter teilt sich in zwei Kategorien. Bei der gastrischen Art handelt es sich um den Helicobacter pylori. Beispiele für die enterohepatische Variante stellen Helicobacter bilis und Helicobacter hepaticus dar. Diese Form des Erregers sammelt sich beispielsweise in der Leber an. Die Besonderheit des Helicobacter pylori besteht in seiner Schutzschicht, die vorrangig Ammoniak bildet. Dieser resultiert aus der Spaltung von Harnstoff, was durch die Urease funktioniert.

 

Was passiert bei der Helicobacter-Infektion?

Hegen die Patienten den Verdacht, dass sie an einer bakteriellen Infektion leiden, nehmen sie den Helicobacter-Schnelltest vor. Kommt es zu einem Befall mit dem Bakterium, siedelt es sich im Magen des Betroffenen an. In der ersten Zeit bemerken die Verbraucher keine Beeinträchtigung der Lebensqualität. Trotzdem verursachen die Erreger zahlreiche Schäden im Bereich der Magenschleimhaut. Beispielsweise kommt es zu einer Entzündung, die sich in der Fachsprache Gastritis nennt. Ebenso droht ein Ulcus Ventriculi genanntes Magengeschwür, das mit starken Schmerzen einhergeht. Fällt der Helicobacter-Schnelltest positiv aus, suchen die Verbraucher ihren Hausarzt auf.

 

Helicobacter-Infektion als Ursache für nicht eindeutige Magen-Darm-Beschwerden

Die Infektion mit dem Helicobacter-pylori-Bakterium erkennen Sie anhand der Symptome schwer, da sie nicht immer deutliche Beschwerden auslöst. Die Ursachen für Magen-Darm-Erkrankungen sind häufig nicht eindeutig zu klären. Vor allem bei unspezifischen Leiden wie beim Reizmagen verweisen Ärztinnen und Ärzte regelmäßig auf Stress als mögliche Begründung. Einen Helicobacter-Test zu Hause oder in der Arztpraxis durchzuführen, ist in diesem Fall zu empfehlen.

Die Infizierung mit Helicobacter pylori betrifft einen erheblichen Teil der Bevölkerung. Sie löst teilweise schwere Erkrankungen aus. Neben der chronischen Magenschleimhautentzündung und Geschwüren kommen bösartige Tumore vor. Ein frühzeitiger Nachweis des Bakteriums im Körper ist von Vorteil. So ist eine Behandlung möglich, die dazu in der Lage ist, Schlimmerem vorzubeugen. Das Helicobacter-pylori-Bakterium verbleibt in der Regel lebenslang im Körper. Seine Auswirkungen lassen sich jedoch mit Medikamenten eindämmen.

Fakten:

Etwa fünf Prozent der Kinder und 24 Prozent der Erwachsenen in Deutschland tragen das Helicobacter-pylori-Bakterium in ihrem Körper.

In vielen Fällen bleibt die Infizierung unbemerkt, weil keine Krankheit ausbricht. Das Bakterium ist in der Lage, viele Jahre lang im menschlichen Körper zu überleben und sich gegen die Schutzmaßnahmen des Magens durchzusetzen. Es begünstigt Erkrankungen wie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sowie Magenschleimhautentzündungen. Selten kommt es zu bösartigen Tumoren im Magenbereich. Bei einem Verdacht empfiehlt es sich, sein Vorhandensein zu überprüfen. Verschiedene Arten von Helicobacter-pylori-Tests kommen hierbei zum Einsatz.

 

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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