CEA-Wert

CEA und seine Bedeutung in der Diagnostik

Das Kind im Mutterleib produziert das Protein CEA (carcinoembryonales Antigen). Nach der Geburt verringert sich die Produktion. Manche Zellen, beispielsweise die des Dickdarms, der Leber und in der Bauchspeicheldrüse, bilden nach der Geburt noch minimale Mengen CEA. Beim gesunden Menschen befinden sich Spuren dieses Proteins im Blut. Liegt eine Krebserkrankung vor, erhöht sich die Konzentration.

blutwerte einzelwert

 

CEA als Tumormarker

Tumormarker sind vom Körper gebildete Substanzen, die im Blut als ein bestimmter Wert nachweisbar sind. Sie geben Hinweise darauf, ob eine Tumorerkrankung vorliegt. Der Tumormarker CEA weist vor allem aufDickdarmkrebs hin. Der CEA indiziert auch rektale Karzinome.Bei Brustkrebs, Lungenkrebs und Pankreaskrebs findet er Verwendung als Zweitmarker.

Welche Bedeutung besitzt der CEA-Wert in der Diagnostik?

Der CEA-Wert ist klassischerweise ein Verlaufsparameter. Das liegt daran, dass er für eine Krebserkennung nicht zuverlässig ist. Es gibt Umstände, die den CEA-Wert verfälschen. Bei diagnostiziertem Dickdarmkrebs liefert der Wertzuverlässige Informationen darüber, wie sich der Tumor weiterentwickelt. Er sagt etwas darüber aus, wie erfolgreich sich die Therapie gestaltet.

Wie hoch darf der CEA-Wert sein?

Bei Nichtrauchern gilt eine Obergrenze von 2,5µg/l. Da bei Rauchern der CEA-Wert generell erhöht ist, gilt für sie der Grenzwert 5,0µg/l. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, auf die Referenzwerte des jeweiligen Labors zu achten, da der Wert je nach Labor und Methode unterschiedlich ausfällt. Einen zu niedrigen Wert gibt es in dem Sinne nicht, da CEA normalerweise in winzigen Konzentrationen im Blut vorkommt.

 

Was bedeutet eine CEA-Erhöhung oder Erniedrigung in der Verlaufskontrolle?

Steigt innerhalb der Therapie der CEA-Wert an, spricht dies für eine erhöhte Tumoraktivität. Ob das zutrifft, findet der behandelnde Arzt in weiteren Untersuchungen heraus. Sinkt der Wert innerhalb der Therapie oder im Rahmen einer Krebsnachsorge ab, ist die Tumoraktivität ebenfalls erniedrigt. Die Therapie der Tumorerkrankung erweist sich als erfolgreich.

 

Nicht-krebsbedingte Gründe für einen erhöhten CEA-Wert

Jegliche Arten von Entzündungsprozessen erhöhen den CEA-Wert. Beispiele dafür sind:

  • eine Leberentzündung (Hepatitis),
  • eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis),
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen (beispielsweise Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa) und
  • eine Lungenentzündung (Pneumonie).

Weiterhin begründen

  • eine durch Alkohol bedingte Leberzirrhose und
  • ein Lungenemphysem

einen erhöhten CEA-Wert.

 

CEA bei Dickdarmkrebs

Für Dickdarmkrebs gilt das CEA-Protein als Tumormarker der ersten Wahl. In der Nachsorge nimmt der Wert eine etablierte und wichtige Stellung ein. Die Nachsorge hat das Ziel, eine Wiederkehr des Tumors (Rezidiv) frühzeitig zu erkennen und dadurch besser zu behandeln. In der Nachsorge des Dickdarmkrebses bestimmt ein Arzt alle sechs Monate für mindestens zwei Jahre den CEA-Wert des Patienten. Dadurch vergrößert sich der Anteil der Personen, der bei einem Rezidiv eine kurative Behandlung (mit dem Ziel der Heilung) bekommt.

 

CEA bei Pankreaskarzinom

Für das Pankreas-Karzinom gilt das CEA-Protein als Zweitmarker. Er ist eine Ergänzung zum Tumormarker CA19-9. Letzterer ist spezifischer. CEA verwendet der Arzt als eine Absicherung bei bösartigen Pankreas-Tumoren. Vor allem in der Differenzierung zwischen chronischer Pankreas-Entzündung und dem Pankreas-Karzinom ist der CEA-Wert dem Tumormarker CA19-9 unterlegen.

 

CEA bei Brustkrebs

Bei Brustkrebs gilt der Tumormarker CEA nur bedingt als empfehlenswert. Therapie-Leitlinien für die Nachsorge empfehlen lediglich den Marker CA 15-3. Gleichwohl findet die Bestimmung von weiteren Tumormarkern häufig auf Patientenwunsch statt.

 

CEA bei Lungenkrebs

Tumormarker spielen in der Diagnostik von Lungenkrebs eine untergeordnete Rolle. CEA, CYFRA 21-1 und NSE helfen, zwischen verschiedenen Karzinomtypen zu differenzieren. Siesagen aber im Vergleich zu ihren Kosten wenig aus.

 

Kurz gefasst

CEA findet als Tumormarker seine Anwendung vor allem in der Verlaufskontrolle und der Nachsorge von Dickdarmkrebs. Hier macht der Marker eine Aussage dazu, ob sich die Tumoraktivität im Verlauf verstärkt oder abschwächt. Auch in der Nachsorge von Pankreaskrebs, Brustkrebs und Lungenkrebs ist CEA eine Möglichkeit zur Bestimmung der Tumoraktivität. Hier ist der Nutzen im Vergleich zu anderen Markern und diagnostischen Möglichkeiten gering.

 

Lizenzen und weiterführende Literatur:

veröffentlicht von Redaktion: Anna Nilsson

 

 

 

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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