ASL-Blutwert – niedrige und erhöhte Werte

ASL-Blutwert – Antistreptolysin im Blut

ASL ist die Abkürzung des körpereigenen Antikörpers Antistreptolysin. Der Körper bildet es, um Giftstoffe und Toxine sowie bestimmte Bakterien zu bekämpfen. Die Bildung findet im Rahmen einer Infektion statt, weshalb ein erhöhter Wert Rückschlüsse auf einige Infektions-Krankheiten liefert. Besonders beim Kontakt mit Streptokokken weist der ASL-Blutwert die Kontagion mit diesen noch lange nach.

 

Antikörper auf Streptokokken

ASL-Blutwert zeigt Antikörper auf Streptokokken, hier Kultur in Petrischale © jarun011 – Fotolia.com

ASL-Werte im Blut

Den ASL-Blutwert zu bestimmen, ist besonders wichtig bei zusätzlich auftretenden Symptome von Entzündungen. Der Körper bildet den Antikörper Antistreptolysin, das wie ein Antidot gegen die Toxine wirkt. Um das ASL nachzuweisen, existieren verschiedene Methoden, wie ein Schnelltest mittels Rachenabstrich oder einer aufwendigen Bakterien-Kultur. Nach der eigentlichen Streptokokken-Infektion treten Folge-Erkrankungen wie rheumatisches Fieber, Scharlach und bestimmte Entzündungen auf.

 

ASL – Antikörper und „Gegengift“

ASL ist ein spezielles Immunglobulin (Ig), dessen Bestandteile Eiweißstoffe sind. Zu finden sind sie in allen Körperflüssigkeiten, wie Blut, Speichel und Liquor. Die Hauptaufgabe eines Antikörpers liegt darin, den Schutz des Organismus aufrechtzuerhalten und alles zu bekämpfen, was dem Körper ein fremdes Objekt ist. In bestimmten Fällen bilden Bakterien im Körper Toxine, gegen die das Immunsystem eigene Immunglobuline, als Gegengift bildet. Das Antistreptolysin ist ein besonderer Antikörper, den der Organismus als Heiler für das Bakteriengift „Streptolysin O“ einsetzt.

 

Streptolysin O – Zerstörer von roten Blutkörperchen

Das Bakteriengift Streptolysin O bewirkt eine Zerstörung einzelner Blutkörperchen, was Mediziner als „Hämolyse“ bezeichnen. Dieses Gift bildet zahlreiche Bakterien, die als Gruppe unter dem Namen „Streptococcus pyogenes“ oder auch als „beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A“ bekannt sind. Die Gemeinsamkeit dieser Bakterien liegt neben der Bildung desselben Bakteriengifts in den typischen Infektions-Erkrankungen, die sie hervorrufen. Darunter zählen Scharlach, Mandel-Entzündungen und Rotlauf zu den häufigsten Infektions-Krankheiten.

Infiziert sich der menschliche Körper mit einem Bakterium dieser Gruppe, treten nach der eigentlichen Infektions-Krankheit möglicherweise weitere Erkrankungen auf. Zu ihnen zählen:

  • das rheumatische Fieber,
  • eine Blutvergiftung oder
  • spezielle Entzündungs-Formen wie Glomerulonephritis in der Niere und Endokarditis im Herzen.

 

ASL-Blutwert – Methoden zur Bestimmung

Um den ASLO-Blutwert nachzuweisen, existieren verschiedene Möglichkeiten eines medizinischen Labors. Ärzte nehmen für den Streptokokken-Antigen-Schnelltest einen Abstrich vom Rachen. Die Auswertung erfolgt rasch. Eine weitere Methode stellt das Anlegen einer Bakterien-Kultur dar. Mit dieser ermittelt der Mediziner das Bestehen des Streptococcus pyogenes. Ein klassischer Nachweis besteht im Betrachten einer Blutprobe des Patienten unter dem Mikroskop.

Ärzte bevorzugen unterschiedliche Arten, um den ASL-Blutwert zu bestimmen. Der direkte Nachweis von Antistreptokokken DNAse B beschreibt eine beliebte Methode, um den Befund zu sichern. Gegen das Enzym DNAse B bildet der Körper bestimmte Antikörper. Die Kombination beider Werte, DSL und Anti-DNAse B, tritt einzig bei einer Streptokokken-Infektion auf.

 

Erhöhte ASLO-Werte im Blut

Kontagionen mit einem Streptococcus pyogenes sind in Deutschland und Österreich weit verbreitet. Es besteht daher eine „Durchseuchung der Bevölkerung“. Erhöhte Werte treten in der Gesamtheit aller Personengruppen auf, ohne dass eine direkte Infektion vorliegt. Um dennoch eine korrekte Diagnose zu stellen, benötigt der Arzt verschiedene Untersuchungs-Methoden, um den Nachweis hoher Werte zu sichern. Zusätzliche Symptome wie allgemeine Entzündungs-Anzeichen sprechen für eine aktuelle Infektion.

Deutlich erhöhte ASLO-Werte im Blut oder einen größeren Anstieg des Mess-Ergebnisses, das ein Arzt im Rahmen einer Labor-Verlaufskontrolle feststellt, deuten auf eine stattfindende Streptokokken-Infektion hin. Der Referenzwert für einen gesunden Menschen liegt bei 200 Einheiten pro Milliliter. Geringfügig höhere Werte, bedeuten lediglich den Kontakt mit den beta-hämolysierenden Streptokokken und keine aktuelle Infektion.

 

Der ASL-Blutwert zeigt für Streptokokken-Infektionen Relevanz

Mit dem ASL-Blutwert ermitteln Ärzte, wie viele Antistreptolysin-O-Titer sich im Blut des Patienten befinden. Viele Menschen weisen ohne eine Streptokokken-Infektion Antikörper gegen die Bakterien oder auch leicht erhöhte Titer auf. Ein hoher Wert an Antistreptolysin-O-Titern deutet auf eine solche Infektion hin. Eine Untersuchung des Werts findet in der Regel dann statt, wenn Symptome einen Verdacht auf eine Streptokokken-Infektion rechtfertigen.

 

Streptokokken-Infektion verursacht erhöhten ASLBlutwert

Leiden Patienten an einer Streptokokken-Infektion, lässt sich dies durch ein Blutbild mit erhöhten Werten von Antistreptolysin-O-Titern nachweisen. Die Symptome sind abhängig von der jeweiligen Krankheit, die auf die Infektion folgt.

Streptokokken befinden sich auf der Haut, im Rachen und Mundraum, im Darm sowie bei Frauen in der Scheide. Sie unterscheiden sich in der Fähigkeit, Blut zu zersetzen, was eine Einteilung in Alpha-, Beta- und Gamma-Hämolyse nach sich zieht. Zusätzlich lassen sie sich aufgrund ihrer Wandstruktur in Gruppen von A bis Q einteilen.

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Möglichkeiten und Funktionen lösen Streptokokken verschiedene Arten von Infektionen aus. Zu ihnen gehören beispielsweise:

  • Scharlach (Scarlatina),
  • Mandel-Entzündungen (Tonsillitis),
  • Rotlauf (Erysipeloid),
  • Infektionen der Atemwege,
  • Lungen-Entzündungen (Pneumonien),
  • Hirnhaut-Entzündungen (Meningitiden),
  • Blasen-Entzündungen (Zystitis).

Die durch Streptokokken verursachten Infektionen ziehen in einigen Fällen Folge-Erkrankungen nach sich. Dazu gehören:

  • rheumatisches Fieber (Polyarthritis rheumatica acuta), Blutvergiftungen (Sepsen),
  • Glomerulonephritis – beidseitige Nierenentzündung, die vorwiegend die Nierenkörperchen (Glomerula) betrifft
  • und Endokarditis – eine Entzündung der Herz-Innenhaut (Endokard).

 

Nachweis einer Infektion durch Streptokokken

Eine Infektion oder darauf folgende Erkrankung durch Streptokokken lässt sich durch unterschiedliche Methoden nachweisen. Labors haben die Möglichkeit, durch einen Streptokokken-Antigen-Schnelltest aus einem Rachenabstrich an den Nachweis zu gelangen. Ein bakterienkultureller Nachweis der Streptokokken ist ebenfalls möglich. Durch ein ASL-Blutbild lassen sich die verschiedenen Arten von Streptokokken nachweisen.

 

Bedeutung und Nachweis erhöhter ASL-Blutwerte

Eine Prüfung der ASL-Blutwerte findet in der Regel statt, wenn Symptome auftreten, die auf eine Infektion durch Streptokokken hinweisen. Symptome sind hierbei typische allgemeine Entzündungs-Zeichen wie beispielsweise Krankheitsgefühl und Fieber. Erhöhte Werte von Antistreptolysin-O-Titern gelten als Nachweis für eine Infektion, wobei zu beachten ist, dass ein einzelner Wert nicht ausreicht, sofern keine starke Erhöhung des Wertes vorliegt.

Der normale Wert an Antistreptolysin-O-Titern beträgt bei erwachsenen Männern und Frauen bis zu 200 IU/ml und bei Kindern bis zu 150 IU/ml. Stark darüber liegende ASL- Blutwerte weisen auf eine Streptokokken-Infektion hin. Ärzte beziehungsweise Labors beobachten den Wert über einen gewissen Zeitraum hinweg, da eine einzelne Untersuchung keine Aussagekraft besitzt.

Ein stetiger Anstieg der Antistreptolysin-O-Titer weist, ebenso wie ein stark erhöhter Wert über mehrere Tage hinweg, die Infektion mit Streptokokken nach. Nach einer ausgeheilten oder effektiv behandelten Erkrankung durch eine Streptokokken-Infektion sinkt der ASL-Blutwert wieder ab. Somit lässt sich die Heilung mit einem erneuten Blutbild nachweisen.

 

Blutwerte

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