Notruf beim Herzinfarkt oder im Notfall – Wie macht man das richtig:

Der richtige Notruf

Jemand hat einen Herzinfarkt. Wie macht man bei einem Notruf alles richtig? Seine korrekte Durchführung rettet Leben. Denn bei Herzinfarkt kommt es auf jede Minute an. Daher ist es ratsam genau zu wissen, was man sagen muss, damit man keine unnötige Zeit verschwendet. Nur so kommt rechtzeitig ein Notarzt, der das Leben des Patienten retten und Folgeschäden des Herzinfarktes verhindern kann.

Wie macht man bei einem Notruf alles richtig

Notarzt im Notfall – Copyright: chalabala, bigstockphoto

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Notruf beim Herzinfarkt im Notfall oder Unfall  – Was ist wichtig:

Notruf Nummer 112: Was muss man sagen?

Das Wichtigste vorweg: Die „sechs W’s“ sollten Sie für den Notfall am besten auswendig lernen. Wenn Sie diese Punkte im Schlaf beherrschen, können Sie damit irgendwann Leben retten!

 

  1. WAS ist passiert?

    Diese Information entscheidet bei jedem Notruf darüber, ob Polizei, Feuerwehr oder Notarzt alarmiert werden. Geben Sie also in dem hier besprochenen Zusammenhang an, dass eine Person kollabiert ist.

  2. WELCHE Verletzung oder Erkrankung liegt vor?

    Schildern Sie die aktuelle Situation: Patient hat heftige Schmerzen in der Brust, ist bewusstlos, atmet nicht mehr, das Herz schlägt nicht… Schildern Sie Ihren Verdacht auf einen Herzinfarkt.

  3. WO sind Sie mit dem Patienten?

    Geben Sie eine möglichst detaillierte Ortsbeschreibung, wenn Sie außer Haus sind, ansonsten Straße, Hausnummer und Stadt oder Gemeinde. Den Ort nicht vergessen, denn viele Notrufstellen sind für große Gebiete mit mehreren Ortschaften zuständig. Spezifizieren Sie gegebenenfalls Ihren Aufenthalt näher, wie das Stockwerk, die Garage hinterm Haus oder den Garten. Ist der Ort des Geschehens nur über besondere Zufahrtswege möglich, beschreiben Sie diese so genau wie möglich.

  4. WIE VIELE Personen sind betroffen?

    Das ist bei Unfällen und anderen Geschehnissen, bei denen es mehrere Verletzte gibt, wichtig. Bei einem Herzinfarkt ist in der Regel immer nur eine einzelne Person betroffen.

  5. WER ruft an?

    Nennen Sie Ihren Namen und vergewissern Sie sich, dass die Leitstelle Ihre Telefonnummer hat. Rufen Sie sie mit unterdrückter Nummer an, müssen Sie diese durchsagen.

  6. WARTEN und nicht sofort auflegen,

    falls Rückfragen kommen. In der Aufregung hat man schnell eine Information vergessen oder die Notrufzentrale stellt fest, dass sie noch eine weitere benötigt. Die Leitstelle sagt Ihnen, wenn das Gespräch beendet und Hilfe unterwegs ist.

 

Diese sechs W-Fragen sollten Sie beherrschen, damit Sie ohne Zeitverlust alle notwendigen Informationen weitergeben können. Sie fürchten, wenn wirklich eine Notsituation eintritt, haben Sie alles wieder vergessen? Auch das ist nicht dramatisch. Die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle sind bestens für Gespräche mit aufgeregten Personen geschult. Sie werden Sie nach allem fragen, was Sie wissen müssen, falls Sie einen Blackout haben sollten.

Notruf beim Herzinfarkt

Notruf beim Herzinfarkt oder im Notfall – Copyright: style-photographs, bigstockphoto

Trotzdem schadet es nicht, wenn Sie genau wissen, welche Angaben zu einem korrekten Notruf dazugehören. Je schneller und vollständiger man diese Informationen durchgibt, desto schneller kann die passende Hilfe anrücken.

 

Wann soll man den Notruf wählen?

Grundsätzlich immer, wenn eine offensichtliche Notsituation vorliegt, nicht nur wenn gerade jemand einen Herzinfarkt mit klassischen Symptomen wie aus dem Lehrbuch erleidet. Zögern Sie nicht, den Notruf zu tätigen, wenn Sie sich über den Gesundheitszustand einer Person nicht im Klaren sind. Bricht jemand zusammen, bedeutet das nie etwas Gutes. Bei einem Herzinfarkt besteht unmittelbare Lebensgefahr. Besser einmal falschen Alarm schlagen und die Rettungsleitstelle anrufen, als ein Leben zu riskieren.

 

 

Notruf: Wen muss man anrufen? Wer kommt?

Mit der Rufnummer 112 erreichen Sie nicht nur in Deutschland, sondern überall in der Europäischen Union eine Rettungsleitstelle (Notrufzentrale). Ob DRK, Malteser, Johanniter – Wen Sie konkret am anderen Ende der Leitung haben, ist für die medizinische Versorgung vollkommen unerheblich. Merken Sie sich das mit der Gültigkeit in ganz Europa, falls Sie im Urlaub oder auf einer Auslandsreise in eine Notsituation geraten. Die Leitstelle schätzt anhand Ihrer Angaben die Lage ein und schickt schnellstmöglich geschultes Personal zu Ihrem Notfall.

Die 110 für Polizei oder 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst anzurufen ist in Deutschland und der gesamten EU kostenlos. Der Anruf der Notrufnummern ist selbst mit gesperrten Handys oder Fernsprechern in öffentlichen Telefonzellen jederzeit möglich. Bei Mobiltelefonen muss lediglich eine funktionsfähige SIM-Karte eingelegt sein. Damit will man einem Missbrauch des Notrufs vorbeugen. Vor dieser Regelung gab es desöfteren unverantwortliche Mitmenschen, die mit fingierten Anrufen Rettungskräfte von echten Notfällen fernhielten. Solche vermeintlichen Scherze ahndet die Justiz gemäß § 145 Abs. 1 mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr.

Wie macht man bei einem Notruf alles richtig

Notarzt im Notfall – Copyright: chalabala, bigstockphoto

 

Notruf gemacht. Und jetzt?

Bleiben Sie auf jeden Fall bei dem Patienten, bis der Rettungswagen eintrifft und behalten Sie ihn genau im Auge. Hilfe ist unterwegs bedeutet nicht, dass Sie alles getan haben und nach Hause gehen oder sich weiter um die Vorbereitung des Mittagessens kümmern können. Verliert der Betroffene das Bewusstsein und hört das Herz auf zu schlagen, müssen Sie SOFORT mit einer Reanimation in Form einer Herzdruckmassage↑ beginnen.

 

Notruf wählen: Die Telefonreanimation

Die meisten Notrufzentralen können Sie mittlerweile durch eine Reanimation begleiten, falls Sie die Erste Hilfe nicht mehr beherrschen. Stellen Sie dazu Ihr Telefon auf Lautsprecher und folgen Sie den Anweisungen Ihres Gesprächspartners, bis der Rettungswagen eintrifft.

Auch in diesem Falle gilt, dass es allemal besser ist, sich selber behelfen zu können, als sich nach Anweisungen richten zu müssen. Wenn Sie die notwendigen Schritte der Ersten Hilfe selbst beherrschen, können Sie diese schnell und präzise Ihrem Patienten zukommen lassen. Und müssen sich nicht erst rätseln, was der Rettungshelfer am anderen Ende der Leitung mit seiner Anweisung gemeint haben könnte.

 

Notruf wählen: Tipps für die Auslandsreise

Viele Reisende vergessen, sich rechtzeitig über die landesüblichen Notrufnummern für Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr zu informieren. Braucht man nicht? Hoffentlich, denn schnell kann es anders kommen. Früher standen die Notrufnummern immer auf den Telefonen der Hotelzimmer und öffentlichen Telefonzellen, aber in den Zeiten des Mobiltelefons ist das vielerorts nicht mehr üblich. Erkundigen Sie sich daher lieber bereits im Vorfeld und speichern Sie die entsprechenden Nummern in Ihrem Handy ab. Denken Sie daran, dass innerhalb der EU überall die 110 für die Polizei und die 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst gelten.

Machen Sie sich keine Sorgen, dass man Sie nicht versteht. Wie auch bei uns gibt es Personen in der Rettungsleitstelle, die auch einer anderen Sprache mächtig sind. Selbst mit dürftigem Schul-Englisch kommen Sie überall auf der Welt durch.

Literatur

  1. Malteser Hilfsdienst (Hrsg.): Erste-Hilfe-Handbuch: Wissen – Ratschläge – Selbsthilfe. München: Dorling Kindersley Verlag (2016). ISBN-10: 3831029962,
  2. Gabriele Sprengseis (Hrsg.), Romana Kandioler, Heinz Kuderna: Erste Hilfe. Ein Lehrbuch für Pflege- und Gesundheitsberufe. 2. Auflage. Wien: Facultas.wuv Verlag (2014). ISBN-10: 3708911474

Notfall-App für Ihr Handy

Wir empfehlen die Handy-App Erste Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Mit einem kleinen Betrag für den Kauf dieser App unterstützen Sie die Erste Hilfe-Ausbildung beim Deutschen Roten Kreuz.

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Die Webadresse für Android-Geräte lautet:

https://play.google.com/store/apps/details?id=de.bitsz.android.drkapp

iPhone-Nutzer finden die App unter

https://itunes.apple.com/de/app/erste-hilfe-drk/id404519165?mt=8

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Autorenprofil

Dr. Harald Stephan, Wissenschaft-/ Fachautor

Dr. rer. medic. Harald Stephan, Wissenschaft-/ Fachautor, Er ist Naturwissenschaftler mit medizinischer Promotion. Autor medizinischer Themen im Blutbild & Diagnostik Gesundheitsmagazin „Großes Blutbild“.


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