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Leberwerte im Blutbild – Werte der Leber (Tabelle)

Die Leberwerte als Spiegel der Gesundheit

Die Leber ist ein äußerst lebenswichtiges Organ im menschlichen Körper. Seine Aufgabe besteht im Abbau von Giftstoffen und Abfallprodukten des Körpers und deren Ausscheidung.

Darüber hinaus speichert sie Vitamine, Fette und Hormone und sorgt somit für einen gesunden Haushalt.

Anhand der Leberwerte im Blutbild kann der Arzt den Zustand der Leber beurteilen und, wenn nötig, eine gezielte Behandlung in die Wege leiten. Bei schlechten Leberwerten handelt es sich um mehrere erhöhte Werte, die Aufschluss über eine Beschädigung des Organs geben.

Blutröhrchen
Blutprobe © Shawn Hempel – Fotolia.com

Die Leberwerte sind Blutwerte, die über die Funktionsfähigkeit der Leber Auskunft geben. Der Arzt lässt sie im Blutbild bestimmen, wenn er den Verdacht auf funktionelle Störungen des Organs hat. Wir erklären Ihnen, was Leberwerte sind und welche Krankheiten diese Blutwerte verändern.

Was sind Leberwerte

Die Leber ist mit unser wichtigstes Organ für Synthese, Speicherung und Abbau zahlreicher Substanzen. Viele dieser Stoffe tauchen natürlicherweise im Blutplasma auf und lassen sich dort im Blutbild bestimmen.

Verändert sich ihre Konzentration im Blutplasma, deutet das auf Störungen in der Funktion der Leber hin. Andere Substanzen kommen normalerweise nur im Inneren der Leberzellen (Hepatozyten) vor und werden von anderen Organen überhaupt nicht oder nur in geringem Ausmaß hergestellt.

Findet das Labor größere Mengen davon im Blutplasma, bedeutet das, dass Leberzellen zugrunde gegangen sind. Dadurch wurden diese Stoffe aus dem Zellinneren freigesetzt, sodass sie ins Blut gelangen konnten.

Leberwerte – Das Wichtigste auf einen Blick!

  1. Als Leberwerte bezeichnet man jene Blutwerte, die bei Erkrankungen der Leber in der Regel erhöht erscheinen.
  2. Viele dieser Blutwerte kommen dadurch zustande, dass Leberzellen zugrunde gehen und aus ihrem Inneren Eiweiße freisetzen, die normalerweise im Blutplasma nichts zu suchen haben.
  3. Erhöhte Leberwerte sind oftmals ein Warnzeichen, aber nicht zwangsläufig. Ebenso können Sport und Medikamente erhöhte Blutwerte verursachen.
  4. Klinisch relevant sind vor allem Leberschäden und dadurch verursachte erhöhte Leberwerte infolge von Alkoholmissbrauch.
  5. Neben Lebererkrankungen können erhöhte Werte auch Hinweise auf Störungen der Schilddrüse, des Blutzuckers, auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionskrankheiten liefern.

Leberwerte: Oft, aber nicht immer ein Warnzeichen und oft, aber nicht immer für die Leber.

In vielen Fällen sind daher die Leberwerte ein erstes Indiz für Erkrankungen der Leber, die zum Zelluntergang und zur Freisetzung des Inhaltes der Zellen geführt haben.

Allen voran sind hier alle Erkrankungen zu nennen, die im Zusammenhang mit Alkoholismus stehen. Dessen ungeachtet bedeuten erhöhte Leberwerte nicht zwangsläufig Krankheit.

Viele Medikamente sowie sportliche Betätigung haben den gleichen Effekt, ohne dass eine Erkrankung zugrunde liegt. Andererseits können sie auch auf andere Erkrankungen hinweisen, die nicht primär mit der Leber zu tun haben.

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Dazu gehören Störungen im Hormonhaushalt wie Fehlfunktionen der Schilddrüse (Schilddrüsenüberfunktion – Hyperthyreose und Schilddrüsenunterfunktion – Hypothyreose) und Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen und zahlreiche Infektionskrankheiten.

In vielen Fällen wird Sie Ihr Hausarzt an einen Kollegen überweisen, der sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes besonders gut auskennt, einen Gastroenterologen.

Die wichtigsten Leberwerte und Blutwerte im Zusammenhang mit der Leberfunktion

Für die Labordiagnostik am wichtigsten sind die „echten“ Leberwerte GOT, GPT, GGT und AP. Hier handelt es sich um Enzyme, die im Inneren der Leberzellen für Stoffwechselvorgänge notwendig sind und die nur durch eine Schädigung ins Blut gelangen. Daher sind für diese vier Blutwerte in der Klinik nur Erhöhungen der Blutwerte von Interesse.

Andere Blutwerte sind nicht ganz so spezifisch, erscheinen aber schnell verändert, wenn etwas mit der Leber nicht stimmt. Dazu gehört das Bilirubin aus dem Abbau des roten Blutfarbstoffes, das wesentlicher Bestandteil der Gallenflüssigkeit ist, oder Harnstoff, der als Endprodukt des Eiweißstoffwechsels als besonders leicht wasserlösliche Substanz besonders leicht und mit wenig Flüssigkeitsverlust über die Nieren ausgeschieden werden kann.

Leberwerte Tabelle

Die wichtigsten Leberwerte: Grundwerte der Leberfunktion
Blutwert Referenzbereich bei Frauen Referenzbereich bei Männern
Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT, Aspartat-Aminotransferase ASAT, AST) ≤ 15 U/l ≤ 17 U/l
Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT, Alanin-Aminotransferase ALT, ALAT) ≤ 19 U/l ≤ 23 U/l
Gamma-Glutamyltranspeptidase (Gamma-GT, GGT) ≤ 39 U/l ≤ 66 U/l
Alkalische Phosphatase (AP) 60 – 180 U/l 60 – 180 U/l
     
Weitere Blutwerte, die bei Erkrankungen der Leber eine wichtige Rolle spielen
Blutwert Referenzbereich bei Frauen Referenzbereich bei Männern
Bilirubin (gesamt im Serum, ges. i. S.) ≤ 1,0 mg/dl (≤ 17,1 µmol/l) ≤ 1,0 mg/dl (≤ 17,1 µmol/l)
Kupfer 11,6 – 19,2 µmol/l 12,4 – 20,6 µmol/l
Eisen im Serum (i.S.) 11,6 – 19,2 µmol/l 12,4 – 20,6 µmol/l
Transferrin 13 – 651 µg/l 4 – 665 µg/l
Fibrinogen im Plasma (i.P.) 200 – 450 mg/dl (5,88 – 11,76 µmol/l) 200 – 450 mg/dl (5,88 – 11,76 µmol/l)
Antithrombin-III (AT-3, AT-III) 80 – 120 % (0,14 – 0,39 g/l) 80 – 120 % (0,14 – 0,39 g/l)
Quick-Wert (Thromboplastinzeit, TPZ) 70 – 120 % 70 – 120 %
Plasmathrombinzeit (PTZ) 20 – 38 Sekunden 20 – 38 Sekunden
Harnstoff im Serum (i.S.) 10 – 50 mg/dl (1,64 – 8,18 mmol/l) 10 – 50 mg/dl (1,64 – 8,18 mmol/l)
Albumin 56 – 68 % (3,8 – 6,0 g/dl) 56 – 68 % (3,8 – 6,0 g/dl)

Leberwerte: Spielen auch erniedrigte Werte eine Rolle?

Bei den vier „Kern-Leberwerten“ GOT, GPT, GGT und AP spielen Erniedrigen klinisch keine Rolle. Das sieht man bereits an den Normwerten mit der Angabe „kleiner als“.

Lediglich die alkalische Phosphatase macht hier eine Ausnahme. Allerdings handelt es sich hierbei um das Enzym, das am häufigsten auch von anderern Zellen gebildet wird wie etwa Darmzellen und daher von Natur aus nie nahe Null liegt. Anders sieht es bei den leberassoziierten Werten aus wie Kupfer, Eisen, Transferrin.

Hier sind Erniedrigungen ein Hinweis auf Speicherkrankheiten oder Mangelerscheinungen. Ähnliches gilt für die Parameter der Gerinnung. Zahlreiche Gerinnungsfaktoren werde

n in der Leber gebildet; bei funktionellen Einschränkungen geht diese Produktion zurück, und es kann zu einem Mangel an Gerinnungsfaktoren kommen. In diesem Falle ist die Blutgerinnung gestört, sodass Blutungen nur langsam zum Stillstand kommen oder schlimmstenfalls innere Blutungen drohen.

Erhöhte Leberwerte: Welche Erkrankungen stecken dahinter?

Nicht immer bedeuten erhöhte Leberwerte Krankheit, wie bereits beschrieben. Zudem äußern sich die damit verbundenen Symptome oftmals recht unspezifisch, ohne dass man bereits von einer manifesten Erkrankung sprechen könnte.

Dazu gehören Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Leistungs- und Konzentrationsschwäche sowie dunkel verfärbter Urin bei gleichzeitig lehmfarbenem Stuhlgang. Die Leber macht einiges mit, ohne dabei Schmerzen zu empfinden.

Sie weist keinerlei Schmerzrezeptoren aus, sodass erst eine Dehnung der sensiblen Organkapsel als schmerzend registriert wird. Das Organ ist sogar so wichtig, dass es über eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit verfügt. Selbst eine stark beeinträchtige Leber verfügt über genügend Kapazität, um verloren gegangene Leberzellen zu ersetzen. Je mehr davon fehlen, desto schlechter ist es um die Wiederherstellung bestimmt.

Daher führen Infektionen und Alkohol zu Entzündungen des Leberparenchyms, das irgendwann seine Regenerationsfähigkeit verliert. Solche Entzündungen verursachen eine vermehrte Einlagerung von Fettzellen (Fettleber) und Ersatz von Leberzellen durch nicht-funktionelles Narbengewebe.

Eine solche Leberzirrhose ist das Resultat zahlreicher Lebererkrankungen und führt zu einer Narbenleber oder Schrumpfleber. Der hohe Bindegewebeanteil stört den Blutfluss durch das Organ, sodass es zu einem Blutstau kommt (portale Hypertension). Sie äußert sich in eine Anschwellen der oberflächlichen Gefäße am Bauch und in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen), Bauchwassersucht (Aszites) und einer Vergrößerung der Milz (Splenomegalie und Hypersplenismus).

Staut sich die Gallenflüssigkeit zurück, entsteht eine Gelbsucht (Ikterus). Sammelt sich Ammoniak als Endprodukt des Eiweißstoffwechsels im Blut an, führt das Zellgift zu einem Anschwellen des Gehirns (Hirnödem) und zum Ausfall der Leber in Form eines Leberausfallkomas oder Leberzerfallkomas. Darüber hinaus gilt Leberzirrhose als Risikofaktor für Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom).

Was bedeuten die verschiedenen Leberwerte?

Die Aktivität des Enzyms AST, früher GOT genannt, zählt zu den spezifischen Werten. Ebenso spielt das GGT eine bedeutende Rolle.

Als weiteren Leberwert im Blutbild kennen die Mediziner das Stoffwechselprodukt Bilirubin. Dessen Konzentration im Blut gibt Aufschluss über eine Erkrankung der Leber. Um die Stoffwechselfunktion des Organs zu ermitteln, konzentrieren sich die Ärzte auf das Enzym Cholinesterase, kurz ChE, und den Quickwert (TPZ).

Zu den Ursachen für das Ansteigen der Werte zählen bakterielle, virale und parasitäre Erkrankungen. Ebenso bringt eine Vergiftung – beispielsweise durch Drogen – eine deutliche Steigerung der Leberwerte mit sich.

Was sagen die Leberwerte im Blutbild aus?

Durch eine toxische Schädigung, die bei einem übermäßigen Genuss von Alkohol entsteht, kommt es zu erhöhten Werten. Ebenso leiden Personen, die viel fettlastige Nahrung zu sich nehmen, an Leberschäden, die sich im schlimmsten Fall irreparabel zeigen. Bilden sich im Organismus der Betroffenen Gallensteine, folgen verengte Gallenwege.

Ebenso wie bei Gallengrieß droht dadurch eine Beschädigung des Organs. Ein ähnlicher Effekt tritt ein, wenn es zu einem Rückstau der Galle kommt. In der Fachsprache heißt das Phänomen Cholestase.

Das bedeutet, dass die Leberwerte nicht ausschließlich bei einem Leberschaden auftreten. Auch andere Erkrankungen führen zu einem drastischen Anstieg der Werte. Diese gehören zu den häufig ermittelten Laborwerten. Bestimmen die Mediziner die Leberwerte, konzentrieren sie sich auf vier relevante Faktoren.

Dazu zählen die beiden Transaminasen GOT und GPT. In der heutigen Zeit nennen sich die Werte AST und ALT. Ebenso spielt das Gamma-GT eine bedeutende Rolle. Zusätzlich ermitteln die Ärzte die alkalische Phosphatase, kurz AP. Dieses, das Gamma-GT und GOT existieren in beinahe sämtlichen Organen. Das heißt, sie befinden sich nicht ausschließlich in der Leber.

Anders sieht es mit dem GPT aus. Der Wert kommt vorrangig in dem Organ vor. Durch dessen Krankheit steigen die Leberwerte über den normalen Wert. Der Hausarzt kontrolliert die Werte seiner Patienten, um eine Krankheit zu identifizieren. Ebenso gelingt es ihm, auf die Weise herauszufinden, bei welchem Organ eine Schädigung vorliegt. Die Bezeichnung „Leberwert“ verdeutlicht, dass eine hohe Konzentration der Werte vorrangig bei Erkrankungen der Leber vorkommt.

 

Erkrankungen der Leber

Die meisten Erkrankungen der Leber verlaufen zumindest im Anfangsstadium zunächst schmerz- und beschwerdefrei. Treten gesundheitliche Probleme auf, ist die Krankheit gewöhnlich so weit fortgeschritten, dass umfangreiche Behandlungen im Krankenhaus, unter Umständen sogar eine Lebertransplantation erforderlich werden. Daher ist es umso wichtiger, die Leberwerte im Blut zu kennen, um größere Schäden bereits im Vorfeld zu vermeiden.

Neben Infektionskrankheiten wie Hepatitis sind fettreiche Kost und übermäßiger Alkoholgenuss die häufigsten Ursachen für Erkrankungen der Leber. Sie verlaufen am Anfang eher untypisch und werden daher lange Zeit nicht bemerkt. Damit sich der Arzt ein Bild vom Zustand der Leber verschaffen kann, bestimmt er die Leberwerte im Blut.

Dazu wird aus einer Armvene Blut entnommen und im Labor untersucht. Die wichtigsten Leberwerte sind:

 

    • Der Glutamat-Pyrovat-Transaminase-Wert, der speziell auf eine Schädigung der Leber hindeutet,
    • die Enzyme GOT und GPT, die auf akute Leberprobleme zeigen und selbst langfristig nur mäßig ansteigen sowie
    • das Enzym Gamma-GT (Gamma-Glutamyl-Transpeptidase), dessen Wert bei chronischem Alkoholkonsum, aber auch bei Gallensteinen oder anderen chronischen Leberschäden deutlich erhöht ist.

Die Bestimmung der Leberwerte gehört zum Standard einer routinemäßigen Untersuchung (Check-up), deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.

 

Normalwerte der Leber

GOT Blutwert (AST, ASAT)
U/l
≤15
≤18

 

GPT Blutwert (ALT, ALAT)
U/l
≤19
≤23

 

Gamma-GT
U/l
bis 39
bis 66

 

Alkalische Phosphatase (AP-Wert gesamt)
U/l
55-147
70-175

 

zu hohe Leberwerte

Im Falle zu hoher Leberwerte wird der Arzt weitere Untersuchungen vornehmen, um deren Ursache festzustellen. Neben einer Fehlernährung kommen auch verschiedene Infektionskrankheiten wie Mumps, Gelbfieber, Röteln oder Gürtelrose infrage.

Selbst Vergiftungen durch den Verzehr von Pilzen oder anderen toxischen Stoffen, die Einnahme von Drogen und Medikamenten, eine Pilzinfektion oder auch Erkrankungen der Gallenwege können erhöhte Leberwerte zur Folge haben. Ob die Notwendigkeit besteht, erhöhte Werte abzuklären, entscheidet das Ergebnis einer Blutprobe. Bei einer leichten Steigerung gehen die Mediziner nicht zwangsläufig von einer Krankheit aus.

Treten keine weiteren Symptome auf, erweist sich eine akute Behandlung als unsinnig. Das bedeutet, dass der Arzt die Werte ausschließlich in sporadischen Abständen misst. Präsentieren sich diese deutlich außerhalb des Normbereichs, folgt eine intensive Ursachenforschung. Gleiches geschieht, wenn die Patienten Anzeichen einer Erkrankung aufweisen. Um den Grund für die Krankheit in Erfahrung zu bringen, führt der Hausarzt ein Gespräch mit dem Betroffenen. Beispielsweise erfragt er, ob der Patient bereits früher an Lebererkrankungen – beispielsweise Hepatitis – litt.

 

Zudem informiert sich der Mediziner, ob in der Familie Leberprobleme vorkamen. Um eine toxische Schädigung des Organs auszuschließen, fragt der Arzt nach den Trinkgewohnheiten des Verbrauchers. Hierbei steht die Menge an alkoholischen Getränken, der der Patient zu sich nimmt, im Vordergrund. Gleichzeitig teilt dieser seinem Hausarzt mit, ob er Drogen oder Medikamente konsumiert. Durch die Befragung gelingt es dem Experten, die Ursachen für die Lebererkrankung zu identifizieren. Danach steht eine körperliche Untersuchung im Fokus. Hierbei betastet der Mediziner die Bauchregion des Kunden.

Dadurch fühlt er die Beschaffenheit und die Form der Leber. Zudem spielt die Größe des Organs eine wichtige Rolle. In einigen Fällen erkennen die Ärzte bereits anhand der Haut der Patienten, ob eine Leberkrankheit vorliegt. In der Medizin nennt sich das Phänomen Leberhautzeichen. Zu ihnen gehören die Gefäßzeichnungen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Gefäßspinnen. Sie existieren als rote Gefäßknötchen, die punktuell auftreten. Von ihrer Mitte gehen feine Adern, auch Spider naevi genannt, ab. Einen Hinweis auf eine Erkrankung der Leber geben die geröteten Handflächen, die in der Fachsprache Palmarerythem heißen.

Weiterhin gehören Lacklippen und eine Lackzunge zu den Leberhautzeichen. Hierbei zeigen sich die Lippen in einer glänzend roten Farbe und glatt. Weisen die Leberwerte auf einen Leberschaden hin, tritt unter Umständen eine Gelbfärbung der Haut auf. Das Symptom bezeichnen die Hausärzte als Ikterus. Erkennen sie Kratzspuren auf der Haut der Patienten, weisen sie auf einen Juckreiz hin. Vorrangig bei männlichen Betroffenen führt eine Beschädigung des Organs zur Bauchglatze.

Hierbei fallen die Haare auf dem Bauch der Patienten aus. Des Weiteren kommt es zum Wachsen der Brustdrüsen. Als medizinischen Begriff verwenden die Experten die Bezeichnung Gynäkomastie. Speziell bei der Pubertätsgynäkomastie besteht ein unverändertes Verhältnis zwischen dem Östrogen und dem Testosteron. Das belegt die 2015 publizierte Studie „A longitudinal study of growth, sex steroids and insulin-like growtht factor I in boys with physiological gynaecomastia“. Sie stammt von Mikkel G. Mieritz et al.

Um weitere Auskünfte zu erlangen, nehmen die Mediziner eine Ultraschalluntersuchung der Leber vor. Auf die Weise erkennen sie den Grund für die hohen Werte. Kommt es aufgrund der Tests nicht zu einem eindeutigen Resultat, erhält eine Gewebeprobe Priorität. Hierbei sprechen die Ärzte von einer Leberbiopsie. In einigen Fällen treten die erhöhten Leberwerte auch bei Personen auf, die nicht über Beschwerden klagen.

Leberwerte – Ernährung, Krankheiten und Alkohol

Erhöhte Leberwerte, die auf eine falsche Ernährung zurückzuführen sind, lassen sich durch eine rechtzeitige Ernährungsumstellung in Verbindung mit einer schonenden Gewichtsabnahme meistens wieder senken. Leberentzündungen lassen sich mit Antibiotika gut behandeln. Damit die vorbelastete Leber weitestgehend geschont wird, ist ein gänzlicher Verzicht auf Alkohol, Drogen und allen anderen toxischen Stoffen unabdingbar. Allerdings dürfen Medikamente, die wegen einer anderen Erkrankung eingenommen werden müssen, nicht einfach abgesetzt werden. In diesem Fall ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erforderlich.

Liegt die Ursache für erhöhte Leberwerte in den Gallenwegen, bleibt meistens nur eine Operation, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich macht. Durch Entzündungen der Gallenwege, aber auch durch Gallensteine kommt es zum Rückstau von Gallensaft. Gallensteine, die aufgrund einer cholesterinreichen Ernährung entstanden sind, können meistens mit Medikamenten aufgelöst werden.

Bleiben erhöhte Leberwerte unbehandelt, können schwere Erkrankungen wie Leberkrebs oder Leberzirrhose die Folge sein. Während etwa eine Fettleber durch eine grundlegende Umstellung der Ernährung durchaus heilbar ist, bleibt bei einer Leberzirrhose nur noch eine Transplantation übrig. Leichte Beschwerden wie Müdigkeit, Husten und Fieber werden in den seltensten Fällen mit einer kranken Leber in Verbindung gebracht. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer totalen Vergiftung des Körpers und zum Ausfall weiterer wichtiger Organe und letztendlich zum Tod.

Bei einem Leberschaden befinden sich die Werte oberhalb des Normbereichs. Als Einheit verwenden die Experten die Einheiten pro Liter. Bei Frauen liegt der normale Wert des GOT unter 35 Einheiten pro Liter. Männer verfügen über 50 Einheiten pro Liter Blut.

Die gleichen Daten gelten für den Leberwert GPT. Bei beiden Faktoren erfolgt die Messung unter der Verabreichung von Pyridoxalphosphat. Der normale Wert des Gamma-GT liegt bei den weiblichen Patienten unter 40 Einheiten pro Liter und bei den Herren unter 60 Einheiten pro Liter. Bei der alkalischen Phosphatase liegt der Normwert der Damen zwischen 35 und 105 Einheiten je Liter. Die Normgrenze der Männer beträgt in einem Liter 40 bis 130 Einheiten.

Neben den vier erwähnten Leberwerten existieren weitere Eiweiße, die bei einer Untersuchung Relevanz erhalten. Beispielsweise zählen dazu mehrere Gerinnungsfaktoren wie die Proteine C und S. Gleichzeitig erweist sich das Albumin als relevant.

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Quellen, Links und weiterführende Literatur

  • Deutsche Leberhilfe e.V.: Flyer Erhöhte Leberwerte – Was nun? PDF>>.
  • Wolfgang Piper: Innere Medizin. 2. Auflage. Stuttgart 2012: Springer-Verlag. ISBN-10: 3642331076.
  • Gerd Herold: Innere Medizin. Köln 2016: G. Herold Verlag. ISBN-10: 3981466063
  • Klaus Dörner: Taschenlehrbuch Klinische Chemie und Hämatologie. 8. Auflage. Stuttgart 2013: Georg Thieme-Verlag. ISBN-10: 3131297182.
  • Nicolas Alexander Graf,‎ Robert Gürkov: BASICS Klinische Chemie: Laborwerte in der klinischen Praxis. 3. Auflage. München 2013: Elsevier/Urban & Fischer-Verlag. ISBN-10: 3437422588.