B-Lymphozyten im Blut

Aufgaben der B-Lymphozyten als ein wichtiger Antikörper

Weiße Blutkörperchen übernehmen die Funktion des Beschützers und verteidigen den menschlichen Organismus gegen Fremdkörper. Infektionserreger, Pilze, fremde Bakterien und Viren haben es dank der Antikörper nicht leicht. Sind die B-Zellen defekt, entwickeln sie sich bösartig und vermehren sich ungehindert im Körper. Diese Lymphome bilden sich zu Krebsarten und Tumoren heran.

B-Lymphozyten sind feste Bestandteile der weißen Blutkörperchen. Ihre Hauptaufgabe liegt in der adaptiven Immunität und sie bilden ein Netz von Antikörpern. Die Produktion der B-Lymphozyten beginnt in der Frühphase der menschlichen Entwicklung. Der Fötus entwickelt die für das Immunsystem wichtigen B1-Zellen in der Leber. Nach der Geburt des Kindes übernimmt das Knochenmark die Produktion der B2-Zellen.

Blutbild

Blutbild-Anämie / Urheber: oorka / 123RF.com

 

B-Lymphozyten – wichtiger Bestandteil des Immunsystems

Die B-Lymphozyten dienen als wichtiger Bestandteil des Immunsystems als adaptive Abwehrkräfte. Das Immunsystem besteht aus drei Teilen: Oberflächenbarrieren, innere Abwehrkräfte und adaptive Abwehrmechanismen. B-Lymphozyten übernehmen die humorale Immunität, welche aus einer Wechselwirkung zwischen fremden Antigenen und sich bindenden Antikörpern besteht.

Im Falle, dass Eindringlinge die angeborene Immunität überwinden, aktivieren sich die B-Zellen. Sie beginnen mit der Erfassung des Antigens, um das passende Immunglobulin zu bilden. Es entstehen Plasma- und Speicherzellen, deren Aufgabe in der Trennung und Speicherung des Antikörpers besteht. Mithilfe der Gedächtniszellen ist es dem Immunsystem möglich, bei einem erneuten Angriff frühzeitig zu handeln.

 

Dritter Bestandteil des menschlichen Abwehrsystems

B-Lymphozyten zählen zu den wichtigsten Bestandteilen des Immunsystems. Generell sprechen Experten von drei Teilen des körpereigenen Abwehrsystems. In der nächsten Stufe finden sich innere Abwehrkräfte gegen verschiedene Entzündungen und Fieber. Hierbei zerstören die Fresszellen „Phagozyten“ fremde Eindringlinge und bauen diese ab.

Der dritte Teil des Immunsystems besteht aus adaptiven Abwehrmechanismen, zu denen B- und T-Lymphozyten gehören. Mediziner unterteilen sie weiter in zwei Unterkategorien: die zellvermittelte und humorale Immunität. Die B-Lymphozyten bestehen in der humoralen Immunität, die auf einer Wechselwirkung von Antikörpern und Antigenen beruht. Verschiedene Antigene produzieren Antikörper, die sogenannten Immunglobuline. T-Zellen finden sich in der zellvermittelten Immunität. Sie zerstören und lysieren fremde Zellen. Zusätzlich setzen T-Lymphozyten Chemikalien frei, die das Abwehrsystem verstärken.

 

Immunkompetenz der Lymphozyten

T- und B-Lymphozyten sind weiße Blutkörperchen, deren Leben im Knochenmark beginnt. In dieser ersten Phase weisen die Zellen keine Immunglobuline auf. Ihre Entwicklung beginnt mit der Reifung in den Organen des lymphatischen Systems. Es startet die Ausprägung von membrangebundenen Immunglobulinen, sogenannte „B-Zell-Rezeptoren“. Während dieses Reifungsprozesses erlernen die B- und T-Zellen, zwischen sich und fremde Zellen zu unterscheiden. Diese Fähigkeit nennen Mediziner Selbsttoleranz.

Lymphozyten ist es möglich, ein spezifisches Antigen zu erkennen und mit dem entsprechenden Antikörper zu binden. Für diesen Zweck erhalten Lymphozyten einen Besatz mit Immunglobulin M und D sowie verschiedene Oberflächenmarkern auf der Membran. Dieser Vorgang ist unter Fachleuten als „Immunkompetenz“ bekannt.

 

Angeborenes und erworbenes Immunsystem

In der Medizin unterteilen Ärzte die Immunität in zwei Kategorien: angeborene und erworbene Immunität. Die angeborene Verteidigung ist eine Form des Immunsystems, welche jeder bei der Geburt erhält. Sie enthält chemische Strukturen und Reaktionen, die ähnlich wie die Haut und die Schleimhäute als Barrieren handeln.

Der menschliche Körper beheimatet zahlreiche Mikroorganismen, die als normale Flora bekannt sind. Trotz aller Abwehrsysteme durchdringen schädliche Krankheitserreger die natürliche Barriere. Versagt die angeborene Immunität, kommen die adaptiven B-Lymphozyten zum Einsatz. Die humorale Immunität bildet Antikörper, sodass diese Proteine sich an die Antigene der Eindringlinge binden. Gebundene Fremdkörper richten keinen Schaden mehr an.

 

Spezielle Antikörper für die jeweiligen Antigene

B-Lymphozyten sind verantwortlich für die Produktion von Antikörpern, welche durch die Helfer T-Lymphozyten aktiv sind. Nachdem diese ein Antigen erkennen und die Rezeptoren an der Oberfläche sie registrieren, beginnt die Produktion der Immunglobuline. Die gebundenen Antigene teilen sich in identische B-Zellklone auf, wobei es zur Hypermutation kommt. Die Mutation ermöglicht eine rasche Selektion der Antikörper, sodass folgende B-Lymphozyten speziell für das jeweilige Antigen den passenden Antikörper bilden. Für die Aktivierung des B-Zellen-Ursprungs sorgt das Gen, sodass B-Lymphozyten sich entweder zu Speicher- oder Plasmazellen entwickeln.

Plasmazellen lagern bis zu ihrem Zelltod in den Lymphknoten. Ihre Aufgabe besteht darin, Antikörper zu trennen, die sich im Kreislauf bewegen und im Infektionsort tätig sind. Speicherzellen sorgen für das Aufrechterhalten der Immunität nach dem Ende der Infektion. Anders als Plasmazellen sterben Speicherzellen nicht an einer Apoptose, dem notwendigen, genetisch programmierten Zelltod. Sie leben aufgrund eines aktivierten Genes länger.

Im Falle, dass Mikroben erneut versuchen, den Körper anzugreifen, haben B-Lymphozyten schneller den richtigen Antikörper mithilfe der Immunantwort bereit. Die Reaktion der adaptiven Immunität ist schnell und beginnt sogleich mit der Produktion von B-Zellklonen, Plasmazellen, Immunglobulinen und Speicherzellen.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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