Die Bedeutung des Sauerstoffgehalts im Blut

Den Sauerstoffgehalt im Blut bezeichnen die Mediziner auch die Sauerstoffsättigung, kurz SO2. Sie gibt an, welcher Anteil des roten Blutfarbstoffs, auch Hämoglobin genannt, über Sauerstoff verfügt. Die Substanz erhält im Organismus eine wesentliche Bedeutung, da sie zahlreiche Stoffwechselprozesse beeinflusst. Der Gehalt des Sauerstoffs im Blut hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen beispielsweise der pH-Wert, die Konzentration von Kohlenstoffdioxid in der Körperflüssigkeit und die Temperatur.

Langzeit-Blutdruckmessung
24-Stunden-Blutmessung im Krankenhaus Urheber: auremar / 123RF

In einigen Fällen weisen die Patienten einen erhöhten Sauerstoffgehalt auf. Das geschieht beispielsweise bei einer schnellen und tiefen Atmung. Liegt eine geringe Sauerstoffsättigung vor, resultiert dies aus einer verringerten Atmung oder Kurzatmigkeit. Speziell nach einer körperlichen Belastung neigen unsportliche Personen zur „Schnappatmung“.

 

Was stellt der Blutsauerstoff dar?

Der Sauerstoffgehalt im Blut stammt ursprünglich aus der Atemluft. Der Körper nimmt ihn über die Lunge auf. Danach gelangt er ins Blut, wo ihn die Erythrozyten an den roten Blutfarbstoff binden. Hierbei zeigt sich, dass eine größere Menge Sauerstoff im Blut zu einer helleren Färbung führt. Demnach wirkt sich der Sauerstoffgehalt ebenfalls auf die Attraktivität der Patienten aus. Das belegt die Studie: „Skin Blood Perfusion and Oxygenation Colour Affect Perceived Human Health“. Die von Ian Stephan et al. verfasste Publikation erschien im April 2009.

Innerhalb des Blutes übt der gasförmige Sauerstoff Druck aus, der sich Sauerstoff-Partialdruck, kurz pO2, nennt. Dieser nimmt Einfluss darauf, wie viel Sauerstoff sich an den roten Farbstoff des Blutes bindet. Je höher sich der Sauerstoff-Partialdruck zeigt, desto mehr Sauerstoff lagert sich an das Hämoglobin an. In einigen Fällen bestimmen die Mediziner den Blutsauerstoffwert und die Sättigung.

 

Die Faktoren erhalten in folgenden Situationen Relevanz:

  • Die Patienten leiden an einer Lungenerkrankung, beispielsweise an der Lungenembolie;
  • eine schwere Kreislaufstörung entwickelt sich zu einem Schock;
  • es kommt zu einer Stoffwechselstörung;
  • die Betroffenen erkranken an einer Nierenschwäche;
  • ein hoher Säure-Base-Verlust durch Durchfall oder Erbrechen entsteht.

 

Um den Sauerstoffgehalt im Blut in Erfahrung zu bringen, nimmt der Arzt den Patienten eine Blutprobe ab. Die Messung erfolgt im Kapillarblut oder in der Körperflüssigkeit, die aus den Arterien stammt. Das kapillare Blut erhalten die Mediziner, sobald sie dem Verbraucher in die Fingerkuppe oder ins Ohrläppchen stechen. In der Regel erweist sich die Methode als unkomplizierter, da die Punktion der Arterie als schmerzhafter Prozess gilt.

Der Sauerstoff im Blut unterliegt speziellen Normgrenzen. Auch hierbei spielt die Sauerstoffsättigung eine wesentliche Rolle. Sie beträgt bei gesunden Personen 90 bis 96 Prozent. Der Sauerstoff-Partialdruck liegt im Schnitt bei 65 bis 100 Torr. Zeigt sich der Sauerstoffgehalt im Blut gering, resultiert dies aus einer Lungenerkrankung. Dadurch gelangt weniger Sauerstoff über die Lunge in den roten Blutfarbstoff. Auch eine Vergiftung oder eine Blutkrankheit wirkt sich negativ auf die Sauerstoffsättigung aus. Weitere Gründe für niedrige Blutsauerstoffwerte sind Asthma und Kreislaufstörungen. Menschen mit einer geringen Sättigung leiden zudem häufig an einem Herzfehler.

 

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Gleichzeitig existieren natürliche Ursachen, die einen niedrigen Sauerstoffgehalt nach sich ziehen. Beispielsweise beinhaltet die Umgebungsluft wenig Sauerstoff. Dieser Fall tritt beispielsweise im Hochgebirge ein. Zudem erhält der pH-Wert einen hohen Stellenwert. Gerät er aus dem Gleichgewicht, sinkt die Bindungsfähigkeit des O2. Dadurch kommt es zur Verringerung der Sauerstoffsättigung.

 

Was sagt viel Sauerstoff im Blut aus?

Bei einer tiefen Atmung steigt der Gehalt des Sauerstoffs in der Körperflüssigkeit. In einigen Fällen entsteht eine Vermehrung um bis zu 100 Prozent. Hierbei droht eine deutliche Verringerung des Kohlenstoffdioxid-Gehalts im Blut. Des Weiteren erhöhen sich die Werte, wenn die Atemluft zu viel Sauerstoff in sich trägt. Ebenso steigt die Konzentration des Elements bei Patienten, die an einer Sauerstofftherapie unter Überdruck teilnehmen. Ein anderer Name für die Behandlung lautet „hyperbare Sauerstofftherapie“. Hierbei brauchen die Patienten jedoch keine Erkrankung zu befürchten.

Um den Sauerstoff im Blut zu messen, nehmen die Ärzte eine Pulsoxymetrie vor. Das geschieht beispielsweise als Voruntersuchung bei einem operativen Eingriff. Zudem erhält die Maßnahme bei Menschen, die an einer Lungenkrankheit leiden, eine große Bedeutung. Bekommen sie wenig Luft, entsteht als typisches Merkmal die Zyanose. Dabei kommt es zu einer bläulichen Verfärbung der Haut und der Schleimhäute. Tritt das Phänomen auf, liegt bereits eine Zellschädigung innerhalb des Organismus vor. Daher besteht die Notwendigkeit, den Sauerstoffgehalt frühzeitig zu ermitteln.

 

Bei der Pulsoxymetrie machen sich die Mediziner die veränderte Färbung des Blutfarbstoffs zunutze. Speziell das gesättigte Blut, das viel Sauerstoff enthält, wirkt hellrot. Ungesättigtes Blut, das beispielsweise aus den Venen stammt, beinhaltet weniger O2. Dadurch sieht es dunkelrot bis bläulich aus. Vorrangig absorbiert es Licht aus dem infraroten Bereich. Dagegen nimmt das hellrote Blut vorwiegend rotes Licht auf. Bei der Methode kommt aus dem Grund eine Lichtquelle zum Einsatz.

Sie gibt Licht mit einer Wellenlänge von 660 Nanometern ab. Das infrarote Licht verfügt über eine Wellenlänge von 940 Nanometern. Der zweite Teil des Pulsoxymeters befindet sich hinter dem Körperteil, an dem die Ärzte die Messung durchführen. In der Regel setzen sie das Gerät am Ohrläppchen oder am Zeigefinger an. Nun misst dieses, wie viel Licht durch den Apparat gelangt. Aus dem entstandenen Wert ermittelt ein Computer die eigentliche Sauerstoffsättigung des Bluts.

 

Die Messmethode erhält Priorität, sobald die Patienten bewusstseinsbeeinflussende Medikamente bekommen. Zusätzlich kontrollieren die Mediziner den Sauerstoffgehalt vor einer Narkose. Bei Menschen, die an einer Lungenentzündung leiden, kommt es ebenfalls zum Einsatz des Pulsoxymeters. Dadurch erkennen die Ärzte, ob bereits ein Sauerstoffmangel vorliegt. Demnach besteht schnell die Möglichkeit, eine Gegenmaßnahme einzuleiten. Bereits Rettungsdienste verfügen über die tragbaren Varianten des Geräts, um den Betroffenen zeitnah zu helfen.

Bei der Pulsoxymetrie brauchen die Patienten keine Nebenwirkungen zu befürchten. Der Prozess geht risikolos vonstatten. Des Weiteren besteht auf die Weise die Möglichkeit, die Sauerstoffsättigung kontinuierlich zu überwachen. Da dies in Echtzeit geschieht, löst ein Abfall des Werts sofortigen Alarm aus.

 

Empfohlene Atemübungen für die Patienten

Für Ihre Gesundheit erhält der Gehalt des Sauerstoffs im Blut eine wesentliche Bedeutung. Neigen Sie zu Lungenleiden, bewährt es sich daher, die Sauerstoffsättigung in der Körperflüssigkeit in Erfahrung zu bringen. Interessieren Sie sich dafür, den Wert zu steigern, denken Sie über eine unkomplizierte Atemübung nach. Dabei stehen Sie im besten Fall aufrecht und holen tief Luft. Diese halten Sie für wenige Sekunden an und stoßen sie anschließend wieder aus. Den Vorgang wiederholen die Patienten bei Bedarf mehrmals am Tag. Bereits mehrere tiefe Atemzüge reichen aus, um mehr Sauerstoff an das Hämoglobin zu binden. Des Weiteren empfiehlt Ihnen Ihr Hausarzt beispielsweise eine Sauerstofftherapie.

weiterlesen: Sauerstoffmangel im Blut

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