HDL-Cholesterin Normwerte

Das HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein-Cholesterin) sorgt für den Transfer von Cholesterin im Blut.

Daher gehört die Ermittlung des HDL-Wertes zu den gängigen Routineuntersuchungen des Blutes. Doch was ist ein guter HDL-Wert und warum ist er so wichtig?

Blutfettwerte
Blutfettwerte bei Diabetes als Indikator für erhöhte Werte Copyright: digitalista bigstockphoto

Was ist ein guter HDL Wert: Faktenblock:

  • HDL-Cholesterin beschreib ein Transportsystem im Blut, welches für den Abtransport von Blutfetten zum Abbau in die Leber verantwortlich ist
  • Ein niedriger HDL-Wert erhöht das Risiko an Arteriosklerose oder koronaren Herzkrankheiten zu erkranken
  • Die Einheit für den HDL-Wert ist „Milligramm pro Deziliter“ (kurz: mg/dl)
  • Der Normwert ist abhängig von Alter und Geschlecht und unterliegt natürlichen Schwankungen.
  • Gesunde Frauen sollten einen HDL-Wert von 45 bis 65 mg/dl aufweisen, gesunde Männer von 35 bis 55 mg/dl

Was ist HDL-Cholesterin?

HDL steht für „High Density Lipoprotein“ und beschreibt ein Transportsystem für Cholesterin im Blut mit hoher Dichte. Cholesterin aus den Körperzellen wird in die Leber transportiert und dort abgebaut.

HDL ist darüber hinaus in der Lage, gefürchtete Ablagerungen an den Gefäßwänden aufzunehmen und ebenfalls abzutransportieren. Daher ist das HDL-Cholesterin auch als das „gute Cholesterin“ bekannt.

Welche Aussage haben HDL-Werte?

Mit Hilfe einer Blutuntersuchung kann der behandelnde Arzt sogenannte HDL-Werte im Blut bestimmen. Der angezeigte Wert hilft dem Arzt einzuschätzen, wie hoch das Risiko für Arteriosklerose, im Volksmund auch als Arterienverkalkung bekannt, oder für andere koronare Herzkrankheiten ist. Generell gilt: Je niedriger der HDL-Wert, desto höher das Risiko.

Hat der behandelnde Arzt eine spezielle Diät verordnet oder Präparate verschrieben, die Blutfette senken sollen (Cholesteriensenker), kann er mit Hilfe des HDL-Wertes außerdem eine Aussage über den Erfolg der Therapie treffen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.

Wie wird der HDL-Wert ermittelt?

Der HDL-Wert wird mit Hilfe einer Blutprobe ermittelt. Hierzu ist eine Blutentnahme erforderlich. Da durch aufgenommene Nahrung und Alkohol Fette ins Blut gelangen und Werte verfälschen können, ist es notwendig, dass Betroffene für die Blutentnahme nüchtern in der Praxis erscheinen.

Das bedeutet, dass die letzte Mahlzeit oder der Genuss von süßen und alkoholischen Getränken in der Regel 12 Stunden zurückliegen muss. Ein Schluck Leitungswasser verfälscht die Werte in der Regel nicht, sollte bei Bedarf dennoch mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Blutuntersuchungen, für die Betroffene nüchtern sein müssen, werden normalerweise direkt am frühen Morgen durchgeführt, sodass die erforderliche Nüchternheit kein Problem darstellen sollte.

Welche Normwerte gelten für HDL-Werte?

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Der HDL-Wert wird in „Milligramm pro Deziliter“ (kurz: mg/dl) angegeben. Doch was ist nun ein guter HDL-Wert?

Ein guter HDL Wert:

Gesunde Frauen sollten einen HDL-Wert von 45 bis 65 mg/dl aufweisen

Gesunde Männer von 35 bis 55 mg/dl.

Um eine gute Aussage über den Gesundheitszustand treffen zu können, werden nebem dem HDL-Wert auch der LDL-Wert, das „böse“ Cholesterin, bestimmt.

Auch das Gesamtcholesterin und der sogenannte LDL-HDL-Quotient werden mit Hilfe der Blutprobe bestimmt. Für den LDL-HDL-Quotient wird der Wert des „bösen“ LDL-Cholesterin durch den Wert des „guten“ HDL-Cholesterins geteilt.

Unter Fachleuten ist dieser LDL-HDL-Quotient auch als Arteriosklerose-Risiko-Index bekannt: Ist er geringer als ZWEI ist das Risiko an Arteriosklerose zu erkranken gering. Beträgt der Wert des Quotienten VIER und mehr, besteht für den Betroffenen bereits ein hohes Risiko an Arterienverkalkung und koronaren Herzkrankheiten zu erkranken.

Die Cholesterinwerte müssen dann mit einer entsprechenden Therapie und Ernährungsumstellung verbessert werden.

Was kann ich tun, um meinen HDL-Wert zu verbessern?

Dein behandelnder Arzt wird Dich informieren, wenn Deine HDL-Wert zu niedrig ist. Vielleicht möchtest Du aber präventiv reagieren, weil Dein Wert an der unteren Grenze des Normwertes liegt. Auch chronische Krankheiten wie Diabetes oder Übergewicht und Adipositas erhöhen zudem das Risiko, trotz normalem HDL-Wert an Arterienverkalkung zu erkranken.

Um den HDL-Wert zu verbessern ist in erster Linie eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie langkettigen Kohlenhydraten (Vollkornprodukte) ausschlaggebend. Auch eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht und Adipositas verbessert den Wert nachweislich.

Gesättigte Fettsäuren, die in Fleisch, Wurst, Ölen, Butter und Mayonnaise zu finden sind, sollten nur selten auf dem Speiseplan stehen. Sie erhöhen das „böse“ LDL-Cholesterin und sorgen für einen niedrigeren HDL-Wert. Besser sind pflanzliche Fette (in Maßen; nicht in Massen) wie zum Beispiel Margarine, Quark und Nüsse.

Bist Du Raucher, ist es ratsam, über eine Entwöhnung nachzudenken: Der Verzicht von Nikotin erhöht den HDL-Wert nachweislich und sorgt daher für eine Verbesserung.
Wenn all diese Maßnahmen nichts bringen, kann es ratsam sein, Cholesterinsenker einzunehmen.

Diese Präparate senken vor allem das „böse“ LDL-Cholesterin und sorgen damit für einen geringeren Arteriosklerose-Risiko-Index (LDL-HDL-Quotient).

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