HIV Test Blutuntersuchung in der Schwangerschaft

Freiwilliger HIV-Test für Schwangere

Während der Schwangerschaft achten Frauen besonders auf sich und ihre Gesundheit. Um dem Nachwuchs eine optimale Vorbereitung auf das Leben zu geben, finden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt statt. Dazu gehören einige Bluttests mit deren Hilfe der Arzt negative Faktoren und Krankheiten, die dem Baby möglicherweise schaden, feststellt. Einige von diesen schreiben die Mutterschaftsrichtlinien als verbindlich vor. Freiwillig sind neben anderen die Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft auf HIV. Die meisten schwangeren Frauen nehmen diese von der Krankenkasse bezahlte Leistung in Anspruch, da sich das Kind möglicherweise vor oder während der Geburt mit dem HI-Virus ansteckt.

Blutproben

Blutproben zur Diagnose von Erkrankungen © Henrik Dolle – Fotolia.com

 

HIV-Blutuntersuchung dient dem Schutz des Babys vor Ansteckung

Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft auf HIV sind auf freiwilliger Basis kostenlos und auf Wunsch anonym möglich. Da es im Falle einer Infektion zu einer Ansteckung des Babys mit gefährlichen Folgen kommen kann, ist es ratsam, die Leistung in Anspruch zu nehmen. HIV-positive Mütter beugen durch die Einnahme von Medikamenten der Übertragung auf das Kind vor. Zudem erfolgt eine Anpassung der Entbindungsart. Nach der Geburt erhält das Neugeborene ebenfalls HIV-Medikamente. Auf das Stillen verzichten infizierte Frauen, da eine Ansteckung über die Muttermilch ebenfalls möglich ist.

 

Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft auf HIV

Es ist ein freiwilliges Angebot, das jede werdende Mutter erhält, Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft auf HIV durchführen zu lassen. Für viele Frauen ist das ein Routinetest wie jeder andere. Frauenärzte untersuchen Schwangere beispielsweise auf ihre Blutgruppe, den Rhesusfaktor und weitere Infektionskrankheiten. Auf Wunsch besteht die Möglichkeit, den Test auf das HI-Virus anonym durchführen zu lassen. Vor der Untersuchung erfolgt zudem ein Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt. Frauen, die sich unsicher sind, ob sie den Test möchten, haben die Möglichkeit, sich in speziellen Beratungsstellen oder beim Gesundheitsamt eingehender darüber zu informieren.

Im Mutterpass steht lediglich, dass eine Beratung zur HIV-Test-Untersuchung stattfand. Über das Ergebnis und darüber, ob der Frauenarzt den Test überhaupt durchführte, ist dort nichts zu lesen. Außerdem stehen alle Beteiligten aus Arztpraxis oder Beratungsstelle unter Schweigepflicht. Die Mütter entscheiden selbst, ob sie sich testen lassen möchten, und wenn, wer davon weiß.

 

Eine frühzeitige Untersuchung auf HIV während der Schwangerschaft ist ratsam, um im Falle einer Infektion schnell handeln zu können. Bei einer Übertragung des Virus auf das Kind besteht die Gefahr von Verzögerungen in der Entwicklung oder in schlimmen Fällen das Risiko einer Fehlgeburt. Während der Schwangerschaft liegt die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung bei sieben Prozent. Unmittelbar vor und während der Geburt besteht ein 18-prozentiges Risiko für die Infektion. Aus diesen Gründen ist die Untersuchung allen Schwangeren zu empfehlen.

 

Ablauf des HIV-Tests

Für die Blutuntersuchungen in der Schwangerschaft auf HIV entnimmt der Frauenarzt eine Blutprobe bei der Frau, die das Labor untersucht. Das geschieht nur nach vorangegangenem Beratungsgespräch und mit dem Einverständnis der Schwangeren. Um die Möglichkeit zu haben, das Virus zu identifizieren, ist es notwendig, dass im Blut bereits Anzeichen für Abwehrreaktionen vorhanden sind. Spätestens drei Monate nach der Ansteckung ist das in der Regel der Fall. Ist das Testergebnis positiv und es besteht eine Infektion mit dem HI-Virus, leitet der Frauenarzt zeitnah vorbeugende Maßnahmen gegen die Übertragung auf das Ungeborene ein.

 

Maßnahmen gegen eine Infektion des Kindes

Diagnostiziert der Frauenarzt HIV bei einer schwangeren Frau, ist eine Behandlung mit Medikamenten notwendig. Nimmt die Betroffene diese regelmäßig während der gesamten Schwangerschaft ein, minimiert sich das Risiko einer Übertragung auf das Baby bereits. Zur Überwachung des Zustandes der Frau finden wiederkehrende Untersuchungen statt.

Abhängig davon, wie hoch die Virenbelastung kurz vor Ende der Schwangerschaft ist, gibt es Anpassungsmöglichkeiten bei der Art der Entbindung. Eine natürliche Geburt ist bei Werten von unter 50 Kopien/ml möglich. Liegen die Werte darüber, empfiehlt sich ein Kaiserschnitt, da die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung sonst höher ist. In den ersten zwei bis vier Lebenswochen erfolgt eine Behandlung des Neugeborenen mit HIV-Medikamenten. Durch diese Maßnahmen verringert sich das Risiko einer Infizierung des Babys auf ein bis zwei Prozent.

 

HIV-positive Mütter und Stillen

Das HI-Virus überträgt sich auch über die Muttermilch, die zudem Rückstände der Medikamente enthalten, welche die Mutter einnimmt. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung des Säuglings liegt bei 15 Prozent. Aus diesem Grund ist es ratsam, auf das Stillen zu verzichten. Die Fütterung des Babys erfolgt stattdessen durch spezielle Fertigmilch. So entfällt das Risiko einer Infizierung durch das Stillen.

 

Autorenprofil

Anna Nilsson, Medizinredakteurin

Anna Nilsson, Journalistin und Medizinredakteurin seit 2001 mitwirkende Autorin im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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