Was bedeuten die Blutwerte der Schilddrüse?

Welche Bedeutung besitzen die Schilddrüsenwerte?

Bei gesunden Menschen liegen die Blutwerte der Schilddrüse im Normalbereich. Stellen die Mediziner bei einer Untersuchung ein abweichendes Ergebnis fest, liegt eine Krankheit nahe. Zu diesen Störungen der Schilddrüse gehört beispielsweise eine Über- oder eine Unterfunktion. Aufschluss über die Erkrankung geben die Hormone T3, T4 und TSH im Blut der Betroffenen.

Des Weiteren leiden die Patienten unter Umständen an einer Entzündung der Schilddrüse. In diesem Fall untersuchen die Ärzte das Blut auf bestimmte Antikörper. Einen relevanten Blutwert stellt das Hormon Calcitonin dar. Dessen Konzentration messen die Mediziner, sofern der Verdacht auf eine spezielle Art von Schilddrüsenkrebs besteht.

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Der Normbereich der Blutwerte der Schilddrüse

Die normalen Blutwerte der Schilddrüse variieren bei Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts. Jedoch existieren bestimmte Grenzwerte. Zu den wichtigsten Blutwerten bei der Schilddrüsen-Untersuchung gehören:

  • das freie T3,
  • das freie T4,
  • das TSH ohne Stimulation,
  • Antikörper gegen Thyreoperoxidase,
  • Antikörper gegen Thyreoglobulin,
  • Thyreoglobulin
  • sowie Calcitonin.
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© Olesia Bilkei – Fotolia.com

 

Der normale Wert des TSH ohne Stimulation, des basalen TSH, liegt bei 0,3 bis 0,4 Milli-Units pro Liter. Das freie T3 beträgt im Normbereich 1,7 bis 3,7 Nanogramm je Liter. Bei dem freien T4 erhöht sich der Wert auf sieben bis 15 Nanogramm pro Liter. In einem Milliliter Blut befinden sich bei gesunden Menschen unter 80 Units Antikörper gegen Thyreoperoxidase.

Die Antikörper gegen Thyreoglobulin sind bei Frauen unter einem Grenzwert von 100 Units pro Milliliter. Bei Männern verringert sich der Wert auf unter 60 Units in einem Milliliter Blut. Auch die Werte des Calcitonins unterscheiden sich bei den Geschlechtern. Bei Männern befinden sich weniger als 8,4 Nanogramm in einem Liter Blut. Dagegen verfügen Frauen lediglich unter fünf Nanogramm pro Liter. Einer der aussagekräftigsten Blutwerte der Schilddrüse ist das Thyreoglobulin. Bei Menschen mit einer gesunden Schilddrüse liegt es bei unter 75 Mikrogramm pro Milliliter. Bei einigen Patienten kommt es zu einer Entfernung der Drüse. Hier beträgt der Thyreoglobulin-Wert unter drei Mikrogramm je Milliliter.

 

Die Abweichungen vom Schilddrüsen-Normwert

Weichen die Blutwerte der Schilddrüse von dem Normalbereich ab, leiden die Betroffenen nicht zwangsläufig an einer Krankheit. Die Blutwerte unterliegen zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten deutlichen Schwankungen. Trotzdem empfehlen die Hausärzte bei einem stark erhöhten oder erniedrigten Schilddrüsenwert den Besuch bei einem Internisten.

 

Bei zu hohen Blutwerten vermuten die Ärzte im Regelfall eine Schilddrüsen-Überfunktion. In der Fachsprache nennt sich diese Erkrankung Hyperthyreose. Eine Schilddrüsen-Unterfunktion zeigt sich durch niedrige Blutwerte. Hier lautet das Synonym für die Störung Hypothyreose. Relevante Marker für diese beiden Abweichungen stellen bei der Schilddrüse die Blutwerte T3 und T4 dar. Die Konzentration dieser Hormone weist zudem auf eine primäre oder eine sekundäre Funktionsstörung hin. Bei einer primären Störung befindet sich die Ursache direkt in der Schilddrüse. Dagegen wirkt sich eine sekundäre Abweichung lediglich auf diese Drüse aus.

 

Was sagen abweichende Blutwerte in der Schilddrüse aus?

Messen die Mediziner im Blut zu hohe Schilddrüsenwerte, resultiert dies aus speziellen Ursachen. Neben einer Überfunktion des Organs leiden die Patienten beispielsweise an einer Schilddrüsen-Autonomie. Auch bei einer Entzündung im Frühstadium zeigen sich Blutwerte außerhalb des Normbereichs. Niedrige Schilddrüsenwerte begründen sich beispielsweise aus der Einnahme von Opium oder bestimmter Medikamente gegen Parkinson. Das TSH weist deutlich auf eine primäre Fehlfunktion der Schilddrüse hin. Gründe für die Abweichung der Blutwerte sind ein Mangel an Jod oder eine Jod-Verwertungsstörung.

Zu viele Antikörper im Blut weisen auf die Krankheiten Morbus Basedow und Schilddrüsenkrebs hin. Des Weiteren erfolgt das Messen der Antikörper-Konzentration, um als Ursache für eine Fehlfunktion der Schilddrüse eine Autoimmun-Krankheit auszuschließen. Liegt diese Art von Erkrankung vor, greifen die Antikörper einzelne Bestandteile in der Drüse an. Somit verursacht der Körper der Betroffenen selbst die Über- oder Unterfunktion des Organs.

Ein zu hoher Calcitonin-Wert in der Schilddrüse liegt beispielsweise an einem C-Zell-Karzinom, einer gesteigerten Produktion des Hormons Gastrin oder einer Nierenschwäche. Dagegen deutet ein zu niedriger Wert auf einen gesenkten Kalzium-Spiegel im Blut. Der Thyreoglobulin-Wert erhöht sich bei einer gutartigen Vergrößerung der Schilddrüse. Ärzte bezeichnen dieses Phänomen als euthyreote Struma.

Die Blutwerte der Schilddrüse weichen bei verschiedenen Tages- und Jahreszeiten von den Normwerten ab oder wenn eine Erkrankung vorliegt. Zu hohe Schilddrüsenwerte deuten auf eine Überfunktion des Organs oder eine Schilddrüsen-Entzündung. Liegen die Werte – speziell T3, T4 und THS – in einem zu niedrigen Bereich, besteht der Verdacht einer Unterfunktion.

 

Die Blutwerte bei der Unterfunktion der Schilddrüse

In der Regel zeigt sich die Mehrzahl der Blutwerte bei der Schilddrüsen-Unterfunktion stark erniedrigt. Vorwiegend betrifft das die Werte von T3 und T4 sowie die für bestimmte Hormone zuständige Antikörper für bestimmte Hormone.

Welche Blutwerte spielen bei einer Unterfunktion eine Rolle?

Bei der Untersuchung der Schilddrüse bestimmen die Ärzte:

  • die Hormone,
  • deren Antikörper,
  • Tumor-Marker
  • und die unspezifischen Laborwerte.

Im Regelfall genügt es, für die Diagnose einer Schilddrüsen-Unterfunktion die Werte des T3 und des T4 zu bestimmen. Abhängig von deren Konzentration im Blut erkennen die Mediziner die genaue Funktionslage des Organs. Bei einer verborgenen Unterfunktion liegen diese Werte im oberen Grenzbereich der Normwerte. Erst bei einer eindeutigen Hypothyreose zeigen sich diese Hormone stark reduziert.

 

Erhöhte Blutwerte bei der Unterfunktion

Die meisten Blutwerte bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion liegen bei den betroffenen Patienten unter den normalen Grenzwerten. Das betrifft jedoch nicht das TSH. Dieses besteht als aus der Hirnanhangsdrüse stammendes Hormon, das die Regulation der Schilddrüse sorgt. Bei der Hypothyreose gelangt eine größere Menge des Hormons in das Blut. Somit überschreitet das THS bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion mit zehn Mikro-Units pro Milliliter den Normwert. Dieser beträgt 0,3 bis drei Mikro-Units je Milliliter Blut.

 

Erniedrigte Blutwerte bei der Unterfunktion

Dagegen befinden sich die Schilddrüsen-Hormone T4 und T3 in geringerer Konzentration als bei gesunden Menschen. Das freie T3 liegt bei unter 1,7 Nanogramm pro Liter. Der zweite dieser hormonellen Blutwerte bei einer Schilddrüsen-Unterfunktion, das T4, misst weniger als sieben Nanogramm in einem Liter Blut. Abhängig von der Konzentration dieser Werte erkennen die Ärzte, ob es sich um eine primäre oder eine sekundäre Funktions-Störung des Organs handelt. Auch die Antikörper sind bei der Unterfunktion ausschließlich in geringerer Konzentration vorhanden. Das betrifft die gegen Thyreoperoxidase und Thyreoglobulin.

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse liegen die meisten Blutwerte unterhalb des normalen Grenzwerts. Allerdings steigt die Konzentration des Hormons THS bei einer deutlichen Unterfunktion auf mehr als das Dreifache des Normwerts an. Für einen ersten Befund reicht die Untersuchung der Blutwerte T3 und T4.

 

Quelle:

http://www.forum-schilddruese.de/Schilddruese-News/News-2012.htm?ID=50


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