Nährstoffe im Blut

Die wichtigsten Nährstoffe und ihr Transport im Blut

Dem Blut kommt eine lebensnotwendige Transportfunktion von Nährstoffen zu. Es befördert sie innerhalb des Blutkreislaufes vom Ort ihrer Aufnahme (der Darm gibt diese an das Blut ab) zur Stelle ihres Verbrauchs, den Zellen. Die lebensnotwendigen Nährstoffe (nutrients) nehmen Menschen über die Nahrung auf, dessen Grundbestandteile sie bilden. Das Blutplasma übernimmt als flüssiger Teil des Blutes die Transportfunktion der vom Darm übergetretenen Nährstoffe in das Blut. Diese gelangen durch den Blutkreislauf in gebundener und freier Form zu den Zellen ihrer Bestimmung.

© fotoliaxrender - Fotolia.com

© fotoliaxrender – Fotolia.com

Nährstoffe im Blut und ihre Bedeutung:

Zu den wichtigsten Nährstoffen des Menschen zählen:

  • Proteine (Eiweiße),
  • Lipide (Fette),
  • Kohlenhydrate,
  • Vitamine,

Über den Darm gelangen die Energie liefernden Nährstoffe ins Blut.

Wie geschieht der Transport der Nährstoffe im Blut?

Der Nährstofftransport ist eine wesentliche Aufgabe des Blutes. Es besteht aus Blutzellen (Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten) und dem Blutplasma. Diese Interzellular-Substanz (Extrazellular-Matrix) macht 55 Prozent der Körperflüssigkeit aus. Ein geringer Anteil des Blutplasmas enthält lebensnotwendige Stoffe, die es zu den Zellen transportiert, welche sie benötigen. Zu diesen zählen:

  • Glukose (Grundbaustein der Kohlenhydrate)
    Die Glukose-Konzentration im Blutplasma beträgt im Normalfall 80 bis 120 Milligramm. Sie ist wasserlöslich.
  • Lipide (Cholesterin und Fettsäuren)
    Die nicht wasserlöslichen (hydrophoben) Lipide treten ihren Transport an Proteine gebunden an. Der sich bildende Komplex heißt Lipoprotein. Diese Eiweiße sind wasserlöslich. Sie dienen der Beförderung von Cholesterin, fettlöslichen Vitaminen sowie von Phospholipiden und Triglyceriden.
  • Vitamine
    Der Vitamingehalt im Blutplasma hängt von der Art der verzehrten Nahrung ab. Unterschieden werden sie in fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Dabei zählen A, D, E und K zu den Fettlöslichen, die sich zum Weitertransport an Proteine binden. Wasserlöslich sind das Vitamin C und alle B-Vitamine, welche ihren Weg frei (ohne Transporthilfen) im Plasma zurücklegen.
  • Spurenelemente
    Spurenelemente, insbesondere das Eisen, binden sich zum Transport an Plasmaproteine. Kupfer kettet sich an:
  • Transcuprein (ein spezifisches Cu-Transportprotein, das eine höhere Affinität als Albumin besitzt),
  • niedrigmolekulare Liganden, zu denen die Aminosäure Histidin gehört.

Weitere Spurenelemente im Blutplasma sind Kalzium, Kalium und Magnesium. Ersteres befindet sich in drei Zusammenschlüssen im Blutplasma:

  • diffusibles Kalzium = ionisiertes Kalzium, das die Kapillarmembran nutzt, um in den interstitiellen Raum überzutreten,
  • nicht diffusibles Kalzium → die Bindung an Proteine verhindert den Durchtritt in den interstitiellen Raum durch die Kapillarmembran,
  • in Zusammenschluss mit Citrat und Phosphat → tritt in dieser Form in den interstitiellen Raum über.
  • Elektrolyte (Salze)
    Natrium – Normalwert 140 mmol/l
    Kalzium – Normalwert 2,5 mmol/l
    Magnesium – Normalwert 1 mmol/l
    Bikarbonat – Normalwert 27 mmol/l
    Kalium – Normalwert 4 mmol/l
  • Proteine
    Die Proteine machen sieben Prozent des Blutplasmas aus. Sie bestehen aus Albuminen und Globuline. Die Aufgabe der Albumine besteht neben anderen im Transport von Stoffen wie beispielsweise Vitamine und Fettsäuren. Der Anteil an den gesamten Serumproteinen (Serum = Plasma minus Gerinnungsstoffe) beträgt 63 Prozent.
  • Enzyme
    Befinden sich die Enzyme im Blutplasma, tragen sie die Bezeichnung „Sekret-Enzym“. Die Biokatalysatoren bewegen sich frei und regen bestimmte chemische Reaktionen im Blutplasma an.

Durch den Blutfluss, welcher alle Zellen des Organismus miteinander verbindet, verteilen sich die Nährstoffe im gesamten Körper. Der Vorgang erweist sich als effektiv. Der Austausch der Stoffe zwischen dem Interstitialraum und dem Blut passiert innerhalb der terminalen Strombahn. Fachleute nennen sie Mikrozirkulation. Dort fließt das Blut langsam. Die zur Mikrozirkulation gehörenden Blutgefäße, wie die

  • terminalen Arteriolen,
  • die Meta-Arteriolen,
  • die postkapillären Venolen,
  • die Sammelvenolen und
  • die Kapillaren,

besitzen einen kleinen Durchmesser von 30 bis 50 Mikrometer. Zusätzlich gemein ist ihnen eine relativ dünne Wand und eine große Oberfläche.

 

 

weiterführende Informationen zum Sauerstofftransportsystem im menschlichen Körper:

http://www.medizinfo.de/venen/anatomie/blutkreislauf.shtml
http://www.afruh.de/Gesundes%20Blut.html

© fotoliaxrender – Fotolia.com

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


Bewerten Sie jetzt den Artikel:
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 rating, 1 votes)

Redaktions Tipp:

Labor Untersuchung Blut Kreatin

Blutwerte bei Jodmangel

Jodmangel: Blutwert die den Mangel Anzeichen Das Spuren-Element Jod nimmt der Mensch mit der Nahrung auf. Ein weitverbreitetes Leiden in […]