Wann ist der Lymphozyten-Blutwert zu hoch?

Die Lymphozyten zählen zu den weißen Blutzellen, den Leukozyten. Ihre Aufgabe besteht in der Abwehr von Erregern.

Wenn der Lymphozyten Blutwert im Blutbild erhöht erscheint kann man von einer Erkrankung ausgehen.

Die Bildung der Zellen erfolgt in den Lymphknoten, in der Milz, dem Knochenmark und dem Thymus. Nur vier Prozent der produzierten Lymphozyten wandern in den Blutkreislauf. Ist der Lymphozyten-Blutwert zu hoch, befinden sich Krankheitserreger im Organismus.Grosses Blutbild alle Werte

Welche Aufgaben übernehmen Lymphozyten im Organismus?

Hierbei unterscheiden sich die B- und T-Lymphozyten. Letztere machen bei Erwachsenen zwischen 61 und 85 Prozent der weißen Blutkörperchen aus.

Ist der Blutwert der Lymphozyten hoch, liegt dies möglicherweise am Stress. Beide Unterformen übernehmen eine spezifische Aufgabe. Die B-Lymphozyten lagern sich an Erregern und Fremdstoffen an und wandeln sich in Plasmazellen.

Sie produzieren Antikörper gegen den jeweiligen Fremdkörper. Dagegen besitzen die T-Lymphozyten eine andere Abwehrfunktion.

Beispielsweise regulieren sie die Immunantwort auf Erreger. Gleichzeitig bekämpfen sie als zytotoxische T-Zellen und T-Killerzellen entartete und infizierte Körperzellen. Indirekt unterstützen die T-Lymphozyten das Reifen der Antikörper und die Entwicklung der B-Zellen.

Wann zeigt sich der Lymphozyten-Blutwert hoch?

Überschreitet die Konzentration der Lymphozyten die Normgrenze, sprechen die Ärzte von einer Lymphozytose. Um sie zu diagnostizieren, entnehmen sie Ihnen eine Blutprobe und untersuchen sie labortechnisch. Dabei orientieren sie sich an folgenden Normwerten:

 

Geschlecht

Männer

Frauen

Lymphozyten in Prozent je Mikroliter

25 bis 45

25 bis 45

 

Wichtige Fakten über Lymphozyten im Überblick:

  • Im Normalfall befinden sich 1.500 bis 3.000 Lymphozyten in einem Mikroliter Blut.
  • Überschreitet die Konzentration der Zellen 45 Prozent je Mikroliter, leiden Sie an einer Lymphozytose.
  • Ist der Lymphozyten-Blutwert hoch, verweist er beispielsweise auf eine Infektion oder Entzündungsreaktion im Körper.
  • Ein Anstieg der T-Lymphozyten resultiert aus einer Überempfindlichkeitsreaktion bei Kontaktallergien.
  • Um den Lymphozytenspiegel zu normalisieren, bietet sich eine ausgewogene und gesunde Lebensweise an.

Warum steigt die Konzentration der Lymphozyten?

Sobald die Lymphozyten mehr als 45 Prozent des Differenzialblutbilds ausmachen, steht die Lymphozytose fest. Im Säuglings- und Kleinkindalter handelt es sich um ein normales Phänomen. Bei erwachsenen Patienten finden sich erhöhte Lymphozytenwerte, wenn:

  1. ein viraler Infekt (Mumps oder Masern) vorliegt,
  2. Bakterien den Körper befallen,
  3. die Ausheilungsphase einer Krankheit beginnt,
  4. chronische Infektionskrankheiten wie Tuberkulose auftreten,
  5. chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn vorliegen,
  6. Sie unter einer Gefäßentzündung (beispielsweise Riesenzellarteriitis) leiden,
  7. eine Serumkrankheit droht,
  8. Sie hormonelle Störungen wie eine Schilddrüsenüberfunktion aufweisen.

Des Weiteren verändert sich der Lymphozytenwert bei anhaltendem emotionalem oder psychischem Stress.

In dem Fall attestieren Ihnen die Ärzte eine Stresslymphozytose. Vorwiegend wirkt sich die psychische Belastung auf die Funktion der Killerzellen aus (H. Schulz, et al.: Optimism, Self-Efficacy and Perceived Stress as Predictors of Self-Reported Health Symptoms in College Students (2009).

Leiden Sie an einer ausgeprägten Lymphozytose, stellt beispielsweise die chronisch lymphatische Leukämie, kurz CLL, die Grunderkrankung dar.

Bei dieser Form von Blutkrebs erhöht sich die Konzentration der Lymphozyten auf über 100.000 Zellen in einem Milliliter Blut.

Welche Symptome weisen auf hohe Lymphozytenwerte hin?

Regulär treten kaum direkte Symptome der Lymphozytose auf. Vielmehr leiden Betroffene an den charakteristischen Anzeichen der Grunderkrankung. Beispielsweise kommt es zu geschwollenen Lymphknoten, Fieber und Schüttelfrost.

Häufiger manifestieren sich die allgemeinen Krankheitsanzeichen:

  • Müdigkeit,
  • Abgeschlagenheit,
  • Kopfweh,
  • körperliche Schwäche,
  • Leistungsabfall,
  • eine gestörte Konzentration.

Zu den typischen Symptomen einer infektiösen Lymphozytose zählen geschwollene und hyperämische Mandeln. Ebenso leiden Sie unter:

  1. Durchfall,
  2. Übelkeit,
  3. Appetitlosigkeit.

Die Fieberzeit mit einem infektiösen Anstieg der Lymphozyten beträgt bis zu einer Woche. Während dieser Zeit spüren Sie unter Umständen Schwindel, Reizbarkeit und Magenbeschwerden. Sie deuten ebenso auf die zugrunde liegende Krankheit, nicht auf hohe Lymphozytenzahlen hin.

Welche Konsequenzen zieht die Lymphozytose nach sich?

Bleibt der Blutwert der Lymphozyten hoch, gerät die Nachproduktion der Zellen auf die Dauer ins Stocken. In der Folge verringert sich die Anzahl der Zellen.

Nach einer schwerwiegenden Erkrankung kann ein Lymphozytenmangel auftreten. Fehlt es der körpereigenen Immunabwehr an T- und B-Zellen, gelangen Krankheitserreger problemlos in den Organismus. Dadurch entsteht eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen.

Mit diesen Tipps senken Sie Ihren Lymphozytenwert

Die Behandlung der Lymphozytose hängt von der Grunderkrankung ab. Oft verschreiben die Mediziner bei Infekten entzündungshemmende Medikamente sowie Antibiotika.

Virale Erkrankungen bekämpfen sie mit antiviralen Arzneien. Sobald die jeweilige Krankheit ausheilt, normalisiert sich die Anzahl der Lymphozyten selbstständig.

Ist der Blutwert der Lymphozyten hoch und resultiert dies aus Stress, sollten Sie die Immunabwehr unterstützen. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise. Dazu nehmen Sie ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu sich. Vitamin D wirkt sich förderlich auf die Abwehrkräfte aus.

Hinweis für unsere Leser

Dieser Artikel ist nach hohen medizinischen Standards verfasst und wurde von einem Medizinredakteur oder Mediziner unserer Reaktion vor Veröffentlichung geprüft.
Unsere Inhalte sind zur Information gedacht. Sie sind kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung, Diagnose oder Behandlung. Bitte konsultieren Sie dafür immer einen Arzt.

Verantwortliche Autorin: Anna Nilsson, Journalistin und Medizinautorin seit 2001 mitwirkende Autorin, entsprechen ihre Inhalte dem aktuellen medizinischen Wissensstand und begründen sich auf ärztliche Fachliteratur.
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