Blutwerte bei Diabetes

Veränderte erhöhte Blutwerte bei Diabetes

Welche Blutwerte auf Diabetes hindeuten und wie diese Werte bei einer Diagnose besonders im AUge behalten werden, erfahren Sie hier in unserem Artikel zu den Blutwerten bei  Diabetes und damit verbundenen erhöhten Blutzuckerspiegel, der unter ständiger Kontrolles sein sollte. Der Arzt oder das entsprechende medizin. Labor, kontrolliert zu diesem Zweck die Blutwerte bei Diabetes regelmäßig.

Blutwerte messen bei Diabetes

 

 

 

 

Der Blutzuckerwert bei Diabetes

von Prof. v. Schrenck
Medizinisches Labor Hamburg Stephansplatz, www.labor-stephansplatz.de

 

 

Kaum eine Erkrankung ist so auf dem Vormarsch wie der Diabetes mellitus (die sogenannte „Zuckerkrankheit“).

Das gilt in erster Linie für Diabetes mellitus Typ II, der meist durch Übergewicht und mangelnde Bewegung bedingt ist.

In Deutschland ist heute schätzungsweise jeder 13. von erhöhten Blutzuckerwerten betroffen.

Im Gegensatz dazu tritt der Diabetes mellitus Typ I als sogenannter „jugendlicher Diabetes“ sehr viel seltener auf und bedarf fast immer einer Therapie mit Insulin. In Deutschland gibt es nach aktuellen Schätzungen rund 6 Millionen Diabetiker – diese Zahl ist eher gering geschätzt; denn bei vielen Diabetikern bleibt die Erkrankung aufgrund fehlender Beschwerden zunächst unerkannt.

Gerade die frühen und milden Formen des Diabetes lassen sich meist gut behandeln – oft noch ohne Medikamente. Wichtig ist, dass Diabetiker ihren Blutzucker optimal einstellen, damit ihre Lebensqualität und Lebenserwartung nicht gesenkt werden. Zu den häufigen Folgekrankheiten des Diabetes mellitus zählen z.B. Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt, Nierenerkrankung), Nervenstörungen und das sog. diabetische Fußsyndrom.

Zur Diagnose und Verlaufskontrolle von Diabetes dient v.a. die Bestimmung des Blutzuckers sowie des HbA1c-Wertes. Der Blutzucker gibt an, wie viel Glukose (Zucker) sich im Blut befindet und sorgt dafür, dass unsere Organe jederzeit mit Energie versorgt werden. Bei einem gesunden Menschen halten v.a. die Hormone Insulin und Glukagon den Blutspiegel weitgehend konstant. Besteht hier eine Störung und es kommt zu einer dauerhaften Erhöhung des Blutzuckerspiegels, spricht man von einem Diabetes mellitus. Dieser ist unbedingt weiter abzuklären. Auch ein zu niedriger Blutzuckerspiegel bedarf einer Abklärung. Zur Bestimmung des Blutzuckers sollte man nüchtern sein, d. h. eine Nahrungskarenz von 8-12 Stunden eingehalten haben.

HbA1c ist eine Form des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), an den Glucose gebunden ist. Der Anteil des HbA1c am gesamten Hämoglobin (Hb) kann bei Blutuntersuchungen festgestellt werden. Er ist abhängig von Höhe und Dauer des Glucosespiegels während der Lebenszeit der Erythrozyten (rote Blutkörperchen). Er wird daher umgangssprachlich auch als Langzeit-Blutzucker oder Blutzuckergedächtnis bezeichnet. Ein hoher HbA1c-Wert bei einem Diabetiker bedeutet also, dass der Blutzuckerspiegel in den vergangenen Wochen hoch und damit schlecht eingestellt war. Die
HbA1c-Bestimmung dient außerdem der Diagnose des Diabetes. Danach besteht bei einem HbA1c-Wert von > 6,4 % ein Diabetes.
(Die Bestimmung von Fruktosamin ist dem HbA1c eindeutig unterlegen und sollte nur in seltenen Ausnahmefällen angefordert werden (z.B. Hämoglobinopathien))
Der Insulinspiegel ist stark glucoseabhängig. Die Bestimmung dient der Diagnostik von Hypo- und Hyperglykämien (zu niedriger und zu hoher Blutzuckerspiegel: Unter- bzw. Überzuckerung).

Er wird sinnvollerweise vorwiegend im Zusammenhang mit Funktionstesten (z.B. Insulinantwort im Glucosetoleranztest zur Frühdiagnose des Diabetes mellitus Typ I, Bestimmung des Homa-Index) durchgeführt oder wenn der Verdacht auf einen Insulin-produzierenden Tumor besteht (Insulinom).

Referenzbereiche der Blutwerte bei Diabetes:

FT3: 2,0-4,4 ng/l
FT4: 0,93-1,70 ng/dl
TSH: 0,27-4,20 mU/l
Beta-hCG: < 7 U/l
Insulin (nüchtern): 2-22 mU/l
Blutzucker (nüchtern): 65-100 mg/dl
HbA1c: 4,8-6,0 % des Hb

 

Bei einer gesunden Person liegt der Blutwert bei Diabetes – auch Blutzuckerwert genannt bei ca mx. 6,0 Millimol pro Liter. Nach der Nahrungsaufnahme kann dieser Wert bis auf 7,8 Millimol pro Liter und höher ansteigen.

Liegt der Wert zwischen 6,1 und 6,8 Millimol pro Liter, ist dies noch kein sicheres Anzeichen für Diabetes. Es handelt sich um einen Grenzwert, den es regelmäßig zu kontrollieren gilt. Liegt der Blutzuckerspiegel bei oder über sieben Millimol pro Liter, ist eine Diabetes-Erkrankung wahrscheinlich.

 

Diagnose: Diabetes

Diabetes Typ1 macht sich durch typische Symptome wie erhöhter Durst, Harndrang und Müdigkeit bemerkbar.Daraufhin erfolgt die Diagnose zügig. Bei Diabetes Typ2 verläuft die Entwicklung der Symptome schleichend. Der Betroffene gewöhnt sich an die Veränderungen. Dadurch dauert es bis zu zehn Jahren, bis er die Diagnose erhält. In diesem Zeitraum entstehen aufgrund der dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte Folge-Erkrankungen.

Der Arzt diagnostiziert anhand derBlutwerte die Diabetes. Er berücksichtigt folgende Parameter:

  • Bei Diabetes liegt der Nüchternblutzucker über sieben Millimol pro Liter. Die Messung des Blutwertes erfolgt morgens vor der ersten Nahrungsaufnahme.
  • Der Gelegenheits-Blutzucker liegt über 11,1 Millimol pro Liter. Die Messung erfolgt, wie der Name verrät, zu jeder Tageszeit unabhängig von der Nahrungszufuhr.
  • Bei dem oralen Glukose-Tolleranztest trinkt der Patient eine, mit 75 Gramm Zucker angereicherte Flüssigkeit. Die Messung des Blutzuckers erfolgt zwei Stunden vor und nach dem Trinken. Liegt er nach den zwei Stunden über 11,1 Millimol pro Liter, ist der Patient an Diabetes erkrankt.

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Der Glykohämoglobin-Wert

Seit 2010 ist die Messung von Glykohämoglobin standardisiert. Er gehört zu den Blutwerten, die bei Diabetes zur Erstellung der Diagnose geeignet sind.

Glykohämoglobin ist der Farbstoff der roten Blutkörperchen und untrennbar mit Zucker verbunden. Er zeigt an, wie hoch der Blutzuckerwert in den letzten sieben bis acht Wochen war. Daher trägt er auch den Namen Blutzucker-Gedächtnis. Diabetes besteht, wenn der Wert über 48 Millimol pro Mol liegt.

 

Folgen durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte

Eine bekannte Langzeitfolge ist die Polyneuropathie. Hiervon sind 30 Prozent aller Diabetiker betroffen. Die Nerven erleiden in Armen, Beinen und Organen Schäden. Dies kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen. Betroffen sind die Empfindungs- und Bewegungsnerven sowie die nicht willentlich beeinflussbaren Nerven, welche die Organe steuern. Die regelmäßige Kontrolle der Blutwerte bei Diabetes kann dem Arzt helfen, Folge-Erkrankungen zu verhindern.

Die Symptome fallen unterschiedlich aus. Möglich sind:

  • Störungen des Temperatur-, Schmerz- und Berührungs-Empfindens
  • chronische Schmerzen sowie
  • Missempfindungen bis hin zu Lähmungen

als Folgen der Diabetes.

Die Polyneuropathie begünstigt beispielsweise:

  • eine Blasen-Schwäche,
  • Herzrhythmus-Störungen und
  • Erektions-Probleme.

Außerdem ist sie eine Ursache für das diabetische Fußsyndrom. Aufgrund des verminderten Schmerzempfindens bleiben Verletzungen an den Füßen lange unbemerkt. Im schlimmsten Fall folgt die Amputation des Fußes.

 

Regelmäßige Messung der Blutwerte bei Diabetes

Der Patient lernt, seine Blutwerte bei Diabetes selbst zu kontrollieren und zu dokumentieren, um eine Änderung in niedrig normale Werte zu gewährleisten. Die Messungen erfolgen, je nach Therapieform, einmal täglich, oder nach jeder Mahlzeit. Dadurch kann der Arzt die Behandlung an die aktuelle Situation optimal anpassen.

Der Arzt nimmt dem Patienten in der Regel einmal im Quartal Blut ab, um den Glykohämoglobin-Wert zu messen. Hierdurch kann der Arzt den allgemeinen Verlauf der Erkrankung überblicken. Bei Diabetikern liegt der Zielwert unter 6,5 Prozent.

Die Blutwerte bei Diabetes sind für die Diagnose wichtig. Sie benötigen eine regelmäßige Kontrolle, um eine Verbesserung der Erkrankung zu ermöglichen. Die Anzahl der Messungen hängt von Erkrankungsgrad und der Therapieform ab. Ist der Blutzuckerspiegel über eine zu lange Zeit hinweg erhöht, entstehen folgenschwere Krankheiten.

Lizenzen und weiterführende Literatur:

veröffentlicht von Redaktion: Anna Nilsson

© Alexander Raths – Fotolia.com

Autorenprofil

Gesundheitsredaktion

Anna Nilsson, Journalistin, und Medizinredakteurin seit 2001, medizinische Angestellte. verfasst medizinjournalistische Artikel unter anderem im Gesundheitsmagazin www.grossesblutbild.de


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